Datenschutz

WhatsApp bietet nur Pseudo-Widerspruch zur Datenweitergabe an Facebook an

WhatsApp hat angekündigt, die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiterzugeben. Dagegen hilft auch der Widerspruch nicht, den User einlegen können. Doch es gibt alternative Messenger, die höhere Datenschutzstandards versprechen.

Wer WhatsApp aus Datenschutzgründen den Rücken kehren will, muss nicht zur Schreibmaschine greifen. Es gibt Alternativen. Foto: CC-BY-NC-ND 2.0 Metrix X

Der Messenger WhatsApp wird die Telefonnummern seiner Nutzer an den Mutterkonzern Facebook weitergeben. Das Unternehmen bietet Nutzern folgenden Widerspruch gegen diese Maßnahme an:

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Wenn du ein bestehender Benutzer bist, kannst du wählen, deine Account-Informationen nicht mit Facebook zu teilen, um deine Facebook-Werbung und Produkterlebnisse zu verbessern.

Mit dem Widerspruch lässt sich also nicht verhindern, dass WhatsApp die Telefonnummer mit Facebook teilt, sondern nur wie diese dann genutzt wird. Auf dieser Informationsseite von WhatsApp ist erklärt, wie man den Pseudo-Widerspruch innerhalb der nächsten 30 Tage tätigen kann. Es heißt dort aber auch:

Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen. [ sic! Hier fehlt ein Verb im Originaltext]

Wie das Blog Beimnollar schreibt, entwickelt sich die Telefonnummer zum wertvollen Universal Identifier, an den andere Datensätze rangehangen werden können und mit dem eine Identifizierung von Nutzern über Geräte- und Systemgrenzen hinweg stattfinden kann. Die Änderung bei WhatsApp ist also keine kleine Nebensache, sondern ein massiver Eingriff in die Datenschutzbestimmungen.

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Also doch wechseln? Es gibt Alternativen!

WhatsApp ist zwar der Messengerdienst mit den meisten Nutzern, beileibe aber nicht der einzige. Viele Nutzer sagen, dass sie bei einem Wechsel ja nur noch mit wenigen anderen Kontakten den neuen Messenger nutzen könnten. Das ist vermutlich richtig, aber irgendwann muss ja mal irgendwer den Anfang machen.

Wir möchten hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit zwei von vielen Alternativen zu WhatsApp vorstellen und legen dabei auch Wert auf Usability und einfache Installation:

Der kostenpflichtige, schweizerische Messenger Threema bietet ähnliche Funktionen. Der Dienst ist jedoch nicht Open Source, hat aber ein unabhängiges Audit durchgeführt. Dennoch muss man bei Closed Source den Betreibern vertrauen und kann nicht selbst den Code prüfen. Vorteil bei Threema ist: Man muss den Account nicht mit seiner Telefonnummer verknüpfen.

Eine weitere Alternative zu WhatsApp ist Signal. Dieser Messenger ist Open Source, wird von einem Team rund um den Erfinder der WhatsApp-Verschlüsselung entwickelt. Mit dem kostenlosen Messenger Signal kann man auch verschlüsselt telefonieren. Und es gibt eine Desktop-App, mit der man Signal auch auf dem Rechner benutzen kann. Nachteile bei Signal: Der Messenger muss mit der Telefonnummer verknüpft werden und nutzt Google Cloud Messaging. Es können also Metadaten bei Google gesammelt werden.

Trotz der angesprochenen Nachteile stellen beide Messenger aus Sicht des Datenschutzes mögliche Alternativen zu WhatsApp dar. Wir freuen uns über weitere hilfreiche, fundierte und kritische Vorschläge für alternative Messenger in den Kommentaren des Artikels.

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101 Kommentare
        1. wiki: „Die versendeten Nachrichten werden unverschlüsselt auf dem Speicher des Gerätes abgelegt und können daher von einem Angreifer mit Zugriff auf das Gerät ohne weiteres ausgelesen werden.“

          1. Was an der richtigkeit von Unsergis Aussage nix ändert…
            Lesen und verstehen sind oft 2 riesengroße Unterschiede…

            Nur auf deinem eigenen Gerät, für das du selber verantwortlich bist usw, liegen die daten im speicher unverschlüsselt aber eben nicht auf den Telegramm Servern usw.

  1. Threema und Signal als Alternative zu empfehlen, empfinde ich als hahnebüchen und völlig falsch. Threema ist extrem untransparent und der Entwickler von Signal hat durch sein Einwirken gegen die freie und von Google unabhängige Signal-Fork LibreSignal deutlich gemacht, was er von OpenSource hält. Wirklich sichere und verschlüsselte Alternativen gibt es nur wenige. Silence.im nutzt die Technik von Signal, verschlüsselt jedoch nur SMS, ist also kein wirklicher Messenger. Wenn man die Messenger-Funktionen haben will, führt kaum noch ein Weg an Jabber vorbei. Mit den entsprechenden Servern ist es sogar ohne Probleme möglich, verschlüsselte Gruppenchats zu eröffnen. Als Smaetphone-App hat sich hier Concersations bewährt.

    1. Wie schon oben gesagt: Ich weiß, dass alle Messenger ihre Nachteile haben. Diese habe ich ja auch dazu geschrieben. Ein wichtiger Punkt für die Erwähnung als mögliche Alternative war, dass die Usability einigermaßen gut ist, so dass der Umstieg für WhatsApp-Nutzer nicht so schwierig ist. Jabber mag ich auch sehr gerne, aber auf dem Smartphone war das bislang kein Spaß. Instant Messenger sind mittlerweile so verbreitet, dass auch Dein Opa das hinkriegen muss. Und in diesem Sinne fiel meine persönliche Entscheidung auf die oben genannten.

      1. Gute XMPP Apps für Smartphones waren lange Mangelware, das stimmt. Wie hier schon mehrfach erwähnt ist hat sich das Problem zumindest für Android seit einiger Zeit erledigt: https://conversations.im/
        Ich muss mich daher anschließen, dass eine Lösung welche wirklich vollständig frei und interoperabel ist neben den nicht ganz so schlimmen Datensilos zumindest Erwähnung finden sollte.

