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BKA-Chef im TAZ-Interview zur Online-Durchsuchung

Die Taz hat BKA-Präsident Jörg Ziercke zur Online-Durchsuchung befragt: „Am Computer des Täters ansetzen“. Scheint keine Satire zu sein, obwohl die Antworten etwas darauf hindeuten. Ich geh gleich mal rüber in den Bundestag zur Datenschutz-Anhörung der Grünen, das scheint ja lustig zu werden, wenn man sich das hier durchliest: taz: Herr Ziercke, Sie diskutieren heute…

  • Markus Beckedahl

Die Taz hat BKA-Präsident Jörg Ziercke zur Online-Durchsuchung befragt: „Am Computer des Täters ansetzen“. Scheint keine Satire zu sein, obwohl die Antworten etwas darauf hindeuten. Ich geh gleich mal rüber in den Bundestag zur Datenschutz-Anhörung der Grünen, das scheint ja lustig zu werden, wenn man sich das hier durchliest:

taz: Herr Ziercke, Sie diskutieren heute bei einem Gespräch der Grünen mit dem Chaos Computer Club über die heimliche Online-Durchsuchung von Computern. Ein Treffen der besten Hacker der Republik?

Jörg Ziercke: Eine polizeiliche Online-Durchsuchung ist kein Hacking. Hacker nutzen Sicherheitslücken aus, um Computersysteme anzugreifen. Hierbei gehen sie üblicherweise ziellos vor, das heißt tausende PC werden gleichzeitig attackiert in der Hoffnung, dass zumindest einige der Zielsysteme noch nicht über die neuesten Sicherheits-Updates verfügen. Die Online-Durchsuchung ist dagegen ein polizeiliches Werkzeug, das im Einzelfall gegen tatverdächtige Schwerstkriminelle zum Einsatz kommen kann – kontrolliert und hochprofessionell.

Dass Herr Ziercke die Online-Durchsuchung technisch nicht ganz versteht, wissen wir schon aus verschiedenen Interviews. Aber anscheinend hat ihm jetzt die Öffentlichkeitsabteilung des BKA einen Hinweis gegeben, dass er seine technische Unkenntnis nicht jedem Journalisten beweisen muss:

Wie wird die Online-Durchsuchung eines Computers dann technisch ablaufen?

Jörg Ziercke: Das kann ich natürlich nicht öffentlich erläutern.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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7 Kommentare zu „BKA-Chef im TAZ-Interview zur Online-Durchsuchung“


  1. […] Ganz großes Kino würde ich sagen. Via netzpolitik.org […]


  2. Ziercke beweist wieder einmal seine Inkompetenz…

    In einem taz-Interview beweist BKA-Chef Ziercke wieder einmal seine technische und fachliche Inkompetenz in Sachen Online-Durchsuchung.

    Zitat Ziercke:
    Eine polizeiliche Online-Durchsuchung ist kein Hacking. Hacker nutzen Sicherheitslücken aus, um C…


  3. „kontroliert und hochprofessionel“, „im Einzelfall“ (also bei 82.310.000 Bürgern)…
    ja Herr Ziercke, Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht…
    (natürlich werden alle Terroristen ermittelt, und dann wird der Trojaner auf Ihre schlecht gesicherten Rechner losgelasen…)

    @Ziercke:

    Sehr geehrter Herr Ziercke,
    das FBI kann so etwas nicht, die NSA kann das nicht, und unser Bundeskriminalamt, kann das schon mal gar nicht!


  4. […] Auch dazu: Netzpolitik, Gulli und Fairblog […]


  5. jungspund

    ,

    hi

    Was redet der da eigl, das wort „Hacker“ hat völlig andere
    bedeutungen und was werden woll die leute beim bka machen um
    in die pc’s zu kommen, anrufen und um ne festplatten freigabe
    bitten oder durch eine sicherheitslücke eindringen ?

    Ich vermute selbst die „Computer Profis“ beim bka schütteln
    die köpfe über das was gesagt wird ^^


  6. […] Scheinbar hat der BKA-Chef nichts besseres zutun, oder aber er hat den Stein der Weisen gefunden, schon wieder findet sich ein Interview, diesmal in der taz über die Online-Durchsuchung, den sogenannten Bundestrojaner. Die meisten Blogs zerreissen ihn schon aufgrund seiner mangelnden Sachkenntnis und seiner billigen Polemik, diesmal wenigstens ohne die Buzzwords Terror und Kinderpornografie, dafür aber mit dem Begriff “Schwerkriminelle”. […]

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