Offener Brief gegen ZDF-Entscheidung„Wir halten die Absage für einen Fehler“

Die Entscheidung des ZDF, einen Auftritt des Rappers Danger Dan und des Pianisten Igor Levit aus dem Programm zu nehmen, schlägt hohe Wellen. In einem offenen Brief kritisieren mehrere Fernsehräte, dass der Sender damit die Chance vergeben habe, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremismus anzustoßen.

  • Erik Tuchtfeld
Eine Person mit roter Jacke sitzt am E-Piano
Danger Dan durfte in der Sendung "Die Anstalt" nicht auftreten. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Carsten Thesing

Das ZDF hat Danger Dan und Igor Levit aus der Kabarettsendung „Die Anstalt“ ausgeladen, weil das Lied „Keine Angst“ als Aufruf zur Gewalt verstanden werden könne. Die Ausladung erfolgt gegen den Willen der Redaktion, die die Entscheidung in ihrer Sendung (ab etwa Minute 47:00) kritisch aufarbeitet.

In einem offenen Brief kritisieren mehrere Fernsehräte die Entscheidung des ZDF als mutlos. Sie bedauern, dass der Redaktion nicht das Vertrauen entgegengebracht wurde, den Liedtext kritisch einzuordnen.

Ich habe diesen Brief ebenfalls unterschrieben. Seit September 2025 vertrete ich im ZDF-Fernsehrat den Bereich „Internet“. Über meine Erfahrungen dort schreibe ich auf netzpolitik.org regelmäßig meine Kolumne „Neues aus dem Fernsehrat“.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Intendant, lieber Herr Dr. Himmler,

wir schreiben Ihnen heute als Mitglieder des Fernsehrats, um unserer Besorgnis und auch Ärger über die Ausladung der Künstler Danger Dan und Igor Levit aus der Jubiläumssendung zur 100. Ausgabe der „Anstalt“ Ausdruck zu verleihen.

Sie haben uns persönlich sowie die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Geschäftsleitung des ZDF die Präsentation des Liedes „Keine Angst“ unterbunden hat, weil „der Text des Liedes als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden kann, der Selbstjustiz propagiert und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschließt.“ Die Entscheidung fiel gegen den Willen der Redaktion der „Anstalt“.

Es ist die – im ZDF-Staatsvertrag und in den Programmrichtlinien definierte – Aufgabe des ZDF, durch seine Angebote zu einem vielfältigen und kontroversen öffentlichen Diskurs beizutragen und dabei insbesondere die Menschenwürde sowie den demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu fördern. Zur Erfüllung dieser Aufgabe tragen Satiresendungen wie die „Anstalt“ wesentlich bei. Sie thematisieren politische Entwicklungen in zugespitzter Form, fördern kritisches Denken und tragen so zur öffentlichen Meinungsbildung bei.

Der erstarkende Rechtsextremismus ist eine besondere Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland. Danger Dan entwirft in „Keine Angst“ eine Anleitung für den Einsatz gegen die Bedrohung durch die extreme Rechte. Viele Menschen im Land, Medienschaffende, Jurist*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen erleben täglich rechtsextreme Gewalt und Einschüchterung. Auch Berichte über mangelnden Schutz durch staatliche Strukturen sind kein Einzelfall. Diese Entwicklung dürfte sich zuspitzen und besondere Bedeutung erlangen, wenn Rechtsextreme in Deutschland in Verantwortung kommen.

Das ZDF hat hier die Gelegenheit verpasst, anders als nach der Vorstellung von „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ im ZDF Magazin Royale in 2021, eine Debatte über Rechtsextremismus in Deutschland und die vielfältigen Möglichkeiten seiner Bekämpfung anzustoßen. Auch „Keine Angst“ ist unserer Auffassung nach von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt. Die darüber hinausgehende Frage, ob ein – die Programmrichtlinien verletzender – Aufruf zur Gewalt vorliegt, kann sich nicht aus der isolierten Betrachtung einzelner Liedzeilen, sondern nur im Kontext der gesamten Sendung beantworten lassen. Die dafür relevante kritische Einordnung des Liedtexts, auch mit den Künstlern, wäre Aufgabe der Redaktion der „Anstalt“ gewesen. Diese Möglichkeit wurde ihr ohne Not genommen. Nicht zuletzt weil der Text laut der öffentlichen Berichterstattung dem Justitiariat bereits Wochen vor dem geplanten Auftritt bekannt war, hätte die Geschäftsleitung bereits deutlich früher an die „Anstalt“ herantreten und sich von einer ausreichenden inhaltlichen Auseinandersetzung überzeugen können.