          1. XMPP als Alternative im Artikel einfach zu unterschlagen, halte ich angesichts hervorragender Android-Clients wie Conversations für falsch. Allerdings fehlen noch gute iOS-Clients. Auf jeden Fall schließe ich mich der Leseempfehlung für das Kuketz-Blog an.

    2. Threema ist überhaupt nicht intransparent. Als erste App hatten die ein umfassendes Encryption Whitepaper veröffentlicht und sowohl Verschlüsselung als auch Protokoll sind (inzwischen) Open Source. Es gibt dafür sogar einen alternativen Desktop-Client von einer Drittperson. Jabber/XMPP war vielleicht vor 20 Jahren mal modern, ist aber für mobile Anwendungen zu komplex und nicht gut geeignet.

      1. Jabber ist mit Conversations abgesehen von der Akkulaufzeit total Smartphone-kompatibel. Das neue Protokoll, dessen Name mir momentan entfallen ist, macht es zur 1a-Messenger-Alternative

  2. Threema benutzt auch Google Cloud Messaging, aber man kann in den Experteneinstellung alternativ ein manuelles Polling aktivieren. Besonders nützlich auf Geräten mit Custom Roms ohne installiertem gapps-Paket. Insofern auch erwähnenswert: Signal gibt es NUR über den Playstore. Threema kann man sich auch direkt auf der Website des Herstellers kaufen und als APK dort runterladen. Die App prüft dann selbsttätig ob neue Versionen da sind und lädt sie dann auf Wunsch direkt runter. Man ist also in der Beziehung Appstore-Unabhängig.

    1. Richtig. Das ist vor allem wichtig, weil Threema kostenpflichtig ist. Und weil man zum Bezahlen zumindest nicht seine Kreditkarte im Store angeben muss.

    1. Ich teste Matrix momentan ausgiebig und bin sehr angetan! Der Vector Client macht einen sehr guten Eindruck. Auf meinem VPS läuft nun mein eigener Homeserver (synapse) um den Vorteil der Dezentralität direkt mal auszutesten.
      Ich kann bisher keine Nachteile entdecken. Alle meine Anforderungen an eine Messenger Alternative werden erfüllt:

      Open Source (Server & Client)
      Dezentral
      E2E Verschlüsselung
      Kein Hochladen von Telefonnummern o.ä.
      Schöne & einfach zu bedienende Clients
      Möglichkeit eigenen Server zu betreiben und Herr seiner Daten zu sein
      mehr fällt mir gerade nicht ein.

      Ach ja, Matrix.org definiert nur die Art „wie“ das Netzwerk funktionieren soll. Jeder hat die Möglichkeit eigene Clients oder Server zu programmieren (Für mich als nicht Programmierer heißt das, ich kann unter vielen Client- oder Serversoftware frei wählen).

      Ein Nachteil sind die Namen Matrix und Vector, die lassen sich nicht so gut googeln ;)

  3. WhatsAppm und besonders Facebook sind ein leidiges Thema. Nur ist es so, dass ich die Freunde und Familie nicht von WhatsApp weglotsen kann. Vielleicht ein oder zwei … aber niemals die ganze Meute.

    Ich habe FB keine Handy-Nummer gegeben und benutzte auf dem Handy weder App noch Messenger. Ob das was hilft, weiß ich auch nicht.

    1. Nein, denn auf FB wirfst du deine Daten der viel schlimmeren Datenkrake ohnehin schon frei Haus hinterher. Damit hast du dich ohnehin schon nackig gemacht.

  4. Das Problem ist doch wohl eher, dass man schon massiv Missionierungsarbeit im Bekanntenkreis machen müsste, um überhaupt Kontakte bei den alternativen Messengern zu haben. Bei mir bewegt sich der Anteil der Threma-Nutzer nicht mal im 1%-Bereich der WhatsApp Nutzer. Ebenso wie Facebook ist der Dienst einfach schon zu groß und bekannt, als dass Alternativen wirklich eine Chance hätten, in der Fläche Nutzer in akzeptabler Anzahl anzuziehen.

    Demzufolge heißt die einzige Alternative wohl doch Abmelden oder die Bedingungen zu akzeptieren.

    1. Dem möchte ich widersprechen: Ich habe mit mühevoller Überzeugungsarbeit sehr viele Menschen zu anderen Messengern gebracht und kommuniziere deswegen heute mit sehr vielen Menschen verschlüsselt. Das sind nicht nur Nerds, sondern Menschen, die nichts mit Programmieren oder besonderem Datenschutzbewusstsein zu tun haben.

      Haben die Leute einmal die App auf dem Smartphone, kannst du sie immer nur über diese anschreiben und sie antworten dir auch mit dieser. Es ist nicht so schwer. Es ist deutlich einfacher als Menschen dazu zu bringen, E-Mail & GPG zu nutzen. Und irgendwie müssen wir ja anfangen, wenn wir was ändern wollen.

      1. Deckt sich so gar nicht mit meinen Erfahrungen. Überreden, eine neue App auszuprobieren, ja. Aber spätestens nach einigen Monaten sind die Meisten wieder zu Whatsapp zurück. Und spätestens beim nächsten Handykauf, wird der alternative Messanger auch nicht mehr installiert.

        Was ich auch für sehr wichtig halte: Gruppen. Gruppen gibt es bei alternativen Messanger meiner Erfahrung nach kaum, es gibt immer einen, der dann doch nur Whatsapp hat -> die Gruppe wird in Whatsapp gegründet. Selbst wenn man mit einzelnen Personen über Threena ö.ä kommuniziert, durch die Gruppen muss Whatsapp trotzdem immer wieder genutzt werden.

        1. Es gibt auch in Threema Gruppen.

          Wenn man sich immer wieder zu Whatsapp nötigen lässt, wird das auch nichts.

          Ich habe vor fast einem Jahr meinen WhatsApp Account gelöscht. Wer mich erreichen will, kann Threema nutzen oder das Telefon oder SMS/iMassaging oder E-Mail oder lässt es bleiben. So einfach ist das.

          Die Zahl meiner Threemakontakte hat seitdem auf wundersame Weise zugenommen.

