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Netzneutralität: „Vodafone Pass“ ist genau das, wovor wir immer gewarnt haben

Ab nächsten Monat zieht der Mobilfunkbetreiber Vodafone mit der Telekom Deutschland gleich und wirft ebenfalls ein Zero-Rating-Angebot auf den Markt. Dabei teilt Vodafone das Internet in mehrere Kategorien ein und verletzt so die Netzneutralität.

Daumen rauf, Daumen runter: Künftig will Vodafone darüber entscheiden, welcher Dienst besser behandelt wird. CC-BY 2.0 Juhan Sonin

Ab Ende Oktober will Vodafone die Option „Vodafone Pass“ anbieten. Dabei teilt der Netzbetreiber das Internet in Kategorien wie Musik, Chat, soziale Netzwerke oder Video ein und nimmt den Zugriff auf darin enthaltene Partnerdienste vom monatlichen Datenvolumen aus. Diese Verletzung der Netzneutralität ist genau das, wovor wir immer gewarnt haben.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Anstatt generell das Datenvolumen anzuheben, um dadurch attraktiver für alle Nutzer zu werden, zerlegt der Netzbetreiber das Internet in Klassen und entscheidet damit über Gewinner und Verlierer bei den Diensteanbietern. Denn ähnlich wie beim Zero-Rating-Angebot der Telekom Deutschland „StreamOn“ nimmt nicht automatisch jeder Anbieter eines sozialen Netzwerks Teil am Angebot: Zunächst muss eine Stillhaltevereinbarung (NDA) unterzeichnet, dann „technische Informationen“ übermittelt und gegebenenfalls der eigene Dienst angepasst werden.

Netzbetreiber als Gatekeeper

Was aber genau im Hintergrund passiert, nach welchen Kriterien Vodafone seine Partner auswählt oder ablehnt, bleibt im Dunkeln. Zumindest im Fall von Video spricht Vodafone auf seiner internationalen Webseite von einer „Optimierung“, die durchgeführt werden muss. In Deutschland behält man sich vor, Videoinhalte künftig auf 480p zu komprimieren. Rechtlich würde sich Vodafone damit in eine Grauzone bewegen, denn eigentlich verbietet die EU-Verordnung zur Netzneutralität nicht angemessenes Verkehrsmanagement.

Doch selbst wenn der Netzbetreiber einschlägige Dienste automatisch erkennen und in die passenden Kategorien einteilen würde, ändert das nichts daran, dass dabei bestimmte Angebote bevorteilt und andere benachteiligt werden: Der „kostenlose“ Zugriff ist jeweils nur auf eine der Kategorien möglich, für andere müssen Nutzer fünf Euro im Monat bezahlen (ein Video-Pass kostet grundsätzlich immer zehn Euro monatlich). Derzeit sind folgende Dienste in den Pässen vorgesehen:

  • Chat-Pass: Facebook Messenger, Telegram, Threema, Viber, Vodafone Message+, WhatsApp
  • Social-Pass: Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter
  • Music-Pass: Amazon Music Unlimited/Prime Music, Deezer, I Love Radio, Napster, Soundcloud, Tidal
  • Video-Pass: Amazon Prime Video, Netflix, Sky Go, Sky Ticket, Vevo, Vodafone GigaTV

Diese zwangsläufig immer unvollständige Liste an Partnerdiensten spielt nicht nur einzelne Angebote innerhalb der Kategorien gegeneinander aus, sondern benachteiligt ganze Diensteklassen gegenüber anderen. Warum sollte der Zugriff etwa auf einen Messenger mehr wert sein als der auf ein soziales Netzwerk? Warum drängt Vodafone seine Nutzer dazu, lieber einen Vertrag mit Amazon Music als mit Apple Music abzuschließen, um Musik streamen zu können? Was passiert mit einem spannenden Internetradio aus Chile, das die Details des deutschen Mobilfunkmarkts nicht auf dem Schirm hat und so benachteiligt wird? Was ist mit all den Diensten, die nicht in eine der Kategorien passen und so gänzlich unter den Tisch fallen?

