Verhaltenserkennung in Mannheim10.000 Filme für ein Hallelujah

Sie kloppen sich nach Regieanweisungen: 2.000 Filme hat die Mannheimer Polizei bereits produziert, um eine Software zur Verhaltenserkennung zu trainieren. Künftig sollen es 10.000 Filmszenen werden, obwohl noch immer keine Belege vorliegen, was solche Software bringt. Ein Kommentar.

  • Constanze
Beispielbild Verhaltenserkennung
Ist es ein Molotow-Cocktail? Verhaltenserkennung ist für Software schwieriger als für Menschen. – Bild: Picturepest, Lizenz CC-BY 2.0, Bearbeitung: netzpolitik.org

Es wird noch immer getestet: Seit nunmehr acht Jahren versucht die Mannheimer Polizei, eine Software dazu zu bringen, Gefahrensituationen oder unerwünschtes oder gefährliches Verhalten verlässlich zu erkennen. Sie soll automatisiert melden, wenn sich jemand im Überwachungsbereich „auffällig“ benimmt oder etwas auf eine Straftat hindeutet.

Der Mannheimer Morgen berichtet aktuell, dass mittlerweile 2.000 Filme produziert wurden, für die Polizisten Szenen auffälligen Verhaltens nachgestellt haben, um sie in die Software einzuspeisen. „In Mannheim prügeln sich Polizisten nach Drehbuch“, schreibt die Zeitung.

Doch das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Geplant sei eine Verfünffachung der Anzahl der inszenierten Szenen, in denen sich die polizeilichen Amateur-Stuntmen gegenseitig treten oder absichtlich hinfallen. Künftig sollen es 10.000 Filme werden, zitiert die Zeitung einen Polizeioberrat.

Vielleicht sollte die Polizei ein paar Sitzplätze dazu bauen und Theaterkarten verkaufen, um die hohen Kosten für polizeiliche Fachkräfte aufzufangen, die für diese 10.000 inszenierten Show-Einlagen Kriminelle oder Hilfesuchende mimen. Die Frage, ob die Beamten wirklich nichts Besseres zu tun haben, drängt sich förmlich auf.

Hinzu kommt: Ob eine auf diese Weise von Polizisten erzeugte Szene die Dynamik einer wirklichen Schlägerei so gut simulieren kann, dass sie bei einer Softwareanalyse echter Ereignisse verlässliche Ergebnisse bringt, steht auf einem anderen Blatt. Denn Mannheim ist nicht Hollywood, Polizisten sind eben keine Stuntmen.

In „KI-Videoschutz“ umbenannt

Aber das Projekt, das in Baden-Württemberg einst „smarte Videoüberwachung“ hieß und nun euphemistisch in „KI-Videoschutz“ umbenannt wurde, läuft und läuft. Handfeste Belege über Wirksamkeit, Fehlerquoten und Verlässlichkeit der Software oder gar unabhängige Evaluationen gibt es nicht, dafür mediale Lobpreisungen der Polizei.

Das Projekt findet Nachahmer: In mehreren anderen Bundesländern versucht man sich mittlerweile auch an Verhaltenserkennungstests, etwa in Berlin oder in Hamburg, wo sich die Polizei praktischerweise selbst evaluiert.

Ergebnisse des Mannheimer Langzeit-Pilotprojekts sind bisher nicht öffentlich nachlesbar. Laut Polizei gab es jeden Tag Fehlalarme, aber mehr als die vage Angabe, dass man eine tägliche Fehlerquote „noch im unteren zweistelligen Bereich“ verbessern wolle, ist über die Ergebnisse der Software nicht zu erfahren. Ob also zehn oder zwanzig Prozent der Ergebnisse falschen Alarm liefern und ob diese Zahlen signifikant verbessert werden konnten, bleibt das Geheimnis der Projektbetreiber.

Der Mannheimer Morgen berichtet von einer Anekdote, die ein Polizist erzählt: eine erfolgreiche Detektion einer alarmierenden Situation trotz starker Verdeckung, in diesem Fall durch ein Gebüsch. Doch die Fehleranfälligkeit von Verhaltenserkennung ist typischerweise hoch, wenn Verdeckungen, stark gefüllte Orte oder auch wechselnde Lichtsituationen entstehen, wie sie in öffentlichen Räumen vorkommen. Laut Polizei habe die Software trotz Teilverdeckung angeschlagen und alarmiert. Doch war das ein Einzelfall oder konnte die Erkennungsleistung bei Verdeckungen mit den Jahren tatsächlich verbessert werden?

