Überwachung

Neusprech im Innenministerium: „Clearnet“ und „Darknet“

Schon mal was vom „Clearnet“ gehört? Das Bundesinnenministerium erklärt das „Clearnet“ im Gegensatz zum dunklen „Darknet“. Das Bundeskriminalamt setzt außerdem fünf Teams ein, um im „Darknet“ aufzuklären.

Der Begriff „Darknet“ ist eigentlich ein eher umgangsprachliches Wort, mit dem Netzwerke beschrieben werden sollen, die mit kryptographischen Methoden und Anonymisierungswerkzeugen gesicherte, oft versteckte Dienste und Seiten anbieten. Erfunden wurde der Begriff vor rund fünfzehn Jahren und zog durch die wohl erste wissenschaftliche Erwähnung im Jahr 2002 auch in die Academia ein. (Das Papier „The Darknet and the Future of Content Distribution“ ist hier als .doc-Datei des Beitrags verlinkt.) Die Presse nahm den griffigen Terminus dankbar auf, so verbreitete sich die Bekanntheit des Wortes.

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Dieses „Darknet“ und generell Anonymisierungswerkzeuge werden in den letzten Jahren zunehmend und recht einseitig als Hindernisse für Strafverfolger dargestellt, übrigens neben der „privaten Nutzung des Live-Streamings“. Positive Aspekte hingegen, die von der Nutzung von Verschlüsselungs- und Anonyminierungswerkzeugen ausgehen, werden gern ausgeblendet.

Eine abschließende Definition, was das „Darknet“ genau umfasst und was nicht, gibt es nicht, typischerweise sind aber verschiedene Arten von sicheren Peer-to-Peer-Netzen gemeint sowie versteckte Dienste aller Couleur, oft wird das Tor-Netzwerk assoziiert. Entsprechend ist auch die Anzahl der Dienste, Services, Verzeichnisse, Relays sowie Nutzerzahlen oder der Datendurchsatz nur schwer zu vermessen.

Das „große, dunkle Netz“ erklärt

Das Bundesinnenministerium (BMI) springt nun aber in die Bresche, erhebt den Begriff „Darknet“ zu einer Art wohldefinierten Bezeichnung und ordnet im Vorbeigehen das Netz der Netze in die Kategorien Clearnet und Darknet. Irgendwo dazwischen ist auch noch ein Deep Web. Endlich definiert das mal einer!

anonym im darknet
Anonym im „Darknet“.
Foto: CC-BY 2.0, floriankuhlmann

Der Grund für die Einlassungen des BMI sind die Meldungen, dass sich der Münchner Amokläufer die Tatwaffe irgendwo in diesem „Darknet“ besorgt haben soll. Während der bayerische LKA-Präsident Robert Heimberger gestern noch ernsthaft folgende Definition brachte:

„Das Darknet ist ein sehr großes, dunkles Netz“,

erklärte nun Tobias Plate, Sprecher des BMI, in der Bundespressekonferenz gestern wörtlich:

Im Prinzip muss man drei Dinge unterscheiden: Zunächst gibt es das sogenannte Clearnet […] und das Deep Web. Das Clearnet ist der Teil des Internets, der über ganz normale Browser erreichbar ist, den Sie alle kennen und der mit normalen Suchmaschinen gefunden werden kann.

Dann gibt es das Deep Web. Das ist Teil des ganz normalen Internets, aber mit normalen Suchmaschinen nicht auffindbar, weil Seiten nicht verlinkt sind, sie von Suchmaschinen nicht indexiert sind oder man konkrete Zugangsdaten braucht.

Schließlich gibt es das Darknet bzw. eigentlich sogar verschiedene Darknets, die nur über spezielle Software und mit Kenntnis der Zieladressen und gegebenenfalls der Zugangsdaten erreichbar sind. Die bekannteste Variante davon ist das Tor-Netzwerk mit seinen kryptischen Adressen, die zum Beispiel auf .onion enden und über den Tor-Browser erreichbar sind.

„Clearnet“ ist ein wunderbares Beispiel für Neusprech, es wirkt durchsichtig und hell, ganz anders als dieses dunkle „Darknet“, wo die Nachteulen ihrem mindestens anrüchigen Treiben nachgehen. Dabei ist „Clearnet“ keine gebräuchliche Einordnung, wenn es um die Kategorisierung von Netzen geht. Es könnte aber gut sein, dass der Begriff jetzt einen Aufschwung erlebt.

