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Wahlspot Dilemma

Bei der De-Bug schreibt Bleed, warum die Verwendung von Creative Commons Werken nicht immer so einfach ist und warum der TV-Spot der Piratenpartei kleine Lizenz-Probleme hat: Wahlspot Dilemma.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Der Spot ist trotzdem gut und man sollte besser eine andere Musik dafür suchen.

42 Kommentare
  1. Ist nicht eigentlich der Urheber des Videos für die Lizenz verantwortlich? Dieser hat diese doch vom Schaffer des Soundtracks erworben, der dann wiederrum für seine Lizenz verantwortlich ist – richtig? Wenn dem jetzt also so ist, hat im Endeffekt nur Pogotracks die Verantwortung, nich?
    Und im Normalfall sollte das schon längst in Sack und Tüten sein, da der Song ja schon einige Zeit vor dem Video fertig war.

    So nu scheints mir aber so, dass bei de-bug ziemlich heiss gekocht wird, wenn man sich derart über ungelegte Eier aufregt, da man wohl nicht nachgefragt hat, wie die Lizensierung aussieht – eine Menge Nebelei, was sein könnte und ‚was wäre wenn‘ ist eben nicht so viel Wert wie eine konkrete Aussage.

    Das ganze wird dann nur noch durch unqualifizierte Kommentare á la „hat die Piratenpartei zu viel Geld?“ (obwohl im Text in der zweiten Zeile schon explizit stand: „der wurde auch nicht gemacht, sondern ganz crowdsourcingmässig geschenkt“) oder die Aufregung über eine weichspülmäßige Stimme als scheinbar einzigen Grund, Piraten nicht zu wählen, unterstrichen.

    Ich denke, die Entwickler des Spots haben das ganze im Griff. Alles andere ist auch nur Annahme und nichts genaues weis man eben nicht.

  2. naja, also ich bin ja kein fachmann, aber wenn ich es richtig sehe, wurde ja keine melodie verwendet, sondern nur aus fetzen etwas neues erschaffen, oder? dann sollte das werk nach §24 UrhG ja urheberrechtlich nicht zu beanstanden sein. lediglich von der leistungsschutzrechtlichen seite dürfte es probleme geben, denn wie man im urteil kraftwerk vs. moses p. gesehen hat, müsste der remixer seine unfähigkeit zur reproduktion der samples beweisen, was anhand dieses raffinierten remixes schwierig sein dürfte. (http://is.gd/2aQWL)
    oder die piraten warten bis 2025, dann verfallen auch die leistungsschutzrechte :D

    den disney-anwälten traue ich aber alles zu.
    davon abgesehen erwarte ich von der piratenpartei, deren spezialgebiet ja dieses gebiet sein soll, dass die rechte an ihrem material absolut einwandfrei geklärt sind.

  3. Sehr sympathischer Clip. Und die Verwendung des Songs ist eigentlich nur konsequent und passend.
    Ich bezweifle, dass der Piratenpartei – sollte dieser mutmaßliche Rechtsverstoß hier an die große Öffentlichkeit getragen werden – deswegen Stimmen verlorengehen. Eher im Gegenteil.

  4. die Musik ist perfekt für den Spot weil sie einfach ein Ohrwurm ist.

    Ich finde man sollte sich jetzt nicht wegen irgendwelche konstruierten Fälle einscheissen.

    Wenn der Originaltrack von Pogrotracks CC ist ist es vollkommen legitim

    a) Disney kann IMHO nichts sagen weil es klar ein Remix/abgeleitetes Werk ist, ziemlich weit weg vom original Poppins

    b) Es sind Piraten! Fight for the right to remix

  5. Ein Rechtsstreit wegen so einer Lapalie könnte natürlich auch gute Publicity sein die Allen nochmal vor Augen führt wie bescheuert die Rechtslage zum Teil ist.

    Kann aber natürlich auch GANZ gewaltig nach hinten los gehen.

  6. Das Dilemma ließe sich ja vielleicht mit dem äußerst gelungenen, von Buntbär verlinkten Alternativspot lösen =)
    Ist imho nochmal ein ganz anderes Kaliber… obwohl der Gewinner-Spot ja trotzdem auch gefällt, keine Frage.

  7. @Buntbär

    Hast recht, der Spot ist viel besser.

    Bei dem Spot der gewonnen hat ist die Musik zwar ein Ohrwurm, passt aber nicht zum Thema. Und zudem passt die Stimme des Sprechers noch viel weniger dazu.

  8. @Buntbär

    Echt schade, dass der es nicht rechtzeitig geschafft hat, find den auch wesentlich besser als den gewählten, wobei der eigentlich nicht schlecht ist.