Das Mannheimer Polizeipräsidium antwortet nicht auf Nachfragen von netzpolitik.org dazu, wie erfolgreich die Software bei Verdeckungen oder wechselnden Belichtungen ist. Auch die Frage, wie viele Alarme durch die Software es insgesamt im Jahr 2025 gab, bleibt unbeantwortet.

Welches auffällige Verhalten führt zu einer Alarmierung?

Mannheim hat in der Innenstadt erst 68, jetzt insgesamt 72 Kameras installiert, um fünf Gebiete zu überwachen. Auf 76 Kameras soll diese Anzahl noch anwachsen. Betroffen sind der Bahnhofsvorplatz, der Marktplatz, die Shopping-Passage der Breiten Straßen sowie der Parade- und der Alte Messplatz.

Das sind Orte mit erhöhter Kriminalitätsbelastung, vor allem durch Rauschgiftdelikte und Straßenkriminalität. Da eine anlasslose dauerhafte Videoüberwachung stark in Grundrechte von ganz unverdächtigen Passanten eingreift, braucht es eine gute Begründung und eine dezidierte Rechtsgrundlage. Weil die Grundrechtsbelastung bei einer stetigen automatisierten Verhaltenserkennung nochmals steigt, schuf der Gesetzgeber dafür eine eigene gesetzliche Regelung.

Keine Straftaten, aber Kamera-Überwachung

Heute haben 59 der Kameras eine Verbindung zu der Software, die rund um die Uhr Aktivitäten auswertet und bei Alarm an einen Video-Sachbearbeiter im Mannheimer Polizeipräsidium weiterreicht. Nach zwei Stunden werden die Beamtinnen und Beamten an den Bildschirmen ausgetauscht. Ist nach Dienstende kein Video-Sachbearbeiter zur Stelle, werden die von der Software detektierten Szenen, die einen Alarm auslösen, an einen Einsatzleiter gemeldet.

Welches auffällige Verhalten zu einer Alarmierung führt, dazu macht das Mannheimer Polizeipräsidium auf Nachfrage von netzpolitik.org keine Angaben. Die Frage nach den 17 definierten Aktivitätsmustern, die auch der Mannheimer Morgen erwähnt und die Grundlage der 10.000 Filmszenen sein dürften, bleibt unbeantwortet. Das bedürfe erst der „Abklärung“, schreibt das Polizeipräsidium auf erneute Nachfrage. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, in welchem Zeitraum die 10.000 Szenen von den polizeilichen Schauspielern eingespielt werden sollen.

Strategischer Technologiepartner des Projekts ist das Fraunhofer IOSB (Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung) aus Karlsruhe. Jahrelang testet die Polizei nun deren Software, um sicher zu unterscheiden, ob es sich um eine „polizeilich relevante Situation“ wie eine Rangelei oder aber um einen Tanz oder eine Umarmung handelt. Ursprünglich war der Test auf fünf Jahre angelegt, aus dem Probebetrieb kam die „Experimentalsoftware“ offenbar bis heute nicht heraus.

Von Anfang an gab es auch keine Angaben, mit welcher Zuverlässigkeit und welcher Fehlerrate die Erkennung eigentlich als erfolgreich gelten kann. Es heißt bis heute auf der Projekt-Website des IOSB, dass sich das „erst im Verlauf des Projekts erweisen“ werde. Wie viele Fehlalarme oder Falschbewertungen aktuell in dem Pilotprojekt zu verzeichnen sind, beantwortet das Mannheimer Polizeipräsidium auf Nachfrage von netzpolitik.org nicht.

Weiter schauspielernde Polizisten

Neben den Schauspielstunden für die angepeilten 10.000 Szenen ist politisch übrigens bereits der weitere Ausbau der Dauerbeobachtung abgemacht: Der Koalitionsvertrag von Grünen und CDU sieht vor, die „intelligente Videoüberwachung nach Vorbild des Mannheimer Modellprojekts“ noch auszuweiten. Man wolle zum einen „an zwei weiteren Standorten pilotieren“, als wären acht Jahre Test nicht genug.

