Öffentlichkeit

Datenschutz im Bundestag: Ruf doch mal an!

Netzpolitik.org startet eine neue Politikerüberzeugungsinitiative: Ruf doch mal an! Da viele Politiker keinen Internetzugang haben, hilft E-Mail-Schreiben zuwenig. Der erste Abgeordnete, den wir anzurufen bitten, ist Wolfgang Bosbach von der CDU, stv. Fraktionsvorsitzender. Der verhandelt nämlich gerade zum Thema Bundesdatenschutzgesetz und vertritt da (vereinfacht) die Position: Deine Daten gehören mir. Der nebenberufliche Telekom-Datenschutzbeirat Bosbach macht sich dafür stark, dass auch in Zukunft jeder ohne mein Wissen mit meinen Adressdaten handeln und sie weitergeben darf.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Dass Ihr das anders seht, könnt Ihr seinem Abgeordnetenbüro unter der Nummer 030-227-73245 mitteilen: bleibt dabei bitte höflich.

Zum Hintergrund: Das sogenannte Listenprivileg ist eine gesetzliche Erlaubnis, auch ohne Zustimmung mit Daten handeln zu dürfen und die Betroffenen nicht einmal informieren zu müssen. Das sollte abgeschafft werden. Bosbach will jetzt durchsetzen, dass das weiterhin erlaubt bleibt – solang der Ursprung der Daten gekennzeichnet wird. Das ist aber verkehrt herum: Bürger müssen vor Datenmissbrauch – und eigentlich ist das nichts anderes – geschützt werden, nicht Unternehmen vor Bürgern.

149 Kommentare
  1. Datenschutz bei CDU/CSU?? Doch nur wenn es um die eigenen schwarzen SCcäfchen geht…

    Ich habe gestern, nach langem suchen, einen Blick in die List der Agrarsubventionen der EU werfen können. Die Wurde ja von Ilse Aigner so lange wie möglich – unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes – zurückgehalten. Da bekommen Firmen Gelder die es teilweise, zum Zeitpunkt der Vergabe, nicht mehr gab!

    Datenschutz? Der gilt nur noch für ein paar Spezies die wissen wie man die Hand aufhält. Aber trotzdem – eine gute Aktion! Bin gespannt was dabei herumkommt… :)

  2. […] Bürger müssen vor Datenmissbrauch – und eigentlich ist das nichts anderes – geschützt werden, nicht Unternehmen vor Bürgern.

    Warum schützt uns eigentlich keiner vor solchen Politikern??

      1. @DeMaddin: Wahlen nützen nur dann nicht viel, wenn die Minister jeder Partei beliebig austauschbar sind. Lobbyismus ist eine feine Sache… Ich hoffe nur, dass die PP es schafft, sich bis dahin auf die Listen zu hieven.

  3. Ich habe am Samstg die Möglichkeit genutzt wo mir viele SPD-Bundestagsabgeordnete über den Weg liefen.Bei denen gab es ein kräfiges Uff!

    Der Verlust des Experten Jörg Tauss, in der SPD-Fraktion ist schon sehr groß. Wie ich schon schrieb,ist der Nachfolger von Tauss noch nicht wirklich im Thema drin!

    Wir sollten ihm auf die Sprünge helfen.

  4. Geile Aktion,habe gerade angerufen,Telefondame war hörbar genervt. Bitte weitermachen, Zensurduls und Wiefelspütz warten auch auf „Screenager telefonieren mit Internetausdruckern“.

  5. @DeMaddin: ich fange an, an der „Reinigenden Kraft von Wahlen“ zu zweifeln.
    Ja, Du hast Recht. Wenn wir alle zu der Einsicht kämen, daß das was da passiert nicht in Ordnung ist… aber ich fürchte die Bild-gebrainwashte Masse wird genau die Elioten (Kunstwort aus Elite und Idioten) wieder in die Bundes- und Landtage spülen, die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben.

    @Martina: Iregdwie werde ich das Gefühl nicht los, daß der „Abgang“ von Tauss und die Aktivitäten der Herr- und Frauschaften v. d. Leyen, zu Guttenberg und Zypries irgendwie miteinander zusammenhängen

  6. Die haben da doch bestimmt auch einen Faxanschluss, oder? Ihr wisst schon, dieser vorsintflutliche E-Mail-Ersatz aus den frühen 90ern.

    Hat die Vorteile man spart Zeit und Abgeordneter X bekommt (theoretisch) alles gleich ausgedruckt. Nachteil ist natürlich man kann nicht gegenargumentieren, aber was man hier so liest ist scheinbar noch niemand wirklich durchgedrungen. Rückruf? Klar.

  7. Hm, Wolfgang Bosbach kommt aus Bergisch-Gladbach und ist Rechtsanwalt… Vielleicht könnte man ja auch da mal durchklingeln?

    „Hallo, mein Name ist Fräulein *nuschel*, schöne Grüße von Günther Jauch und der SKL! Wollen Sie nicht auch unsere 98%-ige Gewinngarantie haben? …“

  8. Gerade mal angerufen… kam schnell die Frage ob ich von Netzpolitik.org auf diese Nummer gekommen wäre. Kam nen freundliches bla bla ich reich es weiter. Ein gebetener Rückruf wurde verweigert.

  9. Ich hatte eben ein realtiv ausführliches Gespräch mit Bosbachs Referenten.

    Zum Erhalt des Listenprivilegs meinte dieser, dass die CDU da “gerade in Zeiten wie diese” Rücksicht auf die Wirtschaft nehmen müsse.
    Da der Ursprung der Daten gekennzeichnet werden müsse, werde kaum ein Unternehmen Werbebriefe verschicken, “auf welchen vermerkt ist, dass die Daten von Beate Uhse stammen”.

    Es folgte ein Diskurs zum Thema Datenschutz im Allgemeinen. Er stimmte mir (und Deutschlands obersten Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier) zu, dass die vergangenen Datenskandale wohl erst die Vorboten einer Entwicklung seien, welche zum Supergau des Datenschutzes führen könnten.
    Er bemerkte auch treffend, dass die Menschen ihre Daten auf Facebook & Co. “ja ganz bereitwillig preisgeben”. Er wisse z. B. auch, dass ich Netzpolitik lese (!).

    Ich wies ihn darauf hin, dass gerade aus diesen Grund es in der Verantwortung der Politik liege und es deren Pflicht sei, den Datenschutz zu stärken bei der Bevölkerung ein entsprechendes Bewußtsein zu schaffen (und erwähnte auch den vom CCC und den Berliner Piraten geforderten Datenbrief als eine wichtige Maßnahme für mehr Transparenz und Förderung der Datenhygiene).
    Auch hier war man erstaunlicherweise prinziell meiner Meinung, bat jedoch um Verständnis, dass die CDU da Rücksicht auf die Wirtschaft nehmen müsse.

    Für so viel Offenheit kann man sich tatsächlich nur bedanken.

  10. Super Idee, das! Hab ich auch grad schon gemacht. Die Sekretärin meint, sie gibt das weiter, ebenso wie den gebetenen Rückruf. Gibt’s ne gute Seite mit Argumenten? :)

  11. Okay, man kennt dort netzpolitik.org schon. Also jetzt den Dialog bitte so führen ;-)

    Telefondame: Hallo, sind sie über netzpolitik.org auf diese Nummer gekommen?

    Du: Nein, ich hab‘ ne Liste mit Telefonnummern von Politikern gekauft…

  12. Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Listenprivileg lese ich:

    „Das Bundeskabinett hat am 10. Dezember 2008 einen Entwurf zur Änderung des BDSG beschlossen. Gemäß diesem Entwurf, der am 1. Juli 2009 in Kraft treten soll, wird das Listenprivileg abgeschafft. Daten dürfen dann nur noch weitergegeben und für Werbung genutzt werden, wenn der Betroffene dem ausdrücklich zugestimmt hat.“

    Heißt das, an diesem schon bald in Kraft tretenden Entwurf wird noch rumgebastelt und Herr Bosbach will das Listenprivileg darin wieder einführen? Wo gibt es weitere Informationen zu Herrn Bosbachs Vorhaben in Sachen Listenprivileg?

  13. Jetzt isses ja auch aus den Medien (ok, wenn nicht immer neue Skandale aufflammen würden, aber auch dann wird’s langweilig für den gemeinen Zuschauer). Dann kann man ja ruhig unbemerkt alles wieder zurücknehmen.

    Gab es denn schon irgendne Antwort/Rückruf?

  14. Vielleicht könnten ja auch mal ein paar Leute die in einem Call Center arbeiten, dort anrufen, z.B. für ein paar französische Weine (mit französischem Akzent) oder im namen von tele2 …

  15. Ich glaube Herr Bosbach möchte unbedingt mal etwas mehr Werbung in seinem Postfach/Briefkasten erhalten. Vermutlich wird das aber nichts bringen da er dann hinter jedem Werbebrief ein Geldschein seiner Lobby vermutet …

    Was ist wieder los in Deutschland. Wahlen und alle haben scheinbar ein unvermeidlichen Druck zwischen den Pobacken …

    Bitte noch mehr solcher Aktionen! Die Leute sollen nicht terrorisiert werden sondern sich klar machen, dass WIR das nicht so wollen!

  16. die telefonnummer gibts auch auf der internetseite seiner fraktion, der sportgemeinschaft deutscher bundestag e.v., in seinen eigenen presseerklärungen…

    gibts nicht auch eine telefonzentrale im bundestag, die einem eventuell die durchwahl gibt? oder vieleicht (ich wage kaum, zu fragen) ein telefonbuch?

    .~.

  17. Hallöchen!

    Also vorweg: ich bin Mitglied der CDU…. *shameonme*

    Aber was Bosbach dort fordert kann ich politisch vielleicht verstehen, aber akzeptieren werde ich das nicht. Jeder kennt doch diese unsagbar schrecklichen Werbeanrufe, Mails etc. Und woher die Daten kommen? Bei Nachfrage am Telefon kommt meist ein *tüüüüttüüüütüüüüt* aus dem Hörer.

    Ich frage mich welcher Lobbyist bei den ganzen neuesten Vorschlägen (Zensursula, Datenschutz) seine Finger im Spiel hat…. scheint ein pfiffiger zu sein……

    Argh!

  18. Die Telefonnummern aller MdBs gibt es übrigens auf abgeordnetenwatch.de auf den entsprechenden „Profilen“. Gibt also eine Art Telefonbuch.

  19. Wisst ihr, was das Schlimme ist: das sich selbst hier die meisten nicht wirklich auskennen über das, was sie reden!! Ja, unerlaubte Werbeanrufe und Spam-E-Mails sind schlimm und belästigend, haben aber NICHTS mit dem Listenprivileg zu tun! Denn das ist bereits verboten und wird im UWG geregelt, nicht aber im BDSG (Listenprivileg).
    Es geht beim Listenprivileg NUR um adressierte Postwerbung, mehr nicht! Selbst unadressierte Postwurfsendungen (Getränkemarkt, Pizzabude, Flyer) sind davon nicht bestroffen.
    Habt ihr auf der anderen Seite Mal überlegt, wie viele Jobs da dran hängen? Postdienstleister (TNT, PIN, Dt. Post etc.), Druckereien, Versandhändler, kleinere Werbetreibene Unternehmen wie Autohäuser etc. und viele andere werde alle massenhaft Leute entlassen müssen. Ist es denn wirklich wichtiger, dass ihr nicht ab und zu einen Werbebrif im Briefkasten habt anstatt dass vielleicht einer eurer Bekannten oder Freunde seinen Job verliert??
    Es ist typisch deutsch sich über alles aufzuregen und zu beschweren, denn man hat ja das RECHT dazu, das zu tun, also nimmt man es auch wahr! Dabei wird aber immer nur ein Aspekt aufgegriffen, dass die Datenhändler ja „alle böse“ sind, was da aber sonst noch alles mit dran hängt, ist vollkommen egal. Und ich wette mich euch, dass wenn man sich einmal hinsetzt und sich über jemanden, der sich darüber aufreget, dass ein anderer „seine Daten“ hat, nur 5 Minuten im Internet schlau macht und nach seinem Namen sucht, man oft viel mehr an Informationen findet, als irgendein „Datenhändler“ über die Person jemals hat!! Aber auch das wird wieder nicht in der Diskussion mit betrachtet, denn das würde ja zeigen, das man vielleicht selbst auch einen Fehler gemacht hat und es ist ja üblich, dass man den Fehler immer bei anderen sucht!
    Und was ihr gerade macht, ist sogar noch schlimmer als das, was die „Datenhändler“ machen: Um jemanden per Mail, Fax oder Telefon zu kontaktieren, braucht man seine Erlaubnis vorliegen und dies ist streng reguliert im UWG und BDSG! Jedes seriöse Unternehmen muss sich daran halten und wird dahingehend auch kontrolliert! Ihr ruft einfach massenhaft bei einem Politiker an, schreibt ihm Mails und Faxe und „spamt“ ihn quasi damit zu! Damit tut ihr genau das, was die unseriösen werbenden Unternehmen auch tun. Ihr geht also genau den gleichen Weg, den auch die Leute gehen, über die ihr euch so aufregt. Wenn ihr meint, dass das der richtige Ansatz ist, dann kann ich euch leider auch nicht helfen!

  20. oh mannomann: Für ein bißchen Amüsanz empfehle ich die Lektüre des neuesten Newsletters aus der Direct Marketing Xing Gruppe:

    https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=21101181;articleid=21101181

    DS-Fundis terrorisieren Wolfgang Bosbach

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach 14 Tagen „Abstinenz“, melde ich mich zurück in die Höhen und Tiefen der Datenschutz-Novelle…

    Nachdem die „große Koalition“ offen-, nachles- und hörbar „hoffnungslos“ über den ehedem geplanten BDSG-Gesetzesentwurf zerstritten ist, steht zu befürchten, dass es in dieser Legislaturperiode keine (endgültige) Entscheidung mehr geben wird. Viel zu sehr sind die (derzeit noch) „lenkenden“ Parteien bereits in den Wahlkampf verstrickt.

    Diskontinuität heisst (wahrscheinlich) das Stichwort, über das sich Niemand freuen dürfte. Unsicherheit bleibt -so sieht es aus- also auch in den nächsten Monaten unser (mittlerweile) ständiger Wegbegleiter.

    Die (offiziell) ausgegebene Parole von CDU und SPD ist indes eine andere: die Reform kommt… Auf einen gemeinsamen Kurs werden sich die beiden Parteien (seriös betrachtet) aber nicht mehr einigen können und wollen.

    „Die Felle davon schwimmen“ sieht aber anscheinend (und ungeachtet dessen) der Betreiber der Webseite „netzpolitik.org“. Auf dieser wird dazu aufgerufen, „terrorisierende Maßnahmen“ speziell gegen Wolfgang Bosbach (Mitglied im Innenausschuß und derzeitiger „Protagonist des Listenprivilegs“) durchzuführen.