          Die größte Hürde für die meisten ist, dass Threema „Geld” kostet und Wottsepp nicht. Einmalig CHF 2,00 sind die Leute nicht zu investieren bereit, kaufen aber alle zwei Jahre Smartphones und „Verträge” für tausende von Euros. Die Verhältnismäßigkeit muss ja gewahrt bleiben 3:)

          Grüßle
          Matthias

          1. Wenn du das so mit dir und deinem Freundeskreis vereinbaren kannst, glückwunsch.

            Ich finds aber schon ein wenig egoistisch. Immerhin „nötigst“ du damit deinen Freundes ebenfalls einen Messenger auf.

            Ich für meinen Teil habe beides. Bevorzugt wird Threema genutzt, aber ich habe mich damit abgefunden, dass es Kontakte und Gruppen gibt, bei denen es nunmal Whatsapp ist.

    1. Signal nutzt GCM um dein Handy über neue Nachrichten zu informieren. Ich machs mal ausführlich: Dein Handy muss irgendwie informiert werden, wenn neue Nachrichten für dich auf dem Signal Server bereit liegen (dir also jmd über Signal geschrieben hat). Es ist eine ziemlich Akkubelastung, wenn dein Handy permant beim Server nachfragen müsste, ob neue Nachrichten da sind. Daher dreht man den Spieß um: Der Signal Server benachrichtigt das Handy. Und genau diese Benachrichtigung läuft über GCM. Was Google also (theoretisch) an Metadaten sammeln könnte, wäre die Information „der Signal Server hat gerade deinem Handy bescheid gegeben, dass es neue Nachrichten für dich auf dem Signal Server gibt“. Wer dir geschrieben hat, kann Google nicht aus durch das GCM sehen, auch keine weiteren Infos über die Nachricht. Nur halt das eine Nachricht da ist.

      Da der Rest über die Signal Server läuft, kann Google auch außerhalb von GCM nichts von deiner Kommunikation mitbekommen. Trotzdem fallen natürlich Metadaten an. Nur liegen die bei Signal, nicht bei Google.

  5. Ich habe das ‚Problem‘, dass es für mein Smartphone Lumia 950 XL, leider nicht alle Messenger gibt, die ich für besser als WhatsApp halte.
    Und WhatsApp hat den Tempo Taschentuch-Effekt, in allen Medien wird von WhatsApp und nix anderem gesprochen. Und viele User lassen sich leider überhaupt nicht bewegen, zu wechseln. Es erscheint ihren wohl unmöglich, mehr als einen Messenger zu bedienen. Oder sind so auf WhatsApp fixiert, weil da halt alle Freunde und Bekannte sind.
    Und es interessiert sie meistens nicht, was mit ihren Daten passiert.

  6. Ich bin mir nicht sicher, was der Artikel bringt. Natürlich ist nichts tun keine Alternative. Ebenso ist es durchaus richtig, was im Artikel geschrieben wird. Mich irritiert allerdings, welche Zielsetzung es beim Schreiben des Artikels gab.

    Die Leute werden nicht plötzlich WhatsApp verlassen, weil die Handynummern nun mit Facebook geteilt werden. Die Leute haben WhatsApp auch nicht verlassen, als es von Facebook übernommen wurde. Die Empörung damals war jedoch die gleiche: Facebook bekommt die WhatsApp-Daten.
    Dies zum Anlass zu nehmen, den Leuten zu erzählen, sie sollten wechseln, sieht für mich nur danach aus etwas zu wiederholen, worauf schon beim letzten mal niemand gehört hat.

    Der Artikel ist relativ kurz gehalten und wenig informativ. Es ist eine Empfehlung zu einem Anlass. Die Zielgruppe, die es hier anspricht, dürfte die Messenger bereits kennen oder bereits umgestiegen sein. Vielleicht gibt es (übertrieben ausgedrückt) eine handvoll Leute, die erst jetzt gewechselt sind, aber das kann doch nicht das Ziel gewesen sein? Gibt man sich damit zufrieden? Ja, auch Kleinvieh macht Mist. Aber so wird man die Masse dennoch nicht von WhatsApp wegbekommen.

    Und es geht noch weiter: Nur mal angenommen, die Leute hören tatsächlich auf diesen Artikel und teilen sich auf Signal und Threema auf. Wem wäre geholfen? Wer Threema nutzt, kann mit den Signal-Leuten nicht kommunizieren und umgekehrt. Diese Situation hätte für die meisten Leute einen Nachteil: Entweder erreichen sie deutlich weniger als vorher oder sie müssen zwei Messenger installieren, wo zuvor doch WhatsApp für gefühlt „alle“ ausgereicht hat.
    Noch dazu ist es schon schwierig genug, die Leute *einmal* zu einem Umstieg zu bewegen. Sollte man dann nicht warten, bis man tatsächlich etwas hat, was auch eine langfristige Lösung ist?

    XMPP hat sich im Messenger-Bereich nie wirklich aktiv durchgesetzt. Auch zu ICQ-, MSN- und Skype-Zeiten wollte es niemand nutzen. Das ist aber, finde ich, das Ziel, woran man arbeiten sollte. Mit Conversations gibt es schon mal einen guten Client für das Smartphone; trotzdem gibt es für viele zunächst keinen Grund für einen Messenger zu bezahlen, wenn der bisher genutzte kostenfrei ist und alles kann, was man braucht. Einen wirklich modernen, „hippen“ Desktop-Client gibt es immer noch nicht, der die Masse ansprechen würde. Browser-Clients wie Kaiwa gehen schon eher in die Richtung – das wäre so in der Liga des Signal Desktop Clients, welches nur eine Chrome-App ist (welche abgeschafft werden sollen durch reine Web-Apps).
    Mit OMEMO ist auch ein nächster Schritt in Arbeit, was die offene Messenger-Verschlüsselung angeht.
    Die Serverauswahl ist bescheiden, wenn man tatsächlich alle heutzutage zeitgemäßen Features benötigt. Außerdem bin ich mir gerade nicht sicher, wie weit das Push-Problem derzeit noch aktuell ist.

