Neue GeschäftsmodelleWie Luca nach der Pandemie weiter Kasse machen kann

Derzeit kämpfen die Betreiber zusammen mit einer Lobbyagentur dafür, dass die Bundesländer die Verträge mit Luca nicht kündigen. Aber was machen Smudo & Co bei einem Aus mit ihren 40 Millionen Nutzer:innen? An Ideen, wie man diese zu Geld machen kann, mangelt es nicht.

Der an Luca beteiligte Rapper Smudo bei einer Präsentation der App. – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Steffen Schellhorn

Bis Ende Februar müssen sich die Bundesländer entscheiden, ob sie den Vertrag mit der umstrittenen Luca-App kündigen oder den Dienst ein weiteres Jahr nutzen wollen. Die Einführung der privaten Kontaktverfolgungs-App war von Sicherheitslücken und Pannen begleitet. Zuletzt zeichnete sich ab, dass die Gesundheitsämter gar nicht mehr in der Lage sind, die App sinnvoll zu nutzen. Das große Bundesland Bayern hat Luca in den letzten 14 Tagen gar nicht mehr zur Kontaktverfolgung eingesetzt. Zahl der abgefragten Kontakte in diesem Zeitraum: 0.

Vollkommen offen ist derzeit, wie es mit Luca weitergeht – und auch, was die Betreiber im Falle einer Nichtverlängerung mit der App machen werden. Schon seit Längerem denken sie mal laut und mal leise über Geschäftsfelder abseits der Pandemiebekämpfung nach. Die Möglichkeit zur Kommerzialisierung nach der Pandemie wird in einem bekannt gewordenen Kooperationsvertrag explizit offen gehalten.

Schon heute Millionen wert

Nach Unternehmensangaben haben 40 Millionen Menschen in Deutschland die Luca-App installiert. Damit gehört die App zu den größten im Land überhaupt und konkurriert mit Schwergewichten wie WhatsApp, Instagram oder TikTok. Während andere Firmen Millionenbeträge ausgeben, um sich eine solche Nutzer:innenbasis aufzubauen, hatte Luca das Glück, dass die Nutzung durch staatliche Verordnungen den Bürger:innen gleichsam auferlegt wurde. Und nicht nur das: Der Staat zahlte sogar mehr als 20 Millionen Euro dafür, dass Luca genutzt wird.

Start-up-Investor Ralf Rottmann sagt gegenüber netzpolitik.org, dass jede Installation von Luca unter normalen Umständen mindestens 1,30 bis 1,50 Euro kosten würde, bei iPhones sogar deutlich mehr. Konservativ gerechnet hätte die Nutzerbasis von Luca andere Unternehmen also zwischen 52 bis 60 Millionen Euro gekostet. Mindestens. Im Fall von Luca zahlten die Bundesländer diesen Preis, nun profitiert das Unternehmen rund um Smudo & Co, das die Nutzer:innen weiter monetarisieren kann.

„Der Staat macht solchen Apps kaum Einschränkungen“

Luca hat eine gute Basis, um in neue Geschäftsfelder vorzudringen. Von den Verträgen, welche die Bundesländer mit den Luca-Betreibern geschlossen haben, ist nur einer durch eine Informationsfreiheitsanfrage in geschwärzter Form öffentlich geworden. In diesem Vertrag mit Schleswig-Holstein steht, dass die Betreiberfirma culture4life die App während der Vertragslaufzeit zur Pandemiebekämpfung zur Verfügung stellt. Weiter heißt es aber auch:

Das Recht von culture4life, die Software außerhalb des Einsatzgebietes ggf. nach eigenem Ermessen zu kommerzialisieren, bleibt unberührt.

Nach der Pandemie oder nach dem Auslaufen der Verträge könnte demnach eine Weiterverwendung der App für andere Zwecke und Geschäftsmodelle erlaubt sein. Auf Nachfrage von netzpolitik.org wollten die Luca-Betreiber sich dazu nicht äußern.

Das kritisiert Professor Claus Wendt, der sich an der Universität Siegen mit Gesundheitssystemen beschäftigt: „Während wichtige Projekte wie die elektronische Gesundheitsakte nicht vorankommen, können Firmen in der Pandemie vorpreschen und der Staat macht solchen Apps völlig naiv kaum Einschränkungen.“ Laut Wendt sollte der Staat wichtige IT-Infrastrukturen im Gesundheitsbereich selbst in der Hand halten, um sensible Gesundheitsdaten bestmöglich zu schützen.

