Liebe Leser*innen,

ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind Ostereier gesucht habe. Auf einmal waren allerlei rundliche oder farbige Objekte im Garten verdächtig. Manchmal ging mein Griff zu einem Kieselstein – Fehltreffer! Manchmal fand ich nur bemalte Hühnereier, die meine Oma wohl für gesund hielt. Langweilig!

Die Suche nach Ostereiern ist harmlos. Die biometrische Suche nach Gesichtern nicht. Polizeibehörden in Deutschland tun das, die Abfragen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Und auch hier kann es zu Fehltreffern kommen. In diesem Fall erleiden allerdings keine Kieselsteine einen irrtümlichen Zugriff, sondern Unbeteiligte. Und es gibt Menschen, die durch das System strukturell benachteiligt werden, etwa Asylsuchende oder Menschen mit abgelehnten Asylanträgen.

Ein weiteres „Easteregg“ findet sich in einem geplanten Gesetz der australischen Regierung. Es soll primär den Datenschutz von Minderjährigen erhöhen, kann aber auch Alterskontrollen zementieren – siehe Ticker.

Euch schöne Feiertage

Sebastian

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Unsere Artikel des Tages

"Keine verfassungskonforme Ausgestaltung möglich"Zivilgesellschaft warnt vor Plänen für KI-Fahndung

Amnesty International, Chaos Computer Club und weitere Organisationen fordern den Stopp neuer Befugnisse für Sicherheitsbehörden. Die geplanten Systeme zur biometrischen Suche und automatisierten Datenanalyse bedrohten Datenschutz, Versammlungsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung.

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Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Der Standard
Der Chef der größten US-Krankenhauskette will Radiolog:innen mit sogenannter Künstlicher Intelligenz ersetzen. Fachärzt:innen warnen davor, den Marketing-Versprechen der KI-Industrie auf den Leim zu gehen. Studien zeigen: Die Lage ist kompliziert.
BMDS
Mit einer überarbeiteten Gigabit-Richtlinie hat das Digitalministerium den diesjährigen Förderaufruf für den Glasfaserausbau gestartet. Insgesamt soll vom Bund über eine Milliarde Euro an regionale Ausbauprojekte fließen.
Reuters
Die italienische Überwachungsfirma Asigint, Tochter der SIO-Gruppe, soll rund 200 Nutzer:innen eine gefälschte WhatsApp-Version untergejubelt haben, mutmaßlich um sie auszuspionieren.
The Washington Post
Die Washingtoner Konferenz „Hill and Valley“ hat sich zu einem wichtigen Forum für Vernetzung zwischen rechten Tech-Baronen und der Trump-Regierung entwickelt. Ein Hintergrundbericht gibt Einblick, in welche Richtung sich diese Blase bewegt.
Ofcom
Der britischen Medienaufsicht zufolge posten Erwachsene im Vereinigten Königreich seltener auf sozialen Medien: 2024 waren es demnach 61 Prozent, inzwischen nur noch 49 Prozent.
OAIC
Australien plant ein Gesetz zum besseren Datenschutz von Minderjährigen. Das Vorhaben könnte jedoch Alterskontrollen im Netz zementieren. Denn manche Dienste sollen das Alter von Nutzer*innen prüfen, um ihr altersbedingtes Datenschutz-Niveau zu ermitteln.
Razom
Der französische KI-Konzern Mistral AI hat einen dreijährigen Vertrag mit dem französischen Verteidigungsministerium abgeschlossen. Demnach sollen dessen KI-Produkte in die Prozesse französischer Streitkräfte integriert werden – und womöglich zur Blaupause für die EU werden.
Open Access Government
Mit Open Research Europe (ORE) bietet die EU eine Open-Access-Plattform für wissenschaftliche Beiträge an. Nun soll sich die Initiative weiter öffnen und insgesamt besseren Zugang für Forscher:innen gewährleisten.
The New York Times
Eigentlich soll die US-Finanzaufsichtsbehörde SEC den Markt beaufsichtigen. Doch das Führungspersonal schmiegt sich auffällig an die Kryto-Branche an, die so überrascht wie erfreut ist.
The Washington Post
Israels Streitkräfte nutzen ein umfassendes technisches Arsenal, um gezielt Mitglieder der iranischen Führungsspitze zu töten. Die Strategie könnte sich jedoch als Schuss ins eigene Knie entpuppen, analysieren Fachleute.
Bundeskanzleramt
Die Bundesregierung in Österreich drängt auf ein EU-weites Social-Media-Verbot bis 14 Jahre mit Alterskontrollen. Ein offener Brief soll der EU-Kommission Druck machen.
Belltower News
Rechtsextreme und Verschwörungsaktivist*innen nutzen die aktuelle Debatte um Collien Fernandes und sexualisierte Gewalt für menschenfeindliche Narrative, analysiert Belltower News. Betroffene erfahren damit "Instrumentalisierung statt Solidarität".

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