    Die Idee: (Nerv-)Anrufe, -Faxe, -Mails… nach Berlin, Köln und Bergisch Gladbach. Näheres zu diesem „kleinen Volksbegehren“ unter

    http://netzpolitik.org/2009/datenschutz-im-bundestag-ruf-doc

    Fest steht, dass wir uns (zumindest die „betroffenen Mitglieder“ in dieser Gruppe) keineswegs zurücklehnen dürfen. Bleiben Sie bitte weiterhin (in Anbetracht der labilen politischen Schichtung) aktiv – und dieser Gruppe (die heute erneut in Spiegel Online erwähnt wurde) gewogen! Danke und

    beste Grüße aus der
    Klum- und Bosbach-Stadt

    Ulrich Braunbach

    PS: Unsere Gruppe ist sehr aktiv. Sie werden nicht nur über NEWSLETTER auf Neuigkeiten aufmerksam gemacht. Schauen Sie täglich „vorbei“, jeden Tag gibt es neue Informationen in den jeweiligen Foren bzw. in den News auf der Startseite.

  21. Hallo,

    zunächst: Auch ich bin für Datenschutz!
    Ich bin aber auch für Aufklärung jedes Bürgers!

    Habt ihr mal überlegt, wie die Unternehmen an eure Adresse kommen?
    Ihr gebt sie Ihnen und vergesst dazu zu sagen, dass die Informationen nicht verwendet werden sollen. In jeder Bestellung im Internet oder per Post bei Katalogen gibt es die Möglichkeit dazu, bei jeder Gewinnspielteilnahme ebenso! Auch am Telefon kann man der werblichen Nutzung widersprechen!
    Und wenn es doch mal vergessen wurde, kann man auch nachträglich die Nutzung untersagen und sich zudem in die Robinsonliste eintragen!

    Übrigens:
    Das Listenprivileg besagt, dass NUR Name, Anschrift, Geburtsjahr, Beruf und ein weiteres Merkmal gespeichert werden dürfen, dazu gehören NICHT Kontonummer, Geburtstag etc.)

    Die Missbräuche der Datenschutzskandale des vergangenen Jahres sind auch schon unter den aktuell gültigen Gesetzen verboten gewesen! Nur leider wird dieses nicht ausreichend strafverfolgt!

    Zur Info:
    Wenn das Gesetz durchkommt, werden unadressierte Werbung verstärkt (diese ist nicht zielgruppenorientiert!), zudem gehen wieder „Drückerkolonnen“ abends auf Abonnentenwerbung. Wollt ihr das?

    Gruß
    Pro Datenschutz

  22. Falls sich jemand über einige der letzten Kommentare wundert: Gerade mobilisiert etwas die Direktmarketing-Lobby. Bei Xing gibt es ein Forum zur BDSG-Novelle und im aktuellen Newsletter schreibt der Forums-Moderator Ulrich Braunbach:

    http://www.xing.com/net/bdsg-novelle/

    DS-Fundis terrorisieren Wolfgang Bosbach
    12.05.2009, 00:28

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach 14 Tagen „Abstinenz“, melde ich mich zurück in die Höhen und Tiefen
    der Datenschutz-Novelle…

    Nachdem die „große Koalition“ offen-, nachles- und hörbar „hoffnungslos“
    über den ehedem geplanten BDSG-Gesetzesentwurf zerstritten ist, steht zu
    befürchten, dass es in dieser Legislaturperiode keine (endgültige)
    Entscheidung mehr geben wird. Viel zu sehr sind die (derzeit noch)
    „lenkenden“ Parteien bereits in den Wahlkampf verstrickt.

    Diskontinuität heisst (wahrscheinlich) das Stichwort, über das sich
    Niemand freuen dürfte. Unsicherheit bleibt -so sieht es aus- also auch
    in den nächsten Monaten unser (mittlerweile) ständiger Wegbegleiter.

    Die (offiziell) ausgegebene Parole von CDU und SPD ist indes eine
    andere: die Reform kommt… Auf einen gemeinsamen Kurs werden sich die
    beiden Parteien (seriös betrachtet) aber nicht mehr einigen können und
    wollen.

    „Die Felle davon schwimmen“ sieht aber anscheinend (und ungeachtet
    dessen) der Betreiber der Webseite „netzpolitik.org“. Auf dieser wird
    dazu aufgerufen, „terrorisierende Maßnahmen“ speziell gegen Wolfgang
    Bosbach (Mitglied im Innenausschuß und derzeitiger „Protagonist des
    Listenprivilegs“) durchzuführen.

    Die Idee: (Nerv-)Anrufe, -Faxe, -Mails… nach Berlin, Köln und Bergisch
    Gladbach. Näheres zu diesem „kleinen Volksbegehren“ unter

    http://netzpolitik.org/2009/datenschutz-im-bundestag-ruf-doc

    Fest steht, dass wir uns (zumindest die „betroffenen Mitglieder“ in
    dieser Gruppe) keineswegs zurücklehnen dürfen. Bleiben Sie bitte
    weiterhin (in Anbetracht der labilen politischen Schichtung) aktiv – und
    dieser Gruppe (die heute erneut in Spiegel Online erwähnt wurde)
    gewogen! Danke und

    beste Grüße aus der
    Klum- und Bosbach-Stadt

    Ulrich Braunbach

    1. zu #44

      aber der Brüller ist doch eigentlich:

      „beste Grüße aus der
      Klum- und Bosbach-Stadt“

      Viele Grüße aus der Jens-Lehmann- und Werner-Mauss-Stadt dann mal von mir :-)

  23. Ist ne gute Idee, das mit diesen MdB-Telefonnummern …

    Diskutieren! Aber bitte mit Argumenten, nicht mit Beschimpfungen … aber das kriegt man schon hin, auch wenn es schwer fällt.

    Hoffentlich machen die sich dann inhaltlich mal fit, diese Leute im Bundestag. Müssen sie – endlich!

  24. @EinerDerSichAuskennt Das Job-Argument zieht hier nicht. Man kann Jobs nicht um ihrer selbst Willen erhalten, wenn der Nutzen fuer die Allgemeinheit vom Schaden weit uebertroffen wird. Mit so einer Argumentation laesst sich sonst auch die Produktion von z.B. Personen-Landminen oder Streubomben rechtfertigen: Man kann ja die Leute nicht einfach auf die Strasse setzen, wovon sollen die dann leben?

    1. @Dominic:
      Wie man an meinem langen Post vielleicht gemerkt hat, war das Thema „Jobverluste“ nur eingeschoben und nicht Hauptaugenmerk meines Beitrages. Allerdings hast Du Dominic NUR dazu was gesagt und die anderen relevanten Punkte außer Acht gelassen, um die es eigentlich geht! Und das ist genau das, was ich meine, die Leute beschäftigen sich immer mit den Punkten, die genau in die Richtung gehen, zu der sie einfach argumentieren können, aber alles, wo sie selbst Mal ihre Meinung kritisch überdenken müssten, wird dann gar nicht mehr angesprochen.
      Aktuell sind alle gegen den Datenhandel, weil Sie wissen, dass es Ihnen erlaubt ist, dagegen zu protestieren und weil Sie damit dann ja Mal Ihre Meinung vorbringen können! Aber hat sich denn einer dieser Menschen wirklich schon Mal intensiv mit der Thematik und allen seinen Facetten auseinandergesetzt? Ganz sicher nicht!
      Denn wenn das Listenprivileg abgeschafft wird, dann hat man ab dem Moment zwar nicht mehr alle paar Tage eine adressierte Werbesendung in seinem Briefkasten, die vielleicht sogar noch den Interessen vom Empfänger angepasst sind, sondern man bekommt täglich teilweise mehrfach unadressierte Postwurfsendungen, die den Briefkasten noch viel voller machen, weil das nun Mal eine der wenigen noch erlaubten Alternativen ist! Außerdem werden die Vertrterbesuche an den Türen wieder stark zunehmen. Ich kenne jetzt schon Verlage, die wieder mit Drückerkolonnen aufrüsten und losziehen wegen der Gesetzesdiskussion!
      Also, was ist euch lieber: Jemand hat eure Daten (die aber über das Telefonbuch und das Internet wahrscheinlich sowieso jeder haben kann ohne Probleme) und ihr kriegt ab und zu Mal eine gezielte und euren Interessen angepasste Briefsendung oder ihr habt täglich Flyer etc. im Briefkasten und zwei Mal die Woche schellt ein Vertreter bei euch an? Ersteres wird bei Erhalt des Listenprivilegs sein, Zweiteres beim Fall des Listenprivilegs, was hier ja alle, die sich überhaupt nicht mit den Folgend der Gesetzesnovelle auskennen, so sehr fordern.
      Wenn ihr wirklich mehr Flyer im Briefkasten wollt und Vertreter an der Tür, dann ist das ja in Ordnung… dann fordert Mal weiter und macht schön Telefon-Spam bei Herrn Bosbach, was auf der anderen Seite euch selber aber so sehr stört (Telefonspam), dass ihr dagegen seid!

  25. Man könnte ja auch gleich noch bei Ulrich Braunbach anrufen und fragen, was er genau meint, wenn er von ‚terrorisierenden Maßnahmen‘ spricht nur weil Bürger mal bei ihren Volksvertretern anrufen?

    Das kann doch gar kein anderer Ulrich Braunbach sein, als jener, den man per http://www.dastelefonbuch.de findet? Denn ein „Geschäftsführender Gesellschafter“ in der Direktmarketing-Branche wird doch ganz sicher im Telefonbuch stehen?

  26. @joerg
    Ich habe mir diese Xing-Gruppe auch gerade Mal angeschaut! Mir scheint es aber so, als wenn da qualifizierter diskutiert wird als hier und vor allem auch andere Meinungen wie Deine zugelassen werden, daher wette ich mit Dir, dass Du da überhaupt nicht gesperrt wird, auch wenn Du sicherlich die ganze Zeit händeringend darauf wartest, damit Du dann hier wieder posten kannst, wie böse doch die ganzen Werbetreibenden sind!

  27. @EinerDerSichAuskennt: Die Argumentation ist bekannt und wird vom Direktmarketing-Verband als „Freiheit der Kommunikation“ vermarktet:

    „Hand aufs Herz: Briefwerbung kann wirklich nützlich sein. Die für Sie uninteressanten Werbesendungen sortieren Sie einfach aus. Übrig bleibt das, was gut ist: gut für Sie, Ihre Familie und Ihre Bedürfnisse. Zum Beispiel attraktive Reiseangebote oder die Schnäppchen vom Einzelhändler um die Ecke.

    Darauf müssen Sie in Zukunft verzichten. Jedenfalls wenn es nach dem Willen der Politik geht. Denn die beabsichtigte Gesetzesänderung sieht eine drastische Beschränkung der Werbefreiheit vor. Und damit auch eine Einschränkung Ihrer Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Werbung wichtig ist. Viele nützliche Informationen werden Sie nicht mehr erreichen, wie zum Beispiel:
    • Nachrichten von Autoherstellern, die Ihnen ein neues Modell vorstellen wollen oder Sie zu einer Probefahrt einladen.
    • Angebote von Zeitungen, die Ihnen ein Probeabonnement offerieren möchten.
    • Aktuelle Reisekataloge von Touristikunternehmen.
    • Neue Einzelhandelsgeschäfte, die Sie mit einem persönlichen Schreiben zur Geschäftseröffnung einladen.“

    Hand aufs Herz: Darauf verzichte ich gerne.

  28. @EinerDerSichAuskennt
    Schon mal in einem Studentenwohnheim gewohnt?
    Kurz bevor ich ausgezogen bin, wurden unter den Briefkästen am Eingang Mülltonnen installiert. Der von dir beschriebene Zustand ist da schon gang und gebe. Nicht personalisierte Werbung lässt sich aber wesentlich einfacher „filtern“. In die Briefkästen hätte teilweise gar nicht mehr Werbung gepasst. Meine Hoffnung besteht darin, dass sich die ungezielte Werbung vielleicht nicht alle Unternehmen Leisten können. Die Werbeindustrie hätte es vielleicht nicht so übertreiben sollen…

  29. @EinerDerSichAuskennt
    Hast Du schon mal darüber nachgedacht was für eine enorme Papierverschwendung durch Postwurfsendungen entsteht?
    Würde jegliche Form (personalisiert sowie nicht personalisiert) von Postwurfsendungen nur auf Wunsch der Empfänger erlaubt sein, dann müsste man sich über die Einhaltung der Klimaschutzziele weit weniger Gedanken machen.
    Ich will nicht wissen wie viele Tonnen Papier durch meinen Briefkasten gegangen sind, ohne daß ich nur einen Buchstaben davon gelesen habe.
    (Trotz „Bitte keine Werbung einwerfen“-Aufkleber)

  30. Ich führe seit 15 Jahren ein Versandunternehmen mit Artikeln für Hobbyisten. Als wir das Unternehmen begannen, hätte der Einkauf ausgesuchter Adressen den Laden sicher schneller in Schwung gebracht. Wir mussten aber darauf verzichten, weil uns das Geld fehlte. Später machten wir dann Anzeigenwerbung und Pressearbeit, das erlaubt immerhin dem Kunden, sich seinen Interessen nach zu informieren, ohne sich irgend einer Belästigung durch unerwünschte Werbung ausgesetzt zu sehen. Mittlerweile haben wir einige zehntausend Adressen von Kunden oder Leuten, die sich schriftlich informieren ließen. Mir persönlich ist diese ganze Adressenhandelei sehr zuwider und wir kaufen keine Adressen und geben die aus unserem Besitz auch an niemanden weiter. Ich will die hart erarbeiteten Kontakte ja nicht an Konkurrenzunternehmen geben. Unsere eigenen Kontakte schreiben wir ca fünf Mal im Jahr an, das ist für unser Unternehmen lebensnotwendig. Wenn sich ein Kunde meldet und keine Nachrichten von uns mehr will, schalten wir das für diesen Kunden ab. Das kommt aber sehr selten vor.

  31. Hallo Phil,
    das Problem ist, dass die ungezielte Werbung um ein Vielfaches günstiger ist, als die gezielte Werbung und wenn die gezielte Werbung „verboten“ wird durch den Fall des Listenprivilegs, dann wird es eben NOCH MEHR ungezielte Werbung geben in der Form, wie Du sie gerade beschrieben hast… das ist das Problem, was aber viele nicht sehen!

  32. @EinerDerSichAuskennt (#57): „und ihr kriegt ab und zu Mal eine gezielte und euren Interessen angepasste Briefsendung“

    Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, daß irgendwann so eine adresseingekaufte Werbung mich interessiert oder angesprochen hätte. Versicherungen, Banken, Blah. (Mal vereinfacht gesagt: Nur, weil ich in der Kategorie „Altersgruppe 30 – 39“ bin, denken die, ich wäre an einer neuen Kreditkarte oder einer neuen Versicherung interessiert?)

