Auf den PunktMehr Mut wäre gut.

  • Daniel Leisegang

Liebe Leser:innen,

am Wochenende schlug neben dem Rücktritt von Jens Spahn auch die Ausladung von Danger Dan und Igor Levit hohe Wellen. In einem offenen Brief kritisieren nun mehrere Fernsehräte, dass das ZDF damit die Chance vergeben habe, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsradikalismus anzustoßen. Unter ihnen ist auch unser Kolumnist Erik Tuchtfeld.

Man kann zu dem Lied, das der Sender als Grund für die Ausladung anführt, stehen, wie man möchte. Zumindest hier haben die Unterzeichner:innen aber einen Punkt: „Die dafür relevante kritische Einordnung des Liedtexts, auch mit den Künstlern, wäre Aufgabe der Redaktion der ‚Anstalt’ gewesen.“

Dem wollte das ZDF aber offenbar keine Bühne geben. Die drei Moderator:innen von der „Anstalt“ haben die Sache zwar dennoch sehr gut eingeordnet, wie ich finde. Allerdings ohne Sänger und ohne Lied. Und ohne Betroffene, die sich täglich Nazis erwehren müssen.

Mehr Mut wäre gut gewesen.

Habt eine gute Woche!
Daniel

Unsere Artikel des Tages

Offener Brief gegen ZDF-Entscheidung„Wir halten die Absage für einen Fehler“

Die Entscheidung des ZDF, einen Auftritt des Rappers Danger Dan und des Pianisten Igor Levit aus dem Programm zu nehmen, schlägt hohe Wellen. In einem offenen Brief kritisieren mehrere Fernsehräte, dass der Sender damit die Chance vergeben habe, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremismus anzustoßen.

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Das Grundgesetz gewährt Meinungsfreiheit, auch für beunruhigende Meinungen. Die Geistesfreiheit ist inhaltlich unbeschränkt und gerichtlich durchsetzbar. Doch Meinungsstreit schützt nicht vor Widerspruch, Protest und Empörung. Wir brauchen klare Regeln gegen Hass und Hetze – gerade im Netz.

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Ein Datengesetzbuch soll das Datenrecht vereinheitlichen und die Nutzung von Daten erhöhen. Ein Gutachten des Normenkontrollrates macht Vorschläge – von der Bündelung unterschiedlicher Gesetze über die Straffung der Aufsicht bis zur Einführung neuer Standards und Nutzungsrechte.

Ticker-News von The Guardian vom 20. 07. 2026

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Ticker-News von BBC vom 20. 07. 2026

Der britische Premierminister Andy Burnham will nach seinem Amtsantritt am heutigen Montag die umstrittenen Pläne der Regierung für einen digitalen Personalausweis kippen. Stattdessen sollen die Mittel in die Entlastung bei den Lebenshaltungskosten fließen.

Ticker-News von Forrester Research vom 20. 07. 2026

Die EU erziele beim Thema digitale Souveränität kaum Fortschritte und bis 2030 werde sich die starke Abhängigkeit von internationalen Partnern nicht wesentlich verringern, so das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research.

Ticker-News von Die Bundesregierung vom 20. 07. 2026

Der Deutsch-Französische Ministerrat strebt ein „einheitliches digitales Volljährigkeitsalter“ in der EU an und begrüßt die Alterskontroll-App der EU-Kommission. Beim Thema digitaler Gewalt gegen Frauen wollen beide Länder stärker zusammenarbeiten.

Ticker-News von CNBC vom 20. 07. 2026

US-Präsident Donald Trump will mit seinen Online-Posts auf Truth Social künftig Geld verdienen. Ein Bezahlabo erlaubt einen schnelleren Zugang zu den Beiträgen des Präsidenten und soll bis zu 100.000 Dollar monatlich kosten.

Ticker-News von Reuters vom 20. 07. 2026

Das Raumfahrtunternehmen Space X von Elon Musk verhandelt laut WSJ (€) mit dem US-Verteidigungsministerium über die Bereitstellung von KI-Rechenleistung. Es geht dabei offenbar um Rechenkapazitäten im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

Ticker-News von Der Standard vom 20. 07. 2026

Das Medienunternehmen Thomson Reuters verkauft für 125 Millionen Euro personenbezogene Daten an die US-Einwanderungsbehörde ICE: Adressen, Sozialversicherungsnummern, ethnische Zugehörigkeiten, Beiträge in sozialen Medien, KFZ-Kennzeichen und Standorte.

Ticker-News von United States Courts vom 17. 07. 2026

Ein US-Richter fordert die Trump-Regierung auf, die Einreisesperren gegen den ehemaligen EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und die HateAid-Geschäftsführerinnen, Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, aufzuheben, weil diese verfassungswidrig seien.

Ticker-News von Unicode Blog vom 17. 07. 2026

Zu den neuen Emojis des Unicode-Konsortiums gehört ein Smiley mit Rissen. „Verwende diesen Ausdruck, wenn deine sorgfältig aufgebaute Fassade Risse bekommen hat, du aber trotz der Scherben weiter lächelst.“

Ticker-News von UK Parliament vom 17. 07. 2026

Die britische Technologie-Ministerin Liz Kendall will VPN-Dienste nicht im Namen des Jugendschutzes verbieten, weil sie ein legitimes Werkzeug für Privatsphäre seien. Dennoch sollten Plattformen VPN-Nutzer:innen erkennen und ausschließen.

Über die Autor:innen

  • Daniel Leisegang

    Daniel ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den "Blättern". 2014 erschien von ihm das Buch "Amazon – Das Buch als Beute"; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik "Medienkritik". Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr).

    Foto: Darja Preuss


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