Öffentlichkeit

Primacall hat Klage gegen Spreeblick eingereicht

Der Telekommunikationsanbieter Primacall hat in Hamburg Klage gegen Spreeblick eingereicht. Der Streitwert liegt bei 10.000 Euro und das angedrohte Ordnungsgeld bei 250.000 Euro. Der Fall geht zurück ins Jahr 2007, wo Spreeblick einen ehemaligen Mitarbeiter des Unternehmens zu den Geschäftspraktiken interviewt hat (Da Spreeblick gerade Last-Probleme hat: Hier ist der Artikel im Google-Cache). Das Interview wollen sie wohl immer noch raus haben. Spreeblick sichtet erstmal die Klage mit einem Anwalt und meldet sich dann ausführlich. Erst nach Sichtung kann man sagen, ob man klagen wird oder der Löschungsaufforderung nachkommt.


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Primacall scheint wohl keine Relevanz für die Wikipedia zu haben. Ein Artikel wurde gelöscht. Das Spreeblick-Interview dürfte wohl bald auch bei Wikileaks & Co stehen.

Die Klage dürfte wohl eine PR-Kampagne für die umstrittenen Geschäftspraktiken der Firma Primacall sein. Bei Google findet man so allerhand. Falls Ihr darüber bloggt: Seid vorsichtig, wie Ihr was formuliert.

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54 Kommentare
  1. Kann man das als digitalen Selbstmord von Primacall werten?
    Bin gespannt wie die Geschichte weiter gehen wird.
    Meine Unterstützung hat Spreeblick notfalls auch finanziell.

  2. Der Unterschied zu JAKO: Primacall ist extrem unerfolgreich und teuer… Wahrscheinlich brauchen die einfach neue Einnahmequellen,. weil das Finanzamt mal wieder Geld möchte… Würde ja gerne zum Boykott aufrufen von Primacall, bezweifle aber, ob die mehr als 100 Kunden haben… (also 100 Kunden, die auch wissen, dass sie Kunden sind von Primacall…)

  3. Das schlimme an Primacall ist, dass sie gar kein Interesse an gutem Image haben. Jako tut das weh, dass jetzt einige Leute erstmal keine Sportartikel von ihnen kaufen werden. Primacall kann das egal sein, weil die keine Endkunden haben und der Ruf in der Öffentlichkeit, sofern vorhanden, ohnehin kaputt ist.

  4. Naja, diesen Fall mit Jako zu vergleichen, ist wohl etwas bei den Haaren hergezogen.
    Jako dürfte ein komplett anderes Geschäftsmodell haben (und einiges zu verlieren) währen Primacall… naja, sagen wir mal, dass man bei einer Gesamtjahresbilanz von knapp über €400k abnehmend mal was riskieren kann.
    Zumal man, ausgehend von deren Angeboten, auch davon ausgehen kann, dass es wohl eher nicht die Kunden sind, die sich unabhängig informieren, die dort abschließen.

  5. Ich denke eher, dass diese Klage möglicherweise die letzte Hoffnung auf ein paar Einnahmen darstellt. So als ein letzter Strohhalm kurz vor der Insolvenz? Allerdings geht es auch um mehr, um nicht zu sagen um Alles für die Blogosphäre, sollte die Klage Erfolg haben. Solidarität wäre jetzt schon auch angesagt, denke ich.

  6. Und mal wieder treibt ein unerfolgreiches Unternehmen, eine erfolglose Sau durchs Dorf !

    Und es wird nicht das Letzte sein, dass dies auf dem Rücken der Blogosphäre versucht.

    Bin nur gespannt, wie langs sie brauche um diese Sinnlosigkeit zubegreifen ! *MALWIEDERKOPFSCHÜTTEL*

  7. hihi,
    „Seid vorsichtig, wie Ihr was formuliert.“
    Ja, das dachte ich auch beim schreiben, nicht nur gerade für den blog sondern gleich auch noch für Horizont.
    Vorsicht, die auch für die Moderation der Kommentare gelten sollte.