    Wenn ich mich für etwas interessiere, informiere ich mich aktiv im Internet. (Sowas werden die Internetausdrucker nicht verstehen, aber irgendwann werden die schon noch aussterben.) Und wenn dann wirklich mal ein Unternehmen dabei ist, dessen Produkte oder Dienstleistungen mich dauerhaft interessieren, dann bestelle ich schon mal einen Newsletter per E-Mail oder Katalog per Post. Kommt durchaus vor.

    Zeiten und Menschen ändern sich. Es wird Zeit, daß sich auch die Adresshändler damit abfinden.

  33. Werte Netzpolitiker,

    ich möchte Sie gerne zum offenen Dialog in die weiter oben genannte Gruppe (Datenschutz-Novelle/XING) einladen. Wäre schön, wenn Sie sich offen zu erkennen geben und keine Pseudo-Profile anlegen. Es gibt auch beitragsfreie Mitgliedschaften.

    Hier der Einladungslink:
    http://www.xing.com/group-35380.574f49

    Vielleicht können wir hier unsere Meinungen „kanalisieren“. Dialog ist gefragt.

    Ulrich Braunbach

    PS: Habe noch keinen Anruf erhalten ;-)

    1. Sagen Sie mal, Herr Braunbach: Wollen sie uns eigentlich vergackeiern?

      Sie haben ein Geschäftsmodell auf einem Gut aufgebaut, das Sie nie hätten kriegen dürfen. Jetzt wollen Sie nicht, dass man es Ihnen wegnimmt, ok — das ist legitimes Eigentinteresse. Aber heulen Sie doch bitte nicht rum, wenn diesen Mist endlich mal jemand vom Kopf auf die Füße stellt!

      Sie sind doch ein kreatives Köpfchen. Sie finden sicher auch einen anständigen Job.

  34. @Antispam
    Genau das meine ich ja!! Ich bin ja auch nicht dafür, dass die Briefkästen mit immer mehr Postwurfsendungen „zugemüllt“ werden, aber genau das wird die Folge sein, wenn das Listenprivileg fällt! Und das ist nachgewiesen! Denn die ganzen Unternehmen rüsten seit der Diskussion um das Listenprivileg stark mit Pridukten im Bereich der unadressierte Werbesendung und der Beilagenwerbung auf, das weiß ich aus sicherer Quelle! Beim Fall des Listenprivilegs ist es also unvermeidbar, dass es massiv mehr Postwurfsendungen geben wird! Ich bin ja ein Freund der gezielten Konsumentenansprache, aber wenn diese verboten wird, dann bleibt nur noch der Flyer etc.! Und sind wir doch Mal ehrlich: Soo schlimm ist es für die meisten Leute doch gar nicht, dass jemand anderes deren Adressdaten hat! Man braucht ja nur im Telefonbuch zu schauen, im Internet nach dem Namen suchen oder an der Türklingel schauen! Nur dadurch, dass dieses Thema seit Monaten so durch die Presse geht und die Leute denken, dass hier ungehemmt mit deren Kontonummern und sensiblen Daten gehandelt wird (was ja gar nicht der Fall ist und was vor allem schon seit Jahren gesetztlich verboten ist), deswegen sind die Leute jetzt alle so sehr für verbesserten Datenschutz, nur haben Sie überhaupt keine Ahnung, was das am Ende heißt: nämlich nur noch mehr unqualifizierte Belästigung durch Werbung und an die Daten der Bürger, die erlaubt sind für den Adresshandel, kommt man sowieso so oder so ran, der Schutz dieser Daten ist absolut zweitrangig! Adresshandel gibt es seit über 60 Jahren in Deutschland, nur regen sich die Leute jetzt alle tierisch darüber auf wegen den ganzen Datenskandalen, die durch die Presse gegeistert sind, allerdings alle durch unsriöse Unternehmen hervorgebracht! Was ein seriöser „Datenhändler“ effektiv an Daten von einem Verbraucher hat und womit er handelt, ist eigentlich ohne Probleme auch so zu bekommen und von der Datenmenge her total lächerlich! Und Kontonummern oder ähnliche sensible Daten wird kein einziger seriöser Datenhändler in Deutschland verkaufen!
    Das Kernproblem bei der Diskussion ist die einseitige und oft falsche Darstellung in den Medien und auf der anderen Seite die komplette Unwissenheit der Verbraucher, die einfach Mal gegen etwas sind, von dem Sie überhaupt keien Ahnung haben!

  35. @Ulrich Braunbach: Danke für die Einladung in die Xing-Gruppe. Aber sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass ich vor der Einladung zu einem Dialog erstmal genauer wissen möchte, was Sie genau mit „terroristischen Massnahmen“ in Ihrem Newsletter gemeint haben?

  36. Ich habe das Gefühl, daß in den letzten zehn Jahren immer mehr Leute sich aus dem Telefonbuch austragen lassen …

    Schlimm finde ich übrigens auch die Auskünfte der Gemeinden aus dem Melderegister, die die sehr freimütig geben und man sich nur schwer dagegen wehen/sperren kann.

    Nur weil der Adresshandel 60 Jahre lang in Deutschland ganz gut lief, heißt das doch nicht, daß alles wie immer so weitergehen kann. Auch die Pferdekutschenindustrie musste sich anpassen, als sich die Vorlieben und die Technik der Menschen weiterentwickelte.

    Wieso bei Xing in einem geschlossenen System diskutieren und nicht öffentlich hier? (Ich verstehe auch nicht, wieso man oft auch sonstwo im offenen Web in Facebook- oder StudiVZ-Gruppen verwiesen/eingeladen wird.) Auch wenn die Mitgliedschaft kostenlos ist: Vielen schmeckt es nicht, seine echten Daten so einem „sozialen Netzwerk“ zu übergeben.

  37. @Markus

    Zunächst eine kleine (wenn vielleicht auch auf den ersten Blick nur unbedeutende) Korrektur: ich sprach/schrieb von terrorisierenden Maßnahmen. Dazu zählen für mich auch Aufrufe zu „konzertierten“ Aktionen die zum Ziel haben, *Menschen persönlich, telefonisch oder auf anderen Wegen zu penetrieren*. Auch wenn der Appell an dieser Stelle seriös „angestrichen“ ist, lautet die Botschaft für mich: Telefonterror.

    Mir ist bewusst, dass ich mit *dieser Aussage* einen Nährboden für neue Statements geschaffen habe, die in Richtung Werbeverbot bzw. Abschaffung von Datenhandel zielen werden. Bin gespannt.

    1. LOL. Herr Braunbach, das meinen Sie aber jetzt nicht ernst? Sie können doch schlecht für sich und ihre Lobbykollegen etwas in Anspruch nehmen und anderen das Gleiche als „terrorisierende Maßnahme“ bezeichnend vorwerfen. Häuptling gespaltene Zunge-Modus?

      1. @Lale Lu

        „LOL. Herr Braunbach, das meinen Sie aber jetzt nicht ernst? Sie können doch schlecht für sich und ihre Lobbykollegen etwas in Anspruch nehmen und anderen das Gleiche als “terrorisierende Maßnahme” bezeichnend vorwerfen. Häuptling gespaltene Zunge-Modus?“

        Ich vertrete in diesem Newsletter meine persönliche Meinung. Ich würde niemanden dazu „anstiften“, EINE Person gezielt TELEFONISCH zu „penetrieren“.

        Hier hätten wir dann auch den kgN – zumindest zum Thema Telefon“marketing“. Denn dieses „Werbeinstrument“ kann meinetwegen gerne komplett abgeschafft werden. Aber auch hier gibt es nachweislich Millionen Menschen, die das anders sehen und ihr Opt-in für Telefonwerbung „abgegeben“ haben.

  38. @Weirdo Wisp
    Ja, es lassen sich immer mehr Leute aus dem Telefonbuch austragen, aber es stehen immer noch ca. 24 Mio. da drin!!
    Und ich stimme Ihnen absolut zu, dass ein 60 Jahre altes System natürlich auch überdacht werden kann und sollte, aber das wird es ja auch!
    Ein Mensch, der in Deutschland lebt, hat am Tag ca. 6.000 Werbeeindrücke (wenn man z.B. einen Wagen vor sich sieht, der ein Mercerdes-Logo hat, dann ist das auch schon ein Werbeeindruck). Diesem kann sich niemand entziehen, der in Deutschland wohnt, wenn er das nicht mag, muss er am Besten in ein Entwicklungsland ziehen, wo es das alles noch nicht gibt.
    Der Trend im Marketing ist aktuell immer mehr in Richtung Dialogmarketing und weg von Massenwerbung! Für Diaslogmarketing muss man aber ein bisschen was über den Verbraucher wissen, damit man im zielgerichteter Informationen bereitstellen kann. Kein Verbraucher kann sich der Werbung entziehen, aber es ist doch besser, wenn man nicht 6.000 undifferenzierte Werbeeindrücke am Tag hat, sondern vielleicht nur 3.000, dafür aber welche, die einen eher schon interessieren können. Wie gesagt, man kann sich diesen gesamten System nicht entziehen, wenn man in einem europäischen Land wohnt, das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber genauso kann man auch gut finden oder nicht, dass man Steuern zahlen muss, wenn man das nicht will, muss man eben auch woanders hin gehen!
    Wenn zum Beispiel jemand gerne Wein trinkt, dann ist es doch besser für ihn, wenn er einmal in der Woche einen gezielten Werbebrief bekommt von einem Weinlieferanten, als wenn er täglich Flyer für Reisen, Versicherungen, Mode etc. bekommt! Ersteres ist gezieltes Dialogmarketing mit Listenprivileg, zweiteres ist unadressierte Werbung ohne Listenprivileg. So oder so wird ein Fall davon eintreten, die Frage ist nur, welcher ist besser für den Verbraucher! Ich weiß, welcher Fall besser ist, aber anscheinend alle die hier diskutieren nicht!
    Hinzu kommt ja noch eine andere Sache: die meisten „Adresshändler“ haben außer der Anschrift, die auch im Telefonbuch steht, gar keine Informationen von den jeweiligen Verbrauchern. Sie nehmen einfach nur statistische Daten, mit denen die Adresse angereichert wird, die aber gar keine persönlichen Daten des Verbrauchers sind (also z.B. in welcher Wohngegend wohnt der Verbraucher, in welchem Alter könnte er sein anhand seines Vornames etc.) und darauf hin wird der Verbraucher dann in eine bestimmte Zielgruppe gesteckt! Viele Adresshändler kombinieren einfach nur die Anschrift mit diesen Merkmalen mehr nicht! Echte Geburtsdaten oder Kontonummern HAT KEIN SERIÖSER ADRESSHÄNDLER!

    1. „Wie gesagt, man kann sich diesen gesamten System nicht entziehen, wenn man in einem europäischen Land wohnt, das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber genauso kann man auch gut finden oder nicht, dass man Steuern zahlen muss, wenn man das nicht will, muss man eben auch woanders hin gehen!“

      Man kann auch einfach die Eier haben, was ändern zu wollen und sich deshalb dafür einsetzen, dass solch ein Mist wie das Listenprivileg ausnahmslos abgeschafft wird.

      Wenn von 39 Millionen Haushalten nur 24 Millionen ihre Nummer veröffentlichen möchten, ist auch das ein deutliches Zeichen: es wird so sehr missbraucht, dass ein gutes Drittel auf diese eigentlich recht nützliche Sache lieber verzichtet.

      1. @Lale Lu
        Es ist richtig, dass es ca. 39 Mio. Haushalte gibt und im Telefonbuch stehen 24 Mio. Telefonnummern. Aber woran liegt das? Weil zum Einen ein Teil der Haushalte gar keinen Telefonanschluss hat (ja, das gibt es immer noch, und nicht Mal wenige davon) und zum Anderen haben viele Ihren Festnetzanschluss abgegeben und nur noch ein oder mehrere Handyanschlüsse! Die Diskrepanz zwischen 39 Mio. und 24 Mio. liegt also nicht daran, dass die Leute keine Lust mehr aufs Telefonbuch haben, sondern dass es wirklich viel weniger Festnetzanschlüsse gibt als Haushalte. Die Menge derer, die nicht im Telefonbuch genannt werden wollen, ist verschwindend gering! Daher ist schön, dass Sie wissen, dass es 39 Mio. Haushalte gibt, aber auch hier wird wieder unsinnige Kritik angewendet, weil Sie eben die Hintergründe, warum nur 24 Mio. im Telefonbuch stehen, gar nicht kennen und einfach nicht informiert sind!

        Dem Herrn Braunbach stimme ich übrigens in einer Sache ganz klar zu: Der Verbraucher hat es selbst in der Hand, wem er seine Daten gibt und in welchem Umfang! Ich muss doch nicht an einem Gewinnspiel teilnehmen und dort meine Daten eintragen und diese auch noch durch Unterschrift freigeben! Die Deutschen lieben Gewinnspiele und tragen sich in Massen da ein… leider sind die meisten so gutgläubig, dass sie denken, die Unternehmen machen das ausschließlich aus Geberlaune… natürlich nicht, die Unternehmen haben einen anderen Sinn dahinter, aber wer das nicht versteht ist einfach zu dumm und verdient es auch nicht, weiter geschützt zu werden durch Gesetze, wenn er überall seine Daten preis gibt und alles unterschreibt! Ich habe schon so viele Aktionen gesehen, bei denen die Verbraucher wirklich bis zur Kontonummer und zum Einkommen alles von sich preisgeben und unterschreiben nur um irgendwas Kleines zu gewinnen… in den AGBs steht alles drin, was mit den Daten gemacht wird… und die Leute lesen sich das nicht Mal durch sondern unterschreiben einfach!
        WÜrden die Verbraucher einfach ein bisschen besser aufpassen, was Sie alles preisgeben und unterschreiben, würden nicht die Leute bei StudiVz und Facebook ihre halbe Lebensgeschichte hinterlegen oder bei Flickr die kompletten Fotos ihres letzten Urlaubs einstellen oder bei Youtube, wie Sie sich mit Ihrer Nachbarin vergnügen, dann würde diese ganze Diskussion um den Datenschutz nicht stattfinden müssen!
        Natürlich gibt es in der Adressbranche auch schwarze Schafe, wie es die in jeder anderen Branche auch gibt… natürlich gibt es stattliche Institutionen, die Daten in größerem Maße sammeln… und das alles finde ich nicht gut!
        Aber wenn man das Ganze Mal differenziert betrachtet, dann ist meistens das erste Glied in der Kette der Datenweitergabe der Verbraucher selbst und diese stellt leider auch das Grundproblem dar!
        Ich selber kriege eigentlich nie unerwünschte Werbeanrufe und die Werbebriefe in meinem Briefkasten sind auch nicht viele! Ja warum denn? Weil ich einfach gut mit meinen Daten umgehen und weiß, wo ich sie angeben sollte und wo nicht… ganz einfach!