Zum anderen plant Grün-Schwarz neben der Live-Beobachtung durch automatisierte Verhaltenserkennung nun auch die „biometrische Fernidentifikation“. Künftig sollen also Gesichter der Vorbeilaufenden gescannt und erkennungstechnisch erfasst und abgeglichen werden. Im Dauertest Mannheim wird hingegen bisher keine Gesichtserkennung verwendet. Für die geplante biometrische Auswertung muss wegen der erheblichen Grundrechtseingriffe selbstverständlich wieder eine Gesetzesgrundlage her, die noch zu schaffen wäre.

Bis dahin sollen Trupps schauspielernder Polizisten weiterhin als Kriminellen-Doubles unzählige Filme aufzeichnen, „mit Bodenmatte, uniformiertem Begleitpersonal und mehrseitigem Drehbuch mit genauen Bewegungsanweisungen“. Ob ihre Bemühungen und das Filmmaterial jedoch dazu beitragen, das erwünschte Ziel zu erreichen, nämlich die Polizei zu entlasten, ist offen.

Statt wie einst geplant 2023 soll das Projekt nun Ende 2026 bilanziert werden. Auch andere Bundesländer dürften sich für die Ergebnisse interessieren, schon weil sie gesetzliche Befugnisse für Verhaltensscanner in Landespolizeigesetzen bereits geschaffen haben oder dies vorhaben.

„Abgerechnet wird zum Schluss“, sagte der damalige Mannheimer Polizeipräsident und wollte die Software nicht voreilig loben. Doch dass auch die Öffentlichkeit diese Abrechnung bekommt und hinreichend informiert wird, bleibt bislang nur zu hoffen. Bei früheren polizeilichen Überwachungstests, etwa am Bahnhof Südkreuz, gab es im Nachgang Berichte und Zahlen, um eine öffentliche und auch wissenschaftliche Bewertung zu ermöglichen. Darauf warten Interessierte in Mannheim auch nach Jahren noch.

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29 Kommentare zu „10.000 Filme für ein Hallelujah“


  1. Anonym

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    Nunja, was stellt sich eben die Frage, ob oder wieviele Fehlalarme und nicht erkannte Problemsituationen überhaupt ein Problem sind. Und ob die Alarmierung durch die SW unterm Strich und im Vergleich zu den Alternativen einen Vorteil bringt.

    Das ist ohne praktischen Versuch nicht zu beantworten, und eine eher willkürliche Festlegung von konkreten Erfolgskriterien ohne Erfahrungsbasis ist idR nicht hilfreich.

    Wichtig wäre wissenschaftliche Begleitung und Transparenz, ergebnisoffen.


  2. Pranee

    ,

    Werde ich eigentlich bestraft, wenn ich Zivilcourage leiste bzw. Notwehr, und einer der Statisten kommt dabei zu Schaden? Weil von Außen erkenne ich ja schließlich nicht, ob die Schlägerei dazu verwendet wird, die KI zu trainieren.


    1. Constanze

      ,

      Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die ausgelegte Matte und das uniformierte Begleitpersonal verweisen.


      1. Arno Nym

        ,

        Was das ganze wieder ins absurde abdriften lässt… bei den Sichtfeldern der Kameras ist uniformiertes Begleitpersonal höchstwahrscheinlich ebenfalls zu sehen oder sie stehen so weit, dass ein eingreifen nur mit kurzer Verzögerung
        möglich ist. Im Beispiel von Pranee hat sich einer der Beamten dann schon eine gefangen.
        Und ausgelegte Matten… da fällt man schon vom Glauben ab, realitätsferner gehts kaum noch. Kann man der Software dann eintrichtern: „so sieht eine Gefahrensituation aus, aber denk dir einfach die Matten (und die Uniformierten) weg und gib Alarm“ ?


        1. Anonym

          ,

          Matten dienen zur Verletzungsvermeidung, und vielleicht noch der Begrenzung des Aufmerksamkeitsfeldes, nehme ich mal an.


    2. Anonym

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      „Werde ich eigentlich bestraft, wenn ich Zivilcourage leiste bzw. Notwehr, und einer der Statisten kommt dabei zu Schaden?“

      Ja, denn Sie leisteten da erkennbar keine Nothilfe…

      „Weil von Außen erkenne ich ja schließlich nicht, ob die Schlägerei dazu verwendet wird, die KI zu trainieren.“

      …denn die haben uniformiertes Begleitpersonal dabei.


