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Signal Messenger jetzt als Desktopversion verfügbar

Screenshot: Open Whisper Systems

Signal ist momentan die quelloffene Alternative zu WhatsApp und Threema, wenn es um Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation auf dem Handy geht. Und jetzt ist Signal auch als Desktop-Version verfügbar, die auf Windows, OSX und Linux funktioniert.

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Signal Desktop ist seit gestern in der Public Beta Phase. Zur Installation benötigt man allerdings Googles Chrome Browser und ein Android-Handy, auf dem Signal installiert ist. Autorisiert wird die Desktop-Version mittels Abfotografieren eines QR-Codes mit dem Handy. Mit dem iPhone funktioniert die Desktop-Version noch nicht.

Spannend ist das geräteübergreifende Funktionieren von Instant Messengern auf alle Fälle, zumal sich Jabber-Clients mit OTR-Verschlüsselung auf dem Handy nie wirklich in der Breite durchsetzen konnten.

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25 Kommentare
  1. Moxie Marlinspikes Nähe zu Google finde ich bedenklich, deswegen hier ein Hinweis für die paar Leute, die ihr Gerät sauber halten möchten. Signal, so wie es Whispersystems entwickelt, ist auf das Google Services Framework/ Google Play angewiesen. Der Fork „LibreSignal“ kommt ohne Google-Apps aus. Und natürlich funktioniert die Synchronisation der Desktop-Variante von Signal auch mit LibreSignal.
    Außerdem lässt sich das Desktop-Plugin von Signal nicht nur mit Chrome, sondern auch mit dem quelloffenen Chromium nutzen.

    1. Ja, danke für den Hinweis. Wir haben Libre Signal in der Redaktion auch getestet. Das funktioniert soweit ganz gut, allerdings ging verschlüsselte Telefonie mit Libre Signal nicht.

      1. Bzgl. verschlüsselter Gespräche schon mal linphone.org angeschaut? SIP, z. B. ZRTP verschlüsselt. Achtung: in der Gratisvariante sind Textnachrichten jedoch NICHT verschlüsselt. Schneller und zuverlässiger als Skype und afaik ohne „entsprechende Schnittstellen“.

    2. Hi,
      danke für die Info, habe Signal bisher auch genutzt und mir waren die Google Services hier auch ein Dorn im Auge. LibreSignal gerade ausprobiert und es lässt sich aus Benutzersicht und abgesehen von RedPhone nicht von dem „Original“ unterschieden. Funzt, Super!

    3. @Nils: Seltsam, das kann ich auf die Schnelle nicht nachvollziehen. Habe gerade bei Einsatz von OpenVPN eine Nachricht geschickt und eine empfangen, funktioniert auf meinem Gerät problemlos.

  2. Ein Problem sehe ich darin, dass – wenn die Desktop-App an ist – auf dem Handy keine Benachrichtigung erscheint, sondern die Nachricht sofort als gelesen markiert wird.

  3. Einen Google-Browser installieren und Nutzung eines Google-Endgerätes als Voraussetzungen für sichere Kommunikation :*) Und dann ist der Desktop nur eine Fernbedienung für die Smartphone-App, wie ich das verstanden habe.

    Dann doch lieber Threema. Da gibt es keine Desktop-Fernbedienung, aber ich muss mich nicht in die Fänge eines Privatleben-Dealers begeben.

    1. Wie gesagt, ich sehe die Nähe von Whispersystems zu Google auch kritisch (und zunehmend mit Verwunderung). Das geht so weit, dass ich bei der Anmeldung für den Beta-Test von Signal für den Desktop aufgefordert wurde, meine Googlemail-Adresse anzugeben. Andererseits: Den Leuten, die mit Android-Geräten „out of the box“ rumlaufen, also solchen, die ohnehin vergoogelt sind, würde ich Signal empfehlen, nicht Threema. Sie verlieren dabei nichts und gewinnen die Vorteile, die quelloffene Software nun mal mit sich bringt. (Ich denke, wir reden hier von über 99 % der Nutzer.)

      1. Signal wird für die Masse gemacht. Daher ist es genau der richtige Schritt 99% der Nutzer anzusprechen. Der Sinn von Messengern ist ja auch, dass ich mit Menschen kommunizieren will, und nicht, dass ich den „most-libre“ Messenger habe, den ich nur mit zwei Leuten verwenden kann.

        Wer 100% frei von Google sein will, der muss sich sowieso entweder ein iPhone/Windows Phone kaufen oder muss sich das mit dem Smartphone sparen. Ordentliche Alternativen zu Google Play gibt es auf Android Systemen noch nicht wirklich.