    2. Ach, Einer… Gleich noch was hinterher:

      Was ist dann zum Beispiel das „Echtalter“ von 25 Mio. Menschen, die die Bertelsmanntochter AZ Direct hier anpreist? http://shop.az-direct.com/azonline/html/world_of_consumer.html

      Die sind also nicht seriös? Sondern nur einer der größten Datendealer der Republik?

      Sie stecken so sehr in ihrem verabscheuungswürdigen Business, dass Ansätze fortgeschrittener Merkbefreiung nicht zu übersehen sind.

  39. Ich fände es begrüßenswert wenn das unaufgeforderte Zusenden personalisierter Werbung aufhören würde. Unpersönliche Massenwurfsendungen bekomme ich dank „Bitte keine Werbung“ nicht. Sollte sich mal einer nicht dran halten kann ich die Werbung sofort als solche identifizieren und in die Papiertonne befördern.

    Was die Werbetreibenden nicht verstehen, ich will keine Infos für neue Produkte. Weder am Telefon noch per Post. Ich kaufe nach Bedarf.
    Was ich nicht brauche interessiert mich nicht.

    Wenn ich ein Produkt aus einer bestimmten Kategorie brauche, z.B. ein Auto, recherchiere ich selber im Internet. Dort sehe ich nicht nur die Herstellerwerbung sondern auch Test & Reviews zu jedem Interessanten Produkt.
    Will ich tolle neue Technik Spielereien kennen lernen, dann lese ich gezielt engadget.com

    Es wäre sehr wünschenswert wenn die Werbeindustrie endlich begreift das ihre Maßnahmen nur eines bewirken: Genervte Menschen die sich über die werbenden Firmen ärgern. Und wenn ich mich von einer Firma genervt fühle kaufe ich dort auch sicher nicht ein. Gutes Beispiel: die nervige Seitenbacher Radio Werbung. Die mögen noch so gutes Müsli haben, ich werde es wegen der nervigen Werbung nie kaufen.

  40. ..ihr habt sie ja nicht mehr alle. Ich kann Kritiker der Mailingflut gut verstehen, aber Psyschoterrorismus gegen einzelne Politiker ist kein probates Mittel der politischen und sachlichen Auseinandersetzung. Nutzt die Robinson-Liste, fordert weniger Infos und Produkte aus dem Versandhandel an, gebt nicht eure Mail-Adressen beliebig raus – dann habt ihr weniger Probleme. Der Aufruf von Markus ist im Niveau vergleichbar mit Steinewerfen und Autos anzünden bei Demos. IQ 70, lieber Markus? Vox populi, vox Rindvieh, sagte schon mein kluger Vater.

  41. „Was ist dann zum Beispiel das “Echtalter” von 25 Mio. Menschen, die die Bertelsmanntochter AZ Direct hier anpreist? Die sind also nicht seriös? Sondern nur einer der größten Datendealer der Republik?“

    Wo kommen diese Informationen denn letztendlich her? Ich denke, es besteht Einigkeit darüber, dass diese Daten nicht „geklaut“, sondern rechtskonform erhoben worden sind. Wiederum Millionen von Mitbügern geben jedes Jahr z.B. im Zuge sogenannter Lifestyle-Umfragen Milliarden von Daten über sich preis, um z.B. eine „schöne Uhr“ zu gewinnen. Und sie werden nicht im Unklaren darüber gelassen, dass die gemachten Angaben zu Werbezwecken verwendet werden. Das bestätigen (und genehmigen) sie mit 2 Unterschriften.

    Ob es am Ende „seriös“ ist, mit solchen Aussagen im Internet zu werben, ist sicherlich ein anderes Thema…

  42. Also bitte! Der gute Mann ist Politiker, er verdient also seine Brötchen damit, als Volksvertreter Entscheidungen im Sinne seiner Wähler zu treffen (ich hoffe doch sehr, dass er das so sieht).
    Wenn Wähler, die zu einem Thema eine Frage/Meinung haben, ihn in seinem Büro telefonisch kontaktieren wollen, kann ich daran beim besten Willen nichts terrorisierendes erkennen.

    1. Wolfgang Uhl
      Hallo Herr Uhl,
      Sie haben Recht, so wie Sie es beschrieben haben ist das nichts terrorisierendes!
      Aber mit dem Telefonmarketing war es genauso… als das anfing und man alle paar Tage oder Wochen Mal einen Werbe-Anruf bekommen hat, war das auch nicht terrorisierend, aber nachdem dann irgendwann täglich 3 Mal versucht wurde auf telefonischem Wege dem Verbraucher ein NKL-Los zu verkaufen, dann wurde es terrorisierend… und das ist genau das, was Sie hier machen! Wenn 3 Leute beim Herrn Bosbach anrufen und sich bei ihm beschweren, dann ist das kein Problem, aber wenn Sie hier in einer großen Aktion eine Masse mobilisieren, die das machen soll, dann tun Sie genau das, was die unseriösen Telefonspammer auch machen und nichts anderes und da können Sie sich leider auch nicht rausreden!

  43. Langsam wirds hier immer skuriler: Erst sind es „terroristische Massnahmen“, dann wird die Aktion mit Steineschmeissen und Autos verglichen und als Psychoterrorismus bezeichnet (Kommentar 77). Da geht noch einiges an Vergleichen!

  44. @ MArkus

    Wie kann man nur so blöd sein und einen solchen allg. Aufruf zum Telefonterror an Herrn Bosbach starten. Das ist sicherlich keine geeignete Maßnahme, um Lobbyarbeit für die BDSG-Novelle zu betreiben, sondern wird wohl eher genau das Gegenteil bewirken. Und Herr Bosbach weiß genau, dass Telefonwerbung und Postwerbung etwas Unterschiedliches sind (falls es das ist, was dieser Aufruf bewirken sollte, denn Telefonwerbung ist ja bereits ohne Einwilligung verboten und im UWG geregelt und hat mit der Novelle des BDSG nichts zu tun). Aber das nur nebenbei.
    Wer seine Daten nicht preisgeben will, der muss sie halt einfach rausgeben oder direkt bei Bestellungen sperren lassen. Dafür haben wir ja das Widerspruchsrecht und die Robinsonliste.
    Genauso ist es mit dem Telefonbuch. Seit über 60 Jahren auf dem Markt, da sollte auch der Letzte verstanden haben, dass die Daten darin öffentlich zugänglich sind und genutzt werden. Aber es ist ja bloß eine Adresse! Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn ich nicht will, dass ich im Telefonbuch erscheine, lasse ich mich rauslöschen, auch ganz einfach. Jeder Bürger ist doch für sich selber verantwortlich und wenn manche von uns wirklich so blöd sind und alle Daten, die sie so haben, preisgeben und sich nachher wundern, was man über sie weiß, dann kann ich nur sagen: selber Schuld.

    Der Staat kann nicht alle Doofen unter uns gegen ihre eigene Blödheit schützen.

    So long, kümmert Euch um Euren eigenen Kram besser, dann wird es auch im realen Leben klappen und macht nicht andere oder den Staat für Eure Verfehlungen verantwortlich.

    Und lasst die Finger vom Listenprivileg. Das hat seine Berechtigung in unserem Wirtschaftssystem für eine funktionierende Werbe- und Kommunikationsmöglichkeit der Unternehmen und belästigt niemand in dem Ausmaß wie Telefonwerbung oder Spam.

    1. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die Direktmarketingvertreter hier als Hauptargument ins Feld führen: „Es ist doch jeder selbst schuld!“ – Dann haben Sie doch auch keine Probleme mit echtem Opt-In bei Abschaffung Listenprivileg, wenn Sie daran glauben, dass es genug Dumme geben wird.

  45. Guten Tag Herr Uhl,
    da haben Sie sicherlich Recht. Der Politiker ist per Mandat vom Volk beauftragt worden, „seinen Job“ zu machen. Und wenn jemand aus dem Wählerkreis eine „Frage oder Anregung“ hat (oder ihm schlicht und ergreifend etwas nicht passt), ist es in einer Demokratie legitim, sich in einer laufenden Legislaturperiode direkt an den Politiker zu wenden. Wenn aber „eine breite Masse“ (ich möchte hier niemandem zu nahe treten) zu „konzertierten Aktionen“ aufgerufen wird, geht dies aber nach meinem Verständnis über „dieses Bürgerrecht“ hinaus.

  46. @lale lu

    es gibt seit Jahren bestehenden Gesetze, die den einzelnen Bürger in seiner Privatsphäre schützen. Und jetzt: Ob opt-in oder opt-out: es wird nicht dazubeitragen, illegale Machenschaften zu verhindern und weitere Datenskandale heraufzubeschwören. Nur darum geht es.

  47. @LaleLu
    Es ist schön, dass ich Sie durch meinen Zahlen dazu bekommen habe, endlich einmal richtig zu recherchieren und nach Fakten zu suchen, da sind Sie dann leider auch einer der wenigen hier, die sich wirklich Mal informieren über das, worüber sie reden…
    Und das Hauptargument der Dialogmarketingbranche ist nicht, dass der Verbraucher selber schuld ist, aber es ist ein sehr wichtiges Argument, weil ein Großteil der Probleme darin begründet ist.
    Lesen Sie dazu auch gerne einmal diesen Artikel: http://www.n-tv.de/1108666.html

    Und die Frage ist doch, was will der Verbraucher wirklich bzw. was nützt ihm effektiv, damit er sich weniger belästigt fühlt! Die meisten schreien doch gerade nur auf, weil Sie wissen, dass Sie das Recht haben aufzuschreien und weil Sie sonst vielleicht keine anderen Möglichkeiten haben Mal für ihre Rechte einzustehen! Alles blasen da im Moment in das gleiche Horn, egal ob es Sinn macht oder nicht!

  48. Ja, wenn die „breite Masse“ zu einer „konzentrierten Aktion“ aufruft, ist dies kein Bürgerrecht mehr.

    Wenn aber eine Minderheit sich entsprechend organisiert und durch entsprechende Lobby-Arbeit, Empfänge und Tagungen massiven Einfluss auf politische Entscheidungen nimmt, ist dies wieder sehr wohl Bürgerrecht – ist ja schlicht eine Interessensvertretung.

    Das soll mal verstehen wer will. Sonst wird auch immer zu einer breiten politischen Beteiligung aufgerufen oder bejammert, die heutigen Generationen wären ja so Politikverdrossen. Was viel mehr gemeint ist, ist doch: Die Wahlbeteiligung sollte bloß nicht weiter sinken – schon gar nicht die für die eigene Partei – und sich die Bürger auch nicht weiter einmischen. Das ist ein sehr praktikables Demokratieverständnis, dass hier U. Braunbach und einige weitere zu pflegen scheinen. Ich empfehle den Lebensabend in China zu verbringen, petri heil!

  49. Hallo Herr Braunbach,

    letztlich entscheidet jeder Einzelne für sich, ob er anruft oder nicht. Das scheint mir etwas anderes zu sein, als bspw. massenhaftes Mailbombing, um das Anliegen vorzubringen.
    Oder mal andersrum: Welche Möglichkeit wäre denn die richtige, um Einfluss zu nehmen, bzw. seine Meinung zu äussern?
    Wer als Politiker in einer Demokratie lebt, wird damit leben müssen, dass ihm Unmut über seine Entscheidungen entgegenschlagen kann.
    Ansonsten sollte der Politiker sich eine Land mit einer ihm mehr zusagenden Staatsform aussuchen.

    @EinerDerSichAuskennt:
    ICH hab zu gar nichts aufgerufen, ich habe einen Kommentar zum Artikel geschrieben, mehr nicht.
    Und ich möchte schon unterschieden wissen zwischen Telefonwerbung die unaufgefordert privat bei mir zuhause aufschlägt und telefonischem Kontakt zu einem Politiker in dessen Büro, der sich freiwillig einen Beruf ausgesucht hat, in dem er sich mit den Bürgern auseinandersetzen muss.
    Würde er abends privat angerufen, wäre ich auch dagegen.
    Das „freiwillig im Telefonbuch“-Argument erscheint mir schräg: hier wird nicht differenziert zwischen privater Nutzung und kommerzieller. Wenn die einzige Lösung, nicht von Telefonwerbung belästigt zu werden, darin liegen soll, dass ich mich nicht im Telefonbuch eintragen lasse, und somit von _niemandem_ egal zu welchem Zweck erreichbar bin: dann stimmt irgendetwas ganz gewaltig nicht.

  50. Ich will NICHT beworben werden, ohne vorher explizit darum gebeten zu haben. Aber gleich so richtig überhaupt nicht. Nicht am Telefon, nicht mit unadressierter und nicht mit adressierter Briefwerbung und auch nicht per Fax (habe ich heute nicht mehr, hatte ich aber eine Zeitlang) oder E-Mail.

    Ich will DANN Informationen über Produkte haben, wenn ich sie benötige. Und: Ich will nicht selbst dafür sorgen müssen, daß mein Briefkasten, mein Mailpostfach und mein Telefon (sowie früher: mein Faxgerät) nicht für Werbemüll mißbraucht werden. Das kostet MEINE Zeit, die mir keiner bezahlt.

    Ist das so schwer zu kapieren?

    Bei den Firmen, die sich nicht daran halten, kaufe ich nichts. So einfach ist das. Denn wenn bereits bei potentiellen Kunden so mißbräuchlich mit Daten umgegangen wird, wie ist das dann, wenn ich wirklich Kunde bin? Womit muß ich dann rechnen?

    Wenn ich einer Firma denn schon meine Daten gebe, beinhaltet das eben NICHT automatisch das Recht, diese Daten zu mißbrauchen oder zu verkaufen. Selbst wenn ich meine Daten freiwillig (z.B. Telefonbuch) oder gezwungenermaßen (z.B. Impressum einer selbst betriebenen Website) ins Netz stelle, erlaube ich damit gerade noch niemandem, sie zu mißbrauchen.

    Für Werbeanrufer habe ich im Übrigen die Trillerpfeife am Telefon liegen. Und wer zu Werbezwecken an der Tür klingelt, darf sich die Frage gefallen lassen, ob er freiwillig geht, oder ob ich ihn (aus dem 5. Stock) runterwerfen soll.

