Kartell

  • „Big Tech muss weg!“: Weltweite Zivilgesellschaft will Tech-Riesen zerschlagen
    Ungeordnete Klemmbausteine in verschiedenen Farben liegen auf dem Boden herum.
    Einmal zerschlagen und neu aufbauen?
    „Big Tech muss weg!“ Weltweite Zivilgesellschaft will Tech-Riesen zerschlagen

    Was tun mit der von Riesen dominierten Digitalwirtschaft? Zerschlagen und von vorne anfangen. Das fordert eine internationale Koalition von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie will an die Stelle der Monopolisten eine öffentliche Infrastruktur auf Basis quelloffener Software setzen.

    30. September 2024 10
  • Online-Werbung: Kartellvorwürfe gegen Google und Facebook
    Handy mit Google-Suche
    Online-Werbung Kartellvorwürfe gegen Google und Facebook

    In den USA startet ein weiteres Wettbewerbsverfahren gegen Google. Dem Konzern wird vorgeworfen, den Markt für Werbeanzeigen im Netz mit unfairen Taktiken zu dominieren. Dabei soll es auch eine geheime Absprache mit Konkurrent Facebook gegeben haben.

    17. Dezember 2020
  • EU-Rechnungshof: Kartellbehörden sollen Tech-Konzerne härter anfassen
    Zwei Sumoringer haben sich gegenseitig fest im Griff. Ein Schiedsrichter schaut daneben angespannt zu.
    Wenn es nach dem Rechnungshof geht, kann die EU-Kommission Tech-Konzerne härter in die Mangel nehmen.
    EU-Rechnungshof Kartellbehörden sollen Tech-Konzerne härter anfassen

    Facebook, Amazon, Google und Apple konnten jahrelang ungehindert ihren Marktvorteil ausbauen. Wenn reguliert wurde, dann nur träge. Ein Sonderbericht des EU-Rechnungshofs zieht ein kritisches Fazit.

    19. November 2020
  • USA versus Google: Warum das Google-Problem nicht leicht zu lösen ist
    Glasshole
    Seine Gewinne erwirtschaftet Google zuvorderst mit Werbung. Nun nimmt das US-Justizministerium den IT-Riesen wegen unlauterer Geschäftspraktiken unter die Lupe.
    USA versus Google Warum das Google-Problem nicht leicht zu lösen ist

    Die Kartellklage des US-Justizministeriums gegen Google erregt weltweites Aufsehen. Erfahrungen aus Europa zeigen jedoch, dass es mehr braucht als Geldstrafen, um die Dominanz großer Tech-Unternehmen einzuschränken.

    22. Oktober 2020 7
  • : Kartellrecht: US-Justizministerium will gegen „marktführende Online-Plattformen“ ermitteln
    Genauer hinschauen, mit Lupe
    Genauer hinschauen. (Symbolbild)
    Kartellrecht: US-Justizministerium will gegen „marktführende Online-Plattformen“ ermitteln

    Das US-Justizministerium hat angekündigt, führende Plattformen kartellrechtlich zu untersuchen. Bislang waren die Konzerne in den USA weitgehend von solchen Untersuchungen verschont geblieben.

    24. Juli 2019
  • : Übernahme von Unitymedia: Vodafone wird für die Telekom zur ernstzunehmenden Konkurrenz
    Vodafone will Deutschland mehr schnelles Internet bescheren.
    Übernahme von Unitymedia: Vodafone wird für die Telekom zur ernstzunehmenden Konkurrenz

    Vodafone darf Unitymedia schlucken, hat die EU-Kommission entschieden. Damit kann das Telekommunikationsunternehmen Kabelanschlüsse in ganz Deutschland anbieten. Die Telekom ist nicht begeistert, Vodafone kündigt schon euphorisch Gigabit-Deutschland an. Das wird auch die Bundesnetzagentur interessieren.

