Matthias Spielkamp hat für die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit dem Wissenschaftler Martin Kretschmer über die Verlängerung von Urheberrechts-Schutzfristen geführt. Da die Süddeutsche Zeitung den Artikel nichtonline gebracht hat, wurde er jetzt im Immateriblog veröffentlicht: “Da ist etwas grundfaul”
Im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung von gestern (11. Oktober) ist ein Interview erschienen, das ich mit Martin Kretschmer geführt habe. Es geht um die Verlängerung der Schutzfrist für Musikaufnahmen, die Musikindustrie und EU-Kommissar McCreevy fordern. Kretschmer, einer der interessantesten Urheberrechtler Europas, ist der Überzeugung, dass die Verlängerung den Künstlern nichts nützen würde, sondern fast ausschließlich den großen Musikfirmen.
Kretschmer ist Professor am Center for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth. Er hat Philosophie, Musik und Jura in Berlin, Wien und London studiert und bei einigen Rundfunk- und Plattenaufnahmen die Bratsche gespielt. Seinen Aufruf an die EU (PDF, 212 KB) haben 50 Urheberrechtsexperten aus ganz Europa unterzeichnet. Kretschmer stützt seine Argumentation auch auf die bisher größte Studie zum Einkommen von Autoren in Deutschland und Großbritannien (PDF, 3 MB), die er mit seinem Kollegen Philip Hardwick erstellt hat.
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Ein Kommentar zu „Urheberrecht-Schutzfristen: Da ist etwas grundfaul“
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[…] nützt, liegt auf der Hand. Diese Tatsache hat sich aber noch nicht sehr weit herum gesprochen. Im Gegenteil – Es gibt anscheinend Politiker, die glauben den Toten noch mehr Gutes tun zu müssen, indem sie […]
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