Auf den PunktDer Journalismus ist in Gefahr.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

die Arbeitsbedingungen für Journalist*innen sind weltweit so unsicher wie noch nie. Einen „historischen Tiefstand“ attestiert Reporter ohne Grenzen in der Rangliste der Pressefreiheit. Allein in Deutschland registrierte die NGO vergangenes Jahr 89 Angriffe auf Medienschaffende, doppelt so viele wie 2023. Dazu kommen wirtschaftliche Probleme, wie mein Kollege Christoph berichtet. Redaktionen spüren, dass Werbegelder zunehmend zu den Big-Tech-Plattformen fließen, viele müssen sogar aufgeben. Das zu lesen, erinnerte mich daran, was für ein riesiges Glück es ist, dass wir nicht von Werbung abhängig sind und auch kein Geld für Abos nehmen müssen.

Herzlichen Dank an alle Spender*innen

Martin

Unsere Artikel des Tages

PressefreiheitJournalist*innen weltweit in Gefahr

Die Arbeitsbedingungen von Journalist*innen verschlechtern sich weltweit. Reporter ohne Grenzen zeigt mit der Rangliste der Pressefreiheit einen „historischen Tiefstand“. Allein in Gaza wurden etwa 200 Medienschaffende getötet.

Transparenzbericht 1. Quartal 2025Unsere Einnahmen und Ausgaben und die Suche nach Substanz

Das erste Viertel dieses Jahres haben der Wahlkampf und die anschließenden Koalitionsverhandlungen geprägt. Wir suchten nach Belastbarem in dichtbedruckten Papieren und konnten gemeinsam mit anderen auch mal Schlimmeres verhindern. Klar ist: Grund- und Freiheitsrechten steht nun eine harte Zeit bevor. Dank euch sind wir aber gut gewappnet.

Gerichtshof für MenschenrechteSerbien soll Schallwaffe stecken lassen

Die serbische Zivilgesellschaft hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Erfolg errungen. Dem Gericht zufolge soll Serbien in Zukunft den Einsatz von Schallwaffen auf Demonstrationen verhindern. Eine solche Waffe wurde mutmaßlich im März eingesetzt.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von TechCrunch vom 02. 05. 2025

Apple hat am Dienstag weitere Nutzer:innen benachrichtigt, dass ihre Geräte mit einem nicht weiter benannten Staatstrojanern angegriffen wurden. Ein italienischer Journalist und eine niederländische Rechtsextremistin haben die Benachrichtigungen öffentlich gemacht.

Ticker-News von Tagesschau vom 02. 05. 2025

Die irische Datenschutzbehörde hat eine Strafe von 530 Millionen Euro gegen TikTok verhängt. Die Plattform soll Daten von EU-Nutzer:innen nach China weitergeleitet und gegen Transparenzanforderungen verstoßen haben.

Ticker-News von Euronews vom 02. 05. 2025

Das finnische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das den Einsatz von Smartphones in der Schule einschränkt. Schüler:innen dürfen ab dem kommenden Schuljahr Geräte auf dem Schulgelände nur noch nutzen, wenn sie dafür eine Genehmigung ihrer Lehrer:innen haben.

Ticker-News von NPR vom 02. 05. 2025

Indien wird in seiner anstehenden Volkszählung auch Daten zur Kastenzugehörigkeit erheben. Die detaillierten demografischen Daten sollen dabei helfen, Programme zur sozialen Gerechtigkeit ordnungsgemäß umzusetzen. Dazu gehören Quoten für Behördenjobs oder Universitätszulassungen.

Ticker-News von CBS vom 02. 05. 2025

Michael Waltz, bisheriger Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, muss nun doch seinen Posten räumen und soll UN-Botschafter werden. Er hatte einen US-Journalisten zu einem vertraulichen Signal-Chat hinzugefügt. Zunächst hatte Trump ihn noch verteidigt.

Ticker-News von Tagesschau vom 02. 05. 2025

Für den Verfassungsschutz ist es jetzt gesichert, dass die AfD als Ganzes rechtsextremistisch einzustufen ist – „aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung“, wie die Behörde mitteilt. Mit der Einstufung wurde schon im vergangenen Jahr gerechnet.

Ticker-News von Der Standard vom 02. 05. 2025

Durch die von Donald Trump verhängten Zölle steigen auch die US-Preise für Puppen. „Vielleicht haben Kinder nur zwei Puppen statt 30“, sagte der US-Präsident – und erntete ein Meme-Feuerwerk, darunter die Marie-Antoinette-Anspielung: „Sollen sie doch mit zwei Puppen spielen“.

Ticker-News von Der Spiegel vom 02. 05. 2025

Seit Jahren streiten sich Apple und Fortnite vor Gericht. Apple will ein Stück vom Kuchen abhaben, wenn Menschen bei Fortnite Geld ausgeben. Fortnite pocht dagegen auf externe Einkäufe ohne Provision. Nun gibt ein Urteil Fortnite Recht, aber Apple will in Berufung gehen.

Ticker-News von ZDNet vom 02. 05. 2025

Zunehmend suchen Menschen mit Sprachmodellen wie ChatGPT nach Dingen, die sie kaufen wollen. Künftig soll KI-basierte Software dabei weitere Klicks sparen und etwa auch bezahlen können. Visa will dafür sein Bezahlsystem mit Kreditkarten anpassen, auch Mastercard arbeite daran.

Ticker-News von Der Spiegel vom 01. 05. 2025

Angriff auf ChatGPT: Zunächst nur in den USA will Meta sein Sprachmodell Meta AI als separate App anbieten. Sonderbar ist eine „Entdecken“-Funktion, in der man – entsprechend freigegebenene – Konversationen fremder Nutzer:innen erkunden soll.

Ticker-News von TechCrunch vom 01. 05. 2025

Seit Anfang 2024 hat sich die Anzahl der Apps im Google Play Store fast halbiert. Das liege unter anderem an gestiegenen Mindestanforderungen, zitiert TechCrunch den Konzern. Heißt im Umkehrschluss: Bis vor Kurzem hat Google seinen Nutzer:innen auch eine Menge Schrott angeboten.

Ticker-News von Mashable vom 01. 05. 2025

In den vergangenen fünf Monaten hat Twitter-Nachfolger X rund 11 Millionen EU-Nutzer:innen verloren, berichtet das US-Medium Mashable mit Verweis auf den jüngsten Transparenzbericht. Den musste der Konzern auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) vorlegen.

Ticker-News von The Washington Post vom 01. 05. 2025

Wer braucht schon unabhängige Kartellwächter, wenn man die Aufsicht zu sich ins Haus holen kann? Das schlagen zumindest die Republikaner im Kongress vor: Sie wollen der Wettbewerbsbehörde FTC ihre Kompetenzen entziehen und sie ins Justizministerium verlagern.

Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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