Auf den PunktDiese KI-gestützte Überwachung gibt es vielleicht bald auch in deiner Stadt.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

es gibt eine Software, die anhand von Videos zu erkennen versucht, was Menschen gerade tun. Sie wird vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelt und soll, wenn sie mal fertig ist, unterscheiden, ob jemand gerade tanzt oder schlägt, tritt oder geht. Zahlreiche Länder und Kommunen haben Interesse angemeldet. Hamburg hat gerade einen Testlauf begonnen, Hessen hat sich bereits ins Polizeigesetz geschrieben, dass es die Technologie einsetzen darf, in Berlin ist eine derartige Gesetzesänderung in Arbeit.

Das Ding ist: Die Software funktioniert noch gar nicht. Und niemand kann sagen, ob sie der Polizei wirklich hilft.

Ich habe die Stadt besucht, in der die Technologie seit sieben Jahren entwickelt wird: Mannheim. Was mir am deutlichsten von diesem Besuch in Erinnerung geblieben ist: Dass dort viele nicht wissen, dass sie gerade Versuchskaninchen sind. Das hat mich erschreckt.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin

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Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Für Recherchen zur Spionage-App mSpy hat er gemeinsam mit Chris Köver 2026 den Sonderpreis Print des Datenschutz Medienpreises DAME erhalten.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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