      1. Anonym

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        Die haben jetzt noch keine ballistischen Tasertürme. In der Realität kommen im Zweifel Beamte vorbei, bzw. vorher noch guckt jemand drauf, versucht zu entschlüsseln was passiert. Das wäre bei einem als möglicher Angriff erkannten Notfall sogar potentiell hilfreich.

        Die Probleme sind eher bei der ganzen Entourage verortet, Daten sind für wen wie lange verfügbar, schaffen unsinniger Berührungspunkte für Probleme und Datenspeicherung, Erweiterung der Nutzung, Wirkung der Überwachung, und baut man die teure Installation ab, wenn sie in der Realität nicht viel bringt, außer mehr Hut- und Sonnenbrillenumsatz?

        Da ergibt der Kommentar zu kritischer Infrastruktur dann Sinn. Da muss man allerdings überlegen, wie man das macht. Wir müssen vom Goldrand weg. Bund soll bauen, Softwarepaket, Erkennung, günstige Dopplersensoren, freie Platzierung, Einbinden von Kameras und Sensoren, Hybridsichten etc. Nicht beim Plantschtier kaufen, selber machen.


  3. Adabei

    ,

    Sollte mich das Schicksal einmal nach Mannheim befördern, werde ich die genannten Plätze ausschließlich im Silly-Walk- Stil von John Cleese überqueren.
    Auch für die KI gilt: man lernt nie aus!


  4. Anonym

    ,

    „obwohl noch immer keine Belege vorliegen, was solche Software bringt“

    Man könnte solche trotzdem mal testen. Ich würde allerdings fragen, inwiefern gestellte Situationen realistisches Trainingsmaterial darstellen, bzw. wann. Am Ende fangen die nur Teenies, die nur spielen, trollen, oder was nicht alles.

    Das weiß bei der Polizei auch irgendjemand, bzw. viele, nehme ich an. In Wirklichkeit sind die Sachen oft schnell und brutal, zudem eigentlich als Überfall aus dem Hinterhalt. Inwiefern Überfallende offensichtlich überwachte Plätze meiden, ist mir nicht ganz klar.


    1. SubdivisionsEU

      ,

      Die ganze Videoüberwachung ist doch sowieso schon unfassbar teuer und geht auf Kosten anderer sozialpolitischer Maßnahmen, die im Gegensatz dazu bereits gute Evidenz für ihre Wirksamkeit und Kosteneffizienz bewiesen haben.

      Insofern bin ich gegen diese weitere Ausweitung des Überwachungsstaats auf Kosten unserer Bürgerrechte. Die Videoüberwachung soll lieber da hin, wo sie dringend gebraucht wird:

      Bei kritischer Infrastruktur.


      1. Anonym

        ,

        Excellenter Punkt, hehe.


  5. Anonym

    ,

    Hinzu, bzgl. was erkannt wird und was nicht, bzw. auch falsch, käme, dass man gegebenenfalls Sachen erkennt, oder meint zu erkennen, die letztlich eine Beschäftigungstherapie für überlastete Beamte darstellen würden.

    Da wäre es womöglich sinnvoller, eine generelle Abhörerlaubnis für weiße Kastenwagen auf Supermarktparkplätzen zu erteilen? Da kann man dann Text rausziehen, und ganz viel schnell aussortieren. Toll!


  6. „obwohl noch immer keine Belege vorliegen, was solche Software bringt“

    Das ist doch mittlerweile kein Hindernis mehr. Die Wissenschaft und Gesellschaft muss nachweisen das es nichts bringt. Der Gesetzgeber widerum muss es nur plausibel erklären und kann da pot. verhinderte Straftaten ggü. Kindern anführen.


    1. Anonym

      ,

      In realweltlichen Wissenschaften ist es anerkannte Praxis, Hypothesen durch Beobachtung und Experiment zu überprüfen.


      1. Anonymous

        ,

        Das ist nicht Realwelt, das ist Juristenwelt mit einem großen Schluck aus der hochprozentigen Gesetzespulle. Das ist auch nichts neues. Die Begründung für frühere Überwachungsmaßnahmen war Verhindern = das nicht real und damit überprüfbar werden von „schwersten Straftaten“, früher war das mal Terrorismus und Mord, später dann KiPo, und inzwischen offensichtlich auffälliges Benehmen.