    1. Mal ne laienhafte Frage: Der Hinweis von djtomekk auf das Original bei web.archive.org kann aber Spreeblick nicht schaden, nein? So von wegen sie hätten auch alle Spuren anderswo beseitigen müssen. (Kommt mir zwar beknackt vor, diese Argumentation, aber im Zuge der Abmahnungen wurden schon ganz andere Beknacktheitslevel erreicht.)

  8. Einspruch: Während ich ein Opfer von Primacall kenne, kenne ich niemanden der mit einem Jako-Shirt rumläuft. Wobei ich die beiden Firmen und bzw. den Jako-fall definitiv nicht mit dem Gebahren von Primacall gleichsetzen mag.
    (jaja subjektiv…) klar ist Primacall wohl kein so ‚großer global player‘ wie Jako, dürfte aber innerhalb Deutschlands einen ähnlichen Relevanzgrad an potentiellen Kunden haben. Sprich, es werden ja etliche angerufen und zum Glück nur die wenigsten werden Kunden. Von daher, spread the word, je mehr Leute von deren schlechtem Image erfahren umso mehr sind immunisiert, wenn sie mal angerufen werden.

  9. Im Moment rollt wohl gerade ein Abmahnwelle durchs Land. Nicht einschüchtern lassen, bevor man eigenständig eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, lieber einen auf Abmahnungen spezialisierten Anwalt einschalten.Ich vermute nämlich, daß sehr oft mit der Einschüchterungsstrategie gearbeitet wird, ohne daß seitens der Abmahnenden eine Absicht besteht, auch vor Gericht zu ziehen.

  10. @ 19+20 / Foxxi

    Um das weiterzudenken müsste man sich ein wirkungsvolles Konzept gegen Missbrauch überlegen. Sonst kommt neben der Abmahnwelle noch eine Fake-Abmahnwelle ins rollen. :)

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      Aber niedlich gedacht…

  11. Ich hab da mal gearbeitet, die Produkte waren etwas überteuert aber prinzipiell i.O. Nur die Vertriebsmasche war extrem assozial. Zu meiner Zeit (vor 3 Jahren) haben die schon drauf geachtet das keiner einen Vertrag bekommt der eindeutig Nein sagt und die, die einen wollen, wissen was sie bekommen, jedoch hat ihr erfolgsabhängiges Bonussystem in abhängigkeit mit starker Mitarbeiterfluktuation immer wieder dazu geführt das die Angestellten schnell dazu verführt waren, eindeutig abgeneigte oder unentschlossene Leute doch unter Vetrag zu nehmen. Natürlich hat man sich dabei oft die Einfachsten Opfer ausgesucht..

  12. Hmm naja wenn das wie im Interview gesagt eher ältere Leute sind die angerufen werden, dann wird Aufklärung nur übers Netz wohl schwer, weil man die Zielgruppe eher schlecht erreicht. Also informiert eure Nachbarn und Großeltern =)
    Am besten erst erklären was Cold Calls sind und dann warnen das man immer Rückfragen soll ob es wirklich Telecom etc ist und ihnen nicht die Chance lassen diese Frage nicht zu beantworten. Wenn nicht auflegen!

  13. Das ist ja mal lustig. Die haben letzte Woche bei meinem Daddy angerufen, als ich grad zum Kaffee da war. Er hat mir das Telefonat weitergereicht, „die Telekom“.

    Ich habe die Dame an der Strippe insgesamt 27 Minuten in der Leitung halten können „um den Vertrag zu suchen“… und dabei den spreeblick Artikel gefunden.

    Anschliessend hab ich zurückgerufen und den Teamleiter rund gemacht von wegen wieso Sie anrufen und sich bei mir und meinem Vater mit Telekom melden. Anschliessend habe ich über BDSG und Artikel im Internet gebrabbelt sowie Auskunft verlangt.Bin ich jetzt an der K**ke mit Schuld?