Zwar betonte ein Vodafone-Sprecher gegenüber netzpolitik.org, dass sich das Unternehmen an die „gesetzlichen Vorgaben“ halte. „Wir werden immer nur Dienste anbieten, die unseren Kunden helfen und dabei niemanden benachteiligen.“ Aber allein die Unterteilung von Diensten in willkürlich gewählte Kategorien zeigt, dass die Gleichbehandlung von Angeboten keine Rolle spielt.

Bundesnetzagentur in der Pflicht

Anlasten muss man das zum Teil der Bundesnetzagentur, die die Prüfung des fragwürdigen StreamOn-Angebots verschleppt und so die Tür geöffnet hat für andere Betreiber, die konkurrenzfähig bleiben müssen. Daher sei es kaum überraschend, sagte uns Thomas Lohninger von epicenter.works, dass nun genau das eingetreten sei:

Das System StreamOn breitet sich aus. Jeder Streaminganbieter muss sich jetzt bei zwei, bald bei hunderten Zero-Rating Programmen in ganz Europa anmelden und dazu Verträge mit hohen Strafdrohungen abschließen. StreamOn ist kein Modell für die Zukunft des Internets. Besser für alle wäre es, den Kunden einfach mehr Datenvolumen zu geben. In fast jedem Land in Europa bekäme man für 34,99 Euro monatlich mindestens 15GB.

Die Verbraucherschützerin Susanne Blohm vom vzbv, die schon das StreamOn-Produkt der Telekom für unvereinbar mit den gesetzlichen Vorgaben hält, sieht das neue Angebot von Vodafone ähnlich kritisch:

Klar ist, dass das Angebot von Vodafone weder die Wahlfreiheit von Verbrauchern bei Streamingdiensten einschränken darf, noch darf es bestimmte Streamingdienste bevorzugen. Grundsätzlich wären Tarife wünschenswert, die von vornherein ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen und eben nicht über bestimmte Zusatzoptionen Dienste bevorzugen.

Zero Rating spaltet das Internet

Solche Angebote fragmentieren und bedrohen das Internet, wie wir es kennen. Schließlich ist es eines der Grundprinzipien des Internets, dass alle Datenpakete gleich behandelt werden und so leicht neue, innovative Dienste entstehen können – ohne, dass ein „Gatekeeper“ wie Vodafone oder die Telekom Deutschland darüber entscheidet, was bei den Nutzern ankommt und was nicht.

Setzen sich solche Angebote durch, untergraben sie zudem den viel beschworenen digitalen Binnenmarkt, an dem die EU schon seit Jahren arbeitet. Denn nicht alle Diensteanbieter haben die Ressourcen, ihre Angebote auf europaweit dutzende, weltweit tausende Netzbetreiber anzupassen. Selbst das Video-Schwergewicht Vimeo hat unlängst in einer Stellungnahme an die Bundesnetzagentur einfach nachvollziehbar deutlich gemacht, warum sie nicht am StreamOn-Angebot der Telekom teilnehmen kann. Die Gewinner eines solchen Internets sind Netzbetreiber und große Anbieter mit genug Kapazitäten, um ihre Angebote maßzuschneidern, die Verlierer sind Nutzer, die nur einen Ausschnitt des Internets sorgenfrei zu Gesicht bekommen – und auf mittlere und lange Sicht das Internet selbst, wenn es aufhört, eine gleichberechtigte Spielwiese für alle zu sein.

Update, 18:05: Sämtliche Details zu dem Angebot versteckt Vodafone hinter einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA). Wir freuen uns über Zusendungen, die uns sowohl das NDA, die technischen Voraussetzungen sowie das „Service Provider Onboarding Agreement“ mit den AGB zukommen lassen. Danke.

35 Kommentare
    1. Ja, ich glaube auch nicht, dass Vodafone damit durchkommen würde. Interessanterweise haben sie mittlerweile fast alle FAQs entfernt, darunter auch diesen Eintrag.

