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Angestellte von Technologiefirmen protestieren gegen ethnisch-religiöse Datenbanken

Unmittelbar vor dem gestrigen Treffen Donald Trumps mit Vertretern der Tech-Konzerne stellten sich zahlreiche Mitarbeiter von Technologieunternehmen mit der Seite neveragain.tech gegen die Agenda des angehenden US-Präsidenten und dessen Absicht, ein Register von amerikanischen Muslimen einzuführen oder Immigranten abzuschieben. In der Erkärung heißt es, dass die Unterzeichnenden sich in ihren Unternehmen dafür einsetzen, dass diese die…

  • Markus Reuter
(Symbolbild) Foto: CC-0 Farzad Nazifi

Unmittelbar vor dem gestrigen Treffen Donald Trumps mit Vertretern der Tech-Konzerne stellten sich zahlreiche Mitarbeiter von Technologieunternehmen mit der Seite neveragain.tech gegen die Agenda des angehenden US-Präsidenten und dessen Absicht, ein Register von amerikanischen Muslimen einzuführen oder Immigranten abzuschieben.

In der Erkärung heißt es, dass die Unterzeichnenden sich in ihren Unternehmen dafür einsetzen, dass diese die Mitarbeit an Datenbanken verweigern, die eine ethnische und religiöse Identität oder eine nationale Herkunft offenlegen. Gleichzeitig wollen sich die Unterzeichnenden dafür einsetzen, dass existierende Datenbanken zurückgefahren oder gelöscht werden.

Ein Blick in die etwa 600 Namen umfassende Unterstützerliste verrät, dass die Thematik bei Angestellten aller großen Technologiefirmen – von Palantir bis Google – diskutiert wird.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

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12 Kommentare zu „Angestellte von Technologiefirmen protestieren gegen ethnisch-religiöse Datenbanken“


  1. > die Mitarbeit an Datenbanken verweigern, die […] eine nationale Herkunft offenlegen.

    Also demnächst kein Geoblocking mehr? Hurra!


  2. Das klingt so, als wolle man ein AZR, wie in *.de, einführen. Oder täusche ich mich da?


  3. Philip Engstrand

    ,

    Nicht vergessen: in DE führt der Arbeitgeber die Zugehörigkeit auf für die Abrechnung der Kirchensteuer


  4. Also auf Heise liest sich das ein bisschen anders : https://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenverarbeitende-US-Firmen-Angestellte-gegen-Zentralregister-fuer-Muslime-3570159.html

    1.) Irgend jemand startet eine Petition, dass Trump keine kleinen Kinder fressen darf
    2.) 1000 Deppen finden das wichtig und unterschreiben es
    3.) Der Hypetrain fährt durch alle Zeitungen und Blogs

    Wenn man ehrlich ist, ist Trump pures Gold für jedes Medienunternehmen. Jeder hat eine Meinung zu dem und jede noch so dumme Meldung ist KlickBait pur.

    Getreu dem Motto: Behandle jeden Menschen so, wie du auch selber gern behandelt werden möchtest. Ich finde es entbeert nicht einer gewissen Ironie, dass es da eine Religion gibt, welche ihre Anhänger zu Intoleranz, Diskriminierung und Unterdrückung von Andersgläubigen und Frauen aufruft. Und dann gibt es die Anhänger dieser Religion, welche das nicht so toll finden, wenn sie diskriminiert werden.


    1. Philip Engstrand

      ,

      „dass es da eine Religion gibt, welche ihre Anhänger zu Intoleranz, Diskriminierung und Unterdrückung von Andersgläubigen und Frauen aufruft.“
      Das ist gar nicht so eindeutig nur eine Religion.


    2. Sunny Sachsensumpf

      ,

      (Gewisse) Christen?

      Obschon gerade die Christen von sich glauben, sie seien besonders tolerant und selbst nur von Intoleranz betroffen, ist Intoleranz gerade in Offenbarungsreligionen besonders stark verbreitet. Nicht nur der Koran, auch die Bibel ist sehr intolerant, gerade auch im neuen Testament. Aber auch andere vermeintlich tolerante Religionen zeigen sich je nach Situation sehr intolerant.

      Christen wollen anderen ihre Moralvorstellungen und ihr Weltbild aufzwingen:

      Noch immer gibt es Tanzverbote am Karfreitag oder Veranstaltungsverbote am Sonntagmorgen, denn dann sollen die Menschen ja in die Kirchen gehen.

      Noch immer gibt es Gotteslästerungsparagrafen: SR 311.0 Schweizerisches Strafgesetzbuch, Art. 261.

      Fundamentalisten sind der Meinung, das Recht auf menschliches Leben entstehe bereits bei der Zeugung und wollen daher allen Abtreibungen verbieten. Keinen Respekt vor dem Leben haben die Christen jedoch, wenn sie Abtreibungsärzte ermorden.

      http://atheismus.ch/07_artikel/intoleranz_in_religionen


  5. Sunny Sachsensumpf

    ,

    Niemand hat die Absicht ethnisch-religiöse Datenbanken aufzubauen.


  6. Religion = WMan hat den Glaube an sich selbst aufgegeben und muss sich dafür mit anderen rum streiten wer den größeren imaginären Freund hat.


  7. Schatten

    ,

    Datenbanken über Religionszugehörigkeit …
    weil es damals in Holland schon so eine gute Idee war. *facepalm*


  8. Andreas Säger

    ,

    Wer Muslim ist und wer nicht bestimmt immer noch Facebook. Und diese Information kann man gewiss auch kaufen.


  9. Wenn Angestellte von IT Unternhmen in den USA gegen die Erhebung von Daten protestieren ist das lächerlich. Genau das ist ihr Job den sie tagtäglich ausüben.

    Ich hab keine Ahnung, warum Trump dermassen im Fokus (auch der deutschen) Öffentlichkeit ist. Aber die Vehemenz zeigt es muss eine grosse Veränderung anstehen vor der einige Personen Angst haben und mit Agitation und Propaganda versuchen Trump zu behindern. Wir sollten uns davon nicht beeindrucken lassen. Bisher ist alles bestens und ein Präsident der jede Entscheidung hinterfragt und auch Leute an die Macht läßt, die nicht nur aus dem Parteiapparat kommen, hat schonmal nachgedacht.

    Aber warum die von „politfact“ ausgerechnet Trump fragen, ob er eine solche Datenbank plane ist ebenfalls ein Witz. Warum fragen die nicht einfach welche Daten die NSA jetzt schon hat?
    Ich würde meine Hand dafür in’s Feuer legen, dass es bereits eine solche „Muslim Datenbank“ gibt. Spätestens seit Bush werden die mit Sicherheit genau solche Merkmale abspeichern und dafür brauchen die nicht mal Facebook, die NSA sitzt an allen wichtigen Knoten.

    Was mich dagegen wundert ist, warum diese Datenbank so schlimm ist? Ich finde die von Facebook an sich viel schlimmer, da sind persönlichere Dinge gespeichert und die verkaufen die Daten – was soll denn Trump damit vor haben?


    1. OK – die NSA ist für das Ausland zuständig aber die Homeland Security hat einen sechsmal so hohen Etat und das FBI sammelt ebenfalls eine Menge Daten https://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Bureau_of_Investigation#Technische_Abteilungen
      es wäre also nicht ungewöhnlich wenn dort diese Daten bereits anfielen.

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