    Gruß, Frosch

  51. Hallo Herr Uhl,

    Sie haben absolut Recht mit dieser Aussage:

    „Wenn die einzige Lösung, nicht von Telefonwerbung belästigt zu werden, darin liegen soll, dass ich mich nicht im Telefonbuch eintragen lasse, und somit von _niemandem_ egal zu welchem Zweck erreichbar bin: dann stimmt irgendetwas ganz gewaltig nicht.“

    Und es ist auch ein Unterschied, ob man zu Werbezwecken angerufen wird, oder ob man versucht politisch Einfluss zu nehmen, da stimme ich Ihnen auch zu!

    Es geht mir auch weniger darum, dass ich einige Ansätze der Leute, die hier schreiben, nicht sogar verstehen oder nachvollziehen könnte, sondern dass ich zwei Grundprobelem sehe:

    1. Die meisten Leute, die hier schreiben, haben ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG worüber sie reden und was da alles so mit dran hängt sondern regen sich einfach nur pauschal auf!

    2. Politischer Protest ist gut und ich bin in einer Demokratie auch dafür, denn auch ich setze mich für meine Meinung ein! Nur wenn ich mich über unerlaubte Werbeanrufe massiv aufrege und auf der anderen Seite dann dazu aufrufe (selbst wenn es um eine politische Aktion geht) jemanden mit Anrufen zu „bombadieren“, dann kann da meiner Erachtens etwas nicht stimmen!

    Und diese beiden Punkte stellen für mich das Problem dar und weniger die Tatsache, dass sich Leute politisch äußern wollen und ihren Unmut zeigen möchten, das ist absolut legitim!

  52. Hallo Fru Engelhardt,

    ich kann Ihren Unmut verstehen und auch Ihren Anspruch und Wunsch, keinerlei werbliche Belästigung zu erfahren. Dies ist aber in einem, westeuropäischen Land nicht möglich! Ich möchte auch keine permanente Strahlenbelästigung durch Funkmasten, Handynetze, WLANs etc. aber auch das ist in einem Land wie Deutschland nicht möglich, denn so funktioniert nun Mal das gesamte System!

    Auf der anderen Seite bekomem ich durch diese Strahlenbelästigung aber auch Dinge, die ich gerne möchte, nämlich mein Handy, meine Funkverbindung, mit der ich überall online gehen kann etc.

    Wenn es keine Werbung mehr gäbe oder nur noch Werbung, durch die ich mich persönlich in keinster Weise belästigt fühle, dann müssten Sie auch auf ganz viele andere Dinge verzichten, die Sie aber sehr gerne haben und auf die sie viel Wert legen, die aber vielleicht genau durch diese „belästigende“ Werbung erst überhaupt finanziert werden können.

    Die Verbraucher regen sich auf, wenn beim Samstag-Abend-Film ein paar Mal eine Werbepause kommt… ja, aber wenn es diese Pause nicht gäbe, dann gäbe es auch den ganzen Film nicht und man müsste dann komplett darauf verzichten!

    1. „1. Die meisten Leute, die hier schreiben, haben ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG worüber sie reden und was da alles so mit dran hängt sondern regen sich einfach nur pauschal auf!“

      Gehts noch? Sie Auskenner, Sie! Ganz offensichtlich haben hier einige Leute sehr wohl und sehr viel Ahnung. Und Sie haben hier argumentativ bislang immer den Kürzeren gezogen, obwohl Sie ja so ein Auskenner sind. Vielleicht wäre es an der Zeit für Sie, mal Ihre Positionen zu überdenken und vor allem das pauschale und darüber hinaus offenkundig falsche Beschimpfen der Diskutanten zu unterlassen.

  53. @LaleLu
    Ich möchte hier sicherlich niemanden beschimpfen und wenn das so rüber gekommen ist, dann möchte ich mich dafür entschuldigen!
    Ich möchte offen und ehrlich diskutieren nicht mehr… aber glauben Sie mir, ich beschäftige mich seit Ende letzten Jahres mit der BDSG-Novelle und kann Ihnen alles in diesem Zusammenhang runter beten und ich kenne dazu auch noch viele Berichte aus der Presse und viele Politiker, die sich zu diesem Thema äußern und immer wieder falsche Aussagen machen und Dinge komplett durcheinander werfen, die gar nicht zusammen gehört.

    Das Handelsblatt schreibt in einem Bericht, dass der Handel mit Kontonummern ja erlaubt sei, und das dies durch den Fall des Listenprivilegs verboten werden soll! TOTALER QUATSCH!!! Der Handel mit Kontonummer ist schon seit Urzeiten verboten!

    CSU-Politiker, die eigentlich Ahnung davon haben sollten, weil Sie im Verbraucherschutzministerium sitzen, sagen, dass den unerlaubten Werbeanrufen ja Einhalt geboten werden muss, und daher die BDSG-Novelle sinnvoll ist! Telefonwerbung wird aber im UWG geregelt und nicht im BGSD und ist schon längst ohne Einwilligung verboten!! Auch wieder TOTALER QUATSCH!

    Die ganzen Datenskandale sollen durch den Fall des Listenprivilegs verhindert werden wird immer wieder gesagt! Auch hier hat das eine ÜBERHAUPT NICHTS mit dem anderen zu tun, denn illegaler Datenhandel ist, wie der Name schon sagt, illegal!!!

    Und ich habe mittlerweile Ordner voll mit solchen falschen Aussagen, die aber natürlich der durchschnittliche Verbraucher, der sich mit den Dingen nicht auskennt, erst einmal annimmt und dann dagegen ist, wäre ich an seiner Stelle ja auch!

    Und deswegen erlebe ich immer wieder, dass die meisten Leute leider wirklich keine Ahnung von dem haben, was sie zu diesem Thema sagen, vor allem aber auch die Politiker nicht! Und wenn ich sowas sage, dann will ich niemanden beschimpfen, sondern es ist einfach eine Tatsache, die sich an Fakten belegen lässt!

    Wenn mir als Verbraucher, der keine Ahnung von dem Thema hat (was auch nicht schlimm ist, weil es viel zu komplex ist) ein Politiker oder ein augenscheinlich seriöser Zeitungsbericht sagt, dass bisher ja mit meiner Kontonummer Handel betrieben wird durch die Datenhändler und das jetzt durch den Fall des Listenprivilegs verhindert werden soll, na dann bin ich doch auch sofort dabei, dass ich für den Fall des Listenprivilegs bin!!! Kann ich daher absolut nachvollziehen… ist nur eben totaler Quatsch wegen falscher Berichterstattung!

    Und wenn ich sage, dass jemand hier leider zu wenig Ahnung hat, dann will ich ihn wirklich nicht damit beschimpfen, sondern meine Kritik geht dann eher in Richtung der Medienberichterstattung oder der Politiker!

    Wenn von Anfang an diese ganze Debatte richtig und an den Fakten orientiert geführt worden wäre, dann gäbe es heute diese ganzen Diskussionen und Aufschreie nicht und wenn dann nur in sehr abgeschwächter Form!

    Schauen Sie Mal, in den letzten 8 Monaten gab es massenhaft Datenskandale, die durch die Presse gejagt wurden. Was war denn in den 10 oder 20 Jahren davor? Wenn es hoch kam hat man Mal alle ein bis zwei jahre von vielleicht einer kleinen Meldung dazu gehört, aber wieso? Gab es da solche Skandale nicht? Doch natürlich gab es die, die gibt es, solange es Daten im Umlauf gibt! Aber weil der Wahlkampf bevorsteht und weil letztes Jahr im Sommerloch die Presse sich auf das Thema Datenschutz eingeschossen hat wird hier eine Sau nach der anderen durchs Dorf gejagt und selbst, wenn irgendjemand einen Laptop mit Daten drauf verloren hat, dann war das ja schon ein Skandal, der durch ein noch so scharfes Gesetz aber niemals hätte verhindert werden können!

    Und hier geht es mir einfach darum, dass man die ganzen Sachverhalte und Fakten einfach Mal differenzierter betrachtet und nicht immer nur populistische Aussagen, die man meist aus der Presse hat von sich gibt, egal ob es nun stimmt oder nicht…

  54. @94: Tja, diese Argumentation ist leider dumm gelaufen. Ich schaue kein Fernsehen, schon seit Jahren nicht mehr und werde dazu zum Glück auch nicht gezwungen; meinen Briefkasten dagegen MUSS ich leeren und auch das Altpapier entsorgen. Ich kann’s den Firmen demnächst natürlich auch mal vor den Laden kippen, vielleicht mögen die sowas ja, wobei das allerdings wieder meine Zeit kosten würde.

    Werbung auf Webseiten kann ich dank AdBlock Plus und NoScript ganz überwiegend ausblenden. Werbung auf der Straße kann ich ignorieren, sie belästigt mich nicht persönlich und stiehlt mir nicht meine Zeit.

    Von Handys profitiere ich (und die Strahlenbelastung ist umstritten). Von Werbung profitiere ich nicht. Im Gegenteil: Ich werde zum einen belästigt, zum anderen bezahle ich beim Kauf von Waren auch noch dafür, daß ich belästigt werde, denn aus den Gewinnen werden wieder Werbe-Etats bestückt.

    Warum also soll es nicht möglich sein, in einem (zumindest vorgeblich) freien Land auch frei von Belästigung zu leben? Insbesondere von so dermaßen extremer, in die Privatsphäre eingreifender Belästigung? Nur weil da gerade ein paar Werbefuzzis ihre Felle davonschwimmen sehen?

    Und wieso sollen da einfach so meine Daten verkauft oder weitergegeben werden können, ohne daß ich dem zustimme? Hört die Freiheit des einen (Werbetreibenden) nicht da auf, wo die des anderen (Beworbenen) beginnt? Datenschutz ist ein Persönlichkeitsrecht, und dieses Recht hat auf jeden Fall vor jegliches kommerzielles Interesse zu gehen!

    Ach ja, neueste Masche ist es übrigens, daß Werbeblättchen- und Prospekt-Verteiler-Firmen einfach so bei Anwohnern im Austrage-Gebiet anrufen, um nachzufragen, ob sie auch wirklich mit Werbung bombardiert wurden. Doppelt illegal: Cold Call zur Arbeitnehmerüberwachung. Das sind bei mir mittlerweile auch Kandidaten für die Trillerpfeife.

    Was die Finanzierung von Notwendigkeiten oder lieb gewonnenen Gewohnheiten angeht: Wenn ich mit jeder Ware oder Dienstleistung nicht auch noch die belästigende Werbung bezahlen müßte, könnte ich mir bislang werbefinanzierte Dienste vielleicht sogar schon direkt kaufen, weil die Waren und Dienstleistungen dann billiger wären. :-)

    MfG Sabine Engelhardt

  55. Die Abschaffung des Listenprivilegs hätte keinen einzigen der Datenskandale verhindert? Soweit d’accord. Die Datenskandale haben nachhaltig Bevölkerung, Presse und eben auch Politik sensibilisiert, dass das Datenschutzrecht momentan extrem unzureichend gestaltet ist – von Vollzug bis Grundsatzentscheidungen wie jener, ob persönliche Daten einer Person gehören oder frei floatendes, vom Individuum ohne Zustimmung und Wissen handelbares Wirtschaftsgut in freier Verfügung Dritter sein dürfen.
    Ich habe Ihnen hier in der Diskussion mittlerweile einige Falschinformationen Ihrerseits nachgewiesen. Sie sind vielleicht tief im Thema, aber mit Tunnelblick. VDZ, DDV, Versandhändler und wie sie alle heißen argumentieren unsachlich bis zur Unkenntlichkeit. Das alles ist Kontraproduktiv, auch da d’accord. Der Populismus der Wirtschaftslobby ist ein Problem – und das noch größere sind einige (vor allem CDU-) Politiker, die das ungeprüft nachbeten und um eigene frei floatende Stimmfang-Feelgood-Empirie ergänzen.

    Wenn es Ihnen darum geht, dass jeder frei entscheiden soll, wer was mit seinen Daten anstellen darf, dann sagen Sie das doch einfach: separates Opt-In für alle, keine Weitergabe ohne Zustimmung, mehr Personalfür die Datenschutzbehörden und die Ausstattung ebendieser mit quasipolizeilichen Befugnissen im Verdachtsfall.

    Ich möchte vielleicht tatsächlich meine Daten manchmal zirkulieren lassen – aber nur da und dort, wo ich möchte. Nicht da, wo andere möchten.

  56. @LaleLu
    Es gibt in Europa kaum ein anderes Land, das ein so scharfes Datenschutzrecht hat wie Deutschland. Vielleicht reicht Ihnen allen das nicht, aber Sie leben schon in dem Land mit dem schärfsten Datenschutzrecht!
    Das sollten Sie bitte darüber hinaus auch nicht vergessen.
    Nur Mal so nebenbei… damit will ich aber auch nichts gutheißen oder relativieren, sondern es einfach nur Mal gesagt haben!

  57. Listenprivileg -ja, zu viel Werbung-nein.

    HAllo zusammen, ich denke, man kann darüber diskutieren, wo und wieviel Werbung wir in Deutschland benötigen. da mag es unterschiedliche Meinungen geben.

    Aber: Listenprivileg bedeutet in meinen Augen ja insb., dass wir nur zielgruppenspezifische Werbung erhalten, die uns interessiert, keine Haushaltswerbung, die die Post an alle verteilt. Insofern wird mit dem Listenprivileg doch eigentlich nur der Kundenkreis angeschrieben, den es interessieren könnte. Und die Adressen werden ja auch nicht an Dritte weitergegeben, sondern nur in einem Lettershop auf die Werbung des Unternehmens aufgedruckt. Damit gibt es doch auch datenschutzrechtlich keine Bedenken, weil die Adressen eben nicht zirkulieren von Unternehmen zu Unternehmen, sondern im Ursprungsunternehmen verbleiben. So habe ich das verstanden mit dem Listenprivileg. Deshalb ist es ja auch eigentlich ungefährlich…

    Blöd wird es doch erst beim richtigen Datenhandel, wo Adressen an Dritte verkauft werden, denn da geschieht eben durch die Eigentumsübertragung auch eine Aufhebung der Sorgfaltspflicht des verkaufenden Unternehmens. Und gibt damit die datenschutzrechtlichen Anforderungen ab an das kaufende Unternehmen. Aber das hat auch mit dem Listenprivileg nichts zu tun……deshalb halte ich das Listenprivileg für gut, um Werbung auf einem minimalen zielgruppenspezifischen Stand zu halten. Das ist doch besser als Unmengen an Haushaltwerbung täglich im Briefkasten, oder??

    1. kräuterhexe, der „ich hab das so verstanden“-Ton passt nicht ganz zum nachfolgend vorgetragenen Vokabular, der eine etwas tiefergehende Beschäftigung vermutlich beruflicher Natur nahelegt.

