Ein neues Anti-Terror-Gesetz im russischen Parlament will Hintertüren für den Geheimdienst FSB bei allen verschlüsselten Messenger-Apps verpflichtend einführen. Das berichtet The Daily Dot unter Berufung auf russische Medien. Die Begründung der ultra-konservativen Senatorin Yelena Mizulina für das Gesetz ist abenteuerlich: Die Maßnahme sei notwendig, weil in geschlossenen Messenger-Gruppen Teenager gebrainwashed würden, um Polizisten zu töten. Mizulina fordert auch eine Vorzensur von Inhalten in Messengern.
Im selben Anti-Terror-Gesetz ist zudem eine Verlängerung der russischen Vorratsdatenspeicherung von sechs auf 36 Monate enthalten, berichtet Fortune. Außerdem soll eine sechsmonatige Speicherung der Kommunikationsinhalte eingeführt werden. Auf diese hätte Behörden dann „on demand“ Zugriff, berichtet The Moscow Times.
Russlands Ermittlungsbehörden haben heute schon weitreichende Überwachungsbefugnisse. Mit SORM darf der Geheimdienst FSB schon heute alle Kommunikationen speichern.
Update:
Das Gesetz wurde am 24. Juni von der Duma beschlossen, berichtet heise.de.
Einige Passagen wurden wohl – auf Geheiß des Kremls – ein bisschen entschärft, berichtet Sueddeutsche.de.