Nimmt man diese Einteilung der Netze erstmal so hin, dann ist die nächste Frage, wo eigentlich die legalen und illegalen Waffen-Shops sind. BMI-Sprecher Plate erklärt:

In allen Bereichen des Internets, auch im Clearnet, gibt es Plattformen der sogenannten „underground economy“, auf denen vielfältige Angebote illegaler Waren und Dienstleistungen zu finden sind. Insbesondere im Darknet gibt es gehäuft Marktplätze, auf denen Produkte wie zum Beispiel Waffen, Rauschgift, Falschgeld, Kreditkartendaten, Hackertools und allerlei Ähnliches angeboten werden. Dort wird in der dezentralen Kryptowährung Bitcoin bezahlt. All das gewährleistet ein hohes Maß an Anonymisierung und Verschleierung von Zahlungsströmen. Die Güter werden häufig mit normalen, üblichen Paketdiensten geliefert.

Kriminalität kommt also überall vor, im „Darknet“ häuft sie sich allerdings. Diese Häufung wird zwar nicht zahlenmäßig untermauert, aber erscheint auch nicht unrealistisch. Dass allerdings nur „dort“ in Bitcoin abgerechnet würde, ist zweifelhaft. Und Bitcoin erlaubt das Nachvollziehen von Zahlungsströmen durchaus.

Da Waffen physische Güter sind, braucht man am Ende für die Lieferung so etwas wie eine Post. Die wollte man übrigens noch nie verbieten, obgleich schon Erpresserbriefe in Briefkästen geworfen und „Rauschgifte“ in Paketen verschickt wurden, bevor überhaupt nur ans Internet, geschweige denn ans „Darknet“ zu denken war.

Plate erklärte im Anschluss noch, dass im Bundeskriminalamt nun fünf Teams für die Aufklärung von Straftaten im Bereich „Cybercrime“ im „Darknet“ eingerichtet wurden.

Die ganze Bundespressekonferenz hat Tilo Jung aufgezeichnet. Der fragliche Dialog beginnt etwa ab Minute 17.

Update: Hier ist außerdem noch die „Matrix-Edition“ in Kurzform:

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44 Kommentare
  1. Sind Facebook und Twitter dann Deep Web? Denn man braucht Zugangsdaten und Profile sind möglicherweise nicht indexiert oder gar „privat“. Ist jedes Forum dann nicht auch automatisch Deep Web und das Intranet einer jeden Uni und Firma dann eventuell sogar „Darknet“ weil man eine „spezielle VPN Software“ benötigt.

    1. Antwort laut unseren Cyber-Spezialisten: Aber sowas von!

      Hoffentlich lauert unseren Bundeswehrsoldaten im rechtsfreien Cyberra nicht jemand auf und verschleppt sie in ein dunkles Darknet, oder taucht ihre Köpfe zum legalen Waterboarding gar in ein tiefes Deepweb?! Dann nimmt ihnen jemand die Smartwatches ab und schmilzt die Hardware ein, um in der Waffenindustrie 4.0 neue Cyberwaffen daraus zu schmieden …

    2. FB: genau. Deep Web ist durchaus „wertfrei“ und mWn hier korrekt gebraucht, es geht um den nicht suchmaschinenindexierten Teil des Netzes. Twitter soweit ich weiss nicht, Google hatte da zeitweise keinen Zugriff, aber AFAIK sind die öffentlichen Tweets durchaus öffentlich und ohne Anmeldung sichtbar.
      Nicht googleindexierte Forenbereiche sind auch Deep Web. Korrigiere mich wer, aber ich meine, der Begriff kam u.a. als „Eisbergmetapher“ angesichts der „Suchmaschine X hat y Drölfzillionen Seiten im index“-Statements dahingehend, dass das noch lange nicht „das Web“ ist.
      Intranet: *das* scheint mir ein wenig an den Haaren herbeigezogen, weil ein Intranet eben von vornerein kein Internet ist. In ein Intranet kann man, wenn man sich als identifizierbarer, zugehöriger Nutzer anmeldet. In ein Darknet kann man durchaus auch und gerade ohne Identifikation, und insbesondere ohne Identifiziertwerden.

      Kurz, weils vielleicht die Fragerintention war: Abgesehen vom „Clearnet“-Gefasel und dem allgemeinen Abgrund an Kriminalitätspanik: die verwendeten Definitionen von Darkweb und Deepweb sind durchaus korrekt/in Ordnung.

