Datenschutz

Nur in Bayern: Der Lotto-Trojaner

Der Spiegel berichtet mit Verweis auf ddp, dass die dem Landesfinanzministerium unterstellte Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern in einen Lotto-Trojaner-Skandal verwickelt ist. Im Rahmen eines Zivilprozesses hatte man einen Detektiv beauftragt, Ermittlungen gegen den Prozessgegener durchzuführen. Der hat dann einen eMail-Trojaner auf den Rechner des Betreibers einer Lottoannahmestelle geschleust und die eMails mitgelesen. Nun will in der Staatlichen Lotterieverwaltung und im Landesfinanzministerium niemand dafür verantwortlich sein.

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Passend dazu: Telekomgate: Datenschützer verlangt schärfere Aufsicht über Detekteien.

Als Konsequenz aus dem Bespitzelungs-Skandal bei der Telekom fordert der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, ein Zulassungsverfahren und ein klares Berufsbild für Detekteien. „Die staatliche Aufsicht über Detekteien muss verstärkt werden“, sagte Schaar der Frankfurter Rundschau. Es müsse ein Zulassungsverfahren geben und es müsse auch möglich sein, unseriösen Detekteien die Zulassung wieder zu entziehen.

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2 Kommentare
  1. Klingt seltsam; die Kommentare bei der Welt sind auch nicht sehr auskunftsfreufig, stellen alles aber schön in Frage. Was dort und im Artikel fehlt wäre das hier:

    1. Was sollte die Aktion? Welche Informationen enthalten denn Emails eines Lottoladencomputers? Oder war es der Privatcomputer des Besitzers eines Lottoladens? Das wird nicht gesagt, und auch nicht, ob denn Informationen abgegriffen wurden.. und was das nun genau war, was gesucht wurde. Was kann ein kleiner Lottoladen der Lottogesellschaft schon Böses und Bedrohliches tun?

    (Ja, ich halte das auch für zumindest schwer unredlich, Trojaner irgendwo hin zu installieren. Aber wo ist das Motiv?)

    2. Meta: es muss beim Lancieren der Nachricht klar gewesen sein, dass Schaar sofort einspringt und etwas sagt. Das muss er auch. Aber ob nun gerade die bisherige Grauzone der Detekteien das Ziel sein muss? Also die Ebene, wohin kaltherzige Organisationen ihre Beschaffung auslagern, und die wenn sie auffliegen, sofort alle mediale Aufmerksamkeit auf sich lenken? „Staatliche Aufsicht“, das unterschreiben sofort alle, aber das stützt letztlich doch nur die Überwachungsgesellschaft, die auf die Kleinen abzielt, und die „Großen“ (T-Gate, Lottogesellschaft) gar nicht in den Blick nimmt („Unternehmenskultur“ blahfasel).

    (Irgendwie klingt die Nachricht nach einem Testballon. Wenn man nie wieder was davon hört, bezügl. Motiv und „was bei rauskommt“, dann war das ein presse-strategisches Manöver.)

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