    2. macht whatsapp mit jedem bild was man verschickt doch auch. daten werden von je her von verschiedenensten programmen und diensten komprimiert versendet, dadurch entsteht selbstverständlich immer ein Datenverlust, da dann aber anzudeuten sowas läuft auf „zensur“ hinaus ist schon bisschen weit hergegriffen und irgendwie auch etwas lächerlich

      1. Bei WhatsApp etc entscheidet man sich bewusst dafür. Außerdem werden die Dateien auf dem Endgerät verkleinert. Wenn aber niemand mehr eine Wahl hat dann ist es Zensur.

  1. Diese Bande kriegt mal wieder den Hals nicht voll. Das ist ganz einfach. Die Kunden entscheiden. Auch Festnetztelefon/IP-Telefon am Router braucht kein Mensch wirklich. Ein Handy mit Prepaidkarte genügt. Handy, nicht Smartphone. Sowohl Vodafone als auch Telecom sind Wiederholungstäter. Ist schon klar, dass sie glauben, dass ….

    Nicht nur bei Telefonie, auch bei den Stromkosten und anderen Waren und Dienstleistungen hat sich ein gigantischer Selbstbedienungsladen über Subventionen und den Versuch die Preise höher zu drücken entwickelt. Das ist ja die Konsequenz aus dem Geschwafel über die ach so gute Inflation, die viel zu gering wäre. Genau deshalb gab es jetzt mit den Wahlen einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten des Kartelles der Subventionswirtschaftler. Deren Geschäftsmodell ist Steuergelder und Sozialabgaben veruntreuen, Löhne der abhängig Beschäftigten und Sozialleistungen kürzen. Das sind idealtypische Sozis.

    1. ihre meinung zu sozis und den kundenbedürfnissen nach bestimmten tk-produkten finde ich originell. sie formulieren das fast so, als versteckten sich da noch irgendwo schlüssige argumente.

      so sehr ich ihre entrüstung zum verhalten der unternehmen teile, kann ich diese argumentation jedoch nicht finden.

      .~.

      1. @tilde
        Dem läßt sich sehr einfach folgen. „Deren Geschäftsmodell ist Steuergelder und Sozialabgaben veruntreuen, Löhne der abhängig Beschäftigten und Sozialleistungen kürzen. Das ist beim Namen genannt Agenda 2010, Niedrigstlöhne, Rentenkürzung und alle sollen für ihr Alter privat zusätzlich „vorsorgen“, weil Banken ja so richtig „vertrauenswürdig“ sind. Versprach zumindest die damals regierende Koaliation Rot-Grün. Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen…., oder habe ich etwas falsch verstanden? Genau deshalb habe ich seitdem nie wieder darüber nachgedacht, ob ich diese Leute jemals wieder wählen würde.

    2. Ich greife den Festnetzaspekt mal auf und schlage vor, überschüssige Bandbreite für den Freifunk zur Verfügung zu stellen, sofern das Damoklesschwert der Störerhaftung nicht über einen schwebt. Mittelfristig wäre Freifunk möglicherweise eine kostenlose Alternative in Innenstädten wenn der Breitbandausbau wie angekündigt kommt.

    3. Nur weil sie persönlich es vielleicht bei einem Handy mit Prepaid belassen und damit zufrieden sind können sie nicht einfach behaupten das dies für jeden ausreicht. Jeder hat eigene Vorstellungen was er braucht und möchte. Mal angesehen von Überlebensnotwendigkeiten ist alles andere freie Wahl, deshalb aber nicht gleich überflüssig.

