USA versuchte in mehreren Ländern Social Networks zu etablieren

Nicht nur in Kuba haben die USA versucht, ein soziales Netzwerk einzurichten, um ihre politischen Ziele voranzutreiben und die öffentliche Meinung von Innen heraus zu beeinflussen. Nach Angaben der New York Times hätten US-Regierungsvertreter am Freitag bestätigt, ebenfalls in anderen Staaten wie Afghanistan, Kenia und Pakistan derartige Versuche unternommen zu haben.


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Wie in Kuba auch sind die Versuche in Afghanistan und Pakistan gescheitert, weil die Dienste nicht in der Lage waren, sich selbst zu finanzieren, da es an einer langfristigen Planung fehlte. Im Gegensatz zu Kuba und anderen Ländern, die durch das US-Entwicklungsministerium durchgeführt wurden und werden, war die Aktion in Afghanistan durch das Außenministerium koordiniert. In Kenia läuft das Projekt mit dem Namen „Yes Youth Can“ derweil noch, Nigeria und Zimbabwe stehen auf einer Liste zukünftiger Planungen.

Natürlich wurden die Programme offiziell nicht zu Zwecken der pro-amerikanischen Meinungsbildung initiiert, sondern unter der Flagge von Hilfe zum Austausch von Informationen und der Errichtung von niederschwelliger Kommunikation. Zum „Yes Youth Can“-Projekt findet man folgende Beschreibung:

The bunges provide a structure and a forum for young women and men to mobilize and take action to improve their own lives and those of their neighbors, develop new leadership skills, promote transparent decision-making about their priorities, engage their collective voice on decisions that affect them and revive the true spirit of harambee (a Kenyan tradition of community self-help events).

Diese Behauptungen sind je nach Programm unterschiedlich glaubwürdig. Während manche Programme im Verborgenen in amerikanischer Hand lagen, wie beispielsweise in Afghanistan, waren andere offiziell von der USA bereitgestellt. So dasjenige in Pakistan, das 2009 von der damaligen Außenministerin Hillary Clinton gegenüber pakistanischen Studenten angekündigt wurde.

In Pakistan findet derzeit eine Social-Media-Versammlung mit amerikanischer Beteiligung unter dem passenden Motto „Social Media for Social Change“ statt. Vielleicht – wenn auch nicht sonderlich wahrscheinlich – hat man ja aus den peinlichen Bekanntwerden des kubanischen ZunZuneo-Programms gelernt. Vom Versuch, politischen Einfluss zu nehmen und der Welt die amerikanische Version der „Demokratie zu überbringen“, dürften die US-Vertreter wohl kaum absehen. Aber tun sie das in offizieller Kenntnisnahme gibt es wenigstens die Möglichkeit, ein Auge darauf zu haben und wirksame Kritik üben zu können. Denn Social Media ist nicht nur eine Möglichkeit, mehr Meinungsfreiheit zu ermöglichen, sondern ebenso, staatliche Interessen einfließen zu lassen und durch verdeckte Einflusskampagnen die öffentliche Meinung zu lenken.

Wobei fraglich ist, inwieweit die Errichtung neuer Social-Media-Plattformen sich überhaupt durchsetzen könnte. In Afghanistan, wo das US-Projekt bereits gescheitert ist, sind Twitter und Facebook die eindeutig dominierenden Kommunikationskanäle. Auch wenn weniger als 10% der Bevölkerung überhaupt Zugang zum Internet haben, nutzen von diesen 74% soziale Medien – selbst die Taliban verfügen über einen eigenen Twitterkanal.

2 Kommentare
  1. Da fehlen aber noch die USA mit Facebook Inc. Wo Geheimdienste wie CIA/NSA regen Austausch mit hat, sowohl was Daten angeht als auch Personen.

  2. Wieso setzt ihr Links zur amerikanischen Regierung selbst, wenn diese doch so schlimm überwachen? Ich habe eigentlich keine Lust drauf, dass bald CIA Agenten vor meiner Haustür stehen. Dafür dass ich über sie kritische Seiten lese.

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