Oberflächliche Risiko-Analysen, holprige Meldewege: Plattformen schützen Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt nicht gut genug, warnt der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. EU-Vorgaben des DSA würden unzureichend umgesetzt.
Ticker
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Ticker vom 12.02.2026
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Therapiesitzungen in Nigeria sind teuer, deshalb suchen zunehmend mehr Menschen Unterstützung in den Antworten großer Sprachmodelle. Eine Nutzerin sagt dazu: "Um 2 Uhr morgens habe ich das Gefühl, dass jemand für mich da ist. Und das reicht mir, um weiterzumachen."
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Russland hat kürzlich seine Netzsperren ausgeweitet und blockiert nun YouTube, WhatsApp und andere Dienste auf DNS-Ebene. Meduza ordnet die Sperren kurz auf Englisch ein, die Langfassung gibt es auf Russisch.
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ChatGPT soll bald einen sexualisierten „Erwachsenenmodus“ bekommen. Eine OpenAI-Managerin hatte Bedenken angemeldet und wurde daraufhin gefeuert. Einem WSJ-Bericht (€) zufolge soll sich ein männlicher Kollege über „sexuelle Diskriminierung“ beschwert haben.
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Ein Sicherheitsforscher, der schon mehrmals Probleme bei der Domainverwaltung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fand, hat wieder eines entdeckt und konnte Passwörter zurücksetzen - dabei hatte er die Behörde vor einem Jahr genau darauf hingewiesen.
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45 Prozent aller 2025 versendeten E-Mails waren Spam. Das ergab eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Kaspersky.
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In den USA verhandeln Abgeordnete weiter über den "Kids Off Social Media Act" (KOSMA). Er verlangt das Verbot sozialer Medien für unter 13-Jährige und das Verbot algorithmisch sortierter Feeds für unter 17-Jährige.
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Der US-amerikanische Grenzschutz will offenbar rund 225.000 US-Dollar im Jahr für Clearview AI ausgeben. Mit Hilfe der biometrischen Gesichter-Suchmaschine lassen sich Menschen identifizieren. Grundlage ist eine Datenbank biometrischer Profile von Milliarden Fotos aus dem Netz.
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Im Prozess in Los Angeles über die Folgen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit hat Instagram-Chef Adam Mosseri offenbar versucht, den Vorwürfen auszuweichen. Demnach sollen soziale Medien nicht "klinisch süchtig" machen.
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Die australische NGO Digital Rights Watch kritisiert das dortige Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Kinder und Jugendliche, die in abgelegenen Gegenden wohnen oder vulnerablen Gruppen angehören, könnten von Gleichgesinnten abgeschnitten werden.
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"Erhebliche Bedenken": In einer Stellungnahme warnen Europäischer Datenschutzausschuss (EDSA) und Europäischer Datenschutzbeauftragte (EDSB) vor dem als "Digitalen Omnibus" bezeichneten Deregulierungspaket der EU-Kommission.
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Debanking geht weiter: Die Postbank hat das Konto des Berliner Landesverbandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten gekündigt.
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Der Branchenverband bitkom hat bei Unternehmen gefragt, wie gut sie ohne Internet arbeiten könnten. Das Ergebnis: Im Schnitt wäre nach 20 Stunden ein Betrieb nicht mehr möglich. Der Verband fordert, "die Resilienz von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft" hochzufahren.
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Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ein Update der Digitalisierungsstrategie ihres Hauses vorgelegt. Die ePA agiert demnach weiter als "Dreh- und Angelpunkt" in der Versorgung, während Forschungsdaten und KI den "Innovationsmotor" antreiben sollen.
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Der Jugendclub am Heimathafen Neukölln hat ein Theaterstück inszeniert, das die Frage stellt, was passiert, wenn ein KI-Chatbot zum Begleiter wird. Die Abendschau war bei der Generalprobe dabei.
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Ticker vom 11.02.2026
Russland und Iran haben sich bei den Vereinten Nationen über Starlink beschwert. Die Satelliteninternetfirma verstoße gegen den Weltraumvertrag und stelle eine unerlaubte militärische Nutzung einer zivilen Technik dar.
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Das Bundeskabinett hat den Entwurf des "KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetzes" beschlossen, das die Vorgaben der europäischen KI-Verordnung umsetzen soll. Eine zentrale Rolle bei der Marktaufsicht soll demnach, wenig überraschend, die Bundesnetzagentur übernehmen.
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Versicherungsunternehmen und Rentenfonds wetten darauf, dass Google auch in 100 Jahren noch ein profitables Unternehmen ist. Google hat kürzlich derart lang laufende Anleihen herausgegeben.
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In der Evaluation der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMSD) hat die EU-Kommission die nächste Runde eingeläutet. Gestern hat die öffentliche Konsultation zu dem EU-Gesetz begonnen; sie läuft bis zum 1. Mai.
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Über 200.000 Abonnent*innen von Amazon Prime haben sich einer Sammelklage gegen den Konzern angeschlossen. Sie fordern Entschädigung, weil Amazon trotz Abo Werbung einblendet.
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Telegram soll in Russland weiter eingeschränkt werden. Laut Regulierungsbehörde Roskomnadzor habe der Messenger gegen Datenschutz- und Anti-Terror-Gesetze verstoßen.
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Die Einführung von Alterskontrollen bei Discord hat Suchanfragen nach Alternativen in die Höhe schnellen lassen. In einem Rettungsversuch betont Discord, nicht alle müssten ihr Alter nachweisen – nur Menschen, die Erkennungssysteme im Hintergrund für verdächtig jung halten.
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Menschen wetten auf Polymarket, dass Jesus in diesem Jahr auf die Erde zurückkommt. Nicht zwingend, weil sie daran glauben, sondern um eine weitere Wette zu gewinnen: Dass die Wettquoten für Jesu Rückkehr über fünf Prozent steigen.
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„KI kann nichts, was ich nicht besser kann“, sagt die Informatik-Professorin Alke Martens. Auf Instagram klärt sie regelmäßig über das Thema auf.