Auch die USA haben aktuell eine Netzzensur-Debatte. Allerdings geht es dort erstmal nicht um die Bekämpfung von Kinderpornographie, sondern um Urheberrecht. Die Urheberindustrie hat bekanntlich in die Karriere der meisten US-Politiker investiert und wünscht sich nun die Errichtung einer Netzzensur-Infrastruktur, damit man all die Seiten sperren kann, über die Nutzer Inhalte tauschen oder wo etwas gestreamt wird. Die „COICA Internet Censorship and Copyright Bill“ soll jetzt im Schnelldurchlauf durch den Senat gehen.
Die Electronic Frontier Foundation hat 87 Internet-Pioniere zusammen getrommelt, die gemeinsam einen offenen Brief an die Politik unterschrieben haben: An Open Letter From Internet Engineers to the Senate Judiciary Committee.
We are writing to oppose the Committee’s proposed new Internet censorship and copyright bill. If enacted, this legislation will risk fragmenting the Internet’s global domain name system (DNS), create an environment of tremendous fear and uncertainty for technological innovation, and seriously harm the credibility of the United States in its role as a steward of key Internet infrastructure. In exchange for this, the bill will introduce censorship that will simultaneously be circumvented by deliberate infringers while hampering innocent parties’ ability to communicate.
Die Futurezone berichtet darüber: Internetpioniere gegen US-Netzsperren.
Der Combating Online Infringement and Counterfeits Act (COICA) sieht laut Angaben der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) unter anderem eine vom Justizministerium kontrollierte Schwarze Liste von Websites vor, die „hauptsächlich“ dem Zweck der Urheberrechtsverletzung dienen sollen. Die Netzsperren greifen tief in die Infrastruktur des Internets ein, da es sich dabei um Manipulationen am Domain Name System (DNS) handelt.