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Wie sich die Debatte um Corona-Tracing ändern muss

In der neuen Folge unseres Podcasts sprechen vier Forscher:innen über die sozialen Folgen der neuen Apps für die Kontaktverfolgung. Warum sprechen wir über diese Werkzeuge schon so, als gäbe es keine Alternativen? Und welche Fragen sollten wir stattdessen stellen?

Langer Flur mit vielen Türen
Die App als Ausweg Nr. 1? Wer so denkt, sieht all die anderen gesellschaftlichen Fragen nicht mehr. Vereinfachte Pixabay Lizenz


Unter dem Titel „The Long Tail of Contact Tracing“ erschien Anfang April ein Beitrag im Netz, der sofort herausstach. Während in Deutschland gerade erbittert über die Frage diskutiert wurde, wie genau Apps zur Nachverfolgung von Infektionsketten die Daten der Betroffenen am besten schützen sollten, stellten die vier Verfasserinnen andere Fragen: Warum sprechen wir über diese Apps überhaupt so, als gebe es nur Null oder Eins, nur die Option Überwachung oder Isolation?

In dieser Folge sprechen Femke Snelting, Helen Pritchard, Miriyam Aouragh und Seda Gürses über die vergessenen Fragen in der Debatte: Wie könnte eine Zusammenleben in Zeiten von Covid-19 sonst noch aussehen? Was übersehen wir, wenn wir über die Pandemie vor allem als Technikproblem nachdenken? Und wessen Stimmen fehlen derzeit in der Diskussion?

Ganz in der Traditionen feministischer Konversationen ist auch diese nicht ungestört vom Leben drumherum: Chris‘ Kinder singen im Nebenzimmer ein Lied, Töpfe klappern in der Küche, wir sind müde. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, diese Soundkulisse nicht herauszuschneiden. Sie ist passend für eine Zeit, in der wir in dieser Debatte vor allem die Stimmen einiger privilegierter Menschen hören, während andere kaum Gelegenheit haben, ungestört zu denken oder zu sprechen.

Shownotes

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4 Ergänzungen
  1. Hallo Chris,

    schade, dass deine Audiolösung suboptimal in diesem Podcast war. Das war der Grund, weshalb ich, trotz interessantem Thema, dem Podcast nicht hören konnte.

    Grüße,
    momo.

    1. Hallo Momo. Das war tatsächlich nicht gut, wir arbeiten an einer besseren Lösung, um Gespräche mit Interviewpartner:innen aus der Ferne aufzuzeichnen.

  2. Die Ausstattung der Gesundheitsämter wäre auch ein guter Ansatz für einen Fokus.

    Haben die schon Kommunikationsmittel und Hard- und Software für solche Fälle, dass nicht nur aber auch ad-hoc Analysen und Koordination, aber eben auch Datenhaltung und Visualisierung bei Kontaktverfolgungen effektiver werden?

    Wie sieht es mit der Personaldecke aus? Z.B. wenn Aushilfskräfte irgendwie abgezogen werden? Was bedeutet weniger Personal, wenn man mehr Daten hat, z.B. aus einer „App“?

    Wenn wir alle App-Kontakte in Quarantäne schicken („ist ja ein Rechtsstaat“), ist das wirklich effektiver, als einfach nur die Wohneinheit oder den Häuserblock unter Quarantäne zu stellen?

    ***

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