Die Absage des Auftritts von Danger Dan und Igor Levit zeugt damit nicht nur von fehlendem Mut, sondern auch von fehlendem Vertrauen in die Redaktion der Sendung, sich angemessen mit dem Lied auseinanderzusetzen. Wir befürchten, dass dies auch abschreckende Auswirkungen auf andere Formate haben kann. Auch aufgrund des konkreten Verfahrens und der Kurzfristigkeit der Absage entsteht zudem der öffentliche Eindruck, dass diese notwendige Debatte unterbunden werden soll. Wir halten die Absage daher für einen Fehler.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Berger
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin von ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Maike Finnern
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Dilan Deniz Kılıç
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin des Bereichs „Muslime“

Lisa Paus
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin des Bundes

Angela Spizig
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin aus dem Bereich „Medienwirtschaft und Film“ aus dem Land Nordrhein-Westfalen

Gabriela Terhorst
Mitglied im Fernsehrat als Vertreterin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.

Erik Tuchtfeld
Mitglied im Fernsehrat als Vertreter des Bereichs „Internet“

Jörn Voß
Mitglied im Fernsehrat als Vertreter des Bereichs „Bürgerschaftliches Engagement“

Über die Autor:innen

  • Erik Tuchtfeld

    Erik Tuchtfeld ist Rechtswissenschaftler am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und leitet dort die interdisziplinäre humanet3-Forschungsgruppe. Ehrenamtlich engagiert er sich als Co-Vorsitzender von D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt. Seit September 2025 vertritt er den Bereich „Internet“ im ZDF-Fernsehrat.

    Foto: privat


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22 Kommentare zu „„Wir halten die Absage für einen Fehler““


  1. Petra Wassmann

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    Selbstverständlich unterliegen Liedtexte einer individuellen Rezeption. Bei „Keine Angst“ halte ich persönlich die Kritik am Appellcharakter des Textes für durchaus nachvollziehbar, da die Solidarität mit politisch motivierter Gewalt m.E. nicht von der Hand zu weisen ist. Ein Lied ist ein „Werk an sich“ und steht somit für sich, auch wenn die Rahmenbedingungen einer „Aufarbeitung“ während der Anstaltssendung natürlich die Wahrnehmung der Zuschauenden hätte steuern können. Insbesondere die Namensnennungen am Ende des Liedes haben für mich jedoch bedeutet, diesen Brief in seiner Gänze nicht mitzuzeichnen. Als ZDF-Fernsehrätin (entsandt über den NABU) schließe ich mich der hier geäußerten Kritik an der kurzfristigen Absage, der offensichtlich unzureichenden oder gar fehlenden Kommunikation der ZDF-Leitung mit der Redaktion bzw. den Musikern jedoch ganz ausdrücklich an. Transparenz auch in tatsächlich angemessenem zeitlichen Bezug muss eine Selbstverständlichkeit sein – auch und gerade der Öffentlichkeit gegenüber. Die Debatte über „Unsagbares“ – gerade vor dem Hintergrund der künstlerischen Freiheit (!) – ist in einer Demokratie unverzichtbar und wird sicher auch im Fernsehrat geführt. Vielen Dank an meine Kolleg*innen im Fernsehrat für den intensiven direkten Austausch in den letzten Tagen und den hier geteilten Offenen Brief. Für mich ein sehr wichtiges Statement!
    Petra Wassmann


  2. Michael Konken

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    Es ärgert mich besonders, dass der Intendant mit dieser Weisung die Innere Pressefreiheit missachtete Nur die Redaktion kann entsprechend entscheiden!


    1. Die Redaktion befindet sich jetzt im Generalstreik, das ZDF sendet nicht mehr. Besser kein Job haben als einen Job als rechter Propagandist. So muss das!


      1. Kay N.

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        ZDF als rechter Propagandist? Also scheinst du alles aber nicht der deutschen Sprache mächtig zu sein, wenn man das ZDF, was vielleicht feige ist, aber niemals rechte Propaganda unkritisch verbreiten würde, also solche bezeichnet. Für diese Einstellung muss man schon am linken Extremen Rand kratzen, um so eine Weltansicht zu haben.


  3. Lothar Brück

    ,

    Lieber Erik Tuchfeld,
    Bitte hinterfragt und redigiert den ersten Absatz nochmal: „Das ZDF hat Danger Dan und Igor Levit aus der Kabarettsendung „Die Anstalt“ ausgeladen, weil es ihr Lied „Keine Angst“ als Aufruf zur Gewalt versteht.“.
    Aus meiner Sicht habt ihr den letzten Teil falsch formuliert. Es müsste heißen: „… als Aufruf zur Gewalt verstanden werden kann.“ Das ist ein großer Unterschied in der Aussage und in der Tendenz.


    1. Daniel Leisegang

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      So ist es korrekt und klarer formuliert. Danke für den Hinweis.


      1. Lothar Brück

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        Sehr gerne und danke für die Aktualisierung.


