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Microsoft kauft LinkedIn – und viele fragen sich angesichts eines anhaltenden Abwärtstrends bei dem Karrierenetzwerk und des enormen Preises von 26 Millarden Dollar, was das soll. Gewinn hat LinkedIn wie so viele Netzwerkplattformen seit seiner Gründung 2002 jedenfalls noch nie gemacht. Microsoft-CEO Satya Nadella schreibt, es gehe darum, den größten Anbieter von Cloud-Diensten für den professionellen Kontext (Office 365, Outlook) mit dem größten Netzwerk für Business-Kontakte zusammenbringen. Durch die Verknüpfung ihrer Informationen und Dienste werde man professionellen Nutzern selbstverständlich großartige neue Angebote machen können.
Der Autor, Analyst und Berater Josh Bernoff hat dazu eine lesenswerte Einordnung geschrieben. Er argumentiert, dass die Entscheidung nicht nur strategisch konsequent ist, sondern auch mit erheblichen Auswirkungen auf die Nutzer einhergehen wird. Microsoft hat in erster Linie schließlich kein Soziales Netzwerk gekauft, sondern einen riesigen Datenschatz mit persönlichen Informationen über Arbeitnehmer und ‑geber, so Bernoff. Auch Nadela selbst benennt Targeted Advertising als zentrale Monetarisierungsmöglichkeit. Bernoff zufolge wird das dann so aussehen:
Nach dem Unternehmenserwerb wird Microsoft alles über Deine Arbeitswelt wissen. Es wird Deine Kollegen kennen, Deinen beruflichen Werdegang und Deine Fähigkeiten. Mit Office 365 wird es wissen, was Du in Powerpoint, Word und Excel bearbeitest. Wenn Du Outlook benutzt, wird Microsoft wissen, mit wem Du schreibst und worüber Ihr sprecht. Glaubst Du wirklich, dass es mit diesem Wissen nichts anfangen wird? Mit Hilfe von einem bisschen Künstlicher Intelligenz hat Microsoft die Möglichkeit, Dein komplettes Arbeitsleben zu kennen. (Ja, es mag ein oder zwei Jahre dauern, aber es wird kommen.) Was wird Microsoft mit diesem Wissen anfangen? Nadella sagt, es wird die Produkte, die Du nutzt, besser machen, weil es Deine Bedürfnisse kennt. Aber es wird Dich auch mit Werbung erreichen, die auf dem basiert, was Du auf der Arbeit gerade tust und was Du in deiner letzten Outlook-Mail geschrieben hast.