    18. Juli 2019
  • : Tim Wu: Warum Facebook zerschlagen werden sollte
    Tim Wu, hier bei der ORGCon 2013.
    Tim Wu: Warum Facebook zerschlagen werden sollte

    Ein ehemaliger Obama-Berater fordert die Wiederbelebung eines amerikanischen Anti-Kartell-Geistes. Facebook würde durch seine Größe angreifbar, Standard Oil und AT&T wären Beispiele für gelungene Entflechtungen. Er beschuldigt Mark Zuckerberg, Instagram illegal übernommen zu haben.

    11. Juli 2019
  • : Wettbewerbskommissarin Vestager: „Privatsphäre ein fundamentaler Teil unserer Autonomie“
    Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/friendsofeurope/16603741783/">Friends of Europe</a>
    Wettbewerbskommissarin Vestager: „Privatsphäre ein fundamentaler Teil unserer Autonomie“

    Grundsätzlich habe sie kein Problem damit, wenn Unternehmen Daten sammeln und auswerten, um Kunden bessere Produkte anzubieten, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am vergangenen Samstag bei der Eröffnung der Konferenz „Digital Life Design“ (DLD) in München. Problematisch werde es, wenn nur „einige wenige Firmen die Daten kontrollieren, die benötigt werden, um Kundenwünsche zu erfüllen und Kosten einzusparen. Das könnte ihnen die Macht geben, ihre Rivalen vom Markt zu verdrängen“, warnte Vestager, die derzeit untersucht, ob Google (nun Alphabet Inc.) mit dem Preisvergleichsdienst „Google Shopping“ sowie dem mobilen Betriebssystem Android gegen das europäische Kartellrecht verstößt.

    Datenberge seien nicht automatisch mit Macht gleichzusetzen, aber wenn ein Unternehmen die angesammelten Informationen so einsetzen sollte, dass daraus wettbewerbsrechtliche Nachteile für Rivalen entstehen, dann müsse die Kommission einschreiten und für faire Voraussetzungen auf dem Markt sorgen. Bei den Übernahmen von DoubleClick durch Google und von WhatsApp durch Facebook habe die EU genau hingesehen und keine derartigen Verstöße feststellen können, da Konkurrenten immer noch zahlreiche Datenquellen abschöpfen könnten. Man werde das Feld jedoch weiterhin sorgfältig beobachten, denn nur weil man bislang nichts Beanstandenswertes gefunden habe, heißt das noch lange nicht, dass sich das für immer ausschließen ließe, so die Kommissarin.

    Wenig Vertrauen in Datenschutz

    Viele Bürger seien besorgt, wie Unternehmen mit ihren Daten umgehen würden, berichtete Verstager und verwies auf das Ergebnis einer Umfrage, in der weniger als ein Viertel der Befragten angegeben hätten, Online-Shops beim Schutz ihrer persönlicher Daten zu vertrauen. In einer jüngst veröffentlichten Umfrage gaben europaweit bloß 17 % an, diesbezüglich Online-Shops zu vertrauen – noch weniger Hoffnung auf den Schutz privater Daten machten sich die Befragten nur bei Anbietern von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken.

    Dabei sei „Privatsphäre ein fundamentaler Teil unserer Autonomie als Individuen“, betonte Verstager, und unsere personenbezogenen Daten seien die „neue Währung“, mit der wir für die Nutzung scheinbar kostenloser Dienste bezahlen würden. Die Herausforderung liege darin, auszuloten, wie viel Daten man im Tausch gegen das (kostenlose) Teilen, etwa von Bildern im Freundeskreis, hergeben möchte. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass es sich um Geschäftstransaktionen und nicht um kostenlose Zugaben handle. Konsumenten müssten das Recht haben, fair behandelt zu werden, so als hätten sie mit Bargeld bezahlt.

    Erst Daten sammeln und dann Geschäftsmodelle entwickeln

    In einer darauffolgenden Podiumsdiskussion warf Jens Spahn, der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium (CDU), den europäischen Institutionen Behäbigkeit vor, was die Wettbewerbsfähigkeit ansässiger Firmen behindere. Zu viel Regulierung schade dem Geschäft, so Spahn, denn immerhin müssten deutsche und europäische Unternehmen auf dem Weltmarkt bestehen.