        1. Anonym

          ,

          „Das ist nicht Realwelt, das ist Juristenwelt“

          Es lohnt sich, den kommentierten Artikel vorher zu lesen. Da geht es um reale öffentliche Orte in Mannheim, um die reale Verantwortung von Stadt und Polizei für deren Sicherheit und Nutzbarkeit, und den real verfügbaren Optionen.


          1. Anonym

            ,

            Der Marktplatz wird sauber sein.


          2. Zeit des Friseurs

            ,

            Und wann ist in der Juristenwelt:
            A) Sicherheit in der Realwelt gegeben?
            B) Eine Aktion oder ein Gesetz plausibel genug um „für Sicherheit“ zu wirken?

            Ich habe da so verrauschte Erinnerungen von evidenzbasiertem Vorgehen, Überprüfung von Wirksamkeit und Sinn von Gesetzen, und ich glaube ein Bild war dabei, wo Gesetze sogar einer verlässlichen Zweckdefinition bedürfen, ansonsten wieder rückabgewickelt werden.


          3. Anonym

            ,

            „Der Marktplatz wird sauber sein.“

            Das würde ein signifikanter Anteil der Bevölkerung als Erfolg verbuchen.


      2. gewaltsoz

        ,

        lustigerweise fällt das halt alles welten hinter alle erkenntnisse der wissenschaftlichen gewalt/interaktionsforschung zurück.

        Auf die Idee da mal jemanden zu fragen kommen die nicht, ist aber vielleicht uach ganz gut so :D


      3. Real existierende Wissenschaft

        ,

        Da denkt man aber vorher drüber nach, was man macht…


    2. Anonym

      ,

      „Die Wissenschaft und Gesellschaft muss nachweisen das es nichts bringt. Der Gesetzgeber widerum muss es nur plausibel erklären“

      Das ist ein wesentliches Problem. Vgl. „96kHz 24 Bit“ bei SoundBlaster Extigy (intern auf CD-Qualität runtergerechnet).

      Da kann gerne der Blitz rein. Strikt gesehen ist natürlich juristisch eigentlich der Wissenschaftsteil gar nicht wirklich vorhanden. Es gibt kaum ein Mittel, solches sinnvoll einzuklagen. Bei weltweitem Konsens und offensichtlichen Verstößen vielleicht. Dem kann nur gesetzgeberisch entgegengetreten werden. Die Struktur der Gesetzgebung muss mehr Fundierung, Überprüfung, Anforderungen an Zweck und Beschreibung diesens, sowie Invalidierungsprinzipien bekommen.


  7. Gewaltsoz

    ,

    ich mein, ist doch super, wenn die KI am Ende erkennt, wenn Beamte in Mannheim Laienschauspiel aufführen. Das wäre ja im normalen Einsatz nicht ihr Aufgabengebiet, und dann kann da gerne mal eine Alarmlampe angehen in der Zentrale.

    (was das Schauspiel mit realen Gewaltsituationen zu tun haben soll, das ist erstmal eine ganz andere Frage)


    1. Anonym

      ,

      Wobei Polizisten vielleicht schon nicht die schlechtesten potentiellen Darsteller sind, da diese durchaus mit solchen Angreifern im Sinn trainiert werden.

      Die Frage ist, welche solche, und wo wurden die jemals an einem der typisch überwachten Plätze gesichtet. Womöglich wären Kameraaufnahmen mit hinterher hingucken effizienter, wenn nie etwas passiert. Für den Preis kann man Nx einfache Kameras aufstellen, mal abgesehen von der Effizienz von Kameras im Allgemeinen, so.

      D.h. auch wenn es für Bahnhöfe attraktiv scheint, müsste dafür die Statistik der Vorkommnisse bemüht werden, um die jew. Maßnahme beurteilen zu können. In der Werbung ist alles immer so verschwommen.


    2. Anonym

      ,

      „was das Schauspiel mit realen Gewaltsituationen zu tun haben soll, das ist erstmal eine ganz andere Frage“

      Totaler Realitaetsverlust?

      Die Beamten duerften wesentlich mehr beobachtete und erlebte relevante Gewalterfahrung haben als die meisten Akademiker, denn die werden im Tagesgeschaeft regelmaessig damit konfrontiert.


      1. Anonym

        ,

        Total war die Sonnenverdeckung durch den Mond neulich. Und wie das aussieht, kann man auf Bildern bewundern, die andere Leute angefertigt haben. Der Akademikervergleich ist natürlich völlig überangespitzt. Wenn, dann bitte einen Gewaltforscher, und dann sieht es schon wieder nebliger aus. Erfahrung und Erfahrung.

