Vor zwei Wochen berichteten Matthias Gebauer und Jörg Schindler auf Spiegel Online, dass das Auswärtige Amt „alle ausländischen Botschaften [auffordert], hier stationierte Agenten zu benennen.“ Die Quelle dafür: „nach Informationen von SPIEGEL ONLINE“.
Wir haben das Schreiben beim Auswärtigen Amt angefragt, und zu unserer Überraschung auch erhalten. Hier der Text der Rundnote 17/2014, mit dem Vermerk „Eilt!“:
Das Auswärtige Amt begrüßt die diplomatischen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland und beehrt sich, Folgendes mitzuteilen:
Das Auswärtige Amt bittet hiermit alle diplomatischen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland um Benennung des in der Bundesrepublik eingesetzten Personals von Nachrichtendiensten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Standort, Dienstzugehörigkeit und Funktion), die den Schutz völkerrechtlicher Verträge als Angehörige offizieller Stellen genießen. Das Auswärtige Amt bittet um Antwort an Referat 503–9 bis 31. August 2014.
Des Weiteren wird höflich um eine jährliche Aktualisierung der Angaben jeweils zum 31. August der Folgejahre gebeten.
Das Auswärtige Amt benutzt diesen Anlass, die diplomatischen Vertretungen erneut seiner ausgezeichneten Hochachtung zu Versichern.
Aber spannender als die Frage sind natürlich die Antworten. Wir glauben zwar nicht, dass es da wirklich substantielle Antworten geben wird, aber wir haben immerhin mal nachgefragt. Und wenn wir schon mal drüber sind, nehmen wir die bisherigen Rundnoten 1–16 aus diesem Jahr auch gleich noch.