      Sie dürfen egal nach welcher BDSG-Fassung auch weiterhin soviel Werbung bekommen, wie sie möchten. Sogar noch viel zielgerichteter, wenn Sie das gerne hätten. Sie müssten dem aber zustimmen und das explizit wollen. Und das ist der Unterschied. Niemand soll ohne Zustimmung mit Daten hantieren, sie weitergeben, nutzen, verarbeiten. Wenn Sie gerne Werbung haben wollen.. Bitteschön! Viel Spaß damit.

  58. Nicht wundern bei den Pseudonymen, die hier in dieser Diskussion erstmalig auftauchen. Da scheinen einige von derselben Person geschrieben zu werden.

  59. @ markus

    wenn du so etwas vermutest, dann liegt die Vermutung nahe, dassDu die hinterlegten E-MAil-Adressen sichtest oder die IP-Adressen vergleichst. Auch nicht wirklich datenschutzkonform, oder?
    ICh jedenfalls bin authentisch

  60. @[name pseudonymisiert] aka @kräuterhexe und @Sommersonnenschein: Soll ich Ihre Kommentare mal zur besseren Übersichtlichkeit der Diskussion unter einem Profil zusammenführen?

  61. thank you, you made my day!! sagt einer meiner Kollegen immer!!

    Soviel zum Thema Datenschutz auf netzpolitik.org. Super vertrauensvoll.

    dann hast Du aber auch sicher gemerkt, dass es 2 unterschiedliche IP-Adressen sind.
    Grüße
    [name pseudonymisiert]

  62. Vielleicht sollte man nicht jedes Mal unter verschiedenen Pseudonymen mit dem Kürzel „[kürzel pseudonymisiert]“ eine Mailadresse angeben? So oft kommt das Kürzel nicht vor. Zumindest hab ich es bisher nicht in der Historie aller Kommentare gefunden.

  63. was Du Dir hier gerade geleistet hast, war mehr als illegal.

    Wie gesagt: you made may day .
    Danke dafür :-)
    [name pseudonymisiert]

    1. Ja wie jetzt. Ich hab hier nur mit einer Person diskutiert – oder was?

      Frau [name pseudonymisiert], ich finde Ihre nun offenbar gewordene „Schizophrenie“ ziemlich erstaunlich. So arbeiten Sie also? Wenn ich Ihre Positionen nicht vorher schon ziemlich unerfreulich gefunden hätte, müsste ich wohl spätestens jetzt sagen: sorry – Sie haben wohl echt ein argumentatives Problem.

  64. Hallo zusammen,

    nach meinem Beitrag habe ich nun die Diskussion hier verfolgt.
    Ich finde es erfreulich, dass inzwischen in der Erklärung des Listenprivilegs auch mal das sogenannte „Lettershopverfahren“ erwähnt wurde (Posting 102).

    Jeder stellt sich den „Adressenhandel“ so vor, als würden jede Menge Adressen von Unternehmen A nach Unternehmen B geschickt und die werben dann mal, wie es Ihnen in den Sinn kommt.
    ______________________________________
    Beim Letterhshopverfahren ist es aber tatsächlich so, wie von Kräuterhexe beschrieben:

    Unternehmen A möchte potentielle Kunden anschreiben und befragt ein unabhängiges Direktmarketingunternehmen, welches Unternehmen B über möglicherweise interessierte Kunden verfügt.
    Wenn ein solches Unternehmen B dann die Adressen zur Verfügung stellt, werden diese wiederum von einem unabhängigen Datenverarbeiter verarbeitet. Hier werden beispielweise doppelte Adressen entfernt, damit niemand mehrfach die gleiche Werbung erhält. Hier findet auch ein Abgleich gegen die Robinsonliste statt. Alle dort eingetragenen Werbeverweigerer werden also aus der Liste eliminiert.

    Ein unabhängiger Lettershop druckt die Adressen auf die Werbung, die Unternehmen A zur Verfügung stellt, und sendet die Werbung aus.

    Erst, wenn Sie auf die Werbung REAGIEREN und bei Unternehmen A BESTELLEN, erhält dieses Unternehmen Ihre Adresse. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Unternehmen A NIEMALS Ihre Daten.
    ______________________________________

    Allen die hier so viel Zeit investieren,
    hier der Link zur Robinsonliste, kostet nur wenige Minuten:
    http://www.direktmarketing-info.de/robinson.html (ganz nach unten scrollen)

    JEDES seriös arbeitende Unternehmen verwendet die Robinsonliste, wenn Sie in dieser Liste stehen, werden Sie von diesen Unternehmen keine adressierte Werbung mehr erhalten.

    Unseriös arbeitende Unternehmen werden auch nach Verabschiedung der Gesetzesnovelle die Leute anschreiben, hier hilft also weder bestehende Regelung mit Robinsonliste noch die Opt-In-Regelung nichts.

  65. Ich habe zwar keine Ahnung, wer markus ist, aber das ist ja jetzt ein Scherz, oder???

    Hier wird die ganze Zeit zu mehr Datenschutz aufgerufen und jemand, der anscheinend das Forum leitet oder betreut, schaut sich im Hintergrund alle Daten an, sowohl die Mailadressen als auch die IP’s und gibt davon noch öffentlich was im Formu weiter!! Das ist ja wohl ein Scherz!!!

    Selbst wenn hier ein und die gleiche Person mit vielleicht zwei verschiedenen Phantasie-Namen schreibt, dann ist das nicht verbotenes oder illegales, überhaupt nicht!

    Und ihr wollt hier ernsthaft über mehr Datenschutz diskutieren und macht dann so einen klaren Datenschutzverstoß, DER SOGAR AKTUELL SCHON IM GESETZ GEREGELT IST!!!

    Na dann gute Nacht… dann ist ja klar, wie viel Ernsthaftigkeit hier hinter steckt…

    Das tut mir jetzt wirklich für diejenigen Leid, die die Diskussion hier ernst gemeint haben… ich bin auf jeden Fall raus und werde hier nicht weiter machen!

  66. @ Markus: Es ist illegal, eine E-Mail-Adresse (auch in Teilen) zu veröffentlichen, wenn im Formular steht, dass diese eben nicht veröffentlicht wird.

    Das ist wirklich sehr kontraproduktiv, wenn man selbst für Datenschutz kämpfen möchte!

  67. Ähm. Markus hat hier keine E-Mailadressen bekanntgegeben. Lesen müssten hier schon alle Diskussionsteilnehmer können.

    „@[name pseudonymisiert] aka @kräuterhexe und @Sommersonnenschein: Soll ich Ihre Kommentare mal zur besseren Übersichtlichkeit der Diskussion unter einem Profil zusammenführen?“

    Hier ist nichts veröffentlicht worden, Sie Datenschutzexperten, Sie….

  68. Das Kernproblem dabei ist doch letztlich: Als Verbraucher kann ich kaum nachvollziehen, ob und wie die werbende Firma an meine Adresse gekommen ist.
    Und die Erfahrung zeigt recht deutlich: Daten, die einmal gesammelt wurden, haben die Neigung, sich weiter zu verteilen. Vor allem, wenn sich damit Geld verdienen lässt, weil andere Firmen dafür zahlen. Und erst recht, wenn das ganze vom einzelnen schwer zu überprüfen ist.
    Und man muss schon wirklich sehr naiv sein, wenn man glaubt, es würden keine Daten verknüpft (wenn eh schon der Aufwand betrieben wird, personalisierte Werbung zu versenden).
    Laut http://www.datenschutz-praxis.de/lexikon/l/listenprivileg.html
    dürfen nicht mehrere frei definierbare Attribute in der Liste enthalten sein.
    Das soll Datenschutz sein?
    Ok.. hypothetischer Fall:
    Ich hab eine Firma. Und möchte meine Werbung
    beispielsweise möglichst an Personen zwischen 20 und 35, mit ’nem Jahreseinkommen über 40.000 und dem Familienstand ledig senden.
    Ups.. geht ja gar nich. Es sind ja nur Listen mit einem Attribut erlaubt, also bspw.: Alter zwischen 20 und 35.
    Ok.. ich kauf mir dann eben mal den Krempel zurecht: 1 Liste mit Personen zwischen 20 und 35, eine Liste mit Personen die ein Einkommen > 40.000 Euro haben, eine Liste mit Personen die ledig sind. Jede der Listen enthält (erlaubterweise) noch diese Daten:
    Berufs-, Branchen- oder Geschäftsbezeichnung,
    Name, Titel, akademische Grade, Anschrift,
    Geburtsjahr, offenkundige Daten (?)

    Huch! Mit der Datenbank ist ein Fehler passiert. Versehentlich hat doch einer ’ne Abfrage gestartet, die die unterschiedlichen Listen anhand der Namen, Adressen und Geburtsjahr miteinander abgleicht, und die Schnittmenge bildet.
    Sowas.
    Bevor ich jetzt umgehend alles lösche, schicke ich noch schnell meine Werbung an diese Schnittmenge raus. Hey, passt ja schließlich auch ideal für die.
    Und.. hmm.. vielleicht haben die ja nicht nur Interesse an meinem Produkt, sagen wir schicken Elektrokrempel, sondern auch an.. klar, ’n Abo für ’n Pornosender. Hey, singles, gut verdienend, ledig.. wäre ja gelacht.
    Also bau ich selber ’ne Liste.. die hat nur ein Attribut: Meine Lieblingskunden.
    Die vertick ich dann an Firma Ratter-TV.
    usw, usf…

  69. @Lale Lu:
    Ich sprach von Teil-E-Mail-Adressen (Posting 109)!

    Ich betreue auch diverse Foren, aber aus datenschutzrechtlichen Gründen würde ich NIE E-Mail-Adressen betrachten und vergleichen!

  70. Ich darf vielleicht noch folgendes zum Thema Lettershop-Verfahren ergänzen:

    Laut BDSG dürfen personenbezogene Daten nur in einem bestimmten Umfang weitergegeben und genutzt (bzw. an den Nutzer übermittelt) werden. Dies sind:

    -Name
    -Adresse
    -Beruf
    -Geburtsjahr,

    sowie ein weiteres Merkmal, das die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (z. B. Kunde von Versandhaus XYZ) kennzeichnet. Dieses Merkmal darf allerdings nicht schutzwürdig (Krankheiten o.ä.) sein. Sollen weitere Daten (bzw. Merkmale) genutzt werden, dürfen die Datensätze nicht an den Nutzer/Werbetreibenden übermittelt werden
    (schutzwürdige Daten dürfen unter keinen Umständen weitergegeben werden).

    Hier greift dann das sogenannte Lettershopverfahren, d.h. die Adressen dürfen nur von einer neutralen
    Dienstleisterkette (also Rechenzentren/Druckereien/Lettershops) im Rahmen der Auftragsdatenverarbeitung für die personalisierte Werbung aufbereitet werden. Nach Abschluss der Werbeaktion müssen die verarbeiteten
    Daten bei den beauftragten Dienstleistern gelöscht werden. Gegebenenfalls muss diese Löschung auch schriftlich durch die jeweiligen Dienstleister bestätigt werden.

    Der Nutzer bzw. Werbetreibende kommt also nicht mit den Daten in Berührung, höchstens dann, wenn eine Person auf die zugesandte Werbung reagiert. Eine Übermittlung an den Werbetreibenden findet also faktisch
    nicht statt. Gleiches gilt für den sogenannten Listbroker. Dieser übernimmt im Normalfalle ausschließlich das Auftragsmanagement und bildet kein Zwischenglied in der Datenübermittlung, kommt also im Regelfall auch
    nicht mit den Daten in Berührung.

    Das Lettershopverfahren wird allerdings von nahezu allen direktwerbetreibenden Unternehmen immer angewendet – auch wenn es nach BDSG gar nicht verlangt würde.

    Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass in 99 % aller Fälle nur die REINE Adresse verarbeitet wird. Eventuelle vorhandene Zusatzinformationen (wie z.B. das Alter) werden in codierter Form verarbeitet. Bankdaten etc. werden von unseren Kunden weder gewünscht, noch geliefert.

  71. @Ulrich Braunbach:

    Das Lettershopverfahren kommt also dann zum Einsatz, wenn mehr als ein Attribut verwendet wird?
    Würde im Umkehrschluss dann ja weiterhin bedeuten, dass eine Firma beliebig viele Listen mit Daten mit jeweils einem Attribut sammeln könnte. Und diese dann selbständig durch Abgleich der Namen, Adressen und Alter miteinander verknüpft.
    Oder liege ich damit verkehrt?

  72. @Herrn Uhl

    Ich kann Ihr Argument verstehen, dass Sie schlecht nachvollziehen können, woher die Daten stammen.

    Sie haben aber jederzeit das Recht, wenn Sie einen Werbebrief erhalten, zu erfragen, woher die Daten stammen! Und wenn Sie in der Robinsonliste stehen, erhalten Sie von seriösen Unternehmen sowieso keine Mailings.

    Bezüglich Ihren weiteren Ausführungen kann ich nur nochmals betonen, dass es an jedem selbst liegt, wie wiele Informationen man über mich preisgibt. Wenn ich an einer Lifestyle-Umfrage teilnehme, um wie oben schon beschrieben eine schöne Uhr zu gewinnen, und zwei Mal unterschreibe, dass ich mit der werblichen Nutzung einverstanden bin, dann bin ich doch selbst Schuld, wenn das Unternehmen dann weiß, wie viel ich verdiene und diese Information nutzt.
    Und wie ich oben schon schrieb: Bei jeder Bestellung kann ich entweder ankreuzen, dass ich keine Werbung möchte oder ich kann den entsprechenden Absatz streichen, in dem dieses steht!

  73. markus schrieb:

    „Vielleicht sollte man nicht jedes Mal unter verschiedenen Pseudonymen mit dem Kürzel “[kürzel pseudonymisiert]” eine Mailadresse angeben?“

    Ich habe nach dieser Diskussion hier die Frau [name pseudonymisiert] einmal gegooglet und bin dann über ihr Xing-Profil auf Ihre Telefonnummer gestoßen und habe Sie einfach Mal angerufen und mit ihr gesprochen und Sie hat mir bestätigt, dass Sie mehrere Mailadressen hat, die links vom @ nur ein [kürzel pseudonymisiert] stehen hat, also [kürzel pseudonymisiert]@xxx.de … damit ist dies die Preisgabe des Teils einer Mailadresse und dies ist unter aktueller Datenschutzrechtssprechung nicht erlaubt!

    Mal ganz davon abgesehen, dass hier von Pseudonymen die richtigen Namen von einem Moderator preisgegeben werden…

    Wenn nicht Mal die Betreiber bzw. Moderatoren dieses Forums wissen, wie die einfachsten Datenschutzrichtlinien aussehen, dann wird dies hier alles wirklich ab absurdum geführt!

    Vor allem wenn dann noch so eine Nachfrage kommt wie:

    „Na, auf die Argumentation bin ich jetzt mal gespannt, was daran illegal sein soll, den gesunden Menschenverstand zu nutzen.“

    … dann zeigt das ja nur auf welchem Wissenstand hier diskutiert wird!