        Wie total das bei der Polizei ist, kann man beim Einsatzcoach (youtube) und einigen Videoexemplaren erahnen, die Polizeitraining zu messern zeigen. Erahnen heißt, die Leute sind dem nicht wirklich 100% realistisch ausgesetzt, bekommen aber eine ganz gute Idee. Die Praxis kommt hinzu, unweigerlich, wie auch bei Türstehern u.a. Aber die Praxis ist nicht die Praxis, sondern ein Ausschnitt von irgendwas.

        Letztlich kommt es natürlich auf das „Was und Wie?“ drauf an. Das Training kann auch einfach den Zweck gehabt haben, die Fähigkeiten des Systems zu begutachten, bzw. zu testen, mittels plausibler Szenen. Es gibt allerdings auch Kameraaufnahmen echter Gewalttaten, gegenüber denen man dann versuchen könnte, die Erkennung zu bewerten, wenn auch die Technik vor Ort eine andere sein wird. Hier ist auch wieder die Frage, was die eigentlich finden wollen, und an was für Plätzen, und ob man das dann so trainieren kann.

        Überall KI-Überwachung ist chinesischer Enthusiasmus, das wird nur gehen, wenn man oft genug viele genug (ohne anderen Zweck) knüppelt, im Sinne von „funktionieren“. Diese Systeme werden „immer besser“ werden, auch bei bekleideten Testpersonen usw. Man muss hier den Überblick bewahren. (Vgl. Polizeigeschnetz aus S‑H, derzeit.)


        1. Anonym

          ,

          Hier muss man Expertise auf Behördenseite anmahnen, dass nicht dauernd auf Blenden hereingefallen wird. Im „KI-Bereich“ gibt es ja schon lange Erkennungssachen, und z.B. bei Anti-Cheating im gaming Bereich, wird dann alles mögliche angepriesen. Die großen Server/Player haben dann oft eher langsame Verhaltenserkennung, und die mit Hirn (und Resourcen) bauen noch einen klassischen Backstop um Extreme auch direkt einzufangen. Aber in einigen Bereichen (Mods) sieht man dann Direkterkennung von Cheats mit Verweis darauf, KI könne ja auch abstraktes daraus lernen und „mehr erkennen“. In der realität waren die immer schnell umgangen. Danach stellt sich dann die Frage nach dem Backstop. Analog also die Story, man testet die tolle Erkennung durch „Live-Training mit Polizisten“ und demonstriert, wie toll die Erkennung jetzt was wiedererkennt. Damit ist man aber in Wirklichkeit noch bei Schritt Null. Man hat eigentlich nichts in der Hand. Natürlich gibt es diese Tests auch innerhalb sinnvoller Rahmen. Die Frage ist hier wirklich, wie neuzeitlich bedingt derzeit immer, ob da was von Verstand als Rahmen gesetzt ist, oder was…


          1. Wahrscheinlich ist ganz viel berücksichtigt.

            ,

            Wenn man es ernsthaft aufziehen will, muss man Aufnahmen anderer Quellen aus der Realität einbringen. Da gibt es aber wilde Unsicherheiten, wie Auflösung, Wetter, Lichtverhätnisse, Kleidung, Verdeckung, Brennweite, Bildmanipulation („Verbesserung“), Bildmanipulation (Durch Quelle / Authorität). Den Einfluss jeweiliger einzuschätzen, wäre eigentlich das wertvollere Projekt? Wir überspringen die Forschung, um „voll so Startupmäßig“ das KI-Banner ausrollen zu können?

            Wie wäre es mit Erkennung von ballistischen Opfern? Will man das? Oder nur Taschendiebe? Viel Spass beim Training, Gruß an die Darsteller :). Oder wir trainieren Herzinfarkt und Hitzschlag, wäre vielleicht auch mal so dienlich.

            Sonst läuft „KI“ erst mal 100 Jahre lang, damit wir die Daten vor Ort gesammelt haben. D.h. ohne Modellabstraktion, dürfte das nahezu wertlos sein. Was ist der Fall? Weiß ich nicht. Fraunhofer klingt technisch gesehen nicht schlecht, aber, wie sagt das Online-PvP-Ninjahühnchen: „whatever…“

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