    Worauf ich hinaus möchte, ist Folgendes:
    Den Leuten einfach nur zu erzählen, man solle zu XYZ wechseln, wird nicht viel bringen. Solange WhatsApp kann, was die Leute brauchen, nutzen sie es weiterhin, weil dort „alle“ sind. Datenschutz ist nichts, was die Leute als benötigte Funktionalität ansehen.
    Geschlossene Messenger-Alternativen sind auch keine Lösung, weil sich die gesamte Masse für ein einziges, neues geschlossenes System entscheiden müsste. Wenn es zersplittert, wandern alle schnell wieder zurück.
    Stattdessen sollte man sich über eine Strategie Gedanken machen, wie man XMPP den Leuten schmackhaft machen kann. Und noch lange bevor das überhaupt in Erwägung gezogen wird, sollten alle noch vorhandenen Probleme von XMPP auf Smartphones behoben werden. Es bringt nichts, die Leute zum Wechseln zu bringen, wenn die schöne neue Welt bisher nur Theorie ist.

    Ein „Wechseln! Jetzt!“ ist keine gute Strategie. Da muss man langfristig planen. Denn wenn sich XMPP erst einmal durchgesetzt hat, kann es seinen größten Vorteil ausnutzen. Es ist nicht an einen festen Client gebunden. WhatsApp geht gegen Alternativen vor, die mehr Individualisierung ermöglichen. Bei XMPP würde das nicht passieren. Solange es sich nicht durchgesetzt hat, mag das allen egal sein. Wenn XMPP allerdings tatsächlich eines Tages die Basis moderner Messenger wird und eine weite Verbreitung erfährt, wollen die Hersteller eigener Messenger-Lösungen natürlich auch daran teilhaben. Diese werden gezwungen sein, weiterhin auf XMPP zu setzen. Wer dann wieder ein geschlossenes System einführt, hat es verdammt schwierig, weil dort wieder alle Kontakte fehlen würden und man von vorn anfängt. Mit einem weiteren, eigenen, total hippen, neuen XMPP-Messenger kann man die bisherige Kontaktliste behalten. Nur dafür muss es sich *vorher* erst einmal durchgesetzt haben, sonst bleibt auch das nur eine hübsche Theorie. Und das wird das Schwierigste dabei.

    TL;DR
    Du hast nicht unrecht. Ich finde es aber nicht zielführend, einfach nur etwas zu wiederholen, was weder jetzt noch langfristig zu einem großen Wechsel führen wird.
    Ich empfehle hier auch nicht einfach blind XMPP. Das hat vermutlich noch weniger Erfolgschancen, wenn man es einfach nur empfiehlt.
    Was ich mir wünsche, ist eine tatsächliche, langfristige Strategie. Und an einer solchen Strategie müssten sich auch viele beteiligen – aktiv. Es müssten sich viele Gedanken machen. Es müssten viele zusammenarbeiten. Das wäre etwas, worüber man regelmäßig berichten könnte. Etwas, das man initiieren könnte, wenn es das in noch keiner organisierten Form irgendwo gibt. Und zu einer Solchen Strategie zählt dann auch der Gedanke, was die besseren Alternativen zu Artikeln wie diese sind, damit diese auch ihr Ziel besser erreichen.

    Das ist selbstverständlich nur meine persönliche Meinung. Tut mir leid, dass es etwas länger geworden ist. So viel plane ich nie ein, wenn ich anfange zu tippen …

    1. Tja, was soll ich sagen.
      Ein langer Text in dem aber alles Wichtige enthalten ist.

      Zusammenfassend würde ich das so beschreiben:
      Um WhatsApp die Stirn zu bieten müssten sich die Mitbewerber zusammen tun und ein Netzwerk bauen welches auf offene Protokolle (XMPP, OMEMO) setzt und Plattform und Clientunabhängig ist (wie Email).

      Das wäre auch mein Traum.

      Und….
      …Mit shicken Clients und hübschen Zusatzfunktionen könnten die kommerziellen Anbieter auch Gewinne erzielen wenn sie wollten.

      Wenn ich “hellgrn“s Beitrag falsch verstanden hab dann korrigiert mich bitte.

  7. Threema ist der einzige mir bekannte Messenger, der auch für Windows Phone verfügbar ist.

    Eine Firma, die von vornherein eine bestimmte Plattform ausschließt, ist für mich indiskutabel.

    1. Das stimmt so nicht.
      Jabber/XMPP unterstützen auch einige windows messenger. Wichtig ist nur das diese auch Verschlüsselung beherschen (PGP, OTR,..).

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Extensible_Messaging_and_Presence_Protocol
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von_mobilen_Instant-Messengern
      Insbesondere nachfolgende Multiprotkoll Messenger beherschen einige auch XMPP und dort dann wieder ende zu ende Verschlüsselung.

      Insbesondere Jitsi ist einen Blick wert, da es sogar siche Videoconferencing notfalls via WebRTC beherrscht.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jitsi

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Multi-Protokoll-Messengern

      1. Klingt nett, läuft aber nicht auf Windows Phone, oder?

        Für mich ist wichtig, dass der ganze Zoo an Betriebssystemen unterstützt wird. Je mehr OS unterstützt werden, desto leichter ist es, die Menschen auf eine sichere Verbindung umzustellen.

        Ich sehe gerade (Dank für die Liste!), daß Telegram jetzt auch auf Windows Handys zu nutzen ist.

        1. Der Vollständigkeit halber: Nach dem genauen Begucken von Telegram: Gestorben für mich. Es verlangt meine Telefonnummer. Es sollte eine Option geben, das Teil nur im Internet zu betreiben, da braucht’s meine Telefonnummer nicht. Threema bietet diese Option.

  8. Weiß jemand, wie Facebook meine Handynummer mit meinem Profil verknüpft, wenn ich weder die fb-/messenger-App installiert noch facebook meine Nummer bislang verraten habe? Whatsapp kennt ja nichtmal meinen (vollständigen oder echten) Namen.