      Zum Thema Netzneutralität habe ich eine eher gespaltene Meinung. Allgemein habe ich kein Problem damit das solche Angebote wie das der Telekom angeboten werden sofern sie FREIWILLIG und nicht als einzige Alternative bleiben. Heißt neben solchen Angeboten sollten die Anbieter in der Pflicht stehen auch parallel immer „normale“ Verträge mit Datenvolumen für alles anzubieten. Dann hat jeder die freie Wahl. Das ist ja theoretisch bei der Telekom auch der Fall, man kann die StreamOn Funktion abwählen. Da man dann aber nichts dafür bekommt ist das „dumm“ vom wirtschaftlichen Standpunkt aus. (Natürlich nicht vom Standpunkt der erwünschten Netzneutralität). Vllt wäre ein System wie entweder StreamOn Music oder 1GB mehr Datenvolumen bzw. entweder StreamOn Video oder 2-3 GB mehr Datenvolumen eine Option für die Zukunft. Das fände ich optimal.

  2. Dann wird es sich demnächst ja richtig lohnen nen VPN Tunnel nach Hause aufzubauen. Dann geh ich denen wenigstens doppelt auf die Server. Zusätzlich noch ein PiHole am Router und die Werbubg wird gleich mitgeblockt …. Bevor ich mein 2160p Video auf mein Handy streame.
    Leider nehmen das wahrscheinlich viel zu viele Leute einfach hin. Darauf muss auf jeden Fall aufmerksam gemacht werden.

    1. Ich denke, man sollte nicht nur hierbei nicht vergessen, dass das gros der NutzerInnen weder über technische Expertise, noch über Zeit, oder Lust, oder Möglichkeit dazu verfügt entsprechenden Regelungen und Entwicklungen auszuweichen.

      Unabhängig von diesem Gedanken glaube ich nicht, dass eine Argumentation der Festlegung der Neutralität des technischen Basis-Mediums derzeit wirksam außerhalb einer ökonomischen Begründung, analog den Vereinbarungen innerhalb des EU-Wirtschaftsraum, alt. WTO-Vereinbarungen, also Marktzugangsregelungen, durchsetzbar wäre.

      Das Internet wird von Politik, Ökonomie und NutzerInnen im Ganzen als ökonomisch-politischer Marktraum verstanden. Nicht als das idealtypische offene und freie Kommunikationsmedium, das es sehr vielleicht hätte sein können, wäre diese Welt eine andere.

    2. @Gilga
      Das kann nicht verkehrt sein. PiHole hielte ich für zu Hause fast für übertrieben, das machen genauso leicht im Browser installierbare Teile wie uBlock und noscript auch.

  3. Als Verbraucher sollte man schlichtweg Tarife der genannten Anbieter ignorieren und welche suchen die es besser machen. Also zeigen dass keine Nachfrage nach diesen Tarifen besteht und die Konkurrenz stärken. Monopole wie Telecom, DeutscheBahn etc… sind in unserem Land politisch erwünscht. Diesbezgl. sollte man sich nichts vormachen, ein Regulieren vom Gestzesgeber wird wohl kaum zu erwarten sein. Erstmal heisst es unsere Autoindustrie wieder sauber wischen.

  4. Im T-Shirt posieren und Daumen runterhalten, das bewirkt was?

    Wenn der Kunde das Produkt von Vodafone annimmt, dann war es eine richtige Enscheidung von Vodafone. Das Mobilfunknetz ist eine knappe Resource, trotzdem wollen die Provider den Kunden so viel wie möglich anbieten.
    So lange sich keine echte Daten Flatrate für die Provider rechnen, sind solche Angebote doch legitim.

    1. Natürlich ist so ein „Angebot“ legitim. Aber ich würde sowas nicht kaufen. Und falls mein Provider den laufenden Vertrag darauf umstellen will, einfach kündigen. Internet braucht niemand wirklich. Da ist der Haken. Auch bei anderen Angeboten, Versicherungen, zum Beispiel.

      1. Aber es geht doch gerade darum dass es das nicht ist. Alle Pakete müssen gleich behandelt werden. Ansonsten haben bald eine Paywall vor zum Beispiel dieser Website hier.
        Alternativ kannst du natürlich bei deinem ISP den „News&Presse Pass“ kaufen und Netzpolitik muss dann bei denen anfragen ob sie mit in dem Angebot aufgenommen werden wollen.

