Liebe Leser:innen,
16 Jahre hat Viktor Orbán als Vorreiter der rechtspopulistischen und autoritären Bewegung Europas das Land Ungarn umgebaut. Mit dem Erdrutschsieg der demokratischen Opposition dürfte das nun zu Ende sein. Das kollektive Aufatmen war gestern nicht nur auf den Straßen von Budapest, sondern in ganz Europa zu spüren.
Die Niederlage Orbáns ist gleich vierfach erfreulich: Putin verliert seinen besten Verbündeten in Europa. Trump verliert seinen spaltenden Kompagnon in Europa. Die versammelte rechtsradikale Bewegung verliert ihren Vorbild-Autoritären in Europa. Und Ungarn hat jetzt alle Chancen auf eine Rückkehr zu Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, Minderheitenrechten und demokratischen Werten.
Wir haben in den letzten Jahren immer wieder über die autoritären Bestrebungen in Ungarn berichtet – von der Repression gegen Pride-Paraden bis hin zum Einsatz des Pegasus-Staatstrojaners gegen Journalist:innen. Nach dem historischen Wahlergebnis besteht die Chance, dass Ungarn wieder offener und freier wird. Die Wahlen zeigen auch, dass eine kämpferische und demokratische Zivilgesellschaft, die sich nie aufgegeben hat, das Blatt wenden kann.
Im besten Fall ist die Wahl in Ungarn sogar der Vorbote für ein Zurückdrängen rechtsradikaler Bewegungen in ganz Europa.
Euch allen eine optimistische Woche
Markus Reuter
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