Dieser Artikel ist mehr als 17 Jahre alt.

Google Earth sperren wegen Terrorgefahr?

Heise meldet: Ein Jurist aus der Millionenstadt Mumbai, die Ende November von einer radikal-islamistischen Terrorgruppe angegriffen worden war, hat das höchste Gericht der Stadt aufgefordert, umgehend den Zugriff auf Geoinformationsseiten wie Google Earth und Wikimapia zu sperren. Der Anwalt startete beim Bombay High Court eine sogenannte Public Interest Litigation (PIL), ein Gerichtsverfahren, das Bürgern des…

  • Ralf Bendrath

Heise meldet:

Ein Jurist aus der Millionenstadt Mumbai, die Ende November von einer radikal-islamistischen Terrorgruppe angegriffen worden war, hat das höchste Gericht der Stadt aufgefordert, umgehend den Zugriff auf Geoinformationsseiten wie Google Earth und Wikimapia zu sperren. Der Anwalt startete beim Bombay High Court eine sogenannte Public Interest Litigation (PIL), ein Gerichtsverfahren, das Bürgern des Landes die Möglichkeit bietet, staatliche Stellen zu verklagen. Der Jurist wirft der Regierung vor, gegen nationale Sicherheitsvorschriften zu verstoßen, weil über die fraglichen Websites detaillierte Informationen zu möglichen Anschlagszielen abrufbar seien.

Dazu ein treffender Kommentar vom Sicherheitsexperten Bruce Schneier:

Of course the terrorists used Google Earth. They also used boats, and ate at restaurants. Don’t even get me started about the fact that they breathed air and drank water. (…) Yes, the bad guys use it: bank robbers use cars to get away, drug smugglers use radios to communicate, child pornographers use e‑mail. But the good guys use it, too, and the good uses far outweigh the bad uses.

So eine Sperrung wäre in diesem Fall ohnehin wirkungslos gewesen, weil die Angreifer ja vorher die Ziele auch vor Ort genau auskundschaftet hatten.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

7 Kommentare zu „Google Earth sperren wegen Terrorgefahr?“


  1. Man sollte gleich jegliche art von Papierkarten verbieten. Diese kann der Amok-Terrorist nämlich mit Buntstiften bemalen, zusammen falten und handlich in der Hosentasche unterbringen.


  2. Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen!


  3. Ich bin ja echt mal gespannt, wann der erste Vollidiot auf die Idee kommt Openstreetmap.org zu blockieren. Vermutlich lediglich eine Frage der Zeit.


  4. […] Google Earth sperren wegen Terrorgefahr? […]


  5. Karl-Heinz

    ,

    „Of course the terrorists used Google Earth. They also used boats, and ate at restaurants. Don’t even get me started about the fact that they breathed air and drank water. (…) Yes, the bad guys use it: bank robbers use cars to get away, drug smugglers use radios to communicate, child pornographers use e‑mail. But the good guys use it, too, and the good uses far outweigh the bad uses.“

    Das ist so richtig!!! Sollen wir das Leben stoppen um die Terrorgefähr zu blockieren?! Ich hoffe, dass Google Earth nicht gesperrt wird.


  6. Dann kann man ja auch gleich die Navigationssysteme mit verbieten…


  7. Ich bin aus genannten Gründen absolut gegen Google Earth.
    Navis gibt es nicht umsonst.
    Niemand der Gutes im Sinn hat braucht Google Earth!

Dieser Artikel ist älter als 17 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.