„Keine Wirkung mehr“

Wie es mit Luca weitergeht, ist derzeit unklar. Das Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht, die Omikron-Welle steht bevor. Doch schon jetzt sieht es für die Luca-App nicht rosig aus, denn die Bundesländer nutzen die App inzwischen kaum bis gar nicht mehr, wie unsere Recherchen ergeben haben.

Damit sei die Luca-App „technologisch tot“, konstatiert die IT-Expertin Bianca Kastl, sie habe „keine Wirkung“ mehr, weil die Gesundheitsämter die massenhafte Kontaktverfolgung aufgegeben haben. Symptomatisch dafür: Das bevölkerungsreiche Bayern hat in den letzten 14 Tagen kein einziges Mal bei Luca Daten abgefragt, wie das Gesundheitsministerium des Landes gegenüber netzpolitik.org bestätigt. Der Nutzen der App ist damit fraglich.

Auf die Frage, wie die Luca-App exakt dieses Problem lösen wolle, antwortet das Unternehmen, dass Luca den „Gesundheitsämtern eine funktionierende Kontaktnachverfolgung auch in Zeiten sehr hoher Inzidenzen“ ermögliche. Nur dass die eben kaum noch genutzt wird, wie die Beobachtung der Luca-Schnittstelle zeigt.

PR-Offensive mit Lobbyagentur

In den nächsten Wochen müssen die Bundesländer entscheiden, ob sie die Verträge mit Luca verlängern. Die Betreiber gehen offenbar in die PR-Offensive. Ein Journalist berichtet von einem Interviewangebot, in der „Welt“ erscheint ein Gastkommentar von Luca-Chef Patrick Hennig, der recht unverhohlen das eigene Produkt bewirbt und gegen den Datenschutz wettert.

In Sachen PR arbeiten die Luca-Betreiber mit der weltweit agierenden Agentur Finsbury Glover Hering zusammen, die auf Krisen-PR und Public Affairs spezialisiert ist. Public Affairs ist die strategische, kommunikative Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse, auch Lobbyarbeit genannt.

Für die Lobbyagentur ist auch der frühere Staatssekretär im Gesundheitsministerium Lutz Stroppe tätig, der jüngst auf Twitter mehrere Artikel verbreitete, die sich positiv auf Luca bezogen. Die Betreiber der App bestätigen gegenüber netzpolitik.org, dass sie „bereits seit August 2021 externe Unterstützung durch die Kommunikationsberatung Finsbury Glover Hering“ bekommen.

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„Gold wert“

Ob der Bund, wie ursprünglich angekündigt, die Kosten für die App-Lizenz übernehmen wird, ist laut Bundesgesundheitsministerium nach wie vor offen. Im schlimmsten Fall könnten die Länder auf den Kosten sitzen bleiben. Bundesländer wie Brandenburg denken über einen Ausstieg aus Luca nach, andere Länder könnten wegen des geringen Nutzens nachziehen.

Was würde dann mit Luca passieren? Die Betreiber sinnieren schon seit geraumer Zeit über eine andere Zukunft. In einem Artikel auf Welt.de heißt es:

Womöglich hat Luca eine andere Zukunft. Ein Ende der Lizenzen muss nicht heißen, dass Millionen von Nutzern ab April eine überflüssige App auf ihren Geräten haben. Denn mit Millionen von Menschen direkt via Smartphone zu kommunizieren sei Gold wert, sagte CEO Hennig unlängst. Schon jetzt sei Luca die größte Kommunikationsplattform zwischen Ämtern und Bürgern.

Auch in einem Podcast mit der FAZ spricht Luca-Chef Patrick Hennig von Infrastruktur zwischen Bürger:innen und digitaler Verwaltung sowie von einem Rückkanal zu den Bürgern. Wie es mit der App weitergehe, werde man im Frühjahr sehen. Auf Nachfrage dazu sagen die Luca-Betreiber: „Konkrete Planungen zu weiteren Funktionen für die Kommunikation zwischen Bürger:innen und weiteren Behörden gibt es derzeit nicht.“

Erste Änderungen für einen Weiterbetrieb unter anderen Vorzeichen hat Luca allerdings schon eingeläutet. So können die an die App angeschlossenen mehr als 420.000 Orte seit Dezember auch Speisekarten im Angebot verlinken. Luca-Vertreter Hennig sagt, dass man damit Restaurants unterstützen und die Speisekarte „kontaktfreier“ gestalten wolle. Gegenüber netzpolitik.org sagt das Unternehmen, dass man hier auf die Wünsche der Betreiber:innen, also der Locations, eingegangen sei.