    Wie man es richtig macht, zeige laut Spahn der Blick über den Atlantik: „In den USA sammelt man erst einen Berg von Daten und denkt dann darüber nach, welche Geschäftsmodelle man auf dieser Basis entwickeln kann“ und vertrat damit die Position der deutschen Bundesregierung. So hatte etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederholt gefordert, „nicht als erstes nur über den [Daten-] Schutz“ nachzudenken, sondern zunächst die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt zu berücksichtigen. Um dem noch eins draufzusetzen, forderte Spahn nicht nur eine Verwässerung des Datenschutzes, sondern augenscheinlich auch eine Kommerzialisierung sämtlicher Lebensbereiche, indem er das notorisch versagende US-Gesundheitssystem als Beispiel heranzog:

    Kritisch stelle sich die Frage, ob „wir disruptiv genug sind“, um den Kampf auf den Märkten aufzunehmen, meinte Spahn. Als Beispiel für die Ungleichheit verwies der Finanz-Staatssekretär auf die schleppende Entwicklung von eHealth in Deutschland. Bundesbürger seien es nicht gewohnt, für Gesundheitsleistungen zu bezahlen, wie dies in den USA der Fall sei. Daher habe eHealth in Deutschland einen sehr schweren Stand.

    18. Januar 2016 5
  • : EU-Kommission setzt kartellrechtliche Untersuchung gegen Google fort
    Die EU-Kommission (nicht im Bild) wirft Google vor, Wettbewerber systematisch benachteiligt zu haben. CC-BY <a href="https://www.flickr.com/photos/simon__syon/10203975746/in/photolist-gxG3uj-5uDyp6-eCQ8H-eeEgT3-5fQmkr-5EyBTi-f4AToE-5mPY4G-dBmaU6-quXJG7-2va7CZ-7TcHmQ-7r3yvM-7AuvuJ-nkQT5P-dD5QrL-48erPr-ijiZ2v-6KignX-dZ4cnL-6ZJmjk-3dTPh4-7y69P-pMCJZz-apzuHV-qz2Hrk-ph51HC-73Emf6-q1CyHu-oBXzi8-e9p4tD-4KYL5T-7S8wmx-q27BDw-n6WAD6-698D4Z-ijiE6f-88qxyX-aYxrCk-5dMyhv-oXaxCN-5VUJCV-o22zKK-qmREhn-pAVrcF-mkvU3t-qEUBTw-dMQ8JS-k7LP8-aZzQzD">Simon & His Camera</a>
    EU-Kommission setzt kartellrechtliche Untersuchung gegen Google fort

    Die Europäische Kommission wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht und systematisch Wettbewerber benachteiligt zu haben. Die EU-Behörde hat dem Suchmaschinenbetreiber eine Liste an Beschwerdepunkten übermittelt und verschärft damit die Gangart in dem seit 2010 laufenden Verfahren, das letzten Endes eine Milliardenstrafe sowie Auflagen für das Geschäftsmodell des US-Unternehmens im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zur Folge haben könnte.

    Laut Kommission bevorzugt Google auf seinen Suchergebnisseiten den eigenen Preisvergleichsdienst „Google Shopping“, indem es dessen Ergebnisse in der Trefferliste besonders prominent und unabhängig von der Relevanz präsentiert. Diese systematische Begünstigung hätte dem Dienst auf Kosten der Konkurrenz höhere Zuwachszahlen beschert, dadurch Mitbewerber benachteiligt, Innovation verhindert und schließlich Verbrauchern geschadet. Google hat nun zehn Wochen Zeit, um auf die Vorwürfe einzugehen und gegebenenfalls eine mündliche Anhörung beantragen.

