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Wanzen im Bundestag?

Aufruhr im Bundestag. Beim BND-Praktikanten und Linkspartei-Abgeordneten Wolfgang Neskovic sind irgendwelche „verdächtige Gegenstände gefunden worden, die zum Abhören des Büros gedient haben könnten“. So die Tagesschau: Sollte Abgeordneter bespitzelt werden? Allerdings ist die Sachlage etwas komplizierter. Der Linksfraktion-Pressesprecher erklärt, dass man davon ausgehen könnte, dass es sich um kleine Mikrophone handele. Auf jeden Fall sollen…

  • Markus Beckedahl

Aufruhr im Bundestag. Beim BND-Praktikanten und Linkspartei-Abgeordneten Wolfgang Neskovic sind irgendwelche „verdächtige Gegenstände gefunden worden, die zum Abhören des Büros gedient haben könnten“. So die Tagesschau: Sollte Abgeordneter bespitzelt werden? Allerdings ist die Sachlage etwas komplizierter. Der Linksfraktion-Pressesprecher erklärt, dass man davon ausgehen könnte, dass es sich um kleine Mikrophone handele. Auf jeden Fall sollen es Geräte sien, die nicht ins Büro gehören. Dann erklärt der Bundestagspräsident Norbert Lammert, dass es sich um Geräte handle, die „ein Abhören nicht ermöglichen“. AFP vermeldet, dass es sich möglicherweise um Mikrofone gehandelt, wie sie bei Fernseh-Interviews verwendet werden.

Vielleicht gibt es später mehr Informationen, die etwas konkreter werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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6 Kommentare zu „Wanzen im Bundestag?“


  1. Tja. So ist das, wenn man plötzlich keine Privatsphäre mehr hat. Gruseliges Gefühl? Geht mir den ganzen TAG so!


  2. Allerdings ist die Sachlage etwas komplizierter. Der Linksfraktion-Pressesprecher erklärt, dass man davon ausgehen könnte, dass es sich um kleine Mikrophone handele

    Wieso komplizierter?

    dass es sich um Geräte handle, die “ein Abhören nicht ermöglichen”. AFP vermeldet, dass es sich möglicherweise um Mikrofone gehandelt, wie sie bei Fernseh-Interviews verwendet werden.

    Wofür werden Mikrofone benutzt, wenn es nicht zum aufzeichnen akkustischer Signale geschieht?

    Vielmehr würde mich interessieren, im Rahmen welches Zusammenhangs diese Geräte überhaupt entdeckt worden? Finden in diesen Büroräumen regelmässige Untersuchungen auf Wanzen statt?


  3. markus

    ,

    Ich hab eigentlich nur die Sachlage aus dem Tagesschau-Artikel zusammen gefasst, die kompliziert war. Andere Medien wussten sofort, dass es Wanzen waren (gewesen sein sollen).

    Die Geräte sollen wohl nach Angaben von Spiegel-Online von einem Fernsehteam zufällig beim Abbau ihrer Gerätschaften entdeckt worden sein.


  4. dakira

    ,

    Vielleicht gibt es später mehr Informationen, die etwas konkreter werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

    Noe. Da wird sicher nichts mehr kommen. Das merkt man schon an so schnellen und platten Aussagen es handele sich nicht um Geraete die zur Raumueberwachung dienen. Hier wird schnell vertuscht und die Medien werden nicht mehr berichten resp. wir werden vergessen.


  5. foobar

    ,

    es hätte auch ein diktiergerät, oder ein dauerhaft sendendes handy sein können. oder wie?


  6. […] Der “Wanzen-Skandal” im Bundestagsbüro von Wolfgang Neskovic (Linkspartei) ist aufgeklärt. Das war alles nur sowas wie ein “Karnevalsscherz” und niemand hat sauber gemacht: Die Mikros der Anderen. Zwei ehemalige SPD-Mitarbeiter hätten Bundestagesvizepräsident Wolfgang Thierse gestanden, aus Jux eine “Abhör-Parodie” installiert zu haben, berichtet die “Frankfurter Rundschau”. Zu diesem Zweck brachten sie 2004 eigens zwei kaputte Computermikrofone mit, legten sie über die Deckenlampen ihres Büros – und vergaßen sie dort. “Irgendeine abstruse Agentenstory in den Medien” habe die Mitarbeiter auf die Idee gebracht”, wird Thierse zitiert. […] In jedem Fall wirft die Affäre kein besonders gutes Licht auf den Ordnungssinn der linken Bundestagsparteien: Dass die Müllmikrofone mehrere Jahre unentdeckt herumliegen konnten, lässt darauf schließen, dass weder die SPD- noch die Linkspartei-Abgeordneten zu den routinierten Staubwischern gehören. von markus um 11:43 | abgelegt in General, Datenschutz, Aus der Reihe, Deutschland Trackback URL | Comment RSS Feed Tag at del.icio.us | Incoming links […]

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