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Belgischer ISP Belgacom seit 2011 durch NSA oder GCHQ belauscht?

Der belgische Internet Service Provider Belgacom hatte am Montag bekanntgegeben, dass das eigene Netzwerk und die Netzwerke der Mobilfunktochter Proximus durch einen Virus auf verschiedenen Servern kompromittiert wurden. Es ist unklar, wie lange die Systeme schon abgehört werden – manche Quellen sprechen von bis zu zwei Jahren. Belgacom hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt…

  • Jan-Peter Kleinhans
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Belgacoms Network Operation Center (Quelle: barco.com)

Der belgische Internet Service Provider Belgacom hatte am Montag bekanntgegeben, dass das eigene Netzwerk und die Netzwerke der Mobilfunktochter Proximus durch einen Virus auf verschiedenen Servern kompromittiert wurden. Es ist unklar, wie lange die Systeme schon abgehört werden – manche Quellen sprechen von bis zu zwei Jahren. Belgacom hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt gestellt – aufgrund der Größe und Komplexität geht diese von staatlicher Spionage aus.

Brisant ist an der Sache, dass die Europäische Union in Brüssel Großkunde bei Belgacom und Proximus ist. Außerdem wurden vor allem die Verbindungen in den Nahen Osten und Afrika abgehört (Belgacom International Carrier Services). Selbst Belgiens Premierminister Elio di Rupo stellte fest, dass es sich bei den Angriffen nicht um „Sabotage, sondern das Sammeln strategischer Informationen“ handelte.

Sollten hinter den Angriffen auf die Kommunikation der Europäischen Union in Brüssel wirklich die NSA oder GCHQ stecken, wird die Aussage des US amerikanischen Geheimdienst Direktors James Clapper, immer fadenscheiniger und unglaubwürdiger. Dieser versicherte erst letzte Woche, dass die USA ’nur’ Kommunikation ausländischer Institutionen und Unternehmen überwache, um Finanz- und Informationsflüsse von Terroristen zu verfolgen.

What we do not do is use our foreign intelligence capabilities to steal the trade secrets of foreign companies on behalf of – or give intelligence we collect to – U.S. companies to enhance their international competitiveness or increase their bottom line.

Von offizieller Stelle gibt es natürlich noch keine Vermutungen wer hinter den Angriffen stecken könnte. Die belgische Staatsanwaltschaft sagte lediglich, dass dem Angreifer erhebliche finanzielle und technische Mittel zur Verfügung standen.

The hackers had significant financial and logistical resources and used specific malware and advanced encryption techniques.

Es liegt allerdings nahe, dass NSA oder GCHQ auf die ein oder andere Weise involviert waren, da erst vor wenigen Wochen aufgedeckt wurde, dass die NSA die Washingtoner Büros der Europäischen Union und der Vereinten Nationen belauschen. Ob Belgacom gut beraten ist, sich vor der US amerikanischer Regierung mittels US amerikanischer Unternehmen zu schützen, sei dahingestellt.

Über die Autor:innen

  • Jan-Peter Kleinhans

    Wirtschaftsinformatiker und Soziologe. 2013 Praktikant bei netzpolitik.org. Seit 2014 bei der stiftung neue verantwortung. An vielem interessiert. Arbeitet vorrangig zu Geheimdienstkontrolle, Schutz von Privatsphäre, Transparenz, Netzneutralität und Frequenzpolitik. Twittert viel zu selten. (@JPKleinhans)


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Ein Kommentar zu „Belgischer ISP Belgacom seit 2011 durch NSA oder GCHQ belauscht?“


  1. kein problem bei uns. der telekom gehört unser vollstes vertrauen. auch united internet selbstverständlich.

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