Wer sich mal ein Bild machen möchte, was andere Länder in ihrem Kampf gegen Kinderpornographie alles zensieren, findet hier die schwedische Filterliste. Ich hab kurz überlegt, ob ich diese Seite verlinken soll, weil sich dort auch Links zu Angeboten finden, die ich abstossend finde. Aber man sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden, wo von der Bundesregierung mit Verweis auf Länder wie Schweden die Wirksamkeit dieser Filterlisten hochgelobt wird.
Aufmerksamen Beobachtern wird auffallen, dass der Anteil tatsächlicher Kinderpornographie-Angebote unter 1% liegt und die meisten gefilterten Inhalte in den US gehostet werden. Abgesehen davon können sich viele sicherlich vorstellen, welchen Sinn solche Filterlisten machen, wenn sie irgendwie an die Öffentlichkeit kommen. Und das werden sie.
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20 Kommentare zu „Schwedische Filterliste“
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Oh, das ist ja toll. Da hat man dann ja gleich eine umfasende Liste aller Seiten, die einen interessieren könnten und noch viel mehr…
Filtern und Schutz ad absurdum geführt.
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Ich habe mal meinen Senf dazugegeben, leider ist aber meine Trackback-Funktion ein wenig fehlerhaft:
http://blog.brati-network.de/blog-eintrag/934-von-1047-Internetseiten-faelschlicherweise-blockiert–343.html
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Jugendschutzfilter in der Praxis…
Wenn im Bildungsbereich von Medienkompetenz die Rede ist, ist das Thema Jugendschutz im Netz nicht weit. Derzeit ist die Filteridee wieder en vogue, d.h. in der Politik wird ernsthaft darüber nachgedacht, Internetprovider dazu zu verpflichten, bestimm…
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[…] [via netzpolitik.org] […]
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Genaugenommen ist das die Finnische Liste, viele der dort gesperrten Seiten stehen allerdings auch auf der Schwedischen Liste
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[…] Schwedische Filterliste […]
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[…] “Erfolg” der Internet-Zensur in Schweden entpuppt sich als reine Propaganda, da dort weniger als 1% der Web-Sperren wirklich kinderpornografische Seiten treffen, wie man hier sehr schön sehen kann. Die restlichen […]
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[…] solche Filterlisten aussehen, kann man an den veröffentlichten schwedischen und thailändischen Listen sehen. In beiden Fällen sind Seiten mit kinderpornografischen […]
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[…] netzpolitik.org wurde die Schwedische Filter-Liste verlinkt. Allen, die das skandinavische Filtersystem so […]
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Es ist wirklich ein Skandal. Warum wird über den Inhalt dieser Liste derart gelogen?
Kinderpornographie als „Terrorersatz“, um weiter Grundrechte einzuschränken?
http://krohlas.de/blog/?eid=291
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Netzfilter gegen Kinderpornos – ein Roundup…
Das Thema gärt bereits seit Ende letztem November – hier forderte Familienministerin Ursula von der Leyen ein rigoroses Vorgehen gegen Kinderpornographie mit Hilfe von Netzsperren: „Ich bin fest entschlossen und von dieser Bahn bringt mich auch keine…
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[…] aus mehreren Ländern veröffentlicht. Und ihre Analyse ergab häufig brisantes: Nur ein geringer Teil der blockierten Seiten hat tatsächlich mit Kinderpornografie zu tun. Davon wird wiederum ein […]
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[…] USA, Kanada, Australien, Europa, einschließlich Deutschland (sic!), (http://scusiblog.org/?p=330 ; http://netzpolitik.org/2009/schwedische-filterliste/) liegen sollen und diese nicht aus dem Netz genommen, sondern nur gesperrt werden, und was will sie […]
