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Wie man Creative Commons Inhalte nicht nutzt (Update)

Die Online-Redaktion der Grünen zeigt aktuell wieder anschaulich, wie man Creative Commons Lizenzen falsch nutzt. Benjamin Stöcker hat zahlreiche Beispiele einer falschen Nutzung gesammelt. Creative Commons lizenzierte Inhalte bedeuten eben nicht, dass man einfach Bilder kostenlos nehmen kann und dann nur den Urheber nennen braucht, sondern man sollte auch die wenigen Regeln beachten, wie Verweis auf die jeweilige Lizenz.


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Urheberrecht ist schon schwierig, darum wollen wir es ja ändern und vereinfachen. Damit auch zukünftig die Onlineredaktionen unserer Parteien ohne Urheberrechtsverletzung über die Aktivitäten ihrer jeweiligen Partei berichten können.

Hintergrund zur Nutzung von Creative Commons lizenzierten Inhalten bietet unser Netzpolitik-Podcast Folge 105: Creative Commons für Blogger (Gilt auch für Online-Redakteure).

Update: Die Grünen bedanken sich für den Hinweis, haben alles korrigiert und geloben zukünftig die Creative Commons Lizenzen richtig zu verwenden.

10 Kommentare
  1. Ehrlich gesagt ist es manchmal nicht einfach die Lizenz zu nennen. Ich habe es bisher immer getan (außer bei Tests…), aber manchmal bietet es sich einfach nicht an.
    Vor allem bin ich auch immer bestrebt diese Angaben in der Nähe des Werkes zu haben… (auch damit Roboter es überhaupt zuordnen können).
    Ich schreib es vorsichtshalber immer in die Metadaten der Datei, dann ist es unmittelbar damit verbunden.
    Sieht man allerdings nicht :)

    1. @Deus Figendi:
      > Ehrlich gesagt ist es manchmal nicht einfach
      > die Lizenz zu nennen.

      Sehe ich anders. Es wird aber niemand gezwungen, CC-lizensierte Werke zu nutzen, falls das zu kompliziert sein sollte.

  2. Zumindest bei Lizenzen untder der ND (No Derivs) halte ich es für legitim diese zu schneiden, farblich anzupassen, schärfen, skallieren oder zu recodieren. Dies stellt für mich eine technische Notwendigkeit dar. Die Kritik halte ich für zu extrem ausgelegt.

    Hier was die Creative Commons Seite dazu sagt. Leider genauso schwammig:

    What is a derivative work?

    A derivative work is a work that is based on another work but is not an exact, verbatim copy. What this means exactly and comprehensively is the subject of many law journal articles and much debate and pontification. In general, a translation from one language to another or a film version of a book are examples of derivative works. Under Creative Commons’ core licenses, synching music in timed-relation with a moving image is considered to be a derivative work.

    It’s important to note, however, that the Creative Commons licenses allow the user to exercise the rights permitted under the license in any format or media, even in the NoDerivatives licenses. This means that, under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives license, for example, you can copy the work from a digital file to a print file consistent with the terms of that license.

    Aufgrund dieser Unsicherheiten nutze ich überhaupt kein ND und meide es wie die Pest die es ist.

  3. @CC-Fanatiker: „Nicht nutzen“ ist gut ^^ Ich bin ja bestrebt die Bewegung zu stärken, indem ich „mitmache“.
    Ich gebe dir eineinhalb Beispiele wo es schwer ist:
    1. Einfach nur anstrengend ist, wenn ich für ein Projekt eine ganze Menge Werke zusammentrage, dann sammle ich in einer Textdatei die ganzen Daten: Link zur Quelle, Name d. Urhebers, Lizenz, ggf. Link zur Lizenz…
    Das ist alles sehr aufwendig und verlänger den Prozess „Werke ausm Netz suchen“ um den Faktor 2. Was es hier braucht ist imho eine technische Lösung, die Lizenzen sollten in den Metadaten (EXIF oder ID3 oder…) stehen und ich brauche dann ein Tool, welches mir ein Verzeichnis einliest und eine Tabelle ausspuckt.

