Demokratie

Freitag: Vierte „Das ist Netzpolitik“-Konferenz in Berlin diskutiert die Netz-Themen der Gegenwart und Zukunft

Am Freitag, dem 1. September 2017 findet im Kosmos-Kino in Berlin die vierte „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz statt. Die von netzpolitik.org ausgerichtete Konferenz wird die Entwicklung der Netzpolitik hier und weltweit diskutieren. Zentral ist dabei immer der zivilgesellschaftliche Blick auf die grundlegenden Digitalisierungsdebatten der Gegenwart und Zukunft.

CC-BY 4.0 Melanie Twele

Selbstverständlich haben wir auf der „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz auch den Wahlkampf und die Bundestagswahl im Blick, inhaltlich sowohl als Rückblick auf die Netzpolitik der Großen Koalition, als Vorausschau auf die Debatten der nächsten Legislaturperiode sowie als Übersicht zu den aktuellen Trendthemen Fake News, Microtargeting und Social Bots.

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Das breite Konferenz-Programm behandelt beispielsweise grundlegende Fragen im Bereich Internet der Dinge und Smart Everything: Themen wie Produkthaftung und -sicherheit zwischen Innovation, Hackerkultur und Verbraucherschutz stellen einen Schwerpunkt dar und werden mit Staatssekretär Gerd Billen (Justiz- und Verbraucherschutzministerium) debattiert. Ein weiterer Schwerpunkt sind die gesellschaftlichen Herausforderungen im Bereich künstlicher Intelligenz: Verschiedene Vorträge beleuchten technische und soziologische Grundlagen, Problem- und Anwendungsbereiche sowie politischen Handlungsbedarf infolge von ethischen und anderen Problemen. Doch auch die Medienpolitik hat ihren Platz im Programm: Leonhard Dobusch, Vertreter des „Internets“ im ZDF-Fernsehrat, wird über seine Erfahrungen in dem Gremium berichten und gleichzeitig Ideen präsentieren, wie der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk fit fürs digitale Zeitalter gemacht werden kann.

Ein Überblick über alle aktuellen relevanten Debatten

Desweiteren gibt die Konferenz eine Übersicht über aktuelle und anstehende Gesetzgebungsprozesse: Die geplante Neuordnung des Telekommunikationssektors auf EU-Ebene wird ebenso beleuchtet wie der aktuelle Stand der Debatte um die Netzneutralität, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Mögliche Gefahren für digitale Grundrechte durch die EU-Urheberrechtsreform werden insbesondere mit Blick auf das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger und mögliche Uploadfilter erörtert. Darüber hinaus gibt es ein Update zum Fortgang der ePrivacy-Reform der Europäischen Union, der nächsten großen Lobby-Schlacht in Brüssel, aber auch eine öffentliche Debatte, wie Zivilgesellschaft besser Einfluss auf EU-Politik nehmen kann.

Das Thema Aktivismus wird wie immer auf den Netzpolitik-Konferenzen eine Rolle spielen: Claudio Guarnieri von Amnesty International wird über Risiken zivilgesellschaftlichen Engagements aufklären, Gina Schad von der Uni Siegen wird den Wandel von Widerstandsformen gegen Eingriffe in die Privatsphäre in den Blick nehmen und Andre Meister von netzpolitik.org blickt auf vier Jahre Snowden-Enthüllungen zurück und was politisch daraus geworden ist. Weitere Vorträge behandeln Themen wie digitale Bildung, digitale Kultur und digitales Erbe oder neueste Entwicklungen in Bereichen wie Blockchain und p2p-Technologien.

Tickets für alle

Tickets gibt es im Vorverkauf und vor Ort zum Preis von 20 Euro. Für Ermäßigungsberechtigte beträgt der Eintrittspreis nur 10 Euro. Dazu gibt es auch die Möglichkeit durch Erwerb eines Tickets für 50, 250 oder 500 Euro die Arbeit von netzpolitik.org zusätzlich zu unterstützen. Wer kostenfrei rein möchte und uns bei der Durchführung helfen will: Wir suchen noch Menschen, die sich Vorträge anschauen wollen und dabei auch eine Kamera bewegen können. Gewünschte Kernqualifikation ist dabei, die Sprecher/innen im Kamerafeld halten zu können. Bei Interesse bitte eine mail an konferenz et netzpolitik org schicken.

Die vierte „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz wird vom Chaos Computer Club, Wikimedia Deutschland, Mozilla und der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt und finanziell gefördert.

Abends gibts die Tanztrojaner-Party: Wir feiern unseren 13. Geburtstag!

Abends feiert netzpolitik.org den verflixten 13. Geburtstag mit der Tanztrojaner-Party: Dort gibt es einen Vortrag von Jillian York, Direktorin für Meinungsfreiheit bei der Electronic Frontier Foundation, über die politische Geschichte von Hashtags, eine Lesung der interessantesten Kommentare und Leserbriefe für netzpolitik.org, einem Netzpolitik-Quiz und anschließend viel Musik auf drei Floors im Mensch Meier in Berlin. Konferenzbesucher haben freien Eintritt, bis 24 Uhr kostet der Eintritt fünf Euro, danach 8-10 Euro.

featuring:
· RSS Disco [Hamburg] · DJ AROMA* Ritter Butzke, aromamusic [Berlin] · Chroma stilvortalent_menschmeier [Berlin] · Stil & Bense [Osnabrück] · Das Kraftfuttermischwerk kfmw.de [Potsdam] · tasmo [Berlin] · kass3te [Hamburg] · Markus netzpolitik.org-DJ*ane-Team [Berlin] · Trummerschlunk Audiolith [Berlin] · Kiki [Brussels] · krachkind [Berlin] ·Totora netzpolitik.org-DJ*ane-Team [Berlin] ·

Datum: Freitag, 1. September 2017 – Beginn 10.00 Uhr
Konferenz-Ort: Kosmos-Kino Berlin
Party-Ort: Mensch Meier, Storkower Straße 121, Berlin – Beginn 20.00 Uhr

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3 Kommentare
  1. In Bezug auf die BT-Wahl wäre dies hier noch wichtig und ich plädiere deshalb, sich für eine #Wahlverschiebung zu engagieren:

    Die Militarisierung des Internets

    (german-foreign-policy) – Berliner Regierungsberater warnen deutsche Repressionsbehörden eindringlich vor der Durchführung von Cyberattacken via Internet. Da Hacker, die mit solchen Angriffen getroffen werden sollten, oftmals fremde Computernetzwerke für ihre Aktionen nutzten, bestehe die Gefahr, die „Infrastruktur unbeteiligter Drittparteien“ wie etwa Krankenhäuser gravierend zu schädigen, schreibt die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in einem aktuellen Arbeitspapier. Ein sogenannter Hack Back sei daher vergleichbar mit der „Bombardierung von zivilen Wohngebäuden, in denen sich auch militärische Kombattanten befinden“. Zudem könne eine Cyberattacke schnell eine „politische Eskalation“ heraufbeschwören, die unter Umständen den Einsatz „physischer Waffen“ nach sich ziehe, erklärt die SWP. Auch rät die Stiftung davon ab, einer weiteren „Militarisierung des Internets“ Vorschub zu leisten, da hiervon eine „zweifelhafte außenpolitische Signalwirkung“ ausgehe. Dessen ungeachtet fordern deutsche Regierungsvertreter ebenso wie führende Militärs und Geheimdienstmitarbeiter immer wieder die Fähigkeit zu offensiven „Netzwerkoperationen“ und proklamieren ein „Recht auf Gegenangriffe“ im virtuellen Raum.
    mehr unter: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59661

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