    1. Durch deine Freunde.

      Die haben dich eventuell als Kontakt mit Klarnamen auf ihrem Handy gespeichert, o.ä.
      Auf jeden Fall kann Facebook über die riesige Menge an vernetzten Daten relativ einfach rausfinden, was deine Telefonnummer ist, auch wenn du sie nicht freiwillig rausgibst.

  9. Ich nutze ausschließlich THREEMA und inzwischen sind über zwei Drittel meiner Kontakte ebenfalls bei THREEMA. Einige dieser Personen nutzen aber zusätzlich weiterhin WhatsApp.
    Ein wenig Überzeugungsarbeit muss man jedoch schon leisten, nur so sind die Leute bereit auch mal über Alternativen nachzudenken und stehen dann durchaus einem Wechsel positiv und aufgeschlossen gegenüber.

  10. wenn man auf dem handy gar kein FB hat und auch nie nutzt sondern nur what’s appelt
    (bei mir ist das so)

    und FB nur (und ohne handy nummer) auf dem laptop mit safari nutzt . . .

    könnte es eigentlich schnuppe sein – oder?

    aber nein: unsere Freunde & Bekannte haben in den Kontakten der Handys natürlich beides im selben Eintrag verknüpft und schon hat dich der FB Datenkrake im Sack – nicht zu vergessen die ID (apple google oder wie dein shop heisst) ist auch x-fach in alle Richtungen verknüpft, denn mit der hat man ja die app(s) beschafft . . .

    egal was du machst oder vermeidest „die“ habe es bereits, tun so als ob und die Datenschützer hinken hinterher und erreichen rein gar nichts . . .

    1. Das bezog sich auf mich, oder?
      Dass es über die App-Stores und die dort genutzten ID’s funktioniert, bezweifle ich. Normalerweise kann eine App ja nicht auf andere Apps zugreifen, und selbst wenn, ja nicht über den Appstore und die NutzerID…
      Aber dass es über die Adressbücher und somit die Freunde funktioniert, kann ich nachvollziehen. Wobei es natürlich auch recht kritisch erscheint, als Nutzer fremde Daten über den erlaubten Zugriff auf mein Adressbuch zu übermitteln und das nichtmal wirklich bewusst.
      Ich frage mich außerdem, ob man bezüglich dieser Zusammenhänge nicht einen Informationsanspruch gegenüber dem Unternehmen hat auf Offenlegung der Nutzerdatenverwendung nach den Datenschutzgesetzen oder ob das schon wieder zu sehr die wirtschaftlichen Unternehmensgeheimnisse betrifft…

    2. Und genau weil die Datenschützer hinterher hinken müssen wir unsere Daten selbst schützen.
      Z.B. Nicht immer Google nutzen und auf dubiose soziale Netzwerke verzichten.
      Und überhaupt sparsam mit persönlichen Daten im Netz umgehen.

  11. Mein Lieblingsmessenger zum Mitgestalten ist http://www.kontalk.org Opensource, Community betrieben, kostenlos und in ein Paar Wochen wird er auch Gruppenchats ermöglichen.

    Das Ganze natürlich voll verschlüsselt und auf XMPP basierend.

    Der Erfolg steht und fällt mit der Gemeinschaft und nicht mit den Börsenkursen ?

  12. Und wenn alternative Messanger dann etabliert sind werden sie verkauft und genauso zu Datenkraken wie WhatsApp. Sobald etwas erfolgreich ist, wird es doch kommerziell ausgeschlachtet, oder zur kommerzielen Ausschlachtung von anderen übernommen.
    Siehe WhatsApp…
    Der beste Messanger ist und bleibt ein Schreibblock mit Stift.

  13. Wieso kommt dieses Spielchen nur so bekannt vor? Von ICQ zu AIM zu Google Chat… nerv.
    Immer schön geschlossene Ökosysteme, wo man nur mit denen kommunizieren kann, die sich ebenfalls in diesen befinden.
    Das war schon immer Schwachsinn und ist es auch heute mit WhatsApp oder Threema oder Signal.
    Zentralität war schon immer Mist und ist es noch heute, nicht nur, weil sie grundlegenden Prinzipien des Netzes widerspricht. Sie macht leicht überwachbar und erschwert gleichzeitig die Kommunikation mit anderen. Ist ein single point of failure und schränkt ein.

    Nur begreifen will das die Masse bis heute nicht. Sie lernt ja nicht mal aus all den gemachten Unannehmlichkeiten. Immer wieder dasselbe in neuer Geschmacksrichtung. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Ad nauseam.

  14. Nun habe ich alle Kommentare gelesen und die eine oder andere Anregung gefunden. Die persönlichen Erfahrungen bringen mir wenig, denn jeder hat andere Belanntenkreise und Chatziele. Bei mir sind das Menschen sehr verschiedener Art, extrem verschiedenen Ansichten über Datenschutz usw. Meine Kontakte sind privatet Natur, aber auch im Rahmen von verschiedenen nicht privaten Gruppen zu finden.

    Was ist für MICH zu tun?

    Ich kann in MEINER Situation auf zwei Systeme reduzieren. Alle Kontakte auf ein System zu schleusen, werde ich nie schaffen. Auf alle Kontakte verzichten, die nicht folgen, kann und will ich nicht.

    Somit ist es nun amtlich:

    Ich benutze fürderhin Whatsapp für bestehende Kontakte, zumindest solange, bis sie doch wechseln.

    Alle neuen Kontakte werden sich zu Jabber/XMPP bewegen müssen, wobei ich sicher auch in Zukunft Ausnahmen machen muss.

    Andere Systeme sind für mich indiskutabel. Ich werde nicht einen geschlossenen Dienst durch einen anderen geschlossenen Dienst ersetzen. Jabber ist offen, kostenlos, auf fast allen Plattformen erhältlich, Verschlüsselung ist drin — was will ich mehr.

    1. … benutze fürderhin Whatsapp für bestehende Kontakte, zumindest solange, bis sie doch wechseln.