    Topic: Ich sehe keinerlei Probleme auf die Piratenpartei zukommen. Und wenns doch nen streit geben sollte, dann werden die Piraten dadurch eher noch bekannte, wäre nur doof wenn das finanzielle Probleme geben würde, aber wie gesagt: ich glaube das ist kein Problem.

  9. @Buntbär (#12)

    Der Spot ist wirklich schön. Zwar eher klassisch, aber dafür wirklich gut gemacht.

    Also, Piraten, was jetzt? Der gewählte Spot ist poppiger, der oben verlinkte seriös und gewohnt.

  10. Okay. Wir haben dafür doch prominente Präzedenzfälle, oder? Stefan Raab hat das mehrmals gemacht, das hat zwar öfters rechtliche Nachspiele gehabt, dabei ging es dabei dann aber meist um Persönlichkeitsrechte.

  11. Ich mag den Spot. Ich mag die Musik. Sollte dies aber lizenzrechtlich „nicht in Ordnung“ sein, sollte (müßte!) die Musik geändert werden. Ansonsten wären die Piraten kein Stück, in Bezug auf die Glaubwürdigkeit, besser als die anderen Parteien.

    mit piratigen Grüßen

  12. Sorry, aber der Spot ist NICHT gut. Und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen.

    Erstmal ist der Song einfach unterirdisch, aber das ist ja Geschmackssache.

    Aber dann kommt’s: das Deutsche Copyright ist den allermeisten Deutschen schlichtweg schnuppe! Damit kann man keinen Wahlkampf betreiben. Solange die Piraten das nicht kapieren, wird’s mix mit der Wahl.

    Die meisten Deutschen sind über 50 Jahre alt. Wer von diesen Menschen weiß, was „open access“ bedeutet? Keiner. Wer interessiert sich für Paintball? Und für Computerspiele? Hm? KEINER!

    Dieser Spot zeigt das ganze Dilemma der Piraten: sie können nur innerhalb iher Nerdblase denken. Keinen Millimeter darüberhinaus. Und so werden sie auch genau die 10.000 Nerds in Deutschland ansprechen. Das macht bei 43.000.000 Wahlberechtigten genau 0%!

    Leute ich BITTE euch: es gibt 2 wirklich gute Spots:
    http://www.youtube.com/watch?v=3fQK2AV4gd8
    http://www.youtube.com/watch?v=f4peJ1Sq5xg

    Bringt die ins Fernsehen, denn Fernsehen ist etwas für NICHTNERDS, und die wollen mit NICHTNERDCONTENT gefüttert werden.

  13. ja, die sind in der tat viel besser, besonders der erste mit den unterschiedlichen personen. da würde sogar meine omi verstehen, um was es den piraten geht.

  14. Ich habe Pogo geschrieben und ihn bezüglich des Lizenzdilemmas gefragt. Seiner Ansicht nach fällt die Benutzung der Samples unter australisches „Fair Use“ Gesetz:

    Re:Expialidocious Licence

    Daniel,

    Provided I don’t profit from ‚Expialidocious‘ without legal consent, its promotion and distribution is considered fair use in the eyes of most courts. I don’t anticipate a subpoena from the mouse any time in the near future. =)

    http://en.wikipedia.org/wiki/Fair_use

    Thanks for your support.
    P.

  15. @22 anfi:
    Nein, die Piraten müssen ihre Zielgruppe erweitern. Und zwar massiv. Ihre Zeilgruppe anzusprechen bringt’s nicht, weil der Großteil der Zeilgruppe nicht mal wahlberechtigt ist, so wie sie ihre Zielgruppe im Moment ansprechen.

  16. @22: allerdings finde ich, hätten die personen teilweise deutlicher sprechen müssen und die hintergrundmusik ist auch ein wenig zu laut. verständlichkeit ist das wichtigste bei solchen botschaften.

  17. frau merkel steht heute um 15:00 im rtl.de chat antwort und rede (kann die frau wirklich tippen? ich bezweifel das…)

    na ja… vielleicht kann man sie mal dort über den abbau unserer grundrechte diskutieren?! ;)

  18. Ich schließe mich da absolut 19. und 20. an, wenn ich selbst am Gewinner-Spot auch nicht groß was auszusetzen hab.
    Es ist zwar absolut wünschenswert, dass eine Partei Interessierte und Mitglieder derartig in alle Entscheidungsprozesse miteinbezieht. Aber bei einem TV-Spot, der ja viel mehr an die gerichtet ist, die nicht so mit der Materie und (gerade!) den Begriffen vertraut sind, hätte man das m. E. mitbedenken müssen. Der Alternativ-Spot mag „klassisch“ daherkommen, aber liegt damit eher auf der Kommunikationsebene derjenigen, die es zu erreichen gilt.
    Vielleicht könnten die Piraten solche Überlegungen beim nächsten Mal miteinbeziehen.

