Euroweb

  • : Heute: Euroweb-Prozess vor dem Bundesgerichtshof
    Heute: Euroweb-Prozess vor dem Bundesgerichtshof

    Heute trägt die Firma Euroweb mal wieder einen Rechtsstreit mit einem Kunden vor Gericht aus. Das ist vielleicht nichts weiter besonderes, die Rechtsanwaltskanzlei Kanzlei Berger (Köln/Düsseldorf) berichtet über viele Prozesse vor Land- und Oberlandesgerichten, die sich mit Details der Dienstleistungsverträge, die Euroweb mit seinen Kunden abschließt, beschäftigen.

    Die Kunden klagten zum Beispiel dagegen, als „Referenzkunden“ mündlich besondere Konditionen versprochen bekommen zu haben, und nachher mit unerwartet hohen Rechnungen überrascht worden zu sein – weil sie vor Vertragsunterzeichnung nicht genau genug gelesen hatten, was sie da gerade unterschrieben.

    In den von der Kanzlei Berger veröffentlichten Urteilen wurde dabei immer im Sinne von Euroweb gegen die unzufriedenen Kunden geurteilt: Hier zum Beispiel hat Euroweb die Kundin zur Zahlung von 2.521,61€ + 8% Zinsen über Basiszinssatz verklagt, und gewonnen. Na ja, ich persönlich würde  mich nicht damit rühmen wollen, aber hey… In dem Verfahren wurden auch die Vorwürfe der arglistigen Täuschung, die die Kundin erhoben hatte, zurückgewiesen. Schließlich hatte sie einen Vertrag unterschrieben, in dem die Preise erwähnt waren, und konnte nicht nachweisen, dass ihr mündlich etwas anderes versprochen worden wäre. Alle Beschwerden sich getäuscht fühlender Kunden nahm man bei Euroweb jedoch nicht zum Anlass, seine  Vermarktungsstrategie zu ändern. Komisch eigentlich.

    Auch in Österreich, berichtet der Journalist Georg Holzer, sind momentan zwei Verfahren anhängig: Der österreichische Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb hat 2009 eine einstweilige Verfügung gegen Euroweb erwirken können, die sich gegen die Kaltakquise und das „aggressive Drängen auf Unterschriften“ richtet. Momentan laufen das Hauptverfahren in dieser Angelegenheit, sowie ein zweites Verfahren wegen Verstoßes gegen die einstweilige Verfügung.

    27. Januar 2011 48
  • : Neues von Euroweb: „Das Internet – eine rechtsfreie Zone?“
    Neues von Euroweb: „Das Internet – eine rechtsfreie Zone?“

    Auch wenn ich die Hoffnung auf ein freies Wochenende inzwischen abgehakt habe: Eigentlich habe ich ja wenig Lust, mich in der Streitsache „Nerdcore vs. Euroweb“ instrumentalisieren zu lassen. Und klar, beide Parteien haben nicht nur ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge, sondern auch ein legitimes Interesse, gehört zu werden. Ihr ahnt es schon: Ich habe Post, von Euroweb. Keine Sorge, es ist nur eine Mail mit der Bitte um Beachtung.

    Nachdem René Walter und sein Anwalt Dominik Boecker* gestern Mittag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gingen,  in der von einer erneuten Prüfung des Pfändungbeschlusses durch die Denic und einem Rücktransfer der Domain (ich nehme an, dass sie zunächst im Transit bleibt) an René Walter die Rede war, gab es noch am Abend eine Reaktion im Blog von Euroweb.

    Ich glaube nicht, dass sich Euroweb mit Ansatz und Wortwahl einen Gefallen tut, aber lest selbst:

    23. Januar 2011 69
  • : Neues von Nerdcore: Die offizielle Pressemeldung (2. Update)
    Neues von Nerdcore: Die offizielle Pressemeldung (2. Update)

    Ich hoffe mal, dass Linus nicht sauer ist, weil ich ihm sein Thema wegschnappe. Auf der andere Seite dürften eine Menge Leute draussen im Netz auf ein offizielles bzw. etwas ausführlicheres Statement von René zu den Ereignissen der letzten Tage warten. Gestern abend gab es bereits ein lesenswertes Interview bei Futurezone. Noch ein bisschen mehr Content gibt es in nun in einer aktuellen Pressemitteilung, die mir Renés Anwalt Dominik Boecker vorab zugeschickt hat. Bitte sehr:

    Die Pfändung von René Walters Domain ’nerdcore.de’ durch einen nach Selbstbeschreibung ‚Full-Service-Internetdienstleister’ hat für einiges Aufsehen gesorgt. Seit gestern Abend werden die Wirkungen der Pfändung aber wieder rückgängig gemacht und auf den Stand vor der Änderung der Inhaberdaten gebracht. Da die in dem Verfahren aufgelaufenen Kosten, die zu der Pfändung führten, zwischenzeitlich bezahlt wurden, droht keine weitere Pfändung mehr.