      Der Wechsel bzw. neuen Kontakte zu Jabber/XMP ist begrüßenswert.
      Nur wie gewährleistet man, das neue Kontakten – sprich Telefonnummern und Namen nicht zu den Datenkraken wie WhatsApp, FaceBook und anderen abgleiten können. Im Telefonbuch (in der Kontaktliste) dürften jene ja niemals auftauchen, denn WhatsApp & Co gleichen im Hintergrund öfters die Listen ab.
      Hast Du eine neue versteckte. sprich heimliche Kontakliste die zudem am beste mit einer eigenständigen Verschlüsslung auf Deinen Endgeräten eingerichtet ist, an die Google&Co nicht herankommen? Oder speicherst Du die Kontaktdaten gar nicht auf Deinen Kommunikationsgeräten.

      Besonders kritisch scheint es mir zu werden, wenn man auf einem Dual-SIM Smartphone eine SIM für Geschäftskontakte von den persönlichen trennen will. Fügen die unsmarten Handy/Smartphonegeräten die Daten nicht automatisch zusammen?

  15. Facebook hat whatsapp nicht für einen unglaublich hohen Preis (19 Mrd. $ für 13 Mitarbeiter wenn ich mich recht entsinne) gekauft, um den Nutzern einen Gefallen zu tun, sondern um sie in das Produkt von Facebook einzugliedern. Offensichtlich sind die Weiden (Märkte) für PC und Notebook von den Schlafschafen kahlgefressen, jetzt soll der Mobilbereich beackert (getrackt) werden. Das Produkt von Facebook sind die Nutzer.

  16. Hoccer schätze ich als einen sehr sicheren Messaging-Dienst ein. Ich nutze ihn selbst und habe ihn sogar auf meinem Jolla mit Sailfish OS zum Laufen gebracht. Auf iOS läuft er auch gut. Der große Vorteil ist, dass man bei der Anmeldung keine persönlichen Daten angeben muss und eine relativ starke Verschlüssung genutzt wird. Für private Nutzer ist der Dienst kostenlos. Der Nachteil ist jedoch die geringe Verbreitung. :-(

    https://hoccer.com
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hoccer
    https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Messenger-Apps-Deutscher-Testsieger-Hoccer-WhatsApp-schuetzt-Privates-kaum-4886904-0/

  17. Nach dem Lesen des Artikels und der Kommentare….und nun? Was sollte ich jetzt meinen Freunden empfehlen? Ich finde mittlerweile, die Vielfalt an Alternativen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen ist beim Messengerwechsel eher zum Problem geworden. Wenn du 5 technik affine Leute nach ihren Empfehlungen fragst, bekommst du min. 4 verschiedene Antworten. Schlauer biste dann auch nicht. Vorallem problematisch, da die meisten Messenger untereinander inkompatibel sind.

    Auch @Markus: Was ist denn nun deine Empfehlung? Signal oder Threema? Oder empfiehlst du beides, immer mal abwechselnd? ;-)

  18. Zum Thema XMPP möchte ich etwas hinzufügen:

    Es ist natürlich toll, dass es kein „geschlossenes System“ ist und ich möchte dem auch gar nicht widersprechen, dass es unser Ziel sein sollte in Zukunft auf ein tatsächlich offenes, dezentrales System zu setzen.

    Nichtsdestotrotz finde ich, dass XMPP die falsche Lösung ist. Es ist ein Flickenteppich-Protokoll. Damit z. B. die App „Conversations“ wirklich zuverlässig bzw. benutzerfreundlich funktioniert, müssen auf den Servern bestimmte XEPs (mehr oder weniger XMPP-Erweiterungen) installiert sein. Bedeutet also, dass sich der User ganz genau überlegen muss, auf welchen Server er sich registriert. Und es gibt (momentan) tatsächlich nicht all zu viele Server, die alle notwendigen XEPs unterstützen.

    Außerdem: Die Verschlüsselung via OMEMO (das momentan *nur* in Conversations implementiert ist) mag ja ganz gut sein, aber zu einem datenschutzfreundlichen Messenger gehört deutlich mehr als nur die Verschlüsselung. Zum Beispiel sind die kompletten Kontakte der XMPP-User auf den jeweiligen Servern gespeichert. Das ist aus Datenschutz-Sicht eigentlich ein absolutes No-Go! Und zu erwarten, dass jede Familie einen eigenen XMPP-Server betreibt, das ist natürlich auch nicht die Lösung.

    Aus diesem Grund gefällt mir Threema eigentlich sehr gut:
    -> Die Identität ist letztlich das Schlüsselpaar, das beim ersten Start der App generiert wird. Keine Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder sonstige Benutzernamen!
    -> Die Kontakte, Gruppen etc. sind ebenfalls lokal gespeichert und nicht auf Servern.
    -> Die komplette App ist in sich stimmig und man merkt an jeder Ecke, dass darauf geachtet wurde, einen möglichst sicheren Messenger anzubieten.

    Aus diesem Grund sehe ich Threema momentan als die beste Lösung an. Immerhin ist mittlerweile neben der Verschlüsselung auch das Protokoll quelloffen. Selbstverständlich gibt es auch bei Threema noch an der ein oder anderen Ecke was zu verbessern (z. B. Forward Secrecy bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Aber wenn ich mir das große Ganze aktuell anschaue, ist für mich Threema die beste, wenn auch nicht perfekte, Lösung.

    1. Ich moechte vehement widersprechen.

      Threema bietet sich eben nicht an, weil es closed source ist. Eines der groessten No-Go.s bei Software ist, wenn du nicht wissen sollst, was drin ist: das ist keine Grundlage fuer Vertrauen.

      Signal ist open source. Conversations ist auch open source. Kostet im Google-store was, das sollte es aber wert sein.

      Bei XMPP zwingt dich absolut niemand, nur eine Identitaet zu benutzen. Du kannst mehrere auf verschiedenen Servern haben. Das ist nicht perfekt, aber besser als wenn alle Kontakte auf einer verknuepft sind.

      XMPP funktioniert auch ohne Telefonnummern-Hokuspokus per Internet und erlaubt somit auch Messaging mit Leuten, die kein Handy benutzen.

  19. Ich nutze Threema auch.
    Aber es ist und bleibt eine Insellösung.
    Und das ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

    Wir brauchen definitiv eine Plattform und Clientunabhängige Lösung.
    Und das eiznige in dieser Richtung ist im Moment (neben Email) halt nun mal XMPP.
    Wenngleich du natürlich recht hast und da noch sehr viel Verbesserungsbedarf besteht.

