Öffentlichkeit

So schult die New Yorker Polizei ihre Cops für Twitter

Lustig, erfolgreich und bürgernah sollen die Polizisten in New York twittern. Das geht aus Schulungsunterlagen und Social-Media-Richtlinien hervor, die öffentlich geworden sind. Die Dokumente sind durchaus übertragbar auf andere Polizeien.

Die Tweets der Polizei sollen auch lustig sein. (Symbolbild) Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Jametlene Reskp

Die New Yorker Polizei soll lustig auf Twitter sein, um Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen. Das und vieles mehr geht aus Schulungsunterlagen hervor, die Motherboard ausgewertet und veröffentlicht hat.

Die Dokumente geben einen Überblick, wie polizeiliche Twitteraccounts bei der New Yorker Polizei organisiert sind, welche juristischen Regelungen es gibt, welche Sicherheitsmaßnahmen gelten und wie die Polizist:innen twittern sollen.

Die Schulungsunterlagen und Guidelines erklären darüber hinaus das Medium Twitter kulturell und geben den Polizist:innen Tipps: „Sei lustig, denn die Erwartungen an Dich sind gering“ oder „Klinge nach einer Person, nicht nach einer Pressemitteilung!“ Die Polizei soll auf Twitter authentisch sein und mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt kommen.

Fotos von Polizisten mit Kindern sollen Vertrauen schaffen

In den veröffentlichten Materialien werden die Social-Media-Polizisten aufgefordert, sich einzumischen und mit anderen Nutzer:innen zu interagieren. Gleich mehrfach zeigen die Unterlagen Fotos von Polizisten mit Kindern als gute Kommunikationsbeispiele und betonen, dass die Polizei auch ihre Erfolge twittern sollte.

Witzig sein und keine Pressemitteilung. Wichtig dabei: Emojis. Alle Rechte vorbehalten Screenshot Schulungsunterlagen

Die Schulung gibt noch andere Leitlinien vor:

  • keine Politik
  • Don’t feed the trolls.
  • Kontext ist alles.
  • Bleib in deiner Spur!
  • Schau deine Fotos genau an
  • Würde ich das auch in einer Stadtratsitzung sagen?

Die Unterlagen mit dem Namen „Twitter-Fails“ geben Tipps, was man nicht machen sollte. Darunter sind gute Anregungen, um die Seriösität des polizeilichen Twitterns zu wahren. So wird vor schwarzem Humor gewarnt, zum Vieraugen-Prinzip ermuntert und zur Kontextualisierung geraten. Denke immer zweimal nach, bevor du einen Tweet abschickst. Eine weitere wichtige Regel lautet: „Halte deinen privaten und deinen dienstlichen Account auseinander.“ Hier könnte man bei der Polizei Aachen noch etwas lernen.

Deutsche Polizeien twittern ähnlich

Vergleicht man die Kommunikationsstrategie der New Yorker Polizei mit den Tweets deutscher Polizeien, so fallen sehr viele Ähnlichkeiten auf. Auch deutsche Polizeien versuchen mit lustigen Tweets, Ironie und Tierbildern auf Twitter zu punkten. Der Themenmix und die Ausrichtung sind sehr ähnlich.

Die meisten Handlungsempfehlungen aus den amerikanischen Schulungsunterlagen könnten so auch in den Twitter-Anleitungen der Polizeien hierzulande stehen. Genaue Regeln scheint es da bisher nicht überall zu geben. Die Berliner Polizei etwa hat ihren Angaben zu Folge keine besonderen Social-Media-Dienstanweisungen. Dabei gäbe es einiges zu klären. Ob sie Ironie verwenden, pampig antworten oder Leute blockieren darf zum Beispiel.

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