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[…] Es bleibt zu hoffen, dass die Provider sich gegen diese Selbstverpflichtung stellen. Nicht nur weil derartige Maßnahmen nutzlos sind, sondern weil sie den Schritt in eine weitreichendere Zensur bedeuten. Dies zeigen die negativen Beispiele in anderen Ländern, welche auf ihren Liste nicht nur Seiten mit kinderpornographischem Inhalt haben, sondern auch andere Seiten, wie Netzpolitik.org berichtet: “Auf der schwedischen sind Gay-Pornos und auf der thailändischen Webseiten mit Majestätsbeleidigung stark vertreten. In Australien sollen auch Online Casinos gefiltert werden. In Grossbritannien ist gerade die Wayback Machine vom Internet Archive im Filter.” Quelle: Netzpolitik.org “Aufmerksamen Beobachtern [der Sperrlisten] wird auffallen, dass der Anteil tatsächlicher Kinderpornographie-Angebote unter 1% liegt und die meisten gefilterten Inhalte in den US gehostet werden. Abgesehen davon können sich viele sicherlich vorstellen, welchen Sinn solche Filterlisten machen, wenn sie irgendwie an die Öffentlichkeit kommen. Und das werden sie.” Quelle: Netzpolitik.org […]
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[…] zudem, dass auf solchen Listen längst nicht nur kinderpornografische Websites zu finden sind. Hier ist etwa eine auf verschlungenen Wegen veröffentlichte skandinavische Liste verlinkt, die nur zu […]
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[…] enthalten die Filterlisten mehrerer Staaten nicht nur Kinderpornographische Inhalte sondern auch politische oder Glücksspielseiten. In Australien landete sogar die Homepage eines […]
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[…] zu 99% Seiten gesperrt hat, die mit Kinderpornographie nichts zu tun haben? Das Skandinavien, dessen Filterlisten nur kurze Zeit später öffentlich einsehbar waren, so dass Interessierte ruckzuck eine feine Liste mit Links für ihre Neigungen hatten? Wow, klingt […]
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hey,
echt unglaublich diese seite, muss man auf jeden was gegen machen, aber zensur ist da echt nicht richtig. und dann die filterliste öffentlich… ich sag nur proxi und tada… das ist definitief viel stoff zum diskutieren.
viel spass noch
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Hmm, das Problem könnte die Differenzierung dieser „Teens“ sein, die ja zwischen 18 und 20 sein sollen. Wenn sie auch nur knapp unter 18 sind, sind sie gesetzlich nicht volljährig, und somit ist das Kinderpornographie. Vielleicht besteht dort die Gefahr, dass dies so ist bei den besagten Seiten. Aber sind die bis 18 noch Kinder?
Unter Kinderpornographie stelle ich mir alte lüsterne Perverse vor, die sich an kleineren Kindern vergreifen und dies sogar in die Öffentlichkeit stellen + Perverse, denen das Zuschauen dessen gefällt. Es geht immerhin um Kindesmisshandlung, oder habe ich was falsch verstanden? Oder geht es nur um die strike Abgrenzung des Alters bei 18? Das wäre widerum völliger Blödsinn, weil man geistig nicht über Nacht volljährig wird.
Ich empfinde dies nicht nur als Demokratieabbau (Einschränkung der informationellen Freiheit), sondern auch als Blödsinn, womit sich Politiker beliebt machen wollen. Abgesehen davon: Strafverfolgung? Ähm… das geht widerum zu weit. Man kann nicht differenzieren zwischen harmlosen und nicht harmlosen Seiten. Wann soll man wissen, wenn man sich auf dünnem Eis bewegt? Bzw gilt das Sehen all dieser Seiten als strafbar? Auch die 99%, die also doch harmlos sind?
Dies wird mich als werdender Jurist wohl interessieren. Ich befürchte jedoch, dass dies sehr verfassungskonform ist und daher sehr schwer anfechtbar wäre. Eine Änderung wird jedoch möglich sein.
Hoffen wir nur, dass der nächste Schritt: „Sperrung politisch inkorrekter Seiten“ ausbleibt und sogar Seiten wie diese gesperrt werden, die Kritik üben können.
> „und dann die filterliste öffentlich“
Nein. Dies würde genau das Gegenteil des Zwecks verursachen. Die besagten „Kinderpornographieseiten“ wären dann sofort auffindbar. Also falls man annimmt, dass es wirklich solche Seiten sind. Daher ist dieser Teil noch verständlich.
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[…] Wer sich mal ein Bild machen möchte, was andere Länder in ihrem Kampf gegen Kinderpornographie alles zensieren, findet hier die schwedische Filterliste. […]
Dieser Artikel ist älter als 17 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.