  20. Whatsapp zwingt seine User zu Illegaler Handlung, denn durch die benutzung der App stellt der User die Telefonnummern aus seinem Telefonbuch ohne Einwiligung der Personen an Whatsapp zur verfügung und das war schon immer so. Jetzt bekommt FB die daten auch, und da kann keiner was machen. Auch wenn ihr kein Whatsapp benutzt, hat das Unternehmen eure Nummern, wenn einer euren Kontakten die App benutzt. ( AGB lessen )

    Teste selber momentan „Google Hangouts“ und da ich sowieso schon ein google konto habe bzw. Gmail weiß ich wo meine daten bleiben! Einfach testen ist viel besser als Whatsapp und co.

  21. Ich halte Threema für die derzeit beste Alternative zu WhatsApp, solange für die verteilten Verfahren (z.B. XMPP) nicht plattformübergreifend mit identischem Funktionsumfang (insbesondere offlinefähiger und kompatibler Verschlüsselung) verfügbar sind.

    Meine Gründe für Threema sind:
    * akzeptable, kurze und verständliche Datenschutzrichtlinie – https://threema.ch/de/privacy
    * benutzerfreundlicher Client der aktiv aktiv weiter entwickelt wird
    * verfügbar für die drei großen Smart-Plattformen Android, iOS, Windows (Smart-Devices)
    * Adressierung funktioniert anonym, auch ohne Angabe von Telefonnummer oder Email-Adresse
    * funktioniert neben Smartphones auch auf Geräten ohne Mobilfunkrufnummer (z.B. Tablets und iPod)
    * verschlüsselt immer alle Nachrichteninhalte (nicht wie bei Telegram nur wenn manuell ausgewählt)

    Ja ich weiß, Threema ist nicht Open Source und keine verteilte Infrastruktur; aber bevor nicht eine entsprechendes, plattformübergreifendes Ecosystem besteht, ist Threema für mich die beste Lösung für einen datenschutzfreundlichen Messenger.

    P.S. mein Ansatz zur Vermeidung von WhatsApp-Kommunikationen mit meiner Person sieht so aus, dass ich kein WhatsApp installiert habe =;-)

    1. Ich habe das mit den Messengern für mich so gelöst:

      Meine Androidfreunde habe ich zu Kontalk überredet. Das war einfach denn es kostet ja nichts und WhatsApp haben sie ja eh noch.
      Kontalk deshalb weil ich das Projekt einfach klasse finde.

      Und alle die kein Android haben, erreichen mich via Threema.
      Einem müsste ich sogar ein Bier zahlen damit er es installiert ?

      Und ja, ich dränge denen meine Messenger auf indem ich WhatsApp schon immer verweigere.
      Und ich habe kein schlechtes Gewissen dabei.

      1. Sorry Tippfehler:
        Geschrieben:
        Einem müsste ich sogar ein Bier zahlen damit er es installiert ?

        Richtig:
        Einem MUSSTE ich sogar ein Bier zahlen damit er es installiert ?

  22. Zu den Alternativen und Google-Verquickungen: Ich nutze schon länger ein Nexus 5 mit Cyanogenmod 13 ganz ohne GAPPS (Google Apps – also Play-Dienste usw.). Darauf funktionieren Threema (ohne Push, nur 5-Minuten-Sync), LibreSignal, Telegram und Jabber (Conversations) ganz hervorragend. Man muss also nicht Facebook-Plugin gegen Google-Plugin abwägen – es geht auch ohne Google wenn man will. Hoccer hingegen will unbedingt Google Play-Dienste nutzen…

  23. Wieso hat noch niemand Wickr erwähnt?
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wickr#App

    Ist zwar Closed Source und nicht besonders gut dokumentiert (5 von 7 EFF-Punkte), hat aber unabhängige Security Audits ausgezeichnet bestanden. Dafür läuft es auf allen Plattformen, hätte also das Potential, sehr viele Nutzer anzusprechen. Wenn man sich einige der obigen Kommentare durchliest, scheint das ja sehr wichtig zu sein, um die „Massen“ anzuziehen.
    Fazit: Vielleicht nichts für Leute, die *ernsthaft* etwas vor dem Staat verbergen wollen (warum auch immer), aber immer noch sehr viel besser als Whatsapp & Co und gut genug, um den kommerziellen Datenkraken den Rücken zu kehren.

    Was haltet ihr davon?

  24. Nach den ganzen Kommentaren dazu und xxx Alternativen, bin ich genauso schlau wie zuvor! ?

    Ich fände es persönlich besser, wenn man Whatsapp selbst unter Druck setzt, damit die letzten AGB wieder zurück genommen werden.
    Verstehe eh nicht, wie so etwas rechtlich einwandfrei sein kann.
    Was nützt es einem, wenn von 10 Kontakten zwei wechseln und die anderen bei Whatsapp bleiben und man bei denen immer noch im Telefonbuch steht? Will man die dann verklagen?

    Kann man keine App programmieren, die den Datenaustausch von Whatsapp und Facebook verhindert? Oder mit der man sein Telefonbuch schützen kann?

  25. SO wird das NIE!!! was werden.

    Vin 40 Kommentaren empfehlen 10 Threema, 10 Signal, 5 XMPP, 3 dieses, 3 jenes – und am Ende bin ich nicht schlauer als vorher.

    XMPP, Jabber etc. sind für mich Überbleibsel aus vergangenen Jahrzehnten.. Wenn ich erstmal googlen muss, was XMPP überhaupt bedeutet, wie das ganze funktioniert, lacht mich der potentielle Wechsel-Kontakt aus. Viel zu kompliziert.

    Threema/Signal finde ich im Moment eine der attraktivsten Lösungen – mit Abstrichen bei Threema.