      1. „weil ein Intranet eben von vornerein kein Internet ist“
        Na Moment mal! Das Intranet ist ein ganz normales Internet — da wird ganz normales IP Protokoll gesprochen und Geräte sind miteinander vernetzt. Da man in ein Intranet von außen nicht hinein kommt bzw. nur mit Zugangsdaten und man ggf. ertmal die Adressen mit einer speziellen Software (ARP, DHCP client, nmap) ermitteln muss, ist es also ein „Darknet“. Der Begriff des „Darknets“ ist völlig irrsinning und wird immer dann gebraucht, wenn er opportun erscheint.
        Siehe auch:
        2014:
        https://lists.torproject.org/pipermail/tor-talk/2014-May/032913.html
        https://lists.torproject.org/pipermail/tor-talk/2014-May/032922.html (und im Thread folgende)
        2015:
        https://lists.torproject.org/pipermail/tor-dev/2015-February/008270.html

        1. Ich seh, worauf du hinauswillst und ja, die Protokollebenen sind die gleichen. Aber der Punkt ist eben, dass ein Intranet *identifizierbare* Personen und nur diese zulässt und andere ausschließt, ein Darknet diese Exklusivität eben nicht notwendigerweise (und in der Regel nicht) hat und Identifizierbarkeit idR per Design verhindert. „Kein Internet“ nicht im Sinn von „anderes Protokoll“, sondern eben nicht „Inter“.
          Wirklich, ich bin der Letzte, der absichtsvolle Begriffsunschärfen bei durchgeknallten Überwachungsfetischisten nicht zum Kotzen findet, aber Begriffsunschärfen bekämpft man nicht damit, zu behaupten, das Unisekretariat ist technisch und sozial gesehen dasselbe wie ein Hidden Service.

          1. Richie schrieb:
            Ich seh, worauf du hinauswillst und ja, die Protokollebenen sind die gleichen. Aber der Punkt ist eben, dass ein Intranet *identifizierbare* Personen und nur diese zulässt und andere ausschließt, ein Darknet diese Exklusivität eben nicht notwendigerweise (und in der Regel nicht) hat und Identifizierbarkeit idR per Design verhindert. „Kein Internet“ nicht im Sinn von „anderes Protokoll“, sondern eben nicht „Inter“.

            Nur eine Historische Korrektur zur Technik.
            1. Das Protokoll IST zwar oft das gleiche, aber das MUSS es nicht. In den Anfängen der Vernetzung gab (und gibt es teils) noch alternativen wie z.B. IPX/SPX und generell werden heute gerne Protokolle ineinander verschachtelt oder übereinander gestapelt. So z.B. bei VPN wo IP (o.a.) in IP eingepackt wird.
            2. (Inter = zwischen) ist im Kern immer noch das Wesentliche. Denn es gibt nicht DAS INTERNET. Es gibt eigentlich nur viele TCP/IP-Netze (auch INTRAnets, also Innen-Netze) die miteinander verbunden sind. So fing es an EIN großes „Internet“ zu werden – in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber es bleiben separate Netze die nur durch Router und Gateways miteinander gekoppelt sind.
            3. Die Identifizierbarkeit als Kriterium ist auch relativ. Sicherheitsorgane haben sicher mehr möglichkeiten nutzer zu identifizieren, egal wo sie sich rumtreiben. Und nur weil etwas nicht zugänglich ist muss sich dahinter nichts übles verstecken – aber auch nichts gutes. Und ja, Jeder der mehr als ein Internet-taugliches Gerät hat, und damit einen Router braucht, der hat Defacto ein eigenes Intranet.
            Die Probleme des Internet sind m.E. eher Sozialer(Miteinander statt gegeneinander), Ethischer (sollte man XYZ tun?) und Moralischer(etwas tun, nur weil’s geht?) Natur und damit von Menschen gemacht, gewollt und verschlimmbessert. Und, es gab diese Probleme schon vor dem Internet. Wenn die Menschen (=Alle!) nicht bessere werden, wie kann man da erwarten das die Probleme weniger werden.

    1. In der /etc/ferm.conf benutzen selbst die Macher von Tails den Begriff „Clearnet“ schon seit mehreren Jahren. Der Nutzer, mit dem der Browser für direktes Internet geöffnet ist, heißt dort sogar „clearnet“.