    René Walter erklärt zu der aktuellen Situation: „Ich bedanke mich für die ungeahnte und alles andere als selbstverständliche Unterstützung durch unzählige Blogbeiträge und noch mehr Kommentare und ich freue mich, wenn mein Blog demnächst wieder in der gewohnten Qualität unter nerdcore.de erreichbar sein wird. Mein besonderer Dank geht auch an die DENIC für ihre kritische Prüfung des Pfändungsbeschlusses und an meinen Anwalt Dominik Boecker für seine juristische und moralische Unterstützung.“

    22. Januar 2011 42
  • : Nerdcore vs. Euroweb: Tut sich was?
    Nerdcore vs. Euroweb: Tut sich was?

    Hier lang zur Vorgeschichte
    Seit wenigen Minuten ergibt die WHOIS-Abfrage zu nerdcore.de wieder

    Domaininhaber: Rene Walter
    Adresse: ***
    PLZ: ***
    Ort: ***
    Land: DE

    Auch René hat gerade erst davon erfahren.

    Es sieht auf den ersten Blick danach aus, dass Renés eigentlicher Provider, der im Gegensatz zu Euroweb auch Mitglied in der DENIC ist, sich vorsichtshalber in der Angelegenheit auf die rechtlich (und moralisch) sichere Seite begeben möchte, und abwarten will, bis die Angelegenheit endgültig geklärt ist. Das ist aber nur meine Spekulation. Wir machen ein Update, sobald René von seinem Anwalt erfahren hat, wie dieser Schritt zu bewerten ist.

    UPDATE: Udo Vetter berichtet ausführlich über den Fehler, über die die Kölner Kanzlei Berger, die Euroweb vertrat, gestolpert ist:

    Walters Anwalt, der Kölner IT-Experte Dominik Boecker, der auch mich übrigens bereits mehrfach erfolgreich vertreten hat, stellte bei der Prüfung des Pfändungsbeschlusses nämlich gravierende Fehler fest. Unter anderem war nach seiner Auffassung Rene Walter vom Gericht kein ausreichendes rechtliches Gehör gewährt worden.

    Dieser und andere Mängel führten bei der Denic jetzt zu der Erkenntnis, dass der Pfändungsbeschluss nicht die von Euroweb gewünschten Rechtswirkungen hat. Konkrete Folge: Die Denic stellt den ursprünglichen Zustand wieder her. Nerdcore geht zurück an Rene Walter.

    Aller Voraussicht nach guckt Euroweb nun dauerhaft in die Röhre. Walter hat nämlich in der Zwischenzeit alle Verfahrenskosten an Euroweb gezahlt. Euroweb hat also keine Forderungen mehr an ihn, so dass ein neuer Pfändungsbeschluss nicht erlassen werden dürfte.

    UPDATE 27.01.11: Nerdcore.de zeigt keine Transit-Seite mehr, sondern Nerdcore.

    21. Januar 2011 48
  • : Euroweb vs. Nerdcore: Stellungnahme von Euroweb (2. Update)
    Euroweb vs. Nerdcore: Stellungnahme von Euroweb (2. Update)

    Die Auseinandersetzung zwischen René Walther (Nerdcore.de) und der Firma Euroweb hat heute für reichlich Zündstoff gesorgt. Was bisher fehlte, sind Details zur Auseinandersetzung. Linus hatte in einem Telefonat mit René bereits herausgefunden, dass es wohl um eine Abmahnung geht, die René ignoriert hat:

    Ich habe gerade mit René telefoniert. Der Sachverhalt gestaltet sich folgendermaßen: Die Firma Euroweb hat ihn für einen Artikel über die Firma abgemahnt. René hat auf die Abmahnung nicht reagiert.

    Ich habe gerade mit Christoph Preuß, Geschäftsführer von Euroweb, telefoniert, der mir die Darstellung soweit bestätigen hat. Nach Angaben von Preuß habe René Inhalte mit „diffamierendem Charakter“ gepostet und sei einer – zunächst informellen – Bitte zur Löschung nicht nachgekommen. 

    18. Januar 2011 121
  • : Euroweb vs. Nerdcore (17. Update)
    Euroweb vs. Nerdcore (17. Update)

    Nerdcore.de, das bekannte Blog von René Walter, ist momentan nicht zu erreichen. Ersten Tweets war zu entnehmen, dass der allseits als sehr umstritten (und abmahnfreudig) bekannte Dienstleister Euroweb daran nicht unbeteiligt ist.

    Verständlicherweise ist René gerade noch zu sehr am Wüten, um näheres zu erläutern, aber eine WHOIS-Abfrage bei der DENIC bestätigt meine böseste Befürchtung – Euroweb ist im Besitz der Domain:

    Domaininhaber: Christoph Preuss
    Organisation: Euroweb Internet GmbH
    Adresse: Hansaallee 299
    PLZ: 40549
    Ort: Düsseldorf
    Land: DE

    Das Abtreten des Domainnamens an die Firma wird häufig als Teil der – hust! – „Kundenbindungsstrategie“ des Unternehmens, das auch unter dem Namen Webstyle und Viscomp agiert, bezeichnet. Update: Das ist bei René nicht der Fall, siehe unten! /Update Über die Geschäftspraxis des Unternehmens zu berichten hat sich für viele Blogger als ausgesprochen kostspielig herausgestellt, und auch ich habe schon freundliche Emails vom Kundenservice erhalten, wenn’s für eine Abmahnung nicht gereicht hat.

    Ich muss sagen: Ich bin neugierig, wie René an die Jungs geraten ist. Aber das wird er uns sicher bald erklären. Unter der hoffentlich temporären Domain crackajack.de.

    UPDATE: Ich habe gerade mit René telefoniert. Der Sachverhalt gestaltet sich folgendermaßen: Die Firma Euroweb hat ihn für einen Artikel über die Firma abgemahnt. René hat auf die Abmahnung nicht reagiert.

    18. Januar 2011 322