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Schleswig-Holstein will Netzsperren

Die Schwarz-Gelbe Koalition in Schleswig-Holstein plant Sperrverfügungen gegen Glücksspielseiten. Dies berichtet Telemedicus: „Eine entsprechende Regelung ist vorgesehen“, räumte Wolfgang Kubicki am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung in Kiel auf Nachfrage ein. Die Landtagskoalitionen hätten sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der Sperranordnungen gegenüber Internetanbietern ermöglicht, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kieler Landeshaus – nach…

  • Markus Beckedahl

Die Schwarz-Gelbe Koalition in Schleswig-Holstein plant Sperrverfügungen gegen Glücksspielseiten. Dies berichtet Telemedicus:

„Eine entsprechende Regelung ist vorgesehen“, räumte Wolfgang Kubicki am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung in Kiel auf Nachfrage ein. Die Landtagskoalitionen hätten sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der Sperranordnungen gegenüber Internetanbietern ermöglicht, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kieler Landeshaus – nach dänischem Vorbild.

Damit möchte man einen „rechts-grauen Markt und und einen unkontrollierbaren „Schwarzmarkt“ für Glücksspiele“ austrocknen.

Sperr-Phantasien für Glücksspiele sind ja in der Zensursula-Diskussion etwas in den Hintergrund geraten und eine Zeitlang sah es so aus, als ob die Befürworter sich etwas zurückhalten. Das scheint jetzt nicht mehr so zu sein. Interessant dürfte es sein, wie die FDP sich verhält, die sich im Bund als entschiedender Gegner von Netzsperre inszeniert. Da kommt es sicher etwas unpassend, wenn der Landesverband Schleswig-Holstein auf einmal Netzsperren in der Koalition mit der CDU einführt.

Unklar ist noch, wer die Sperrverfügungen in Schleswig-Holstein ausführen wird, denn dort sitzt kein großer Provider.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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27 Kommentare zu „Schleswig-Holstein will Netzsperren“


  1. Martin Mustermann

    ,

    Es gibt einige Stadtnetzbetreiber in Schleswig-Holstein, die sich jetzt – dank FDP-Mann Kubicki – über einen Wettbewerbsnachteil im Verhältnis zu den überregionalen Anbietern freuen dürfen.


  2. […] FDP Schleswig-Holstein ist pro Netzsperren, berichtet „netzpolitik.org”. Mehr dort. 0 Ähnliche Artikel:In eigener Sache: Vorstellung „Gesprächskreis Netzpolitik” […]


  3. Freenet/Mobilcom sitzt in SH


  4. Mike

    ,

    „Unklar ist noch, wer die Sperrverfügungen in Schleswig-Holstein ausführen wird, denn dort sitzt kein großer Provider.“

    Stimmt keine großen Provider, aber mit Wilhelm.tel einer der den Großraum um
    Norderstedt mit Glasfaserkabel versorgt. (100MB/sec.) Und weiter ausbauen will,
    nicht nur in der Geschwindigkeit sondern auch in der Verbreitung.
    Miterweile ist Wilhelm.tel schon im Norden von HH zu bekommen.
    Na da muss ich mich ja wieder mal hinsetzen und Briefe schreiben -
    Gruß Mike


  5. Dolph

    ,

    Liberal wäre es, Glücksspiel zu erlauben und das Netz nicht zu zensieren. Wiedermal ein Triumpf der Etatisten in der FDP.


  6. sausi

    ,

    Das staatliche Glücksspielmonopol aufzuheben, ist sicher nicht liberal, sondern nur kurzsichtig. Bei dem Vorstoß Schleswig-Holsteins, das eigentlich kürzlich noch den Glückspielstaatsvertrag kündigen wollte, geht es vermutlich um etwas anderes: die heimischen (künftig liberalisierten) Glücksspielanbieter vor Konkurrenz im Internet zu schützen:
    http://www.telemedicus.info/article/1767-Online-Gluecksspiel-Schleswig-Holstein-will-Sperrverfuegungen.html


  7. Dolph

    ,

    Wirtschaftliche Monopole sind selbstverständlich niemals liberal.