  2. Das ist einfach richtige Augenwischerei. Die Bezeichnung Darknet war schon total irreführend. Jetzt noch den Begriff Clearnet in’s Spiel zu bringen, ist doch die Spitze des Eisbergs. Das „clearnet“ von dem hier die Rede ist, ist doch alles andere als clear. Wo holen sich denn die ganzen Leute die Krypto Trojaner und sonstige Malware?
    Das Internet ist einfach ein wenig komplizierter – jetzt zu versuchen die technischen Möglichkeiten in Hell und Dunkel oder Gut und Böse zu unterteilen – was die Begrifflichkeiten eindeutig vermitteln – ist doch richtiger Unfug!
    Wenn die Leute verstehen wollen, wovon die Rede ist, sollten sie verstehen was technisch dahintersteckt – und nicht was manche Idioten daraus machen oder es ausnutzen. Denn wie schon gesagt – der Postkasten wurde auch nicht verboten ..
    Grüße aus’m Pott

    1. Ich habe leider das Gefühl, dass die Menschen immer weniger über das Internet und ihre eigenen Geräte wissen (môchten). Daher sieht es schlecht aus …

      1. Auf der einen Seite stimme ich dir zu – die Leute lesen nur noch Headlines und schnappen dabei Begriffe auf wie Darknet, Clearnet usw. – Leider folgt daraus nicht das Verständnis. Ich schätze das eher ein wie eine Art Vorurteil:

        „Ich habe mal gelesen, dass das nur für Kriminelle ist!“

        Andererseits wird man aber kaum Herr über das Problem, wenn die Leute nicht wissen, worum es geht. Und technisch gesehen, wissen es die wenigsten – leider.
        Also eigentlich stimme ich dir ganz zu Frl. Unverständnis :D

        Grüße aus’m Pott

  3. Nette Definition – damit ist jedes VPN ein Darknet. Genaugenommen sogar jedes firmeninterne Netzwerk. Fritzbox daheim? -> mindestens Deep- wenn nicht sogar Darknet.
    robots.txt auf dem Server? -> Deepnet
    Netz des Bundestags -> Darknet

  4. Ja, die Übertreibungen der Politik können nerven, aber wie schon festgestellt: Die zitierten Beschreibungen (Dark und Deep) sind ganz brauchbar – obwohl es eine recht technische Materie ist und die Begriffe auch nach meinem Eindruck (bisher) nicht einheitlich verwendet wurden.

    Im Zweifel kann man ja auch mal bei Wikipedia schauen:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Clearnet
    > Clearnet may refer to:
    > …
    > * Clearnet (networking), non-darknet networks
    > * Surface Web, non traditional search indexable content

    Gruß aus Berlin,
    Jens

  5. Hey, die haben unsere Sprachregelung aus Freenet übernommen ☺

    „Clearnet“ ist dort solange ich denken kann die Bezeichnung für das normale Netz. Also für die Seiten, auf die Freenet-Nutzer nicht zugreifen können, ohne zu riskieren ihre Identität preiszugeben. Der älteste Beitrag, den ich dazu gerade gefunden habe, stammt allerdings von 2010: http://127.0.0.1:8888/SSK@sHYJ0zaLjU6x9PPP1CR3UIvpXusXOyGxOEQCfnmOHfY,hZ7jGVAqQ-AOWDiRju773uXwwmLfPSRoJUn1jiMEApc,AQACAAE/fms-185/

    Was sagt es uns, dass das BKA die Bezeichnung aus Freenet übernimmt? Zumindest, dass die Vermutungen zu Neusprech weit hergeholt sind: Das BKA hat den Begriff nicht erfunden, sondern liest vermutlich einige der anonymen Blogs in Freenet.

  6. Der Neusprech dürfte wohl da herkommen https://en.wikipedia.org/wiki/Clearnet_(networking) dort auch ein Link zu https://en.wikipedia.org/wiki/Darknet

    Es sind also Anglizismen aus Wikipedia.

    Aktivisten und Tor-Nutzer sollten sich also nicht angesprochen fühlen von den Begriffen. Wir sind ja auch keine Kriminellen. };

    Lasst doch den Ermittlern ihren Neusprech. Immerhin macht er einen Unterschied zur Tor-Nutzung. Diesen Unterschied (schwere Kriminalität) jedoch muss man den Leuten halt klar machen, dazu zählen offenbar aber auch einige aus unserer Szene.