In einer Präsentation sprechen die Betreiber offen über mögliche Zukunftspläne. - Alle Rechte vorbehalten Auszug Präsentation Luca-App

Ticketsysteme und Großveranstaltungen

Schon in einer früheren Präsentation von Luca, die durch eine Informationsfreiheitsanfrage im April 2021 öffentlich wurde, wird im Teil „Ausblick/Vision“ davon gesprochen, dass Luca auch nach der Pandemie Nutzern, Betreibern und Gesundheitsämtern einen Mehrwert bringen könne.

Luca solle sich als offener Standard etablieren und könne mit anderen Bereichen und Business-Modellen verbunden werden. Unter anderem nennt die Präsentation Ticketsysteme und Großveranstaltungen als mögliche Features.

Derzeit ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Nutzung der App zur Kontaktverfolgung festgeschrieben. Dort steht aber auch, dass Luca die Nutzungsbedingungen jederzeit ändern kann.

Diese Punkte und die Klausel in dem öffentlich gewordenen Vertrag weisen darauf hin, dass die Luca-Betreiber ihr Modell öffnen könnten: weg von der staatlich verordneten Corona-App hin zu einer privaten Veranstaltungs- und Gastro-App oder einem ganz anderen Geschäftsmodell. Die Macher hätten den Vorteil, dass die App schon auf Millionen von Smartphones in Deutschland installiert ist. Ein klarer Wettbewerbsvorteil in einem Markt, auf dem andere viel Geld für eine vergleichbare Nutzer:innenzahl ausgeben müssen.

Luca schließt Nutzung für andere Zwecke nicht aus

Wir haben bei den Luca-Betreibern zweimal nachgefragt, ob sie ausschließen, dass die App in Zukunft auch für andere Zwecke als die Bekämpfung der Corona-Pandemie eingesetzt wird, etwa als Gastro- und Event-App. Luca antwortete zunächst auf alle Fragen mit einem gesammelten Statement, das sich nur in Teilen auf die Fragen bezog. Auch auf konkrete Rückfrage hin schloss das Unternehmen andere Zwecke nicht aus, sondern antwortete ausweichend, dass man die Gastronomie unterstütze und stets auf die Wünsche von Betreiber:innen reagiert habe.

Einfach umstellen auf ein anderes Geschäftsmodell können die Luca-Macher allerdings nicht. Bei einer anderen Verwendung der Daten der Nutzer:innen müssen diese laut der Datenschutzregeln der EU ihr Einverständnis zu neuen Einsatzzwecken und Geschäftsmodellen geben.

Für den Start-up-Kenner Rottmann ist klar: „Genau deshalb gehören solche Apps entweder streng aus dem privatwirtschaftlichen Raum heraus, oder es müssen transparente, offene und klare Verträge her, die unter anderem regeln, was ’nach der Pandemie‘ mit den angefallenen Daten passiert und auch mit der App selbst.“

Dennoch hätten die Nutzer:innen eine Wahl, sagt Rottmann: Sie könnten Luca einfach deinstallieren. Die Corona-Warn-App reiche vollkommen aus. „Wenn Millionen Menschen die App konsequent von ihren Smartphones verbannen, fehlen Luca einfach starke Argumente im Vertrieb eines neuen Geschäftsmodells.“

Im Frühjahr wird sich also zeigen, was aus Luca werden wird.

32 Ergänzungen

    1. Positiv ! Als Österreicher /Wiener bin ich regelmäßiger „Leser“ Ihrer hauptsächlich bundes- republikanischen Nachrichten. Ich bemerke, dass einige Ihrer Nachrichten auch über österreichische Tageszeitungen, z.B. STANDARD übermittelt werden. Ich nehme an, daß auch deutschsprachige Schweizer Bürger Ihre Nachrichten nützen.

      Vorschlag:
      deutschsprachige, multi-europäische Infos ja, lokale deutsche Bundesrepublik-Infos eher kürzer halten !