  5. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt für den mobilen Datenverbrauch deutlich nach oben. Darin wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern, gerade wegen Videoinhalten und deren verbesserten Qualität. Wenn man in Asien unterwegs ist, sieht man viele Menschen in Bahn und Bus die Videos schauen, Streams angucken und Videospiele spielen. Ich kann verstehen, dass Provider auf der ganzen Welt diese Entwicklung mit hohen Kosten für sie selbst verbinden und Video-Inhalte qualitativ begrenzen möchten. Der Fokus auf einige wenige große Anbieter von Inhalten geht aber zulasten von kleineren und neuartigen Inhalten. Daher Netzneutralität sichern!

    1. @kali theoretisch sind solche ideen ja immer schön, was sowas aber bedeutet wenn man das auf die masse skaliert machen sich leider auch zu wenige der internet weltverbesserer gedanken zu. letztlich ist es so das speziell werbung den großteil des unterhaltungssektors und etliche weitere sektoren finanziert. und die werbenden unternehmen können ja sehr genau verfolgen welche werbung geblockt wird etc. d.h. letztlich ist es so, dass man den leuten dessen produkt man kostenlos nutz ihr gehalt für ihre arbeit verweigert. das ist in meinen augen nicht nur grenzwertig asozial, sondern fördert noch mehr das verschwinden von netzneutralität als solche kostenlosen goodies die vodafone seinen kunden anbietet. denn am beispiel youtube sieht man doch sehr gut das immer mehr channels auf produktplatzierungen etc setzen um wegbleibende einnahmen durch die eingeblendete werbung zu kompensieren. hier hat der im artikel beschriebene chilenische internet radio sender natürlich noch weniger chancen sein produkt großflächig zu vermarkten, da er sich an millionen channelbetreiber wenden müsste um dort einen platz im video zu finden statt sich an youtube zu wenden. gleichzeitig wird der einstieg in einen vollzeit youtube channel erschwärt, denn als unbekannter betreiber kann man seinen channel zwar über youtube monetarisieren und ab dem ersten click geld verdienen, aber eben nicht einen sponsoren vertrag mit cosmetic-, sportartikel-, elektronichersteller usw abschließen und so geld verdienen. das heißt das hier auf doppelter seite die freiheit und neutralität des inhaltes durch reduzierung von werbung eingeschränkt wird.
      aber allein der begriff der neutralität ist schon utopisch genug, das man schon fast von doppelmoral sprechen muss wenn man eine neutralität fordert, denn niemand ist wirklich neutral. jeder mensch hat seine vorlieben, teilweise aus objektiv nachvollziehbaren gründen aber in der regel aus sehr subjektiven beweggründen. sowas schließt eine wahre neutralität automatisch immer aus.

      @chekaho nein natürlich nicht. verträge sind dafür da das sie eingehalten werden, der von ihnen unterzeichnete vertrag wird sich durch ein neues produkt auch nicht verändern, genauso wenig wie er sich früher geändert hat wenn vodafone o.ä. neue produkte ins sortiment mit aufgenommen haben.

