Im Rahmen der EU-Urheberrechtsreform wirbt Mozilla mit einer eigenen Kampagne für einen Wandel hin zu mehr Nutzerrechten. Ähnlich wie bei der bereits etwas älteren, aber immer noch sehr aktuellen Recht auf Remix – Kampagne, wirbt Mozilla für die Legalisierung von Memen. Und hat dafür zwei kurze Werbe-Videos gemacht:
Über das Problem der sogenannten Panoramafreiheit informiert die Mozilla-Kampagnenseite postcrimes.org und fordert Nutzer auf, ein Protest-Selfie hochzuladen, was dann mit einem Hintergrundbild wie dem Eiffelturm hinterlegt wird, aber zumindest in einzelnen EU-Staaten nicht legal ist.
Günther Oettinger erklärt EU-Urheberrechtsreform: „Sie haben der User gemeint, der ist nicht unser Gesprächspartner“
Gestern war EU-Digitalkommissar Günther Oettinger zu Gast in der Bundespressekonferenz in Berlin und verwirrte die anwesenden Journalisten mit Antworten, die keiner verstand. Zum Thema Meme hatte ich auch eine Frage gestellt und zwar wollte ich wissen:
„In den USA sind politische Meme von der Meinungsfreiheit gedeckt und legal, obwohl sie auch das Urheberrecht betreffen, es geht um transformative Werkformen. In Deutschland ist das, sagen wir mal kulturell auch akzeptiert, wenn man sich Facebook-Seiten von Politikern aller Parteien anschaut, aber hochgradig illegal. Planen Sie im Rahmen der EU-Urheberrechtsreform eine Bagatellschranke? Wenn nein, warum nicht?“
Ich hab auch eine Antwort bekommen, aber auf eine Frage, die ich gar nicht gestellt hatte. Dafür erklärte Günther Oettinger, dass Spotify fair vergüten würde. Was ich bisher noch von keinem Künstler gehört habe.
„Sie haben der User gemeint, der ist nicht unser Gesprächspartner. Unser Gesprächspartner ist die gewerblich tätige Plattform. Wir wollen Verantwortung und Pflichten für die Online-Plattformen schaffen, die Inhalte haben und die, indem die Inhalte heruntergeladen werden, mit Werbung Milliarden verdienen, aber davon dem Inhalteeigentümer für Musik, Gesang oder für Film nichts oder unfair geringe Anteile abgeben. Ganz konkret bei Musik, Spotify: Marktführer, Sitz in Sweden. Sagen wir alle Bands, Musiker und Sänger, egal ob Rock, Pop oder Klassik vergütet fair, legt offen und da geht ein fairer Anteil an die geistigen Urheber, an die kreativ Tätigen. YouTube und andere: das Gegenteil. Wollen hier im Grund genommen sowohl einen fairen Wettbewerb zwischen Spotify und anderen und „Fair Renomination“ [Genuschelt] einen fairen Anteil der Vergütung für die, die für die Inhalte mit ihrer Begabung und mit ihrer Leistung auch verantwortlich sind. “
