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„Freie“ Personendaten von 1,3 Milliarden Chinesen online

Das hier schlägt dem chinesischen Fass den Boden aus: „Daten von 1,3 Mrd. Chinesen im Netz“ Chinas Regierung hat 1,3 Mrd. Chinesen in einer frei abrufbaren Datenbank mit Foto erfasst. Der Abruf erfolgt via Web oder SMS. Wie die offizelle Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, hat China seit Ende 2006 die laut Angaben weltgrößte Datenbank in Betrieb.…

  • Carsten Raddatz

Das hier schlägt dem chinesischen Fass den Boden aus: „Daten von 1,3 Mrd. Chinesen im Netz“

Chinas Regierung hat 1,3 Mrd. Chinesen in einer frei abrufbaren Datenbank mit Foto erfasst. Der Abruf erfolgt via Web oder SMS.

Wie die offizelle Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, hat China seit Ende 2006 die laut Angaben weltgrößte Datenbank in Betrieb.

Darin verzeichnet sind laut Xinhua 1,3 Mrd. Chinesen mit ihrem Namen, ihrer ID-Kartennummer und einem Foto.

„Freier“ Zugang via Web und SMS

Die Datenbank des Ministeriums für öffentliche Sicherheit ist laut Bericht frei zugänglich: Jeder könne auf der Website oder via SMS nachschauen, ob die jeweiligen Angaben einer Person wirklich stimmen.

Laut Xinhua soll damit möglichem Betrug durch falsche Identitätsangaben vorgebeugt werden.

Wir fassen zusammen: damit niemand mit falschen Identitätsangabgen betrügen kann sind alle möglichen Identitäten nachlesbar? Habe ich das richtig verstanden? Und in China braucht keine Firma mehr Datensätze zu kaufen? Das Wort „frei“ hat die Regierung noch nicht verstanden, so oder so.

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8 Kommentare zu „„Freie“ Personendaten von 1,3 Milliarden Chinesen online“


  1. Also auf Slashdot liest sich das ein klein wenig anders.

    Ich verstehe das so, dass man da Name+PersoNummer eingeben muss, um zu sehen, ob das passt. Dann kann man auch den Rest (in dem Fall das Foto) zu sehen.

    Das gibt es in Deutschland auch, z.B. die Studienbescheinigungen der Uni Karlsruhe funktionieren so.
    (Nur eben in viel kleinerem Maßstab, 1.3·10^9 Datensätze mit Foto sind eine ganz andere Größenordnung, da könnte man schon auf die Idee kommen, damit Spaß haben zu wollen…)


  2. Auf Xinhuanet.com findet man aber auch gleich die passenden Begleitartikel, die einer unangenehm detaillierten Überwachung nahekommen können:

    Beijing to set up information databank to stop marriage cheats

    Credit databank tracks payment history of 530 mln Chinese

    Wenn irgendetwas leckt können böse Menschen viel Böses anstellen (aber das gilt ja nicht nur in China). Auch wird die bloße Verfügbarkeit wie überall Begehrlichkeiten wecken, und ohne tatkräftige und organisierte Gegenöffentlichkeit darf man mal wieder schwarz malen…


  3. squiddle

    ,

    das heißt, dass Kreditgeber oder andere Identitätsprüfende Institutionen eine Anfrage stellen können?

    das heißt, dass das Ministerium, anhand der Anfragen wunderbare Konsumprofile erstellen kann?

    das heißt, dass das Ministerium durch gezielte Falscheinträge einer beliebigen Person das Leben schwer machen kann?

    Das ist ja super.


  4. Foto ist hier in Schweden noch keins dabei, dafür sind Adresse und Einkommen im Internet aufrufbar:
    http://www.fiket.de/2006/11/27/einkommensauskunft-per-internet/


  5. @Thomas: Ich finde das auch nicht prinzipiell skandalös, denke aber das Schweden (vgl. http://www.fiket.de/2006/08/13/wort-der-woche-offentlighetsprincipen/ ) das doch etwas anders einbettet als China.


  6. Till, ich schwanke in der Tat regelmäßig zwischen Entsetzen und „doch halbwegs ok finden“. :-)


  7. […] via Netzpolitik Tags: BundestrojanerBundestrojaner | Permalink […]


  8. ninjaturkey

    ,

    Offensichtlich herrscht in Schweden eine nicht ganz so ausgeprägte „Neidgesellschaft“ wie hier in Deutschland. Ich sehe schon die Bildserie „Abzocker in Politik und Wirtschaft“, und höre schon, wie hundertttausendfach die Steuerfahndung dem Nachbarn auf den Hals gehetzt wird, weil die Limousine vor dem Haus evt. nicht mit dessen Steuerdaten korreliert.

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