      @peter richtig ist das besonders in deutschland(wie in kaum einem anderen EU land) enorme summen in den netzausbau gesteckt werden, leider ist den meisten nutzern das selten bewusst das das was sie nutzen eben nicht von asiatischen kindern für 4 cent die stunde zur verfügung gestellt werden kann. aber das problem seh ich nicht nur im mobilfunksektor so, da ich selbst im einzelhandel arbeite seh ich immer wieder kunden die durch discounter etc kein verhältnis mehr zu rationalen und fairen preisen haben. grundsätzlich finde ich den preisvergleich zum europäischen ausland daher äußerst kritisch, denn damit wird letztlich eine solche kundenhaltung nur gestärkt. auch hier ein kleines beispiel frankreich hat knapp ein 6tel der einwohner geballt in paris und den pariser vorstädten während in deutschland gerade mal ein 8tel auf die top 10 städte verteilt ist. durch solche verteilungen ist der ausbau eines netzes für den großteil der bevölkerung mit wesentlich geringeren kosten verbunden und dementsprechend kann man das produkt günstiger anbieten. aber auch bei vodafone haben sich die tarife stark verbessert was das datenvolumen betrifft. vor 2 jahren hat man noch für 34,99€ 500 mb mit max. 21,6 mbit/s erhalten aktuell liegt man bei 2 GB mit max 500 mbit/s und dem gigadepot womit datenvolumen in nächsten monat übernommen wird, der kostenlose vodafone pass macht das datenvolumen sogar noch besser nutzbar. dies geschieht meiner meinung nach im übrigen zum vorteil kleinerer und neuartiger inhalte und nicht wie sie meinen zu lasten dieser. denn letztlich muss man ganz klar sagen unabhängig von der existenz von kleinen und neuartigen inhalten sind die etablierten inhalte wie im music streaming bereich amazon prime music, spotify, napster, deezer etc immernoch die inhalte bei denen der großteil des datenvolumens verbraucht wird. der deezer kunde der sonst 70 % seines datenvolumen hierfür verbraucht hat hat nun effektiv auch die möglichkeit diese 70% freigewordenes datenvolumen für andere zwecke zu verwenden wie zum beispiel diese neuartigen inhalte die vorher ungenutz geblieben wesen wären, weil die kunden ihr ihnen bekanntes produkt bevorzugt hätten. vodafone oder aber auch die telekom mit dem stream on angebot schränken mit ihren angeboten in keiner weise die nutzung von „nicht partnerapps“ aus sondern ermöglichen den kunden letzlich lediglich, dass sie für eben solche apps/inhalte mehr datenvolumen zu verfügung haben. die entscheidung nutz ich nun lieber z.b. youtube oder netflix auf dem handy oder eben netflix oder den chilenischen stream auf einer „unbekannte“ plattform war auch im vorfeld vorhanden und musste vom kunden getroffen werden. das hier im durchschnitt der kleine dem größeren weichen musste ist wohl jedem klar. durch das neue model ist es nun aus kunden sicht mit stream on video oder vodafone video pass möglich beides zu nutzen, davon profitiert in meinen augen im großen und ganzen sogar der kleinere mehr als der große der sowieso genutz worden wäre.

  6. Ich finde das super. Mal fiktiv bissle rechnen…

    Tarif A: 500 MB Internet: 3,99 €
    Tarif B: 2 GB Internet: 9,99 €
    Jeder Pass dann noch mal 1,99 €

    Wenn ich jetzt statt dem Tarif B den Tarif A nehmen kann plus ein Pass zahl ich also weniger im Monat oder? Shut up and take my money!

    Greetz,
    GHad

    PS: Alles außer den eigenen Koten interessiert doch da draußen eh kein Schwein…

  7. „Denn nicht alle Diensteanbieter haben die Ressourcen, ihre Angebote auf europaweit dutzende, weltweit tausende Netzbetreiber anzupassen.“

    An länderübergreifenden Netzbetreibern wird bereits gearbeitet, ich erwarte eine Liste < 10 für Europa.

    1. Jö fein, dürfen wir uns also langfristig drauf einstellen, dass weltweit eine Handvoll von Netzbetreibern darüber bestimmen, was im Internet bevorzugt behandelt wird und was nicht?

      1. ad 1) Ich finde das ja auch nicht besonders witzig, da mein Job (Forschung) an den Investitionen der Netzbetreiber hängt und größere Unternehmen dazu neigen Investitionen zu vermeiden.
        ad 2) Es war schon immer so, das die Zugangsnetzbetreiber den Zugang kontrollieren – mancher kennt das noch aus universitären Zeiten. Ob mir das jetzt lieber ist, oder ob stattdessen die Platformmonopolisten (Zuckerberg Industries, Schmidt limited etc.) oder der Staat sich einmischen soll, hab ich noch nicht entschieden.
        ad 3) Es wird wahrscheinlich nicht ohne höhere Endverbraucherpreise und mehr Regulierung gehen. Man kann sich ja gerade beim W3C Debakel ansehen, was passiert wenn das industrieintern entschieden wird.