    1. Einer, nachdem Sie selbst ihren Vollnamen bestätigt hat, ist meines Erachtens die Angabe von „[kürzel pseudonymisiert]“ wohl keineswegs ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Da konstruieren Sie sich jetzt was zurecht (oder benennen Sie doch mal konkret die Norm..).
      Ich bin auf jeden Fall sehr erbost darüber, dass mir jemand suggerieren möchte, er würde seriös arbeiten und verdiene Vertrauen – und sich dann so verhält. Insofern bin ich Markus über die Aufklärung sehr dankbar. Die drei Buchstaben hätte es dafür nicht gebraucht.

  74. @LaleLu

    Es mag ja sein, dass das Ihres Erachtens kein Verstoß gegen das Datenschutzrecht ist, aber das ändert nichts daran, das es dennoch so ist!

    Haben Sie jemals das BDSG und das UWG gelesen und vor allem verstanden, was da drin steht???

    Wenn Sie das Mal zu Grund legen, dann darf man in Deutschland fast gar nichts machen, was irgendwie mit der Nutzung von Daten zu tun hat!

    Es wird nur nicht so gelebt, wie es da steht und vor allem werden Verstöße dagegen viel zu wenig geahndet. Hier liegt nämlich auch eines der Kernprobleme bei der ganzen Sache!!

    Und auch wenn Sie erbost darüber sind, dass die Frau [name pseudonymisiert] hier nicht nur ein, sondern zwei Synonyme benutzt hat, dann ist das sicherlich nicht besonders toll, aber es ist auch kein Weltuntergang, denn schließlich war Ihre Argumentation immer sachlich und objektiv und vor allem entsprache sie den Fakten!!

    Also lassen Sie bitte die Kirche im Dorf und versuchen Sie das jetzt nicht alles, nur wegen mehrere Pseudonyme, komplett runter zu machen…

    1. Einer, „Es mag ja sein, dass das Ihres Erachtens kein Verstoß gegen das Datenschutzrecht ist, aber das ändert nichts daran, das es dennoch so ist!“

      Ich habe Sie nach der einschlägigen Norm gefragt. Benennen Sie sie und bleiben Sie nicht an der Oberfläche. Sie wollten doch versachlichen, also bleiben Sie mal bei der Sache.

      Frau [name pseudonymisiert], das ist einfach nur schlecht, was Sie da sagen. Ihre Argumente waren den ganzen Tag schwach und sind dadurch kein bisschen besser geworden, dass Sie auch noch simuliert haben, zwei Personen zu sein. So oft wie Ihr Name nun hier gefallen ist, werden Sie Ihren Namen dank Google nie wieder reinwaschen können. Sie haben marketingtechnisch wie lobbytechnisch jetzt schon so oft daneben gegriffen, dass ich mich wirklich frage, weshalb sie jemand dafür bezahlt. Es ist sehr bezeichnend für den Gesetzgebungseinflussnahmeprozess, wie Ulrich Braunbach und Sie hier ihr Werbefähnchen hochhalten. Der eine beschimpft Bürger, die sich als Betroffene sehen ob ihres Engagements in eigener Sache als Terroristen. Die andere stellt sich als mehrere Personen dar. Herzlichen Dank für diese Selbstdarstellung.

  75. @Wolfgang Uhl

    „Oder liege ich damit verkehrt?“
    = Leider -oder zum Glück- ja.

    Denn die Kosten, die einem Unternehmen bei diesem Procedere entstehen würden, wären in keiner Weise mehr wirtschaftlich vertretbar.

    Darüber hinaus ist nicht davon auszugehen, dass die Datengeber einem solchen „Profilierungs-Szenario“ zustimmen würden.

    Ich möchte aber noch einmal betonen, dass ich hier ausschließlich vom sogenannten Listbroking-Verfahren schreibe. Also von Daten/Adressen, die -nennen wir es- „schützenswert“ im Sinne des BDSG sind.

    Diese Garantie übernehme ich natürlich nicht für Daten von Menschen, die bei Datenhändlern gespeichert sind. Aber diese Leute haben ja in der weit überwiegenden Anzahl sowieso brav ihr Opt-in „abgeliefert“.

  76. sag mal, habt ihr sonst keine Probleme?
    Meinen vollen Namen hier zu nennen, war und ist nicht i.O., da gibt es gar nichts. Und da er ja nun schon bekannt ist, kann ich ja auch darunter schreiben. Tue ich in anderen Foren ja ganz offiziell auch.

    @lale lu: 2 Pseudo-Namen: ja. weil ich heute morgen aus dem Büro und heute mittag von zu Hause gearbeitet habe…war einfach zu faul, den anderen Namen zu scrollen.

    Ansonsten kannst Du mir gerne auf meine E-MAil weitere Infos schicken, sie ist ja jetzt bekannt :-)

  77. @Ulrich Braunbach:

    >Denn die Kosten, die einem Unternehmen bei >diesem Procedere entstehen würden, wären in >keiner Weise mehr wirtschaftlich vertretbar.

    Warum? Wo ist da der Aufwand?
    Die SQL-Abfrage, um die Daten zu verknüpfen schreib ich innerhalb von 2 Minuten.

    Und müssten die Datengeber dem zustimmen?
    Wenn ich es richtig verstehe, gibt es Listbrooker, die anfragenden Firmen Datenbestände liefern, die jeweils ein frei wählbares Attribut beinhalten, z.B. Familienstand.
    Ich vermute, dass der Kram nicht in Tontafeln gemeisselt übermittelt wird, sondern in elektronischer Form.
    Mehrere solcher Anfragen (auch über einen längeren Zeitraum, oder bei unterschiedlichen Datenlieferanten) ermöglichen es dann, die Daten miteinander zu verknüpfen. Ohne grossen Aufwand.
    Oder?

  78. @kräuterhexe (108.)
    Frau [name pseudonymisiert], ich verstehe Ihren triumphierenden Tonfall nicht. Sie nehmen hier den Dienst von netzpolitik.org in Anspruch, Sie haben sich an die Nutzungsbedingungen und die übliche Netiquette zu halten. Der Täuschungsversuch, ihre Positionen stammten von verschiedenen Nutzern, ist nicht nur irreführend sondern schadet der Übersichtlichkeit in dieser Diskussion. Selbstverständlich hat Herr Beckedahl das Recht dagegen vorzugehen und Ihre Machenschaften aufzudecken.

    @EinerDerSichAuskennt (103.)
    Sie bemängeln überaus deutlich die Diskussionskultur derer, die Ihre Position nicht teilen, handeln aber nach dem exakt selben Muster. Dies nivelliert Ihre Argumentation zum Teil und macht Sie unglaubwürdig.

    @Sabine Engelhardt (97.)
    Es stimmt was Sie sagen. Es ist eine Tatsache, dass unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung verfassungsrechtlich gesichert ist und Sie außerdem nicht wollen, dass aus dem unkontrollierten Gebrauch Ihrer Daten eben genau deshalb ein Missbrauch entsteht.

    Dass kommerzielle Interessen unser aller Daten zusammen zu führen suchen, um Kontrolle zu erlangen, ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Die grundsätzliche Formel ist immer die selbe. Je mehr Daten Sie staatlichen oder kommerziellen Interessen übergeben, desto mehr Selbstbestimmtheit geben Sie auf. Denn schlussendlich geht es Datensammlern immer genau um eines – Kontrolle über Sie zu erlangen.

  79. @Wolfgang Uhl

    Ich meine nicht die technischen Kosten, die in diesem Zusammenhang entstehen würden. Vielmehr sind es die Kosten für die „Nutzung“ der Daten. Hier gibt es bestimmte Quoten, die pro Liste mindestens abgerechnet werden.

    Ein Beispiel:
    Versandhaus A liefert 10.000 Adressen
    Versandhaus B liefert ebenfalls 10.000 Adressen

    Nach den „üblichen Abrechnungsmethoden“ werden hier pro Liste mindestens 50 bis 70 % (also in diesem Falle 5.000 bis 7.000) der gelieferten Daten „abgerechnet“. Unabhängig davon, ob die Daten tatsächlich genutzt, d.h. angeschrieben werden.

    Wenn Sie jetzt einmal hochrechnen, wie viele Adressen Sie „umsonst“ anmieten müssten, um aussagefähige Profile bilden zu können, ist die wirtschaftliche Unrentabilität schnell zu erahnen.

    Die Datengeber müssen darüber hinaus vielen Punkten zustimmen:

    1. muss immer die gesamte Dienstleisterkette (Rechenzentren, Lettershops, ggfs. Druckereien) benannt werden. Diese Unternehmen müssen entsprechende Datenschutzerklärungen abgeben (siehe http://ddv.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/user_upload/pdf/Qualitaetssicherung/Verpflichtungserklaerung/VE_08122008.pdf&t=1242319960&hash=c602495ec51337c97f254e71f025c0fe)

    Wenn diese Erklärung nicht (oder in abgeänderter Form) abgegeben wird, wird der Datengeber im Normalfalle KEINE Zustimmung erteilen.

    2. Muss immer das nutzende Unternehmen benannt werden. Ferner muss der genaue Inhalt der geplanten Kampagne offen gelegt werden (beispielsweise durch Vorlage eines verbindlichen Werbemittels)

    3. Wird der geplante Postauflieferungstermin verlangt und genannt.

    4. Sind alle Änderungen, die ggfs. im Zuge der Kampagne (z.B. eine Veränderung in der Dienstleisterkette) dem Datengeber unaufgefordert mitzuteilen und von einer weiteren Zustimmung abhängig.

    Diese Punkte (und viele mehr) sind Vertragsbestandteile, die verbindlich einzuhalten sind. Im Falle der Nichteinhaltung drohen empfindliche Konventionalstrafen, die sich die Privatwirtschaft selbst auferlegt hat.

    Da es auch gesetzlich vorgeschriebene Löschungsfristen gibt, ist eine „Vorratsdatenspeicherung“ in unserem Modell nicht möglich bzw. erlaubt.

    Ich möchte auch noch einmal ausdrücklich betonen, dass wir keine Daten VERKAUFEN, sondern ausschließlich zur EINMALIGEN schriftlichen Nutzung vermitteln. Eine ÜBERMITTLUNG an den Werbetreibenden findet dabei NICHT statt. Deshalb gibt es dort auch nichts zu speichern oder zu verknüpfen.

  80. @Lale Lu (128)

    Ich war bisher der Meinung, mich hier weder emotional noch unsachlich verhalten zu haben. Mein Verständnis von „Telefonterror“ habe ich heute Vormittag definiert und ich kann mich auch nicht daran erinnern, in DIESEM FORUM jemanden beschimpft zu haben.

  81. Ich hab jetzt mal nach einem Telefon-Anruf und einer Bitte von [name pseudonymisiert] den Namen durch [name pseudonymisiert] ersetzt.

    Was ich konkret verletzt haben sollte, konnte mir noch niemand von den übrigen beiden Lobbyisten erklären.

  82. @markus (132.)

    > „Was ich konkret verletzt haben sollte, konnte mir noch niemand von den übrigen beiden Lobbyisten erklären.“

    Welcher Pseudonyme bedienen sich die übrigen beiden Lobbyisten?

  83. Wer die Diskussion aufmerksam verfolgt, kann sich eigentlich nur wundern. Ich scheine einer der wenigen zu sein, der bereit ist, mit vollem Namen an der Diskussion teilzunehmen. Warum eigentlich? Traut ihr euch nicht, zu euren Argumenten zu stehen und zu sagen, wer ihr seid? Argumentiert mit offenem Visier, das ist glaubwürdiger.

    Es bleibt der Eindruck, dass viele hier arg theoretisch, dafür aber umso plakativer argumentieren. Beantwortet doch einmal ehrlich folgende Fragen:

    1. in welcher Welt lebt ihr eigentlich?? In Internet-Foren aktiv vertreten zu sein, sonst wahrscheinlich auch kommunikationsstark und sich dann wundern, wenn man von anderen in den Kommunikationskreislauf eingebunden wird.

    2. Wir würdet ihr denn Gesetze formulieren, die wasserdicht sind? Selbst die schärfsten Regelungen verhindert doch nicht gesetzeswidrige Mißbräche und Krimminelle. Viele eurer Kritikpunkte sind genau auf diese Fälle zurückzuführen und werden immer eine Rolle spielen, egal ob ihr Herrn Bosbach durch Telefonterror zu überzeugen versucht.

    3. Wie lasst ihr euch denn von anderen Meinungen überzeugen? Wenn euch hunderte Leute kontaktieren und beschimpfen? Der ursprüngliche Aufruf bewirkt doch genau das Gegenteil, was damit bezweckt war.

    3. Wie groß ist die Werbeflut wirklich, in der ihr zu ertrinken droht? Ich, der ich intensiv bestelle und in der Öffentlichkeit bin, bekomme privat keine zwei Mailings in der Woche. Rückt doch mal konkrete Zahlen raus, wie viele es bei euch sind und versucht zu analysieren, warum eure Adresse bekannt ist. Das Telefonbuch ist eine blöde Ausrede, hier gibt es keine qualifizierten Adressen, mit denen man zu vertretbaren Kosten Werbung machen kann. Von der Nutzung dieser Einträge würde nur die Post AG profitieren und sich über das sinnlos investierte Porto freuen.

    Ich wiederhole mich: Hier findet eine rein populistische Diskussion statt, die sich seitens der Kritiker gut anhört, mit der realen Welt aber nicht viel zu tun hat. Mir gelingt es jedenfalls ganz gut, mein Leben so zu steuern, dass ich mich von Dingen fernhalte, mit denen ich nichts zu tun haben will.

    Ich bin gespannt auf konkrete Anwtorten zu meinen Fragen.

  84. Die Wirtschaftslobbyistenfraktion tut hier so, als würde Ihnen etwas genommen, was Ihnen zusteht. Aber genau das tut es eben nicht.

    Sie haben ausnahmslos kein Anrecht darauf, ohne mein Wissen und ohne meine Zustimmung mit meinen Daten zu handeln, sie zu nutzen oder auszuwerten. Ich warte hier nach wie vor auf irgendein Argument, warum dieses, wofür Sie streiten, zulässig sein sollte.

  85. @Lale Lu & andere, die sich angesprochen fühlen

    Bevor ich mich hier verabschiede, möchte ich Sie höflich (aber eindringlich) bitten, sich in ALLE unten aufgeführten Robinsonlisten einzutragen (so noch nicht geschehen).

    Zum Abschied aber noch folgende Worte:

    1. Ihnen ist anscheinend entgangen, dass hier einige „Lobbyisten“ relativ viel Zeit damit verbracht haben, mit Ihnen zu diskutieren. Ist doch eigentlich Zeitverschwendung. Diese hätte man genauso gut in den Lobbyismus investieren können, der uns „nach vorne“ bringt. Haben wir aber nicht. Warum nur?