      Danke ! Günter Seitz, Wien 1140

  1. Den letzten Absatz, dass Nuzer die App einfach (ohne Nachteile) deinstallieren könnten, kann ich nur bestätigen. Ich konnte den Check-In mit dem Luca-QR-Code auch mit der Corona-Warn-App machen. Das hatte ich einfachmal so probiert, da ich die Luca-App nicht besitze und den Fresszettel nicht ausfüllen wollte. Hat einwandfrei geklappt. Das das geht war mir gar nicht bekannt…

    1. Werden sämtliche Nutzerdaten auf den Servern beim Deinstallieren der App gelöscht? So trivial ist das nämlich nicht mit dem Datenschutz: Einige Nutzer würden vielleicht lieber die Daten speichern lassen, statt sich später neu registrieren zu müssen. Einige Daten dürfen vielleicht gar nicht gelöscht werden, da sie für Kontaktverfolgung oder aus rechtlichen Gründen eine Weile gespeichert werden müssen.

      Bei den Zetteln war geregelt, dass die nach vier Wochen vernichtet werden müssen.

      Wenn es bei den Luca-Verträgen ähnliche Regeln gibt, dann erübrigt sich das Nachdenken über „Gechäftsmodelle“, die die Daten nutzen. Und wenn es solche Regeln nicht gibt, dann stellt sich die Frage, ob womöglich die Länder, die eine Nutzung von Luca erzwingen oder zumindest dringenst nahelegen – wie etwa Hamburg – oder auch nur empfehlen, haften müssen im Fall von Missbrauch.

      1. Weiterverwendung der serverseitigen Daten dürfte illegal sein. Vielleicht gibt’s neue AGB oder ein Vorteilsprogramm, oder einfach nur Werbung für das neue Ding. So viele Menschen mal eben gezielt anbaggern können, ist nicht jedem vergönnt…

    2. Dieser Ansatz ist ja Mega. Das habe ich bisher noch nicht gemacht. Super. Ich war von Beginn an eher Corona Warn App Fan und habe die Luca App solange wie möglich boykottiert aber irgendwann wars mir zu blöd ständig diese Zettel auszufüllen.
      Einige McDonalds Resturants haben das m.M. nach richtig gemacht, die haben jeweils einen CoronaApp Code einen LucaApp Code und einen eigenen Code an der Tür.

  2. Wie sieht denn eigentlich damit aus, seine Daten beim Betreiber löschen zu lassen? Hat das schon mal jemand auf offiziellem Wege versucht?

  3. „Der Staat macht solchen Apps kaum Einschränkungen“

    Schrieb sich doch am ersten Tage der CWA schon von selbst:
    – „Kein rechtlicher Regelungsbedarf.“
    – „Hausrecht des Unternehmens.“

    Wir schreiben Updates weiter:
    – „Teleshopping?“ – Jetzt Live!
    – „Messenger?“ – Whatsyourcontacts!
    – „Monero?“ – Sombrero!

    Das sind unsere (bisherigen) Profipillepallitiker, die nur noch den Markt „regeln“ können, sowie offenbar herausgefunden haben, wie man die Verfassung möglichst lange auf Abstand hält. Da wäre die Ampel auf Dunkelrot aber mal eine Perspektive!

  4. „Werden sämtliche Nutzerdaten auf den Servern beim Deinstallieren der App gelöscht?“ Gute Frage… Man muss leider davon ausgehen, dass das nicht passiert.

    Aber selbst wenn nicht: Das Deinstallieren der App hat keinerlei Nachteile. Diese Maßnahme kann jede(r) jederzeit völlig problemlos vornehmen. Das war die Aussage von Maik und im letzten Absatz des Artikels. Nicht mehr, nicht weniger.

  5. Die Corona-Warn-App (CWA) bringt mir aber nichts wenn ich mein Smartphone permanent ausgeschaltet habe und ich es nur einschalte wenn ich telefonieren muss (Notfall), sehr selten ein Foto mache oder eben die Luca-App benutzen muss (Training, Essen). Ist unter den Bedingungen die CWA gleichwertig?

    1. Die CWA unterstützt die Funktion der Lucäpp, scannt die Codes, prüft das Risiko, wenn wieder eingeschaltet wird.

      Nur im Notfall: Ein Smartphone hat im Notfall keine Batterie. Bitte Konzept überdenken. 2G rulez.