    1. As of 2015, „The Darknet“ is often used interchangeably with the dark web due to the quantity of hidden services on Tor’s darknet. The term is often used inaccurately and interchangeably with the deep web due to Tor’s history as a platform that could not be search indexed. Mixing uses of both of these terms has been described as inaccurate, with some commentators recommending the terms be used in distinct fashions.

      https://brightplanet.com/2014/03/clearing-confusion-deep-web-vs-dark-web/

  7. @ Constanze

    Bitte erklärt doch nochmal die Unterschiede zwischen:

    – Clearnet (das ist ein geläufiger Begriff auch abseits von Behörden/Ministerien)
    – Deepweb (nein, das ist nicht dasselbe wie Darknet)
    – Darknet (nein, das ist nicht Tor, auch nicht nur Tor Onion Services, sondern auch noch i2p und Freenet)

      1. „web“ ist eine Anwendung im „net“, daneben gibt es noch Mail, Messaging, Streaming usw. – der Unterschied ist also zwischen Anwendung(sprotokoll) und Übertragung.

        Beim Netz kann man zwischen dem offenen Internet und privaten Netzen unterscheiden (auch als VPN über das Internet oder eben als getrennte Netze). Nix mit „Dark“ & „Clear“, aber eben ggf. auch ein anderer Aspekt der Betrachtung (Übertragung statt Anwendung).

        „Dark Web“ wäre aus dieser Sicht bspw. die Nutzung des Tor-Browsers. Es gibt aber auch noch andere Protokolle/Anwendungen, wie von User Nager dargestellt.

        Daher ist „deep web“ noch der am besten definierte Begriff, es geht um das Web, es ist möglicherweise zugreifbar, aber ggf. „tief“ auf dem Server vergraben, bspw. in Datenbanken oder auf dynamischen Spezialseiten.

        Gruß aus Berlin,
        Jens

        1. Hmm, jetzt sollten wir wohl doch mal die Begrifflichkeiten klären.

          Mir schien es bisher immer so zu sein:

          Clearnet = alle normal erreichbaren Internet-Dienste wie WWW, E-Mail, IRC, XMPP, Torrents

          Surface/Visible Web (Teilmenge von Clearnet) = Browsing zu netzpolitik.org oder alternativ über google.de auf netzpolitik.org (Beispiel)

          Deep Net (unterhalb des Clearnets) = M2M-Kommunikation, Datenbanken, Industriesteuerungen (alles, was nicht direkt über gängige Internet-Dienste läuft)

          Dark Net (unterhalb des Deep Nets) = P2P-Kommunikation oder P2P-Sites, die nur über Tor Hidden/Onion Services, Freenet, I2P (gibts noch was?) erreichbar sind

          Dark Web (Teilmenge des Dark Nets) = Browsing auf Websites via Tor Hidden/Onion Services z.B. auf die Dark Web Präsenz von Facebook

          Es gibt also noch den Unterschied zwischen Web und Net, wie Jens richtig schreibt.
          Web ist eigentlich alles, das man über Browsing erreichen kann.
          Zum Net gehören neben Web auch noch andere Internet-Dienste wie E-Mail, IRC, XMPP, Torrents (was noch?)

          Oder liege ich falsch?

    1. Tor ist definitiv kein „Darkweb/-net“
      – Tor kann indexiert und durchsucht werden (http://msydqstlz2kzerdg.onion/ bzw. https://ahmia.fi/)
      – Um Tor zu erreichen braucht man keine „Spezialsoftware“, es ist z.B. ganz normal durch https://www.tor2web.org/ zugreifbar (außer Firefox zählt als Spezialsoftware)
      – Verschlüsselung ist im Internet ubiquitär, kein Alleinstellungsmerkmal, das sich fuer eine Definition eignet

      Falls der Bundesregierung http://p6dpm4ozk6d2pxqa.onion/ „kryptisch“ ist, dann sollte sie mal einen Blick auf „xn--thringen-75a.de“ werfen.
      Der Begriff „Darknet“ möchte suggerrieren, dass es besonders kriminell sei (etwa um es gleichzusetzen mit „Untergrund“, „Schattenwirtschaft“). Jeder versteht etwas anderes darunter. Absolut unbrauchbar in einer Diskussion.

