Datenschutz

Das BKA und die Wahrheit

BKA-Chef Ziercke hat vorgeschlagen, man solle doch zwei Betriebssysteme nutzen, einmal zum Online-Banking und einmal zum surfen. Abgesehen von der Vorschlag ist eine andere Aussage interessanter, zeigt sie doch wieder das manipulative Propaganda-Potential seiner Aussagen:

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Zur Bekämpfung dieser Delikte ist die Polizei nach Zierckes Darstellung auf die Vorratsdatenspeicherung angewiesen. „Die IP- Adresse ist oftmals die einzige Spur zu den Tätern. Wenn die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg hat und wir diese Daten nicht mehr bekommen könnten, wäre das für unsere Arbeit auf diesem Kriminalitätsfeld das Ende.“

Bisher hat das BKA auch keinen Zugriff auf die Vorratsdatenspeicherung und kommt dennoch zu Erfolgen. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig erklärt, dürfte die Arbeit des BKA im Bereich Internet nicht beendet sein. Die Aussage ist fachlich falsch und manipulativ.

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6 Kommentare
  1. Hallo Markus,

    meine Vermutung: Entweder hat Zierke keine Ahnung, was er da erzählte, oder er ignoriert, dass das für den Normalverbraucher viel zu kompliziert ist.

    Falls du Zeit, frag doch mal beim BKA nach, ob Zierke a) noch einmal detailliert erklären kann, wie er sich das mit zwei BS auf einer Kiste vorstellt und b) ob er das selbst so macht.

  2. Der Herr Ziercke weiß genau was er da erzählt und er weiß, daß der normale Kompjuternutzer nichts von Proxies usw. versteht.

    Der Mann lügt also absichtlich und zielgerichtet, weil seine Worte implizieren, daß die bösen Jungs unter ihrer originalen IP arbeiten, wenn sie fremde Rechner und fremde Daten kapern.

  3. Zierke kann doch jeden Müll erzählen, die meisten Leute werden sagen:: „Hm – hey, hört sich doch vernünftig an.“ Die gesamte Technologie ist noch lange nicht in der Alltagskultur angekommen, auch wenn jeder simst und mailt was das Zeug hält. Die allermeisten User wären mit der Treiberinstallation unter Linux überfordert („Treiber?“), oder verstehen nicht die Bohne, wenn Fefe sich mal wieder über die Feinheiten seines Betrebssystems auslässt, oder wenn Kai Raven über anonymes Surfen schreibt. Das ist jetzt kein User-Bashing, es ist einfach so! Fragt doch mal im weiteren Freundes- und Familienkreis nach. All diese Menschen nutzen selbstverständlich die „Segnungen“ der IT und wenns nicht funktioniert kennt jeder einen „Experten“, der die Sache wieder ans Laufen bringt (ich werde mehrmals pro Woche angerufen weil mal wieder wer unter Vista den Mülleimer gelöscht(!), nicht geleert hat). Und solange kann man diesen WÄHLERN jeden Müll vorsetzen. Ich leiste seit Jahren nach jeden dämlichen Interview von Zypries, Schäuble, Wiefelspütz, etc. wahre Sysiphos-Arbeit um zu erklären, warum das Unsinn war, und warum es trotzdem gesagt wurde – mit meist mäßigem Ergebnis.

  4. Mal ein Hallo setz….

    Meiner Meinung nach, will er dahin wo die Amerikaner heute sind….Vorratsdatenspeicherung ist bei denen schon Tagesordnung, deshalb ist es da ja so einfach alles über jeden herauszufinden….man nennt es dann auch Gläserne Bürger…….
    Soweit wie ich weiß darf ein Verfolgung übers I-Net nur dann gemacht werden wenn dringender Tatverdacht steht. Mit dieser Vorratsdatenspeicherung werden alle Daten von jedem gespeichert. Das sollte manchen Leuten mal zu denken geben…
    Ich kann mir kaum vorstellen, das ein OTTO NORMAL USER mit einem DUALL BOOT SYSTEM auskennt. Manche brechen ja schon in Verzweiflung mit der einfachen Anwendung. Wobei dies Ja dann auch wieder hinfällig sein wird, wenn die die Vorratsdatenspeicherung im Gange ist, weil dann ist es egal mit welchem System ich mich anmelde….

    Denken, Drücken, Sprechen !!!!

  5. Die Idee an sich ist ja nicht schlecht. Die c’t hat vor einer Weile eine angepasste Knoppix-Boot-CD für’s Onlinebanking vorgestellt („Bankix“, leider bisher nicht zum Download). Nur: Wer so vorsichtig ist, die zu nutzen, hat wahrscheinlich auch für sein Hauptsystem die richtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Es erreicht also tatsächlich nicht die richtigen Leute.

    So kritisch die halbgaren, tendenziösen Äußerungen irgendwelcher Ministerien sind: Sie haben doch Gewicht. Wie viel leichter war es, jemandem von Google Chrome abzuraten, nachdem das BSI davor gewarnt hatte.

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