  4. Irene Latz

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    Es gibt so sympathische Polizisten hier in Berlin, kann Danger Dan nicht mal mit denen „Minions & Monster“ im Kino zusammen schauen gehen? Das Bild von Bürgerkrieg und Selbstjustiz muss raus aus den Köpfen. Denn das Bild dieser zerstörerischen Vision von unserer Zukunft hilft den Schurken. Wir brauchen den KONSTRUKTIVEN Ausblick, und den gibt’s ja ( Arne & Nico Semsrott, Luisa Neubauer, Constanze Kurz, Bijan Moini, Oziel Inacio-Stech, … und viele viele mehr)!
    Fairplay und Freiheit werden wir allerdings nur behalten, wenn nette kluge Menschen wie Danger Dan und der überwiegende Teil der Polizei so etwas ähnliches wie Freunde sein können. Sonst ist es aus.


  5. Postdemocracy

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    Danger Dan hat in seinen Songs bereits Greta Thunberg als Antisemitin verunglimpft und die zahllosen zivilen Opfer des brutalen Krieges der israelischen Armee in Gaza verhöhnt und zu entmenschlichen versucht. Interessant, dass man ihn dafür in diesen Rängen nie kritisiert hatte, obwohl er damit ja tatsächlich stattfindenden Massenmord propagandistisch verharmlosen und Kritik daran diffamieren wollte.


  6. EinEhemaligerUnterstützer

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    Sorry aber wer sich mit derlei Aufrufen zur Gewalt solidarisiert, hat echt den Schuss nicht gehört. Extremismus ist per se schädlich für unsere Demokratie und wer Extremisten eine Bühne gibt, macht sich selbst zum Schädling. Idioten gegeneinander aufbringen wird unsere Probleme nicht lösen sondern schürt nur die Aggression. Das war’s dann mit meiner monatlichen Spende.


    1. Fauler-Sack-Kalkül

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      Ich kenne den Text nicht, gebe aber zu bedenken, dass der Gedanke und die künstlerische Auseinandersetzung, durchaus möglich sein müssen. Es kann ja sein, dass z.B. letztlich nur Bürgerkrieg hilft. Dass will man dann doch demokratisch begleiten?

      Nee Moment. Es kann sein, dass der Verweis auf Umsturz oder Gewalt auch eine Form von Ironie oder Sarkasmus gegenüber einem Milieu darstellt, dass selbst mit den Sachen phantasiert.

      Bin mal gespannt, wenn ich die Texte dann lese…


  7. Die Prinzipien wären noch auszuhandeln...

    ,

    „dass der Sender damit die Chance vergeben habe, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremismus anzustoßen. “

    Genau. Und das Vorgehen bei Themen, die nicht richtig behandelt werden, darauf zu verweisen, dass es doch irgendwo anders später aufgegriffen und/oder korrigiert würde, wie im Fall um Lanz und die Primärenergie geschehen, zeigt doch, dass hier die Prinzipien unterhalb der Angstschwelle changieren. Ich bin für Öffentlich-Rechtliche, die Prinzipien folgen, mehr als politischem Einfluss.


  8. Vom Tisch?

    ,

    Unser Bestandsschutzdenken wäre sonst auch „interessant“. Ärzte, Springsteen, 70er, 80er, 90er…


    1. (Konzeptioneller Ansatz, bleibt leider flach. Trotzdem gepostet. Das Thema ist einen Tacken tiefer, aber bei Abstraktion letztlich ähnlich.)

      ,

      Bei der Filmindustrie sind wir noch gar nicht angekommen, im Sinne von „könnte als verstanden werden Komma um zu“:
      – Matrix (Gewalt gegen KI).
      – 12 Monkeys (Gewalt gegen Affen).
      – Planet der Affen (Gewalt gegen Affen).
      – 2012 (Gewalt gegen das Verkehrswesen).
      – Independence Day (Gewalt gegen Aliens).
      – Sharknado (Gewalt gegen Meerestiere).
      – DayZ (Gewalt gegen Zombies).
      – Sesamstraße (Gewalt gegen Stofftiere).

      Oder die Topkategorie:
      – John Wick (Gewalt gegen Hund, Gewalt gegen Gewalt).
      – The Inhabited Island (Gewalt gegen Panzer, Gewalt gegen Regisseur).

      Most Wanted:
      – Robert Marc Lehmann (Gewalt gegen Wal, Gewalt gegen Zoos, Gewalt gegen Studiengänge, die es woanders gibt, Influencer).

      Man muss doch nicht den Inhalt verstehen, oder?