        Und verwendet Threema nicht auch die Google Play Dienste für die Notifications?

      2. Ich empfehle nach wie vor Threema, nicht Signal. Zum einen ist Signal vom der US-Regierung finanziert, während Threema ein eigenständiges Unternehmen mit klarem Geschäftsmodell (und Server in der Schweiz) ist. Andererseits ist die Verschlüsselungsbibliothek, welche Threema verwendet, quelloffen, aber quelloffenheit ist noch kein Garant für Sicherheit (vgl. Heartbleed).

    2. Nein, der Desktop ist keine Fernbedienung. Es ist ein normaler Client, der Nachrichten senden und empfangen kann wenn das Smratphone offline ist. Das Signal-Protokoll ist für den multi-device Fall ausgelegt.
      Bei Whatsapp ist der WebClient nur eine „Fernbedienung“, d.h. die Kommunikation läuft über das Smartphone.

      Zum Thema Google:
      Signal soll Ende zu Ende Verschlüsselung für die Massen bieten. Er ist nicht als Messenger für die geeks gedacht! Und da > 99,9% der Android Smarthpones die google play services installiert haben, ist es natürlich auch richtig diese zur Push Benachrichtigung zu nutzen. Der Nachteil von LibreSignal ist eben, dass kein Push-Netzwerk verwendet wird. D.h. es wird dauerhaft eine WebSocket Verbindung zu den Signal-Servern aufrecht erhalten. Das kostet erstens viel mehr Akku, und belastet zweitens auch die Server viel stärker.

  4. Zur Info: LibreSignal ist aktuell im F-Droid Archiv Repo erhältlich, es wird dran gearbeitet, dass es möglichst bald im normalen Repository erhältlich sein wird.
    Unterschied zum Signal ist aktuell die fehlende Anrufmöglichkeit und die fehlende Standortfreigabe. Statt auf GCM wird auf Websocket gesetzt. Anrufe funktionieren nicht, da der Redphone Server (ehemalig waren ja Textsecure und Redphone getrennt) soweit ich weiß Websockets nicht unterstützen und erschwetend kommt hinzu, dass dieser NICHT offen (Open Source) ist. Ich weiß nicht, wie Moxie und Co. das rechtfertigen, benutze (Libre)Signal aber dennoch, weil es eben eines der besten Produkte mit hohem Sicherheitsstandard ist.

  5. Ist es nicht so, dass, wer immer Googles Messaging oder Cloud „Services“ für Push-Nachrichten nutzt, die Meta-Daten auf Google-Server legt?

    Ist das nicht auch genau das Sinnen und Trachten von Google beim Anbieten dieser Dienste?

    1. Ja…und nein.
      Ja, Google hat damit Zugang zu bestimmten Metadaten. Die Push-Nachrichten selbst sind aber leer. Also Google weis nur „der Signal Server hat dieses bestimmte Smartphone grade geweckt“. Es steht z.B. nicht drinne, vom wem die Nachricht ist, die für den Push verantwortlich gewesen ist. Der Inhalt der Nachricht auch nicht (der wäre ja eh verschlüsselt). Trotzdem lassen sich damit natürlich ein paar Analysen fahren…

      1. Meine Antwort von gestern scheint es nicht durch den SPAM-Filter geschafft zu haben, daher nochmal:

        Ich denke ja. Google bzw. der Push Dienst von Google muss dein Smartphone adressieren können, um dir den Push zu vermitteln. Ich kenne keine Details, aber würde mich überraschen, wenn Google dabei nicht deine IP erfahren würde.

  6. Eigentlich will man weder Signal, noch Threema, Telegram oder sonstwas, sondern XMPP mit OMEMO. Funktioniert mit Conversations am Smartphone und Tablet und Gajim am Notebook und Desktop hervorragend.

  7. @Markus: Sicher, die Kombination von XMPP mit OMEMO ist ungeschlagen – offener Standard, föderiertes System, quelloffene Clients. Nur leider habe ich es nicht fertiggebracht, die OMEMO-Verschlüsselung bei Conversations zu aktivieren (OTR und PGP kein Problem, aber das ist ja der Schnee von gestern). Zugegeben: Wenn eine Software und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, muss es nicht immer an der Software liegen. Aber es spricht nicht unbedingt für ihre Benutzerfreundlichkeit.

    1. Hallo,
      es gibt keine spezielle Desktop Variante von LibreSignal. Soweit mir bekannt ist, ist Signal Desktop aber kompatibel zu LibreSignal. Also wenn du eine Desktop Version möchtest, musst du die von Signal nehmen. Link zu dieser ist oben im Artikel.

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