    2. Beispiel: Ich habe z.B. mal eine kleine Collage gemacht, aus einer ganzen Reihe von CC-Bildern habe ich ein Banner zusammengebastelt. Das Banner habe ich als Hintergrundbild eines -Elements verwendet.
    Und da wird es jetzt eben „schwierig“ die Lizenz anzugeben. Ich war/wäre bereit gewesen, die verschiedenen Urheber und ggf. die Lizenzkürzel einfach auf die Grafik drauf zu schreiben, aber die ganze Lizenz oder einen Link dort hin? Also macht man es irgendwie als HTML-Text mit Link drunter oder drauf oder sowas… das ist aber einfach eine Menge Raum, den das einnimmt, fünf verschiedene Autoren bestimmt drei verschiedene Lizenzen (z.B. BY, BY-NC und BY-NC-SA)…
    Und die Problematik geht noch weiter, das Bild ist ja eigentlich gar nicht im HTML verlinkt, sondern im CSS, also müsste ich logischerweise im CSS die Lizenzen etc. angeben? Aber das sieht doch keiner. Wenn jetzt jemand die Grafik herunter läd hat er die Lizenz nicht gesehen.
    Was ich letztlich gemacht habe: Ich habe in kleiner Schrift einfach HTML-Links auf das Bild geschrieben, diese habe ich mit JavaScript ausgeblendet und eine Schaltfläche zur Verfügung gestellt auf der steht „Lizenzen anzeigen“, wenn man diese Schaltfläche betätigt sieht die Seite total schrottig aus, alles ist überlagert und vollgeschrieben mit Lizenz-Verweisen etc. aber der Benutzer ist informiert. (hat er JS abgeschaltet ist es immer sichtbar).
    Die Lizenz unter die ich das Werk stellte (stellen musste, weil SA…) war als Icon in der Grafik drin, alle andere wie oben beschrieben ausgeblendet.
    Und das meinte ich mit „schwierig“ es war einfach ein recht hoher Aufwand an Programmierung und Design und das Ergebnis ist auch nicht 100% befriedigend.

    Ach so, natürlich habe ich alle Lizenz- und Urheber-Hinweise nochmal in die Metadaten des Bildes geschrieben, wie gesagt war es ja nur mittelbar mit dem HTML verbunden (nämlich über den Umweg Style-Sheet).

    Die Grünen haben jetzt angekündigt die Infos ins alt-Attribut zu schreiben, aber das finde ich auch unbefriedigend und zudem geht das bei Hintergrundbildern gar nicht :)

    Was es imho braucht sind technische Lösungen… ein klarer Standard wie man Lizenzen in digitale Werke einbindet (sowas wurde hier und da schonmal begonnen, aber Firmen wie Flickr müssten da halt mitziehen) und diverse Betrachter etc. müssten diese Daten eben auch berücksichtigen, ich will dass mein Browser im Kontextmenü für Bilder und Multimedia den Punkt „Lizenz anzeigen“ oder „©-Informationen in die Zwischenablage“ anbietet
    und wie oben angesprochen auch Tools, die es mir ermöglichen erst alles beisammen zu tragen und dann in einem Rutsch die Lizenzen, Urheber etc. direkt aus den Metadaten zu ziehen.

  4. @Deus Figendi

    Ich favorisiere bei wirklich vielen Ressourcen die Nutzung einer simplen Textdatei. Da muss man sich um die Optik keine Gedanken machen und nur einen Link auf die Datei setzen. Ich gebe dir recht, dass das recht aufwendig ist und Bürokratie bedeutet. Ich sehe aber keine alternative die Lizenz klar und deutlich anzuzeigen. Meta-Daten wären aber durchaus hilfreich eine solche Datei zu generieren, da hast du recht.

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