  8. Tharben

    ,

    Neben Freenet.de ist KielNET (regionale Telco) eine Tochter der MobilCom AG.

    Übrigens: Wolfgang Kubicki ist ein ganz besonderer FDPler. Und ihr heult über Guido Westerwelle? Es geht immer noch viel schlimmer.


  9. Martin

    ,

    Die Diskrepanz im Verhalten der Bundes und Landes FDP lässt sich nicht zufällig über unterschiedliche Geldgeber erklären?
    scnr


  10. Dolph

    ,

    Nein, unsere Unfähigkeit ist überall gleichverteilt und pendelt in ihrer Beliebigkeit eben auch mal zufällig in unterschiedliche Richtungen.^^


  11. Über uns…

    Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) spricht sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren aus und fordert eine effektive Bekämpfung von Kindesmissbrauch anstatt einer Symbolpolitik, die nur das Wegschauen fö…


    1. grmpf, der AK Zensur Trackback oben kam mal wieder durch einen Bug zustande – entweder von netzpolitik.org oder MovableType (beim AK Zensur). Verzeihung, wollte nicht spammen. Kann auch gerne gelöscht werden ;)


  12. Schwarzgelb in Schleswig-Holstein plant Netzsperren gegen Glücksspiele…

    Gerade erst in der vergangenen Woche überraschte uns die FDP damit, Vorhaben gegen Netzsperren sowohl auf Landes‑, als auch auf EU-Ebene zu verhindern, nun legt die selbsternannte „Bürgerrechtspartei“ mit eigenen Sperrvorhaben in Schleswig-…


  13. Name (pflicht)

    ,

    @4. Mike

    Wirklich 100 MB/s? Das wäre ein Anschluss mit 800 MBit im vergleich zu 16/32 MBit mit DSL oder vielleicht 50 MBit mit VDSL. Das wird wohl eher ein 100 MBit-Anschluss sein, also um die 12 MB pro Sekunde.


  14. thias

    ,

    Die Nachricht ist falsch.

    Ich zitiere den Pressesprecher FDP SH:

    ich habe zwar an der gestrigen Veranstaltung nicht teilgenommen und mit Herrn Kubicki bislang nicht über die Äußerungen sprechen können. Er hat allerdings laut unserer stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, die dabei war, nicht erklärt, dass derlei Internet-Sperren Teil der Gesetzesänderung zum Glücksspielstaatsvertrages sein werden. Dies ist auch nicht vorgesehen. Vielmehr ging es am gestrigen Abend um eine Diskussion u.a. darüber, wie die Frage der Kontrolle ausländischer Anbieter beispielsweise in Dänemark gehandhabt wird. Die Erfahrungen dort sind allerdings deutlich: Eine solche Kontrolle ist über Internet-Sperren offenbar nicht möglich.


    1. @thias: Hast Du eine Quelle, die man jetzt zu der Uhrzeit auch verifizieren kann? So ein anonymer Kommentar ist nie besondes vertrauenswürdig, ein Link zu einer offiziellen Stellungnahme wäre besser.


  15. @thias, @Markus: Die Aussage, Kubicki die Möglichkeit für „Sperrverfügungen wie in Dänemark“ bestätigt, stammt offenbar von Hendrik Wieduwilt. Dieser schreibt:

    Access Blocking! Und das sickert nun auch nach Schleswig-Holstein durch, wie Kubicki etwas gepresst bestätigt – eigentlich wolle er nämlich „noch nicht zu viel verraten“, der Gesetzentwurf der Regierungsparteien soll am 9. Juni in Berlin präsentiert werden. Aber eine Rechtsgrundlage für Sperrverfügungen wie in Dänemark werde es geben.

