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Datenskandal bei Kabel Deutschland

Es gibt einen neuen Daten-Skandal in Deutschland. Der mit 9,1 Millionen Kunden größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland, Kabel Deutschland, hat nach Angaben der Wirtschaftswoche im Rahmen einer Telefonaquise-Aktion Kundendaten an verschiedene Call-Center weitergegeben. Dabei wurden die Daten in Excel-Dateien verschickt. Verschiedene Call-Center haben wiederum Subunternehmen beauftragt, die dann auch diese Excel-Dateien bekamen. Man kann sich vorstellen,…

  • Markus Beckedahl

Es gibt einen neuen Daten-Skandal in Deutschland. Der mit 9,1 Millionen Kunden größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland, Kabel Deutschland, hat nach Angaben der Wirtschaftswoche im Rahmen einer Telefonaquise-Aktion Kundendaten an verschiedene Call-Center weitergegeben. Dabei wurden die Daten in Excel-Dateien verschickt. Verschiedene Call-Center haben wiederum Subunternehmen beauftragt, die dann auch diese Excel-Dateien bekamen. Man kann sich vorstellen, dass diese Daten nun unkontrolliert weitergegeben werden. Wieviele das genau sind, ist unklar. Die Wirtschaftswoche geht zumindest von „einigen hunderttausend“ aus. Kabel Deutschland Kunden können sich schonmal auf weiteren Telefon-Terror einstellen. Viel Spass.

Der aktuelle Daten-Skandal wirft wieder ein schlechtes Licht auf die Große Koalition im Bundestag, die im Rahmen der Datenschutzreform auf Druck diverser Lobbys das sogenannte Listenprivileg nicht abschaffen möchte. Letzteres fordern Datenschützer und Verbraucherschützer seit langem, um diese Form der unkontrollierten Weitergabe von Kundendaten zu verhindern. Hier gibt es Anleitungen, wie man sich bei seinen Bundestagsabgeordneten für mehr Verbraucherrechte duch Abschaffung des Listenprivilegs einsetzen kann.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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20 Kommentare zu „Datenskandal bei Kabel Deutschland“


  1. Die scheinen ihre Prozesse grundsätzlich nicht wirklich im Griff zu haben. Ich bin noch nie Kunde von denen gewesen. In der Wohnung liegt aber ein Kabel von KD. Alle paar Wochen ruft jemand an, der wissen will, ob ich nicht Kunde werden wolle oder ob sie abklemmen sollen.


  2. Darillian

    ,

    Naja, der Umgang mit solchen Werbeanrufen sieht für mich einfach aus:
    Hörer abnehmen und harsch nachfragen, was denn bitte ein Werbeanruf bei der Kriminalpolizei München sein soll. Klappt wunderbar ;)


  3. […] Netzpolitik Keine hervorgehobenen Kommentare. Ähnliche Artikel:Warum kann sich die Telekom […]


  4. Und ich Naivling habe mich über die Weitergabe meiner Adresse von der FAZ via Mail Select AG an die Bose GmbH und über ungebetene TNS Infratest-Anrufe aufgeregt.
    Man kann scheinbar immer noch einen draufsetzen. Bin ich ja froh, dass ich keine Glotze und kein Kabel hab.


  5. […] grandiosen Meisterwerk von T‑Mobile im letzten Jahr, hat nun Kabel Deutschland nachgelegt und die Daten hunderttausender von Kunden in der Welt verteilt. Der größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland hat nach Angaben der […]


  6. Wollen die nicht auch die Zensur? Vieleicht sind es ja Daten von Kunden die gekündigt haben, so als letzte Rache?


  7. […] einem Bericht der Wirtschaftswoche und netzpolitik reichte der größte Kabelbetreiber Deutschlands Daten zur Kundenaquise an zweifelhafte Call Center […]


  8. Er gibt sich aus solchen Aktionen, wie von KD oder T Online, so etwas wie ein Sonderkündigungsrecht?


  9. […] netzpolitik.org, 30.03.2009: Datenskandal bei Kabel Deutschland […]


  10. … na, da bin ich ja schnell bestätigt wurden (und ich haben den Post hier wirklich erst Montag Mittag gefunden ;)). Ich gehe aber weiter davon aus, dass wir solche Meldungen noch häufig finden werden. In meinem Blogpost „Bahn-Datenaffäre, Datenschutz und Bequemlichkeit“ gibt es dazu noch eine längere Begründung…


  11. Mal gucken, ob das noch Niederschlag in der Bundesdatenschutzgesetz-Novelle findet.


  12. […] Datenskandal bei Kabel Deutschland netzpolitik.org […]


  13. Wenn Callcenter Subunternehmer beauftragen…

    Kabel Deutschland wollte Kunden gewinnen und hat Kundendaten verspielt. Bei einer groß angelegten Telefonakquise beauftragte das Unternehmen Anrufzentralen.…..


  14. Franz

    ,

    hallo


  15. August Muhs

    ,

    Nepper Schlepper Bauernfänger!
    Kabel Deutschland!
    Auch ich habe versucht bei Kabel Deutschland
    einen Telefonanschluß inc. Internet zu bekommen.
    Ein Anschluß für Fernsehen ist ja bereits am
    Haus vorhanden, und wurde auch vor kurzem erneuert!
    Danm standen 2 „Techniker“ vor der Tür um das Modem zu installieren. Was die Herren nicht interessierte war der eigentliche Anschluß.
    Sie wollten nur einen Auftrag um das ganze Haus zu erden. Arbeitszeit ca. 8 Stunden.
    2 Arbeitsstunden sollte Kabel Deutschland übernehmen, den Rest ich, als Hauseigentümer.
    Ist das der neue Enkeltrick.
    Leider waren die Herrn Techniker wegen Sprachproblemen nicht in der Lage das zu erklären und versuchten sichmit dem Spruch:
    Zitat „Das ist Vorschrift“ Zitat Ende herauszureden.
    Natürlich habe ich dieser Installation widersprochen!


  16. […] Kundendaten (inklusive Adressdaten, Konto- und PIN-Nummern) in den Griff zu bekommen, bei Kabel Deutschland, dem bundesweit größten Kabelbetreiber, wurden ebenfalls Kundendaten im Rahmen einer Aquise-Aktion an Call-Center weiter gegeben und […]


  17. […] Es gibt einen neuen Daten-Skandal in Deutschland. Der mit 9,1 Millionen Kunden größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland, Kabel Deutschland, hat nach Angaben der Wirtschaftswoche im Rahmen einer Telefonaquise-Aktion Kundendaten an verschiedene Call-Center weitergegeben. Dabei wurden die Daten in Excel-Dateien verschickt. […]


  18. […] den Medien auch von E‑Mail-Adressen-Weitergabe/Verkauf. So gab es beispielsweise vergangenes Jahr einen mittelgroßen Skandal, nachdem Kabel Deutschland Kundendaten an Call-Center und diese wiederum an Partnerfirmen […]

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