      1. Ein Smartphone hat gar keine Batterie sondern einen Akkumulator. Der ist meist fest verbaut, also auch im Notfall drin. Ob er dann das gerät mit Energie versorgen kann hängt davon ab, ob der benutzer diesen immer aufgeladen vorhält. Dann ist das ein sinnvolles Notfallkonzept.

        1. Was ist das? Löwenbabydeutsch? Nehmen Sie doch Batterie mal als Oberbegriff für einen Energiespeicher.

          Es gibt ja folgendes für die Lagerung:
          – Eingeschaltet.
          – Standby (mit eingelegter Batterie).
          – Ausgeschaltet, Batterie separat.

          Notfallszenarien:
          – Ganz schnell und einfach rufen können. (Hier ist schon die Touchbedienung ein Problem, vor allem wenn bei Verletzung oder Stress Einschränkungen vorliegen. Da ist ein Tastaturtelefon eher blind bedienbar.)
          – Überhaupt etwas dabei haben.
          – Eine Zwischending, will aber auch Internet können. (Hier geht fast nur ein Smartphone, schon Featurephones sind wahlweise Geschwindigkeitsmäßig oder Updatemäßig überfordert.)

          Smartphones kommen mal auf eine Woche, meins länger, 2G gibts bei 400-600 Stunden standby, just saying. Hält man es ausgeschaltet, geht’s Smartphone vielleicht auch sehr lang, variiert allerdings auch stark zwischen Geräten. Mit herausgenommenem Akku in einer evakuierten Metalldose mit Stickstofffüllung hält es sicherlich noch länger.

    2. Aber wenn das Gerät nur für gelegentliches telefonieren benutzt wird, bringt die LucaApp, wie auch alle anderen Apps, auch nix. Die funktioniert ja auch nur mit eingeschaltetem Gerät.
      Also unter den angegebenen Bedingungen taugt eigentlich gar keine App irgendetwas!

      M. M. nach war die Grundidee der CWA von Anfang an besser. Aber durch einen holperigen Start war das Image zu schlecht. Die Luca App war von Anfang bis heute technsich und entsprechend sicherheitstechnisch fragwürdig und nur weil Smudo n‘ cooler (wenngleich ein sehr guter) Musiker als PAte zur Verfügung steht, heißt dass noch lange nicht, dass die App was taugt. Leider haben sich die meisten Händler davon blenden lassen.

      Die CWA ist mittlerweile hingegen top! Sogar der Schnelltest zum Einkaufen läuft bei mir mittlerweile über die CWA. Alle Zertifikate usw. zusätzlich hast du die aktuellen Coronazahlen usw. Finde ich richtig gut. Wenn die tatsächlich jetzt auch noch die Luca Codes lesen kann ist Luca sofort raus! Weiterhin kenne ich keine einzige App auf der Welt, die so genau offen legt, was genau wann mit welchen Daten passiert, wie in der CWA. So geht transparenz!

      1. Den Alarm verpasst man bei ausgeschaltetem Smartphone sicherlich, angeschrieben wird man wohl nicht zwingend. (Die Stärke der digitalen Variante/n.)

        Einschalten, nur zum Einchecken geht sicherlich. Für solche „Notfälle“ ist es dann durchaus zu gebrauchen.

        Vielleicht kommt ja noch ein Gesetz, dass einen zum Einschalten und Onlinesein zwingt, wenn man eine Contacttracingapp nutzt…

    3. Ausnahmen bestätigen die Regel. Du bist die Ausnahme.

      Ach übrigens, standort von geräten suchen (iphones) funktioniert auch bei ausgeschaltenem iPhone, Zumindest bei den neueren iPhones.

      1. Im Sinn einer konstruktiven Diskussion würden sich, denke ich, viele hier in den Kommentaren freuen, wenn einige wenige verbal etwas abrüsten würden. ;-)

        Im 21. Jahrhundert ist ein Smartphone sicher eines der besseren Notfallkonzepte. Die angesprochenen Defizite (Bedienbarkeit nach Unfall; Problem bei leeren Akkus) werden von Vorteilen (solange ich Netz habe, kann ich überall jemand erreichen – als Sportler allein im Wald weiß ich das zu schätzen) deutlich ausgeglichen. Wo ich kein Netz mehr habe, hilft Rufen meist auch nicht weiter …

        Dass das iphone auch „ausgeschaltet“ zu orten ist, würde ich übrigens nicht als Vorteil ansehen …