    Als FAZ-Redakteur und ausgebildeter Jurist kann man wohl davon ausgehen, dass nicht Wieduwilt nicht irgendwelchen unbelegbaren Unsinn ins Internet schreibt.

    D.h. selbst obige Aussage tatsächlich vom Pressesprecher der FDP SH (Frank Zabel, oder?) sein sollte, steht zunächst Aussage gegen Aussage.

    Auf der Webseite der FDP SH ist bislang kein Statement zum Thema zu finden. Auch beim – eher sporadisch genutzten – Twitter-Account „FDP_SH“ ist nichts dergleichen finden.


  16. „dass nicht Wieduwilt nicht irgendwelchen unbelegbaren Unsinn ins Internet schreibt.“

    Bitte das überflüssige „nicht“ streichen, danke.


  17. Wer Netzsperren fordert, gefährdet Freiheit und Demokratie!…

    Laut eines Berichts soll der FDP Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki anläßlich einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung Plänen zur Neuregulierung des Glückspiels präsentiert und in diesem Zusammenhang auch Netzsperren gefordert haben. Kub…


  18. Ich weiß von keinem Dementi. Das Statement fiel so, wie geschrieben. Ich habe nach einer „Rechtsgrundlage für Sperrverfügungen“ gefragt.
    Auch aus dem nachfolgenden Gespräch wurde deutlich, dass es um nichts anderes gehen könnte, als Sperrverfügungen gegen Access-Provider. So wurde auch der JMStV thematisiert und das Verhältnis zum ZugErschwG.


  19. flurryman

    ,

    Ich denke nicht, dass „die FDP“ in SH die Sperren will. Eher tippe ich darauf, dass der interne Machtkampf in der FDP losgegangen ist und Kubicki sich ein kontroverses Thema gegen die „Weicheier“ wie Frau Leutheusser-Schnarrenberger gesucht hat. Kollateralschäden wie der Angriff auf die Freiheit im Netz dürften ihm grad egal sein.


  20. […] Wieduwilt bei Telemedicus, nachdem die schwarz-gelbe Reagierungskoalition in Schleswig-Holstein Internetsperren für Glücksspielseiten etablieren will, schlägt im Netz die ein oder andere […]


  21. […] Schleswig-Holstein will Netzsperren : netzpolitik.org – Die Schwarz-Gelbe Koalition in Schleswig-Holstein plant Sperrverfügungen gegen Glücksspielseiten. Social Dingens […]


  22. kkaddi

    ,

    Als ich gestern durch Twitter und Netzpolitik. Org den Bericht gelesen habe – das Schleswig Holstein will Netzsperren.Es war für mich , wie ein schlag in den Magen.

    So ist man informiert über die Schwarz-Gelbe Koalition in Schleswig-Holstein plant Sperrverfügungen gegen Glücksspielseiten.


  23. thias

    ,

    Hendrik Wieduwilt ist etwas unpräzise in seiner Verteidigung, ich verstehe:

    Netzsperren sind eine Interpretation des Gesprächs durch den Autor, er kann kein wörtliches Zitat bringen.

    Eine gewisse literarische Freiheit hat auch der Journalist, hier ist er aber scheinbar zu weit ins Feuilleton abgedriftet. (Auch wenn leichtfertige Formulierungen von Kubicki nie ausschliesse ..)


  24. Wer Netzsperren fordert, gefährdet Freiheit und Demokratie! (Update)…

    Laut eines Berichts soll der FDP Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki anläßlich einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung Pläne zur Neuregulierung des Glückspiels präsentiert und in diesem Zusammenhang auch Netzsperren gefordert haben. Kubick…


  25. […] dieses Jahres die Schleswig-Holsteinische Schwarz-Gelb-Regierung völlig ungeniert für Einsatz von Netzsperren gegen die Glückspielbranche […]

Dieser Artikel ist älter als 15 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.