        Netzneutralität ist wichtig, wird aber jemanden Geld kosten (und es gibt ja nur zwei die Geld haben: Die Kundin und die Steuerzahlerin).

      2. Jö fein, dürfen wir uns also langfristig drauf einstellen, dass weltweit eine Handvoll von Netzbetreibern darüber bestimmen, was im Internet bevorzugt behandelt wird und was nicht?
        Kann es sein, dass Herr Rudl weder StreamOn noch Vodafone Pass verstanden hat?
        Wo werden denn hierbei im Netz Datenpakete irgendwie bevorzugt behandelt? Technisch sind auch weiterhin alle Daten gleich. Nur bei der Abrechnung gibt es Unterschiede.
        Der eine bucht günstig Übernachtung, der andere legt für All-Inklusive was drauf. Beide erhalten das selbe, keiner wird benachteiligt oder bevorzugt. Aber hinterher wird anders abgerechnet, technisch haben alle das selbe erhalten.

  8. Für mich ist StreamOn ein Gewinn vorallem finanziell und das zählt für 99 Prozent der Menschen in diesen Land.

    Jeder hat doch die Entscheidung es zu nutzen oder nicht. Am Ende entscheidet der Verbraucher und das sollten alle akzeptieren und nicht die Gerichte beschäftigen.

  9. Klar, das ist eine höchst bedenkliche Entwicklung, und Netzneutralität sollte um jeden Preis gewahrt werden. Aber man sollte auch das Positive beachten: Immerhin ist auch Threema inbegriffen und nicht nur unsichere Dienste wie WhatsApp. ;-)

  10. Auch bei AIDA-Kreuzfahrten gibt es ein Social-Media-Paket für den Internetzugang, der deutlich günstiger ist als die Standard-Pakete, denen gegenüber aber nur den Zugriff auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. erlaubt. DIe Bandbreite an Bord ist aufgrund des Satellitenzugangs natürlich begrenzt. Trotzdem erscheint es für die Kunden opportun, dieses Paket zu buchen, wenn sie nur mit Freunden (und Followern) in Kontakt bleiben möchten. Für das Kreuzfahrtunternehmen ist jeder Post eines netten Urlaubsfotos von Bord natürlich die beste Werbung für neue Kunden. Insgesamt ist das sowohl für das Unternehmen als auch die Kunden eine Win-Win-Situation. Die Netzneutralität ist dabei natürlich etwas gefährdet. Da Kreuzfahrten aber zeitlich sehr begrenzt sind, ist das ein Sonderfall, der sicher gerade noch in Ordnung ist.

  11. Ich vermute, dass die Provider sich dadurch ein Schlupfloch generieren, um an die Daten der Nutzer zu kommen. Es muss ja irgendwie Zugriff zur App gewährt werden in Form von irgendeiner Kommunikation, um die Daten der App am anderen Ende (Provider) zu erkennen.
    Meine Frage ist hier, wo greifen die gesetzlichen Regeln, wenn ein Provider weiss, welche App ich wann und wie lange benutze? Und woher weiß ich, ob er nicht auch noch mitgeschockt bekommt, was ich anschaue?
    Ist es nicht schon genug, dass Vorratsdatenspeicherung seitens Provider betrieben wird obwohl der Gesetzgeber noch gar nichts handfestes beschlossen hat?

