Die ägyptischen Behörden haben am Mittwoch den Zugang zu 21 Nachrichtenseiten gesperrt, darunter den in Katar ansässigen Sender Al-Jazeera und das unabhängige Nachrichtenportal Mada Masr aus Kairo. Grund dafür sei, dass die Webseiten zu Terrorismus aufrufen würden und von den Muslimbrüdern finanziert sein, schreiben ägyptische Medien mit Bezug auf das zuständige Innenministerium. Zuvor hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate ähnliche Netzsperren eingeführt.
Die betroffenen Medien weisen die Anschuldigungen zurück. Mada Masr fasst in einem englischen Artikel die aktuelle Lage zusammen und erläutert die technischen Hintergründe der Sperre:
Angesichts ausbleibender Informationen von offizieller Seite hat sich Mada Masr bei IT-Experten informiert, die einen Reset-Angriff als Grund für den nicht-funktionierenden Zugang zur Webseite diagnostizieren.
Bei einem Reset-Angriff werden im Gegensatz zu einer einfachen passiven Sperre auf DNS-Ebene aktiv gefälschte Pakete verschickt, um die Verbindung von Server und Client zu unterbrechen. Laut Recherchen von Mada Masr haben jedoch nicht alle Internetanbieter die Sperre umgesetzt.
Ägypten hat eine lange Geschichte von Internet-Überwachung und Netzsperren. Im Dezember 2016 versuchte die Regierung den Krypto-Messenger Signal zu blockieren. Zudem machen Menschenrechtsaktivisten die Behörden für wiederholte Hacking-Angriffe verantwortlich.