    Am 25.09.09 hat mir jedenfalls die Frau Labusch geschrieben. Das ist vieleicht die da:
    advovox.de/index.php?opti…w&id=36&Itemid=96

    Seltsamer Laden… und die Geschäftsführerin erst
    mein-parteibuch.com/wiki/Marijana_Vukusic

    Mit Hamburg hat primacall ja schon gute Erfahrungen gemacht:
    buskeismus.de/berichte/bericht_080417_lg_bln.htm

  14. #30: Das ist glaube ich (nein: Weiß ich, denn ich habe auch mal in so ner Telefon-Vertriebskiste geschafft) das Grundprinzip. Von oben her ist selbstverständlich alles sauber. Die, die die Ziele vorgeben, sagen den untergebenen stets: „Gell, schön sauberbleiben!“ Dabei zwinkern sie. Dann werden die Top-Seller gelobt, die auf 10 Kunden 11 Abschlüsse machen. Die „Low performer“ werden aufgefordert, sich mal ein Beispiel an den „Stars“ zu nehmen. Letztere haben natürlich immer so ihre „speziellen Kniffe“, die niemand beim Namen nennen würde (am wenigsten die weiter oben), gehen aber (natürlich: zu recht) davon aus, daß das o.g. Augenzwinkern impliziert „wir verstehen uns, trickse ruhig, aber laß‘ dich nicht erwischen“. Der „Loser“ macht es nun entweder genau so (mit „Kniffen“) oder, weil er den psychischen Druck („alle außer Ihnen können das doch auch!“) nicht aushält, aktiviert einfach blind drauflos, auch wenn einer „nein“ gesagt hat. Wenn’s dann hart auf hart kommt, wußte „oben“ natürlich niemand was, der Mitarbeiter fliegt raus und der nächste („da draußen sind genug, die froh wären über Ihren Job!“) steht schon Gewehr bei Fuß.

    Traurig, aber so sieht es einfach mal aus in den Vertriebsbereichen, wo es um längerfristige Vertragsbindungen geht. Denn man ist nicht drauf angewiesen, daß Kunden morgen zufrieden wiederkommen – und was in ein, zwei Jahren ist, interessiert nicht, weil man dann längst eine Stufe weiter ist auf der Leiter. Wichtig sind nur die Quartalszahlen, die Tagesergebnisse usw. Wer’s mal selbst gemacht hat, weiß, was ich meine.

    Ich bin froh, daß ich damit nix mehr am Hut habe.

  15. Auch ich soll – trotz Änderung / Entfernung des Blogbeitrages in http://kinderklau.blogspot.com – wegen Wiederholungsgefahr vom Landgericht Kleve verurteilt werden. Jedenfalls hat das Landgericht Kleve in der Unterlassungsklage der Stadt Geldern /Jugendamt gegen mich angekündigt, dass das Persönlichkeitsrecht des Jugendamtes verletzt sei….und auch die öffentlich-rechtliche Behörde zu Unterlassungsklagen befugt sei….

    Eine anwaltliche Vollmacht lag zum Zeitpunkt des Erlasses der Einstweiligen Verfügung nicht vor. Trotzdem durfte er gemäß Rechtspflegerin die Anwaltskosten gegen mich festsetzen und vollstrecken lassen…….

    Hier hat die Stadt Geldern/Jugendamt bereits eine für mich sehr teure Einstweilige Verfügung (Streitwert 10.000 Euro) vor dem Landgericht Kleve erwirkt.
    Prekär: Der Bürgermeister und der beauftragte Rechtsanwalt behaupten dem Gericht gegenüber wahrheitswidrig, dass der Blogbeitrag zum Klagezeitpunkt noch unverändert gewesen sein soll…..

    Meinungsfreiheit – Pressefreiheit – Demokratie?

    Adieu
    Meine Antwort: http://zensurindeutschland.blogspot.com

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