    Ich bin der Meinung, dass das Problem der ‚Auswahl‘ an Anbietern das kleinere Übel ist, vielmehr finde ich es ein Problem des Datenschutzes. Außerdem werden die betroffenen Apps ja irgendwie konfiguriert, dass ein Signal mitgesendet wird wenn es benutzt wird. Und das muss ja unabhängig davon geschehen, ob der Benutzer das Angebot des GigaPasses oder StreamOn überhaupt wahrnimmt. Also können vodafone und co. quasi alle seine Kunden ausspähen, wer gerade welche App benutzt und wie lange. Und je mehr Anbieter bei so einem angebot mitmachen, um so mehr Informationen gibt der Handynutzer her, wenn er im Netz die entsprechenden Apps benutzt. Eigentlich müsste das rechtlich an den Pranger, weil das bedeutet im Gegensatz zur Vorratsdatenspeicherung, dass der Provider selbst durch eine Automation sehen ,muss‘ aquasi sich schleichhaft durch den ,Service‘ die Erlaubnis holt -welche Daten gerade vom Nutzer abgerufen werden (ob ich gerade Youtube schaue oder auf Prime music etwas anhöre). Und der Nutzer zahlt auch noch dafür, dass er Überwacht wird!
    Fakt ist, dass es auf jeden Fall nicht ok ist, ohne Weiteres so etwas anzubieten und die Nutzer damit zu ködern, denn wir wissen dass die Menschen sich nämlich keine weiteren Gedanken machen, was denn dahinter steckt. Es muss auf jeden Fall darauf hingewiesen werden, wie der Provider entsprechend den Datenverkehr erkennt und ob das so auch überhaupt legal ist.
    Die Einschränkung auf wenige Anbieter ist das kleinere Problem und ich finde man sollte erstmal die Nachteile der Nutzer betrachten. Und ein ganz klarer Nachteil ist: Intransparenz bezüglich Datenschutz.
    Natürlich wird der Nutzer zusätzlich gezwungen,nur die ausgewählten Dienste zu nutzen aber im Endeffekt gibt er dadurch seine wertvollen ,Metadaten‘ preis. Wer weiss, was in diesen Vereinbarungen zwischen Provider und Anbieter steht. Ich habe leider keine App entwickelt, sonst hätte ich gerne mal die Daten angefordert.

    Dadurch, dass der Appanbieter und der Provider beide nicht die mobilen Daten der Nutzer auslesen und speichern dürfen, haben evtl. beide ein Schlupfloch mit dieser Vereinbarung gefunden. Vielleicht gibt Vodafone dem Anbieter im Gegenzug eine Übersicht aller Vodafonekunden die dessen App nutzen, um Nutzungs-Statistiken zu erstellen. Das dürfte nämlich der Anbieter über die App direkt nicht.
    Dass die Anmeldung für Appanbieter kostenlos ist, würde dafür sprechen.

    Das hier sind nur Bedenken und meine Meinung, sollte jetzt irgendwer daherkommen und meinen ich beschuldige große Kommunikationsunternehmen.

    Umso dankbarer wäre ich, wenn jemand aufklären könnte, wie das technisch gemacht wird ohne die Daten abzugreifen, ob direkt oder indirekt. Prinzipiell habe ich die Befürchtung, dass es wieder mal ein Instrument sogenannter ,Comsumer Analytics‘ ist, wodurch unser Verhalten und unsere Bedürfnisse abgecheckt werden.

    Ich würde nur raten, lasst die Finger von Vodafone Gigapass und co. wenn ihr nicht wisst was dahinter ist.

    1. Da Sie offenbar in großer Angst und Furcht, vor der digitalen Welt leben – rate ich Ihnen – lassen Sie die Finger davon. Sie malen sich ein großes schwarzes Bild – geprägt aus Angst, Unverständnis und Unwissenheit – und kommunizieren das auf diesem Wege.

      Weiterhin haben Sie nicht richtig verstanden: SIE als Kunde haben die WAHL! NIemand – wirklich niemand zwingt Sie derlei Angebote zu nutzen. Nur SIE selbst entscheiden das – und somit gehört hier rechtlich überhaupt nichts an den Pranger – ausser vielleicht die Verbreitung von derlei blödsinnigen Inhalten wie Ihrer!!!

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