US-Geheimdienste, so die Mutmaßung, haben laut Informationen des Spiegel mittels einer im Telefonhörer implantierten Wanze Michael Steiner, den außenpolitischen Berater von Gerhard Schröder, abgehört. Der Spiegel sprach mit Steiner, der berichtete:
Im Hörer war ein komisches kleines Teil befestigt. Es war eine Wanze, die da offenbar schon seit langer Zeit lagerte […] Es gab Hinweise, dass die Wanze von grundsätzlich freundlich gesinnten Mächten in meinen Hörer gewandert ist.
Eigenen Angaben zu Folge habe Steiner jene in Kenntnis gesetzt, „die es wissen mussten“. Da die Abhörmaßnahme während Altkanzler Schröders Amtszeit durchgeführt wurde, stellt sich die Frage, welche Spionageangriffe sonst noch bereits vor Beginn der Snowden-Enthüllungen in Kanzleramt und Regierung bekannt waren. Neben all jenen, von denen wir mittlerweile durch zahlreiche Veröffentlichungen wissen.
Bisher war durch die Causa Vorbeck – die CIA hat 2011 die Kommunikation zwischen Kanzleramt und Spiegel überwacht – bekannt geworden, dass das Kanzleramt seit 2011 von Abhöraktivitäten US-amerikanischer Geheimdienste gegen sich wissen musste. Die aktuelle Botschaft legt nahe, dass wir diese Angabe um einige Jahre nach vorn datieren müssen.