Dieser Artikel ist mehr als 1 Jahr alt.

Auf den PunktPassdaten und Blockchain passen nicht zusammen.

  • Anna Biselli

Liebe Leser:innen,

es gibt so Recherchen, da ahnt man am Anfang nicht, wo man am Ende landen wird. So wie bei meiner Kollegin Chris, die vergangenes Jahr über Passdaten berichtete, die als Kostprobe auf einem Datenmarktplatz offen im Netz standen.

Ein halbes Jahr später hat Chris jetzt nachgeschaut, was in der Zwischenzeit passiert ist. Der Marktplatz ist weiter offline, eine Blockchain-Firma dahinter präsentiert sich mit EU-Förderung in Las Vegas und Investor:innen in einer Telegramgruppe sind ziemlich angefressen. Wie passt das zusammen?

Schönes Wochenende euch!

anna

Unsere Artikel des Tages

MenschenrechtsverletzungenCellebrite stoppt Software in Serbien

Serbische Behörden dürfen die Software von Cellebrite nicht weiter einsetzen. Amnesty International hatte in einem Bericht aufgedeckt, dass sie damit rechtswidrig gegen Journalisten und Aktivisten vorgegangen sind. Die Menschenrechtsorganisation fordert bessere Prüfprozesse bei dem Unternehmen und eine Aufarbeitung des Missbrauchs.

ÖsterreichNeue Regierung will mehr Überwachung

Das Regierungsprogramm der neuen Koalition in Österreich bringt mehr Überwachung und birgt Gefahren für den Datenschutz. Das kritisieren mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen. Eine netzpolitische Kurzanalyse.

Fazit aus dem DigitalausschussZwischen Chatkontrolle und digitaler Souveränität

Profilierte Fach-Politiker:innen scheiden aus dem Digitalausschuss des Bundestages. Für viele endet ihre Zeit im Parlament. Wir haben gefragt, worauf sie mit lachenden und weinenden Augen zurückblicken – und was sie ihren Nachfolger:innen mit auf den Weg geben wollen.

ZivilgesellschaftWir sind nicht neutral

Die Union stellt eine Anfrage nach der Neutralität von Greenpeace, Correctiv und Co. und macht damit klar, für welche Vereine und Organisationen es unter ihrer Führung ungemütlich wird. Bedroht sind nicht nur die aufgelisteten NGOs, sondern die gesamte Zivilgesellschaft. Ein Kommentar.

Meta-StudieMythos Desinformation?

Gerade vor Wahlen wird immer wieder vor den Folgen von Desinformationskampagnen gewarnt. Eine umfangreiche Studie kommt nun zu dem Schluss, dass sich die Auswirkung von Desinformation auf den Ausgang von Wahlen nicht eindeutig nachweisen lässt. Fest stehe aber, dass die Warnungen selbst negative Effekte haben.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von Otto Brenner Stiftung vom 28. 02. 2025

In den Rundfunkräten mangelt es einer Studie zufolge an Transparenz und Austausch mit dem Publikum. Außerdem gebe es einen starken parteipolitischen Einfluss, was die Unabhängigkeit der Gremien gefährde. Es brauche daher Reformen und mehr öffentliche Diskussionen.

Ticker-News von Spektrum.de vom 28. 02. 2025

Influencer verbreiten auf Social Media oft irreführende Gesundheitsinformationen. Eine Studie zeigt, dass viele Beiträge keine wissenschaftlichen Belege haben und finanzielle Interessen im Vordergrund stehen. Das kann zu unnötigen Behandlungen führen.

Ticker-News von Verfassungsblog vom 28. 02. 2025

Die Union will wissen, wie es um Neutralität und Finanzierung einiger zivilgesellschaftlicher Organisationen bestellt ist. Sophie Schönberger analysiert, warum die Bundestagspräsidentin die viel kritisierte Anfrage hätte zurückweisen sollen, da sie in die Grundrechte eingreift.

Ticker-News von heise online vom 27. 02. 2025

Mit einem Nettogewinn von knapp 18 Milliarden Euro im Jahr 2024 bejubelt die Deutsche Telekom ein “Rekordjahr”. Im Inland wächst vor allem der Mobilfunkbereich, während sich im Festnetz der starke Glasfaser-Wettbewerb bemerkbar macht.

Ticker-News von Reuters vom 27. 02. 2025

Google soll in Kanada eine Gebühr zahlen, damit das dortige Mediengesetz durchgesetzt werden kann. Vom Leistungsschutzgesetz wäre auch Meta erfasst, wenn das Unternehmen dort nicht Nachrichten auf Facebook und Instagram blockieren würde.

Ticker-News von Zeit Online vom 27. 02. 2025

Jeff Bezos hat Richtlinien für das Meinungsressort seiner „Washington Post“ erlassen. Dort seien ab jetzt nur noch Beiträge erlaubt, die „freie Märkte und persönliche Freiheiten“ verteidigen. Für gegensätzliche Meinungen sei im Internet ausreichend Platz, so der Zeitungseigentümer.

Ticker-News von FragDenStaat vom 27. 02. 2025

Im Auftrag des Staats kassieren Berater*innen viele Millionen Euro. Die dazu gehörigen „Transparenz“-Berichte waren lange unter Verschluss. Nun veröffentlicht FragDenStaat eine Datenbank – und bemerkt zahlreiche Ungereimtheiten.

Ticker-News von Zeit Online vom 27. 02. 2025

Das geplante Handy-Verbot an dänischen Schulen „ist zum Scheitern verurteilt“, heißt in einem Kommentar auf Zeit Online. Schulen „müssten die Möglichkeit haben, individuelle, alters- und bedarfsgerechte Wege gehen zu können“.

Ticker-News von Variety vom 27. 02. 2025

YouTube hat sich zum bedeutendsten Podcast-Medium in den Vereinigten Staaten entwickelt. Wie das Unternehmen bekannt gab, konsumieren monatlich mehr als eine Milliarde Nutzende Podcast-Inhalte über die Video-Plattform.

Ticker-News von Wired vom 27. 02. 2025

Viele Unternehmen setzen Überwachungstechnologie ein, um Anwesenheit, Bewegungen und Produktivität ihrer Angestellten zu erfassen. Viele Arbeitnehmer sind gegen die Verwendung solcher Überwachungstechnologien, die ihre Privatsphäre einschränkt.

Ticker-News von 404 Media vom 27. 02. 2025

Die Überwachungskamera-Firma Flock hat dem Open-Source-Projekt DeFlock eine Unterlassungsaufforderung geschickt. DeFlock kartiert die Standorte von automatisierten Kennzeichenerkennungskameras und wird von der Electronic Frontier Foundation verteidigt.

Ticker-News von heise online vom 27. 02. 2025

Viele Social-Media-Plattformen durchleuchten ihre Nutzer*innen – können Behörden dort überhaupt rechtskonform vertreten sein? heise online fasst zusammen, wie sich EU-Datenschützer daran die Zähne ausbeißen.

Über die Autor:innen

  • Anna Biselli
    Darja Preuss

    Anna ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr).


Veröffentlicht

Kategorie

Schlagwörter