Auf den PunktNicht einmal telefonieren geht noch.

  • Markus Reuter

Liebe Leser:innen,

seit Tagen gehen hunderttausende Menschen überall im Iran auf die Straße. Es ist die vierte große Protestwelle gegen das theokratische Regime in nur zehn Jahren. Was im Dezember als Protest gegen die Wirtschaftskrise begann, ist sofort zu einer Systemfrage geworden.

Das iranische Regime reagiert erneut mit der Abschaltung des Internets, dieses Mal jedoch so umfassend wie noch nie. Nicht einmal das Satelliten-Internet Starlink oder die gewöhnliche Telefonie funktionieren derzeit. Deshalb dringen kaum noch Videos und Bilder der Proteste nach außen, von Massakern an den Demonstrierenden ist die Rede.

Die Reaktion der Bundesregierung ist dennoch zurückhaltend. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte zwar die Gewalt gegen die Demonstrierenden als „unverhältnismäßig“ und rief das Regime dazu auf, die Bevölkerung zu schützen. Angesichts von mutmaßlich hunderten getöteten Protestierenden ist das aber nur ein schwaches Statement. Bislang hat die Bundesregierung auch Abschiebungen in das Land nicht gestoppt.

Trotz allem einen schönen Abend

Markus Reuter

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Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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