    Wegen der Lizenz-Sache, sollte man da nicht einfach direkt bei der PP nachfragen, bevor irgendwelche evtl. unzutreffenden Annahmen verbreitet werden?

  19. Ist nicht eigentlich der Urheber des Videos für die Lizenz verantwortlich? Dieser hat diese doch vom Schaffer des Soundtracks erworben, der dann wiederrum für seine Lizenz verantwortlich ist – richtig? Wenn dem jetzt also so ist, hat im Endeffekt nur Pogotracks die Verantwortung, nich?

    Nein. Die Videomacher sind erst einmal selbst für Klärung der Rechte veranwortlich. Ob sie sich im Fall des Falle an Pogotracks schadlos halten können, darf bezweifelt werden.

    Und es gibt noch einen Bonuslevel: Die, die den Clip verbreiten/einbinden/streuen haben ebensfalls ein (potentielles) Problem.

    So nu scheints mir aber so, dass bei de-bug ziemlich heiss gekocht wird, wenn man sich derart über ungelegte Eier aufregt

    Mit Verlaub, Bleed weist dort auf ein ziemlich elementares Problemfeld der Remix2.0-Kultur hin. Natürlich kann das als heiße Luft oder ungelegte Eier abtun, man kann aber auch einfach mal über das Problem nachdenkt.

    Konsequent weiter gedacht kommt man dann nämlich an einen Punkt, wo Blogs, die Fremdmaterial verwenden, de facto nicht für eine CC-Lizensierung (ausser „nd“) in Frage kommen.

    Selbst, wenn in einem solchen Blog ein Zitat (Bilder, Texte) legal genutzt wird, kann der Autor naturgemäß keine Erlaubnis zur Weiterverarbeitung (des Fremdmaterials) erteilen (wenn er die Rechte nicht hat), bzw. nur ein Übernahme „am Stück“ gestatten.

  20. @daMax
    mit deiner „einschätzung“ über die zahlen der wahlberechtigten „nerds“ liegst du ziemlich daneben es gibt ein erhebliche anzahl mehr die die piraten ansprechen
    (von irgendwo müssen die fantastiliarden verluste der musik- und film und spielindustrie ja kommen ;))

    aber mit dem spot hast du recht, ich weis nicht was damit so geplant ist, aber die wahlberechtigten „nerds“ und anderen interessierten werden die piraten mittlerweile kennen, bei denen muss man nicht mehr viel werbung machen.
    wenn der spot aber im fehrnsehen gezeigt werden soll währe ein massentauglicherer clip sicher wirkungsvoller, um vielleicht noch ein, zwei stimmen mehr zu bekommen. da sind die hier genannten clips wohl besser.

    auch wenn man sich auf die zielgruppe ab 50 wahrscheinlich nicht konzentrieren sollte, da haben die piraten wahrscheinlich wirklich nichts womit man die ansprechen kann ;)

  21. Man könnte das auch anders sehen: Der verwendete Song ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie durch die heutigen technischen Möglichkeiten Werke entstehen, die im traditionellen Urheberrecht nur sehr notdürftig eingeordnet und rechtlich beurteilt werden können. Insofern könnte man auch der Ansicht sein, daß die Verwendung des Songs das Hauptthema der PP (modernisierung des Urheberrechts) perfekt unterstreicht.

  22. @19

    Die beiden Spots finde ich um WELTEN besser.
    Auch stimme ich deiner Aussage zu.

    Ich glaube kaum, dass man mit dem aktuellen Spot Wähler gewinnen kann. Wie schon geschrieben ist die Musik Geschmackssache – ich persönlich habe den Spot nur wenige Sekunden ausgehalten – auch weil die Musik VIEL zu laut ist. Das Grundproblem ist, dass die Musik AUFDRINGLICH ist, egal ob man sie nun gut findet oder nicht.

    Aber gut, wenn die Piraten keine Leute NEUEN Leute mit den wenigen Wahlwerbespots begeistern wollen ist das halt so.

    Die anderen beiden Spots die hier verlinkt wurden sind offensichtlich wesentlich ansprechender für ein breites Publikum.

    Der erste weil MENSCHEN gezeigt werden und der Zweite weil er Ängste schürt – das ist im Trend und kommt immer „gut“ an :-).

  23. Leute leute leute ….

    Es werden insgesammt 3 Spots laufen …

    a) der hier besprochene Gewinner mit ANDERER MUSIK und noch etwas editiert
    b) die Dubist Terrorist adaption
    c) Der SachsenAnhalt Spot „Ich bin Pirat“

    woher ich das weiß? Ich war heute beim offiziellen Piratenwahlkampfstart … also alle wieder beruhigen und auf den Wahlkampf einstimmen …. :)

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