Linkschleuder

Montag in Berlin: Private-Screening einer neuen NSA-Dokumentation mit Diskussion

Ausschnitt aus „A good american“.

Am Montag Nachmittag, den 20.6.16, gibt es um 16 Uhr im Kino Babylon ein privates Screening der Dokumentation „A good american“ von Friedrich Moser über den ehemaligen technischen Direktor der NSA und späteren Whistleblower Bill Binney. Anschließend wird über den Film und das Thema diskutiert.


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Bill Binney wird vor Ort sein und zusammen mit Christian Ströbele und mir über „How to fix national security“ sprechen. Moderiert wird die Diskussion von Sarah Harrison von der Courage Foundation. Eine Simultan-Übersetzung ist geplant.

Das ist eine Veranstaltung der Courage Foundation zusammen mit ExposeFacts und netzpolitik.org. Der Eintritt ist frei, es gibt aber nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen.

Aus der Einladung:

A GOOD AMERICAN (2015) ENG/DE mit Untertiteln
Gesamtdauer: 100 Minuten.
Genre: Dokumentarfilm

Filmbesetzung: Bill Binney, Thomas Drake, Kirk Wiebe, Ed Loomis, Diane Roark, Jesselyn Radack

Bill Binney wurde 1997 Technischer Direktor der NSA, Höhepunkt einer langen Karriere in der Agency. Zusammen mit seinen Kollegen entwickelte er einen ausgeklügelten operativen Prototyp eines
Überwachungsprogrammes namens ThinThread, das die Fähigkeit hatte, potenzielle terroristische Aktivitäten in Echtzeit zu erkennen und zu analysieren. Das Programm war mit eingebauten Schutzmechanismen versehen, welche die anlasslose, allgegenwärtige, globale Massenüberwachung verhindert hätte, die später von Edward Snowden aufgedeckt wurde. Das ThinThread-Programm war perfekt – bis auf einen Punkt: Es war viel zu billig.

Das ThinThread-Programm wurde drei Wochen vor den Anschlägen vom 11. September 2001 eingestellt, wegen „Veränderungen in der Prioritätenliste“, angeordnet von NSA-Direktor General Michael Hayden. Binney und seine Kollegen in der NSA waren entsetzt. Bis heute sind sie überzeugt, dass ihr viel schlankeres, weniger teures und zielgerichtetes Programm den 11. September hätte sehr wohl vereiteln können. Der Film von Friedrich Moser erzählt die Geschichte derjenigen, die beteiligt waren am Bau dieses bahnbrechenden Systems – der Massenüberwachung technologisch überlegen, verfassungskonform und zu einem Bruchteil ihrer Kosten.

Dieser Film versteht sich als Mittel zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und als Mittel der Aufklärung in einer globalen Debatte über Reformen der Geheimdienste, die nationale Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre für Bürger weltweit – basierend auf den Erkenntnisse derer, die einen Weg gefunden hatten, Sicherheit und Schutz der Privatsphäre zu vereinbaren. Zugleich ist der Film aber auch ein abschreckendes Zeugnis dessen, was denen widerfährt, die die Wahrheit aufzudecken. Wir würden uns freuen, wenn Sie an der geschlossenen Vorführung dieses wichtigen Films teilnehmen und danach mit dem Panel mitdiskutieren würden, über die Reform der Geheimdienste, deren Aufsicht und den Schutz der bürgerlichen Freiheiten, im Bestreben eine Bewegung zu konsolidieren.

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15 Kommentare
    1. Ja, die Doku beweist, dass es auch nicht-invasive Rasterfahndung gibt! :)

      Seid mir nicht böse, aber das Binney Fanboytum hat was Stockholm-Syndrom.

      1. „[…]Binney Fanboytum hat was Stockholm-Syndrom[…]“

        Das hängt vom Blickwinkel ab.
        Wenn ‚Swagalicious‘ aka PUTOS Obama sein Bühnenauftritt hat, gibt es auch mehr als genug Fanboys.

      2. „[…]Binney Fanboytum hat was Stockholm-Syndrom[…]“

        Das hängt vom Blickwinkel ab.
        Wenn ‚Swagalicious‘ aka POTUS Obama sein Bühnenauftritt hat, gibt es auch mehr als genug Fanboys.

  1. Klingt sehr sehr spannend! Würde gerne kommen.
    Wo ist denn das genau? Irgendwie sehe ich den Veranstaltungsort nicht, vielleicht bin ich auch nur grade blind…

      1. Ich weiß ja, dass ihr alle in Berlin sitzt. Trotzdem werdet ihr hoffentlich überregional gelesen. Deshalb fände ich es voll toll, wenn ihr bei so Veranstaltungen explizit dran schriebet, dass sie in Berlin (oder eben auch nicht) stattfinden.

  2. Das Thema ist hochinteressant, aber die Diskussion dürfte doch ein bißchen eintönig verlaufen, da alle drei Teilnehmer sich inhaltlich ziemlich nahe stehen und an einem Strang ziehen dürften, oder?

    1. Dürfte so verlaufen wie sie immer verläuft, wenn der Gesunde Menschenverstand vorherrscht, und nicht ein bezahlter Lobbyist, wie er aus political correctness bei ARD und ZDF immer mit am Tisch sitzt, einfach nur seinen Katalog runterplappert.

      1. Es muss ja nicht ein Lobbyist eingeladen werden und es gibt trotz aller Unkenrufe in allen politischen Lagern Menschen mit Argumenten und gesundem Menschenverstand. Und so wie ein polit. Blog langweilig werden würde, wenn sich alle Kommentatoren immer nur gegenseitig in ihrer Meinung bestätigen, so würde es dem Menschenverstand gefallen, wenn er andere, gute Argumente hört und abwägt – denn gerade das Abwägen der Argumente dient doch der politischen Meinungsbildung und kann Menschen für eine Sache gewinnen.

  3. Da ich als Süddeutscher leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen kann, habe ich mich mit meiner PLZ hier eingetragen:
    http://www.kino-zeit.de/filme/a-good-american.

    Sobald der Film in einem Kino in der Nähe ausgestrahlt wird, sollte ich Bescheid bekommen.

    @Markus Beckedahl: Thx für den Artikel – hatte von dem Film noch nichts gehört, obwohl ich an der Thematik sehr interessiert bin und mich auch informiere :)

  4. Dieser Film versteht sich als Mittel zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit …

    Die Öffentlichkeit ist im 3. Jahr der Zeitrechnung nach Snowden nun wirklich genug sensibilisiert.

    Nicht erreichbar für „Sensibilisierung“ sind weiterhin Wach-Minister de Maiziere samt Entourage and alike wegen chronifizierter systematischer Desensibilisierung. Bei diesem immunisierten Personenkreis ist mit netten Filmchen wohl nix zu bewegen.

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