Auf den PunktProbleme lassen sich nicht verbieten.

  • Anna Biselli

Liebe Leser:innen,

ein pauschales Handyverbot an Schulen zu fordern, ist gerade en vogue. Was ich daran nicht verstehe: Vielleicht lassen sich die Smartphones aus den Klassenzimmern und von den Pausenhöfen verbannen, aber nach Schulschluss bleiben doch die Probleme mit Mediennutzung und ‑kompetenz. Auch das Kinderhilfswerk hat sich gemeinsam mit anderen Organisationen gegen Totalverbote ausgesprochen und plädiert dafür, dass Regeln zusammen mit den Schüler:innen ausgehandelt werden sollten. Die Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen und mit ihnen zu reflektieren, welchen Platz Smartphones beim Lernen haben sollen, das ist vielleicht größerer Aufwand. Aber davon können alle profitieren.

Auch in meiner Schulzeit gab es Verbote. In der Mittelstufe sollten wir uns nicht in der oberen Etage der Schulbibliothek mit den Büchern für die älteren Jugendlichen aufhalten. Eine Einschränkung, die ich bis heute nicht verstehe. Und das verbannte Tamagotchi aus der Grundschule hat seine geballte Ablenkungskapazität dann eben während der Hausaufgabenzeit entfaltet. Einen Umgang damit hat mir niemand erklärt. Das digitale Haustier kehrt übrigens pünktlich zur Handyverbotsdebatte in neuer Auflage und mit Farbdisplay zurück. Und ich bin gespannt, ob bald wieder ein bedürftiges Piepen die Nerven der Lehrkräfte und Eltern strapaziert.

Liebe Grüße

anna

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Über die Autor:innen

  • Anna Biselli
    Darja Preuss

    Anna ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr).


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