    Schade, ich werde Ihre Antwort wohl nie erfahren… Schönes Leben noch (in einer für Sie hoffentlich gänzlich werbefreien Zone). Kommen Sie Herr Rieck, wir packen unsere Koffer ;-)

    https://www.robinsonliste.de/login.php
    https://www.postrobinsonliste.de/eintrag/erstellen/
    http://www.retarus.com/de/robinsonliste/index.php
    http://www.direktmarketing-info.de/robinson.html
    http://69.93.153.194/html/index.php?id=105

  86. @lale lu

    wenn Du mich jetzt nicht gleich wieder zum Erdbeerpflücken oder Spargelstechen schickst, dann versuche ich das mal mit einer Antwort:

    Werbung, in egal welcher Form, gehört zu unserem Wirtschaftssystem dazu. Wie man persönlich dazu steht, ist wie gesagt subjektives Empfinden. Der eine mag´s, der andere nicht. Der eine braucht´s, der andere nicht.

    Wenn Du eine Tageszeitung oder Journal abonnierst, wirst Du auch nicht gefragt (Stichwort Einwilligung), ob Dir die lokale Anzeigenwerbung darin gefällt oder nicht.
    Wenn Du Abends einen Spielfilm schaust, wirst Du nicht gefragt, ob die Werbeunterbrechung Dir gefällt. Auch die Amazon-Buchempfehlung nimmst Du vielleicht begeistert an oder nutzt die Angebote aus den Paybackpunkten. Werbung in Deutschland hat viel Gesichter, von Litfass-Säulen über Werbung im ICE, Flughafen oder Bahnhof. Wir werden aber nie danach gefragt, ob wir das wirklich möchten. Es ist einfach so. Ich glaube, es waren 6.000 Werbeeindrücke, denen wir täglich ausgesetzt sind.

    So, das war bisher noch nichts, was mit den Adressen zu tun hat.

    Direktmarketing ist eine Werbeform vor allem für mittelständische Unternehmen ohne eigene Ladenlokale (wie Spendenorganisationen,Verlage, Direct-Banken, Direct-Versicherungen, Versandhändler u.v.a) , die sich teure Anzeigenkampagnen in Zeitungen oder im TV nicht leisten können, ohne gleichermaßen die Produkte selber verteuern zu müssen. Für diese Firmen ist die Nutzung von zielgruppenspezifischen Adressen eben eine geeignete Werbeform. Und diese Zielgruppenspezifität ist es eben, die dazu führt, dass nicht unendlich viel Werbepost in Deinem Briefkasten landet, sondern nur, das, was Dich (vermutlich) wirklich interessiert. Unter anderem vielleicht auch Angebote, von denen Du sonst gar nichts erfahren würdest…eventuell, sage ich! (das hat sich natürlich seit dem Internet-Zeitalter etwas geändert, weil wir da einfach alles googlen können und dabei auf viele Dinge stossen, von denen wir gar nicht wissen, dass es sie gibt oder dass wir sie vielleicht benötigen). Und alles andere an Werbung bekommt man ja durc diese Werbeform eben gerade nicht, wenn man nicht wirklich zur Zielgruppe gehört.

    Warum ohne Zustimmung? Und nicht nur mit Einwilligung?

    Da stellt sich die GretchenFrage: wem gehört die Adresse/meine Adresse?? mir? (ich brauche sie ja nicht, um mein Zuhause zu finden, ich weiß ja, wo ich wohne, oder :-)) Meine Adresse ist dann wohl dazu da, damit man mich informieren kann, damit ich erreichbar bin, sei es von Amtswegen aus, für Postzwecke und eben auch für Werbezwecken. Und diesen Werbezweckgedanken immer im Zusammenhang mit unserer sozialen Marktwirtschaft gesehen. Damit jedes Unternehmen auch auf diesem Werbeweg eine Chance hat, neue Kunden zu finden. Ist z.B. für Existenzgründer eine ganz wichtige Sache, denn solche Personen würden mit einer Opt-in-Lösung niemals einen Kundenstamm aufbauen können, weil ihnen die Erstansprache schon gar nicht ermöglicht wird. Daher ist bisher eben jedem ein Widerspruchsrecht eingeräumt worden, wenn er den Kontakt nicht möchte. Zumal Unternehmen, die Kunden anschreiben und die dann nicht reagieren, wahrscheinlich sowieso nicht weiter kontaktieren werden, schon aus Kostengründen.
    Die Robinson-Liste ist übrigens nicht besonders frequentiert und weniger als 1-2% fühlen sich durch Postwerbung tatsächlich gestört.

    So, das war meine Sichtweise! Eben aus rein wirtschaftlicher Betrachtung: auch Unternehmen haben ein Recht, ihre Waren potenziellen Kunden anzubieten, denn davon lebt unsere Wirtschaft. Und das vor allem auch für Unternehmen, die neu auf den Markt wollen und noch nicht über einen Bekanntheitsgrad (wo man dann sein Opt-in geben könnte) oder Kundenstamm verfügen. Die Erstansprache muss ermöglich bleiben.

    Wäre nett, wenn Du mich leben lässt….
    Grüße
    K/S

    1. „Da stellt sich die GretchenFrage: wem gehört die Adresse/meine Adresse?? mir? Meine Adresse ist dann wohl dazu da, damit man mich informieren kann, damit ich erreichbar bin, sei es von Amtswegen aus, für Postzwecke und eben auch für Werbezwecken.“

      Sorry: nein. Meine Adresse ist mir von Amts wegen anzugeben auferlegt, ist mir vorgeschrieben bei Geschäftsvorgängen und primär ein Identifikations- und Unterscheidungsmerkmal.
      Wenn das alles ja so unproblematisch ist mit Opt-In und co, warum nutzen Sie nicht einfach die verbleibende Zeit und schreiben über das noch zulässige Listenprivileg im Zuge einer einzigen Massenaussendung die Bevölkerung flächendeckend an? Warum fragen Sie nicht einfach nach: möchten Sie, dass wir mit Ihren Daten ohne Ihr Wissen handeln, diese Nutzen und weitergeben dürfen?
      Die entsprechenden Einwilligungen sind Ihnen sicher, wenn Sie dafür auch das Rückporto zahlen, ich glaube nämlich auch ganz fest an den Weihnachtsmann.

      Sie wissen doch genau, dass das Mist ist. Und das gesamte Verhalten der Adresshandelbranche in den letzten Monaten hat mich nun keinen Millimeter mehr davon überzeugt, dass dort ein ernsthaftes Interesse an Transparenz, an Datenschutz und freiwilligem Mehr zu erwarten wäre. Sie waren nicht konstruktiv sondern ausschließlich dagegen. Immer nur Salamitaktik: immer nur soviel zustimmen, wie unabwendbar erscheint. Sie sind nicht für Datenschutz. Sie sind für Geldverdienen. Wobei ich damit nicht unbedingt Sie persönlich meine, ich halte Sie für ein Instrument Ihrer Brötchengeberinteressen und damit eher für bemitleidenswert.

      SDP, ich wünsche Ihnen alles Gute und uns das baldige Ende aller Geschäftsmodelle, die auf Datenmissbrauch im Sinne missbräuchlicher Nutzung – ob aktuell legal oder nicht – basieren.

  87. In diesem Artikel sieht man Mal wieder, wie zwei komplett unabhängige Theme durcheinander geschmissen werden:

    http://www.welt.de/finanzen/article3737814/Verbraucher-hoffen-auf-Datenschutz-Novelle.html

    Nämlich der Missbrauche von Daten durch eine Krankenkasse und das, was seriöse Datenhändler machen… das eine hat mit dem anderen ÜBERHAUPT NICHTS zu tun! Und selbst mit einem noch so scharfen Datenschutzgesetzt wäre bei der Krankenkassen genau das Gleiche passiert, wie es nun Mal anscheinend geschehen ist!

    Aber es wird wieder so dargestellt, als wenn die Datenhändler mit Patientendaten ihr Geld verdienen würden und das frei gehandelt würde, was totaler Quatsch ist!!!

    Aber die Verbraucher glauben es natürlich und vor allem glauben Sie, dass durch ein neues Datenschutzgesetz das ja alles verhindert würde…

  88. Ich habe gerade Folgendes gelesen:

    Adresshandel vor dem Aus: Bayerns Verbraucherschutzministerin Beate Merk verteidigt Abschaffung des Listenprivilegs
    Merk stellt fest: „Unerbetene Werbeanrufe sind zu einer Plage geworden“

    Daraufhin habe ich der Frau Merk eine E-Mail geschrieben, dass das Telefonmarketing in einem ganz anderen Gesetz geregelt ist und NICHTS mit der aktuellen Diskussion über die BDSG-Novelle zu tun hat!

    Wenn man solche Aussagen liest und sich dann vorstellt, dass die meisten Politiker ähnlich gut aufgeklärt sein werden, dann wundert mich gar nichts mehr!

    QUELLE: http://www.compliancemagazin.de/gesetzestandards/datenschutzcompliance/bayernstaatjustiz200309.html

  89. Zum Wochenende möchte ich noch einen Artikel eines Kollegen hier einstellen, der einmal sehr schön die Problematik bei der aktuellen Diskussion ums Bundesdatenschutzgesetz aufzeigt:

    Der große Irrtum!
    Eigentlich war alles auf einem guten Weg. Der durchschnittliche deutsche Haushalt erhält pro Jahr zirka 120 personalisierte Werbebriefe. Die Mehrzahl davon durch bestehende Beziehungen. Die Mailings, die von fremden Unternehmen kommen, sind deutlich in der Unterzahl. Meistens sind aber auch diese Mailings von Interesse für die Verbraucher, weil die Dialogmarketingbranche ja mehrheitlich weiß, wen welche Angebote interessieren könnten und wen nicht. Wer solche Mailings nicht will, setzt sich auf die Robinson-Liste, dadurch erhält er mit einem Schlag deutlich weniger solcher Mailings.
    Dann der Aufschrei: Große Unternehmen arbeiten auf illegale Art und Weise mit Kundendaten, darunter auch ein mehr als stadtbekannter Telekommunikationskonzern. Und anstatt nun diese kriminellen Machenschaften zu bekämpfen und den illegalen Umgang mit Daten endlich mit wirksamen und abschreckenden Strafen zu versehen, lehnen sich die Politiker und Verbraucherschützer schnell und ohne Einholung von Betrachtungen kompetenter Personen und Institutionen öffentlichkeits- und wahlwirksam ganz weit aus dem Fenster: Das adressierte Mailing zur Information und Gewinnung potentieller Neukunden im Privatbereich muss weg! Außer es liegt eine entsprechende Einwilligung dieser Personen vor. Der arme Verbraucher, der ja so unmündig ist, dass er sich zwar heute massenhaft in Communities wie Facbook, Xing, Lokalisten etc. mit all seinen Vorlieben und Daten prostituiert, aber vor einem Werbebrief erschrickt, muss geschützt werden.
    Sollten die geplanten Änderungen tatsächlich Gesetz werden, ist der Verbraucher nicht zu beneiden. Denn dann wird die Anzahl der nicht auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen unpersonalisierten Prospekte in seinem Briefkasten um ein Vielfaches steigen. Ständig werden wieder Vertreter an seiner Haustür klingeln. Die Gewinnung neuer Kunden wird für viele Unternehmen teuer als bisher, das wird sich auf die Preise von Produkten und Dienstleistungen niederschlagen. Und illegale Formen der Neukundengewinnung werden für kriminelle Akteure noch viel Erfolg versprechender als bisher. Am Sonntagmorgen werden wir zu Hause nicht nachzuverfolgende Verkaufsanrufe erhalten, und aus dem Ausland werden uns Werbebriefe erreichen, die wir so auf gar keinen Fall haben wollen. Wir werden – durch eine Spam-Zunahme – täglich noch mehr damit zu kämpfen haben, unsere elektronische Post zu sortieren. Unsere Daten werden viel wertvoller als bisher und dies wird auch noch mehr Kriminelle anziehen, die damit handeln. Na bravo!
    Dass so ganz nebenbei genau in einer Zeit, in der wohl bald unsere Steuergelder für schlecht wirtschaftende Unternehmen mit gierigen Managern verwendet werden, Abertausende von Arbeitsplätzen unserer Branche verloren gehen und seriöse Unternehmen in den Ruin getrieben werden, rundet das Bild ab.
    Dialogmarketing wird überleben, das ist sicher. Denn der personalisierte Werbebrief ist nur ein Teil dieser Branche, die mehr und mehr zum wichtigsten Teil der gesamten Kommunikationsbranche wird. Eines ist mir aber nicht so ganz klar. Darf ich zukünftig eigentlich auf der Straße, in der Disco oder sonst wo eine mir fremde Person noch ansprechen oder muss ich vorher ein Schild hochhalten, auf dem steht „Ich würde Sie ansprechen, wenn Sie mir dies erlauben, nicken Sie bitte ganz deutlich mit dem Kopf“?

    In diesem Sinne: schönes Wochenende!

  90. Etwas Einblick, wer hier alles Kommentare in diesem Strang verfasst hat, bietet dieser Kommentar aus besagten Xing-Forum:

    „Der Ausflug auf Netzpolitik.org war aber doch wirklich ausgesprochen nett, oder?? Es gab insg. immerhin 146 Kommentare, teilweise wussten die Beteiligten eben wirklich gar nicht, worum es bei unserem Thema (Listenprivileg) geht. Aber dort wusste man wenigstens unser Engagement zu schätzen. Außerdem war der Moderator nachher sehr einsichtig, was man hier auf der anderen XING-Gruppe nicht behaupten kann.

    „Unsere Gruppe steht sowieso schon „unter Beobachtung“ bei den Seitenbetreibern. Und wir tun gut daran, uns an dieser Stelle nicht selbst die „Lebensgrundlage“ zu entziehen. Auch wenn es (vielleicht) schwer fällt.“

    Beobachten tun uns hier ganz viele, nicht nur XING selber. Auch auf Netzpolitik .org war jemand dabei, der genau wusste, was wir hier im XING-Forum veröffentlicht hatten und was wieder gelöscht wurde.
    Unhöflichkeit und Denunzieren der Anderen, das zeigt doch eindeutig die Schwäche in der eigenen Argumentation und dass einem nichts Besseres mehr zum Thema einfällt. Auf dieses Niveau werden wir uns hier nicht begeben.

    Ja, weitere Aufklärung ist auf jeden Fall nötig, damit das Listenprivileg eben nicht mit diesen unliebsamen TM-Aktionen in Verbindung gebracht wird.

    Grüße
    Simone Düllmann-Peckert
    Dieser Artikel wurde am 26.05.2009 um 11:55 Uhr geändert. „

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