    Zugleich hat die Kommission ein weiteres förmliches Verfahren gegen Google eingeleitet, das sich dem mobilen Betriebssystem Android widmet. Zwar handelt es sich um ein quelloffenes System, Endgerätehersteller müssen jedoch Vereinbarungen mit Google eingehen, um googleeigene Anwendungen und Dienste darauf installieren zu dürfen. Die Kommission will nun untersuchen, ob diese Verknüpfung „illegal die Entwicklung und den Marktzugang konkurrierender mobiler Anwendungen oder Dienste behindert hat“. Das betrifft auch veränderte Android-Versionen, sogenannte Forks.

    Beide Verfahren werden sich noch jahrelang hinziehen, eine zwingende Frist bei kartellrechtlichen Untersuchungen ist nicht vorgesehen. Derzeit liegt der Marktanteil Googles im Suchmaschinengeschäft im EWR bei etwa 90 %, während Android den Mobilfunkmarkt mit knapp 70 % dominiert.

    Google hat mittlerweile einen Blog-Eintrag veröffentlicht, der eine Behinderung der Konkurrenz abstreitet. Das Unternehmen verweist darin unter anderem auf Amazon oder eBay und ist der Ansicht, weit hinter den Marktführern zu liegen und somit niemanden behindert zu haben.

    Der europäischer Verbraucherverband BEUC hingegen begrüßt die Entscheidung der Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager, die Untersuchung fortzusetzen. Unter ihrem Vorgänger Joaquín Almunia kam es beinahe zur Einstellung des Verfahrens, weil dem damaligen Kommissar von Google angebotene Zugeständnisse akzeptabel schienen. Almunia konnte sich jedoch gegen den Widerstand nicht durchsetzen, der ihm aus den Reihen der Kommission, des EU-Parlaments und von Verbraucherschützern entgegenschlug. BEUC betont, die Kommission müsse sicherstellen, dass europäische Konsumenten „faire und neutrale“ Suchergebnisse zu Gesicht bekommen. Das betreffe nicht nur den Preisvergleich, sondern sämtliche andere Dienste Googles, die alle den gleichen Standards folgen müssten.

    16. April 2015 12
  • : Durchsuchung der EU-Kommission: Hat die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, um „Sender Pays“ durchzusetzen? (Updates)
    Durchsuchung der EU-Kommission: Hat die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, um „Sender Pays“ durchzusetzen? (Updates)

    Die EU-Kommission hat mehrere Internet-Anbieter in Europa durchsucht, darunter auch die Deutsche Telekom. Den Anbietern wird vorgeworfen, Geld von einem amerikanischen Konkurrenten verlangt zu haben, weil der viele Daten gesendet hat. Wenn die Ermittlungen beweisen, dass die Unternehmen damit ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, könnte das „Sender Pays“ Modell gestorben sein.

    Die Europäische Kommission hat heute bestätigt, dass sie „unangemeldete Kontrollen“ bei Internet-Providern durchgeführt hat. Die Deutsche Telekom bestätigte mittlerweile, dass auch sie durchsucht wurde – in Zusammenarbeit der Kommission mit dem Bundeskartellamt. Weitere Betroffene sind die Anbieter Orange aus Frankreich und Telefónica aus Spanien.

    Die Pressemitteilung der Kommission spricht von „Bedenken, dass die Unternehmen das EU-Wettbewerbsrecht verletzt haben könnten, dass den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung verbietet“. Hier wird auf Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verwiesen.

    Zum Inhalt sagt die Kommission nur vague:

    Internet players interconnect with each other through a combination of wholesale services to cover all possible Internet destinations. Internet connectivity allows market players (e.g. content providers) to connect to the Internet so as to be able to provide their services or products at the retail level. This service is crucial for the functioning of the Internet and for end users’ ability to reach Internet content with the necessary quality of service, irrespective of the location of the provider.

    Laut der französischen Tageszeitung Le Figaro (NSA Translate) geht es um Peering-Abkommen (unsere Übersetzung):

    11. Juli 2013 65