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Kann man den alten Mann nicht mal in Rente schicken?

Ein alter Mann, der nicht versteht, was im digitalen Zeitalter passiert, hat grosse Angst. Angst vor dem Internet und den ganzen Möglichkeiten und deswegen muss was getan werden. Am besten sofort, denn Terroristen bevölkern schon das Internet, „setzen es für die Ausbildung von Attentätern und die Vorbereitung von Anschlägen ein“ und bauen virtuelle „Trainingscamps“. Wahrscheinlich…

  • Markus Beckedahl

Ein alter Mann, der nicht versteht, was im digitalen Zeitalter passiert, hat grosse Angst. Angst vor dem Internet und den ganzen Möglichkeiten und deswegen muss was getan werden. Am besten sofort, denn Terroristen bevölkern schon das Internet, „setzen es für die Ausbildung von Attentätern und die Vorbereitung von Anschlägen ein“ und bauen virtuelle „Trainingscamps“. Wahrscheinlich auch schon bei Second Life. Und Wolfgang Schäuble steht sitzt hilflos da und droht. Mit noch mehr Sicherheit und Kontrolle, denn ein freies und offenes Internet könnte ja die demokratische Grundordnung unseres „Abendlandes“ zerstören.

Aber jetzt mal im Ernst: Kann man denn mal bitte in Rente schicken – am besten sofort? Was man bei Beckstein mit seiner Killerspiele-Rhetorik noch als bayrische Folklore abstempeln kann, wird bei Schäuble richtig gefährlich. Der meint das richtig ernst und hier gehts nicht um irgendwelche Spiele, die schon verboten sind oder nur Räuber und Gendarm virtualisieren, sondern um ein freies und offenes Internet.

Vollkommen unverständlich finde ich, dass das Bundesinnenministerium diese Rede noch nicht online verfügbar gemacht hat.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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6 Kommentare zu „Kann man den alten Mann nicht mal in Rente schicken?“


  1. Der Mann sitzt im Rollstuhl weil ein Anschlag auf ihn nicht verhindert werden konnte. Vielleicht kommt seine Paranoia daher?


  2. Oder sein Frust daher, dass ihn Kohl in 2000 nicht zum Nachfolger/ Parteivorsitzenden/ Kanzlerkandidaten erklärt hat?

    Das sind jedenfalls alles plausibilisierende Argumente für seine Position. Er weiß das zu nutzen.

    Wir müssen unsere Argumente auch klug vorbereiten.


  3. Ich warte nur darauf, daß jemand Fähiges in die Politik geht. *blinzel*


  4. […] Dann produziert lieber noch ein paar mehr Volxmusik-Sendungen, dann haben die Großen Leuchten dieses Landes wenigstens was zu tun und wir müssen uns nicht mit solchen Ergüssen beschäftigen. […]


  5. Blogschau…

    Mit Zynismus reagiert das Netzvolk auf den verbalen Ausfall des Innenministers, der das Internet als Trainingscamp von Terroristen bezeichnete. So kann man nun bei der ZAF Diplomterrorist werden, und – wohl nicht nur – auf Netzpolitik.org wird gefragt,…


  6. […] Eigentlich wollte ich nichts darüber schreiben, dass unser Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (64) das Internet als “Trainingscamp und Fernuniversität für Terroristen” bezeichnet hat. Aus Mitleid. Aber jetzt mache ichs doch. Zum einen, um netzpolitik.org zu zitieren: “Kann man den mal bitte in Rente schicken – am besten sofort? Was man bei Beckstein mit seiner Killerspiele-Rhetorik noch als bayrische Folklore abstempeln kann, wird bei Schäuble richtig gefährlich. Der meint das richtig ernst und hier gehts nicht um irgendwelche Spiele, die schon verboten sind oder nur Räuber und Gendarm virtualisieren, sondern um ein freies und offenes Internet.” […]

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