  9. Barbara Bose-Waluyo

    ,

    Das ist traurig!Nun denn,dann würde ich Samy Deluxe einladen!Album„schwarz-weiss“.Oder Songs wie„Bis die Sonne raus kommt„oder „Ich wäre so gern dein Superheld“!Oder Oder!Album„Wach auf“!Da könnte das ZDF nichts mehr entgegenbringen! Aber auch Herr Sorge(Samy Deluxe“)ist unbequem!Mit Recht!


  10. Kay N.

    ,

    Wenn wir davon reden, dass wir einen Künstler mit kritischen Texten für den öffentlichen Diskurs in den ÖRR einladen, der in seinen Texten häufig klar definierte linksextreme Aussagen vermittelt, müssten wir dann nicht auch Bands des konservativen/rechten Spektrums eine Bühne geben, zum Beispiel FreiWild oder Böhse Onkelz. Wenn aber ein Musiker mit rechtsextremen Texten in seinen Texten davon singen würde, dass man Linke stoppen oder boxen soll, dass ist dann schlecht? Sollte nicht ein Rammstein in einen Format ihr Lied Deutschland performen mit der Frage, was Patriotismus o. Nationalismus bedeutet, wann das eine anfängt und das andere aufhört. Haben sich nicht alle damals an Farid Bang und Kollegahs Album Jung, brutal gutaussehend kritisiert, dass Kunst eben nicht alles darf und weswegen dann der Echo eingestampft wurde? Wieso kann man immer nur von guten demokratischen Einflüssen reden, wenn sie von links kommen? Auch konservative und rechte Meinungen gehören zum demokratischen Spektrum, da wird aber gerne mal die Grenze gezogen. Dann nennts ne linke Demokratie, aber nicht mehr diese hohle Phrase.


    1. Anonym

      ,

      Also zunächst bräuchte man eine Unterscheidung.

      Der Song geht darum, die Wiederholung der Geschichte zu verhindern, und falls die Rechtsextremen vor der Türe stehen, im besonderen Kontext, dann wird indirekt auf Gewalt verwiesen. Das Problem ist, dass die Rechtsextremen bereits für Gewalt stehen. D.h. dass die Implikation für eine Inversion hier ein Rohrkrepierer wird.

      Sie wollen also, dass… eine „rechte Band“ jetzt besingt, dass falls die Linken vor der Tür stünden, Gewalt angebracht wäre? Sollten sich die Extreminskis treffen, wäre das fair, ansonsten Hut ab, denn im Gegensatz zu dem, was die (sehr weit) Rechten so planen, wird das eben nun mal nie passieren, und die Geschichte zum Wiederholen gibt es auch nicht wirklich auf der Seite. Ja, Sowjetunion und die DDR von Gnaden SSSR, who cares compares. Entsprechend lädt auch zurecht keiner die Rechten Bands ein.


  11. Pit Rulff

    ,

    Eine super Sendung in der Anstalt vom Dienstag. Weiter so!
    Pit Rulff
    Oberstudiendirektor a.D.


  12. Frank

    ,

    Der offene Brief redet viel über Kontext, Kunstfreiheit und bedrohte Zivilgesellschaft, aber auffällig wenig über den konkreten Inhalt des Songs.

    Danger Dan beschreibt keine bloße Haltung, sondern Praktiken: beobachten, erfassen, markieren, organisieren, einschüchtern. Genau solche Formen politischer Selbstermächtigung gibt es längst. Sie haben weder die AfD geschwächt noch die Gesellschaft befriedet. Im Gegenteil: Sie bestätigen das Gefühl vieler Menschen, dass abweichende Meinungen nicht mehr diskutiert, sondern moralisch etikettiert und sozial sanktioniert werden.

    Wer darauf mit noch mehr Denunziation, Feindmarkierung und Milieu-Mobilisierung antwortet, bekämpft die Folgen mit einer Intensivierung ihrer Ursachen.

    Das ZDF hat den Song nicht verboten. Es hat entschieden, ihm keine eigene Bühne zu geben. Kunstfreiheit bedeutet nicht Anspruch auf Ausstrahlung.


    1. Anonym

      ,

      „Sie bestätigen das Gefühl vieler Menschen, dass abweichende Meinungen nicht mehr diskutiert, sondern moralisch etikettiert und sozial sanktioniert werden.“

      Das mag sein, aber ist das nicht so eine Art „Gefühl von wie man Sachen macht?“.

      Die AFD und deren Unterstützerkosmos reihen sich durchaus in den Reigen von Post-Truth-Akteuren ein. Weder sind die Wähler prinzipiell dumm, noch reicht es hin, irgendwas zu erklären. Hier sind vermutlich andere Prozesse am Brennen.


  13. Piratenparteiler

    ,

    Hass und Hetze sind also gut wenn Sie von Links kommen oder wie ist das zu verstehen ?


    1. Anonym

      ,

      Hass und Hetze … erklären?
      Was ist die Referenz für dieses Statement?

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