Auf den PunktVideokameras machen die Welt hässlicher.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

am Wochenende war ich auf einer Demonstration, auf der auch getanzt wurde. Ich fand es ganz erstaunlich, wie viele Kameras dort waren. Von den Wagen wurde in die Menge gefilmt, aus der Menge auf die Wagen und gerne mal rundherum, dazu kamen scheinbare Profi-Fotograf*innen, die die Menge auf sich zukommen ließen und Einzelnen direkt ins Gesicht blitzten.

Mir wurde (mal wieder) bewusst, wie sehr ich Kameras nicht leiden kann. Und wie gut ich Jean Sommer verstehen kann. Dessen Vermieter hat ihm einen Kameraturm direkt vor das Schlafzimmerfenster gesetzt. Angeblich filmt die Kamera nur ein Stück vom Hof. Aber Jean Sommer fühlt sich dennoch schwer beeinträchtigt durch die Überwachung.

Dass das Leben nicht mehr so entspannt ist, wenn eine Kamera in der Nähe ist, ist auch mir spätestens seit dem Wochenende klar. Und die Geschichte von Jean Sommer ist ein schönes Beispiel dafür, wie mit Hilfe von Kameras ein Raum zerstört wird, in dem sich zuvor Leben entfalten konnte.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin

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Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Für Recherchen zur Spionage-App mSpy hat er gemeinsam mit Chris Köver 2026 den Sonderpreis Print des Datenschutz Medienpreises DAME erhalten.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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