    Solange von 40 Usern jeder einzelne ein anderes System bevorzugt, können wir auch gleich bei Whatsapp bleiben. Ebenso das Problem mit 20 verschiedenen Messengern, um auch jeden Kontakt „mitzunehmen“. Der Markt ist massiv übersättigt mit Alternativen, schon die Wahl wird zur Qual.
    Jeder bevorzugt was anderes. Was bringt mir Signal, wenn ein Kontakt wechselt, er aber weiter bei Whatsapp bleibt, weil dessen Freunde da sind? Ein Freund ist bei Threema – bamm, 3 Messenger.
    Unvorteilhaft, schwierig zu handeln, zeitintensiv. Folge: Alle bleiben bei Whatsapp.

    Was @sachi angesprochen hat, finde ich einen guten Denkansatz: Ein kleines Programm, welches die Datenweitergabe vom Smartphone KOMPLETT blockiert. Das wäre sinnvoll, Egal, ob man Threema, Signal, SMPP etc. bevorzugt…

    1. Sicherheit und Bequemlichkeit gehen nicht miteinander. Die Leimruten wie Facebook und Whatsapp sind für die nützlichen Idioten gemacht. Idioten können aber nicht „auf Nummer sicher“ gehen, weil sie immer Fehler machen werden.

      Wer „auf Nummer sicher“ gehen will, der sollte Mainstream-Anwendungen nicht benutzen – schon deshalb, weil Anwendungen, die eine sehr hohe Verbreitung haben, das bevorzugte Ziel von Attacken sind. In dieser Kategorie werden Zero-Days verkauft und erst dann veröffentlicht, wenn man sie nicht mehr braucht.

      Das Thema Whatsapp zeigt jedoch ein bisher verborgenes Sicherheitsrisiko, das nicht technischer Natur ist: Eine Firmen-Übernahme eines Konkurrenten, der es auf die Kundendaten abgesehen hat.

      Fazit: Gib deine Daten nicht an Firmen weiter, die einmal von Firmenübernahmen bedroht sein könnten.

  26. @plain logic:
    Auch ein Server kann übernommen werden. Ein gutes Kaufangebot und weg sind die guten Daten, Kontakte etc…
    Was letztlich auf dem Server gespeichert aber verschwiegen wird, wird man vorher mit Sicherheit nicht bekanntgeben.

    Anstatt auf den Lösungsansatz einzugehen, wird nur -gemäß dem Benutzernamen – flache Logik verbreitet.

  27. Liebes Forum,

    ich bin auf diesem Gebiet nicht allzu versiert, trotzdem ist es mit ein Anliegen. Verzeiht also meine vermutlich naive Frage: Kann Facebook meine whatsappnr. meinem Facebookaccount zuordnen, wenn ich weder die FB app noch den Messenger auf meinem Telefon installiert habe bzw. wäre das eine effektive Möglichkeit das zu unterbinden? Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    lg

    1. Ich vermute (ich weiß es nicht sicher) das die Algorithmen von Facebook an Hand deiner WhatsApp Kontakte (die auch auf Facebook registriert sind deine Nummer deinem Account relativ sicher zuordnen können.
      Bei Facebook werden auch deine Postings und die deiner Freunde durch Maschinen mitgelesen und ausgewertet. Auch die, die von dir nicht öffentlich gemacht werden.

      Ich denke dem zu entkommen gibt es nur eine Möglichkeit:
      Auf WhatsApp und Facebook verzichten.

      Mit den neuen WhatsApp AGB bewegst du dich m.E. ohnehin auf rechtlich auf dünnem Eis.
      Denn ich vermute mal du hast deine Telefonbuchkonakte nicht um Erlaubnis gefragt ?

      In den AGB denen du zugestimmt hast heißt es:

      Adressbuch. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.

      OK, du hast dir sicher eine andere Antwort gewünscht.
      Aber so sieht es nun mal aus.
      Tut mir leid….

  28. Das beste ist, man verlässt alle seine Kontackte, Freunde soziale Netzwerke & wirft sein Handy ins Meer ! Und Ruhe ist ! Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht. Sobald du facebook, WhatsApp & Co den Rücken kehrst und dich selbst dort ausschließt – Hast du plötzlich keine Freunde und Kontackte mehr ! Du existierst für diese gar nicht. Also kann man gut drauf verzichten. Man ist 4 Jahre nachdem ich mich aus allen Netzwerken verabschiedet habe, total vereinsamt. Keine Freunde, keine Kontackte, keine SMS, keine Anrufe und Treffen sowieso nicht. Du bist nicht mehr Present! Desshalb streichen deine tollen Freunde dich offensichtlich aus ihrem Gedächtnis. Ist doch verrückt sowas oder ?!? Dachte Freundschaften gehen auch über solche digitalen Merkmalen hinaus ? Aber NEIN ! Das tut es nicht ! Wie blöd ist das denn ????
    Ich bin froh nichts mehr zu haben. Gut, Mein Computer noch, und sogar da verwende ich schon längst nicht mehr die üblichen Browser.
    Man könnte sogar schon gestorben sein, und deine ehemaligen freunde würden es nichteinmal mitbekommen, soviel Wert wird also auf richtige Freunschaft gelegt ? Darüber kann ich nur den Kopf schütteln.
    Ich habe damit abgeschlossen. Ja ich bin ein Einzelgänger geworden. Und bin ganz glücklich damit.

    1. Hallo Michaela, gestern hab` ich mich bei WhatsApp verabschiedet. Die Gründe sind ja bekannt. Ungläubige Reaktionen meiner Freunde und Bekannten waren die Folge. Viele verstehen es nicht. Es ist für die meisten auch ein viel zu großer Aufwand, sich zu belesen, zu vergleichen und dann zu entscheiden. „Es machen doch alle so“, höre ich da immer. Ja verflixt, warum nur? Warum sind die Leute zu faul zum Denken? Ich brauche auch kein Facebook, weil es dienstlich nicht notwendig ist. Und das ist gut so. Psychiotherapeuten werden in Zukunft nur sehr langfristige Termine vergeben können, weil die Anzahl der gestörten Zweibeiner ständig wächst.
      Ich bin gespannt, wie sich die Kontakte zu meiner Umgebung entwickeln. Dabei wäre alles so einfach. Anrufen (oder auch mal simsen) – Reden – Treffen. Mehr nicht.
      Die Welt ist verrückt, und wird nicht besser.

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