        1. Die „Idee von Notfall“ hat sich doch offensichtlich gewandelt, ähnlich wie die „Idee von Demokratie“. Das Smartphone zuhausezulassen, wenn man sonst nichts hat, hat auch niemand gefordert, Empfang im Wald ist Antennensache und da geht über 2G was drüber, was war es noch gleich? Außer dem Funkmast um die Ecke…

          Seit ich ein Smartphone gefunden habe, dass nicht nur unmöglich ist, leider dafür aber auch nicht richtig funktioniert, bin ich auch zu faul, ein weiteres notfallfähiges Gerät mitzunehmen. Und denoch: ein Smartphone ist im Notfall nicht immer besser als ein Hammer!

  6. Wie konnte ich bloß die letzten zwei Jahre ohne diesen ganzen Spielkram wie CWA und Lucaapp auskommen? Hoffentlich wird das Ganze bald obsolet.

    Ich ahne aber schlimmes, wie dass man bald nicht mal mehr einen Kaffee trinken kann ohne mit so einer App zu zahlen und sich nach wie vor mit versteckten AGB-Regeln eine Kontaktnachverfolgung aufbaut. China lässt grüßen.

    1. Ich habe tatsächlich auch immer diese Zettel ausgefüllt und mich an einer immer anderen Stelle im Namen und in der Telefonnummer leider verschrieben. Im Fall der Fälle kann man mich aber trotzdem ordnungsgemäß kontaktieren, weil ich für diese Benachrichtigung eine eigene Email-Adresse angelegt habe, die ich nach Corona einfach wegwerfe.

      Zu unbequem? Naja, die neue Email-Adresse hat mich nur ca. 10 Sekunden gekostet. Im Restaurant, ja, muss ich Zettel ausfüllen. Aber dafür muss ich mir nun auch keine Gedanken um meine Daten bei Luca machen.

    1. Ja, „wir nicht“ stimmt doch auch!

      Das Konzept verhindert es leider halt nicht, dass andere es tun. Hätte man anders bauen können, die Gesetzgebung dazu anzupassen, wäre für Vernünftige ein Klacks gewesen.

  7. Bei den derzeitgen Zahlen und der Überforderung der Gesundheitsämter ist eine Nachverfolgung von Infizierten durch die Behörden völlig illusorisch – und ergo auch jegliches Datensammeln von Kunden in Form von Zetteln, Apps oder was auch immer sinnlos. Auf diesem Hintergrund scheint mir das wilde Datensammeln auch nicht mehr gesetzlich legitimiert zu sein. Überhaupt misstraue ich der staatlichen Überwachung durch eine APP, zumal,wenn nicht tarnsparent ist wer was mit den Daten wann anstellen darf bzw. kann. Ich habe mich nie über die LUCA APP registriert und auch die Zettel selten korrekt ausgefüllt. Da ich 3 mal geimpft bin, die Abstandsregeln einhalte, Kontakte reduziere und mich mehrmals in der Woche testen lasse und selbstverständlich im Falle eine Infektion in Quarantäne ginge, habe ich auch kein schlechtes Gewissen.

    1. Vielleicht folgt das Gesetz, bzw. deren Volksinterpretatoren der Logik, dass im Falle des Falles die Daten eben doch da sind, z.B. bei fahrlässiger Gefährdung oder Mord.

  8. Wenn ich lese das die Luka App 40 Millionen mal istaliert wurde, bei ca, 80 Mill, Einwohnern, in D bedeutet das eigentlich jeder zweite diese haben müßte. In meinem gesamten Umfeld kenne ich niemanden der die App instliert hat, woher kommen dann die Zahlen? Wenn es tatsächlich 40 Mill. sein sollten und jeder die App auch nur einmal die Woche benutzen würde wären das knapp 6 Mill. Datensätze die Woche. Glaubt denn wirklich jemand das diese Menge von den (sowieso schon überforderten) Gesundheitsämtern jemals verarbeitert werden könnten. Diese App ist genauso sinnlos wie die Corona Warnapp. Was nützt es zu wissen das (z.B. bei einem Einkaufsbummel an dem ca. 1000 Leute an mir vorbei gingen) jemand mit Corona mir begegnet ist ohne Angabe wo, wann und wer. Nach 3 Tagen wieder gelöscht. Den einzigen denen diese Apps nützen sind die Konten der Vertreiber.

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