Im Januar 2017 hatte Facebook vorgestellt, wie in Zukunft Falschmeldungen markiert werden sollen. Der Plan war, dass Faktenprüfer von Nutzern gemeldete Artikel prüfen sollten. Unseriöse Artikel sollten dann als umstritten („disputed“) gekennzeichnet und eine Begründung geliefert werden, warum der Artikel markiert ist. Offenbar ist dieser Plan nicht aufgegangen, wie im Mai der Guardian berichtete – und sich jetzt durch eine Änderung der Strategie bewahrheitet.
Die Einblendung der Fake-Warnung führte nämlich dazu, dass Nutzer sie zum Anlass nahmen, andere Menschen genau auf diese Artikel zu mobilisieren – nach dem Motto „Seht her, Facebook will diese Meldung unterdrücken“. So entstand der gegenteilige Effekt und die unseriöse Nachricht wurde prominenter. Vermutlich setzte Facebook diese Art der Fake-News-Bekämpfung deswegen zuletzt nicht mehr ein.
In Deutschland stand das Unternehmen außerdem vor dem Problem, keinen weiteren Faktenprüfer außer Correctiv zu finden, womit das angekündigte Konzept der doppelten Prüfung nicht angewendet werden konnte.
Weniger aufdringliches Vorgehen
Nun versucht es Facebook auf eine andere Weise und kündigt „neue Tests gegen Falschmeldungen“ an: Im Umfeld von unseriösen Meldungen sollen „Related Articles“ (verwandte Artikel) gezeigt werden. Genau genommen handelt es sich dabei in Deutschland aber auch um eine Richtigstellung der Faktenprüfer von Correctiv. Sie wird bei der Falschmeldung unter dem Button „Mehr zum Thema“ angezeigt.
Die so vorgeschlagenen Richtigstellungen sollen die unseriöse Meldung entkräften oder in einen anderen Kontext stellen. Damit wird das Feature deutlich weniger aufdringlich sein, als das im Januar angekündigte und hier nie realisierte Konzept. Related Articles selbst existieren als Funktion bei Facebook schon seit 2013.
Der Test soll laut Facebook in Deutschland, in Frankreich, in den Niederlanden und in den USA verfügbar sein. Eine Richtigstellung in freier Wildbahn konnten wir bislang noch nicht entdecken und freuen uns deswegen über Zusendungen.