    2. Tor ist definitiv kein „Darkweb/-net“
      – Tor kann indexiert und durchsucht werden (http://msydqstlz2kzerdg.onion/ bzw. https://ahmia.fi/)
      – Um Tor zu erreichen braucht man keine „Spezialsoftware“, es ist z.B. durch https://www.tor2web.org/ zugreifbar (außer Firefox zählt als Spezialsoftware)
      – Verschlüsselung ist im Internet ubiquitär und kein Alleinstellungsmerkmal das sich fuer eine Definition/Abgrenzung eignet

      Falls der Bundesregierung https://facebookcorewwwi.onion/ „kryptisch“ ist, dann sollte sie mal einen Blick auf „xn--thringen-75a.de“ werfen.
      Der Begriff „Darknet“ möchte suggerrieren, dass es besonders kriminell sei (etwa um es gleichzusetzen mit „Untergrund“, „Schattenwirtschaft“). Jeder versteht aber etwas anderes darunter. Absolut unbrauchbar in einer Diskussion.

  8. @constanze

    ich weiß nicht, was du hast. für einen bmi-sprecher hat herr plate die dreiteilung zwischen „clear“, „deep“ und „dark“ doch relativ gut dargestellt. hätte ich ihm gar nicht zugetraut (auch wenn ihm das wahrscheinlich vorher jemand aufgeschrieben/erklärt hat).

  9. Wie kommt es, dass Herr Plate in seiner Aufzählung Kinderpornos nicht erwähnt hat? Oder trumpfen aktuell Waffenkäufe?
    So schwer den Überblick über all die Sachen zu behalten, vor denen man Angst haben soll.

    1. Lieber moment mal!!

      Ein guter Schafskopf-Spieler weiß, was „trumpft“. Ansonsten wäre Medienkompetenz nichts wovor man sich fürchten müsste. Gerade die älteren unter uns haben schon so manche Sau in den Straßen gesehen, die von den Medien durch die Republik getrieben wird.

      Es fehlt Ihnen derzeit das Thema „Kinderpornografie“ im Angebot? Bei allem Verständnis, die nächsten 4 Wochen wird das Thema „Trittbrettfahrer“ abgearbeitet.

  10. „Die Güter werden häufig mit normalen, üblichen Paketdiensten geliefert.“

    Was ist denn nun ein normaler, üblicher Paketdienst? Clear-DHL? Deep-Hermes? Dark-UPS?

    1. Paketdienste sind offensichtlich ein Darknet: Man kann nur teilnehmen, wenn man die privaten Adressen kennt, und wer nicht selbst über eine entsprechende Adresse verfügt, kann auf die Inhalte nur über Drittanbieter zugreifen.

      Sie sind sogar gegen Deep-Paket-Inspektion geschützt — durch das Fernmeldegeheimnis.

    2. @Dennis
      FED EX + TNT sind zusammengegangen.
      Im Darknet fungieren Sie als TNT/EX .
      Wenn dieser Paketdienst vor Ihrer Tür steht ,dann bitte gehen Sie in Deckung,oder laufen Sie um Ihr Leben.

  11. … da habe ich von Politikern aber schon
    deutlich schlechtere Beschreibungen
    von technischen Zusammenhängen gehört.
    Ich sage nur >>Daten-Highway und Neuland<< ….
    Wichtig sind die Ziele der verwendeten Sprache.
    Und es ist doch auch nur die Ouvertüre, für etwas viel größeres ;-).

  12. Das Darknet ist ein sehr großes, dunkles Netz

    – Da ist einfach mal ALLES Falsch.

    Insbesondere im Darknet gibt es gehäuft Marktplätze

    – Stimmt ist ja auch so groß…

  13. Hier wird das uns bekannte Internet als etwas grundsätzlich positives dargestellt, aber auch das Clearnet birgt Gefahren. Dies bemerkt man schon daran, dass das Clearnet nicht das Brightnet ist und dass das Surface Web nun einmal kein Highweb ist. Ich wünsche mir ein Internet, in welchem ich mich nirgends anmelden muss und mir keine Webseite mehr mit irgendwelchen zahlungspflichtigen Premiumangeboten oder einer nervigen Klarnamenpflicht wie auf Facebook kommen kann, solch ein Internet wäre das wahre Brightnet, denn im Brightnet/Highweb hat der Digitale Kapitalismus nichts verloren, Datenkraken wie Google, Facebook etc. haben ebenso wenig Zugriff darauf wie Zahlungspflichtige Anbieter irgendwelcher Dienste. Ich vermisse genau dieses sozialistische Gegengewicht zum Darknet!!! Übrigens: Zensur hilft nicht, das ist bestenfalls der falsche Weg und treibt die Menschen ins Darknet!!!

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