Auf der PunktEinschüchterungsversuche sind die beste Werbung

  • Chris Köver

Liebe Leser*innen.

Derzeit ist an mehreren geografisch weit auseinander liegenden Punkten ein ähnlicher Effekt zu erkennen. Eine autoritär agierende Regierung tönt laut herum, um Menschen, die sich ihrer rassistischen oder queerfeindlichen Politik widersetzen, einzuschüchtern. In Ungarn hatte die Regierung ein Gesetz erlassen, das Pride-Demonstrationen im Land faktisch verbietet. Und hat damit am vergangenen Samstag für die größte Budapest Pride aller Zeiten gesorgt.

In den USA dagegen wettern aktuell Vertreter*innen der Regierung gegen den Entwickler der App ICEBlock, mit der Nutzer*innen Einsätze der verhassten Abschiebebehörde melden können. Er solle sich „lieber in Acht nehmen“, drohte etwa Justizministerin Pam Bondi. Was die App wiederum in den vergangenen Tagen an die Spitze der Download-Charts katapultierte. Wie es dazu kam, könnt ihr in diesem Text meines Kollegen Tomas nachlesen.

Zugleich wirft das die Frage auf: Sollten Autokrat*innen womöglich ihre Kommunikationstrategien überdenken? Bis dahin freuen wir uns über diese unverlangte Werbung für den demokratischen Widerstand gegen Regierungen, die hart daran arbeiten, die Demokratie zu zerstören.

Mehr gute Laune wünscht euch

Chris

 

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Über die Autor:innen

  • Chris Köver
    Darja Preuss

    Chris Köver recherchiert und schreibt über Migration, biometrische Überwachung, digitale Gewalt und Jugendschutz. Recherche-Anregungen und -Hinweise gerne per Mail oder via Signal (ckoever.24). Seit 2018 bei netzpolitik.org. Hat Kulturwissenschaften studiert und bei Zeit Online mit dem Schreiben begonnen, später das Missy Magazine mitgegründet und geleitet. Ihre Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Journalistenpreis Informatik, dem Grimme-Online-Award und dem Rainer-Reichert-Preis zum Tag der Pressefreiheit.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), BlueSky, Mastodon, Signal: ckoever.24


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